#05 Asera: Sadala Chroniken Teil 1
Kapitel 1 – Das neue Zuhause
Einige Wochen waren vergangen.
Seit dem Tag, an dem Universum 6 mit dem Leben davongekommen war.
Seit dem Tag, an dem Asera gemeinsam mit
Cabba, Caulifla und Kale das Unmögliche vollbracht hatte.
Sie lebten noch – und sie blieben zusammen.
Die Sonne von Sadala stand hoch am Himmel, als Asera langsam
über die Stufen der Holzveranda trat. Vor ihr: ein weiter Sandplatz, eingefasst
von schlichten, flachen Steinen – die Trainingsarena, frisch geglättet.
Vados hatte keine halben Sachen gemacht.
Das Haus hinter ihr war funktional, aber wohnlich.
Eine offene Küche, ein gemeinsamer Wohnbereich mit Blick auf
die Landschaft, zwei getrennte Schlafräume –
einer für sie, einer für die anderen drei.
Schlicht. Praktisch. Vollkommen ausreichend.
5 Kilometer bis zur Hauptstadt – genug Distanz, um in Ruhe
zu leben, aber nah genug, um erreichbar zu sein. Asera hatte das so gewollt.
Nicht wegen der Stadt. Sondern, weil sie endlich etwas
hatte, das sie beschützen wollte. Im Inneren des Hauses war es ruhig.
Cabba, Caulifla und Kale schliefen noch –
selten genug, dass sie alle gleichzeitig zur Ruhe kamen.
Asera atmete tief ein.
Sie war nicht mehr auf der Flucht. Nicht mehr im Kampf.
Zum ersten Mal hatte sie ein Zuhause. Nicht aus Stein.
Sondern aus Vertrauen.
Am selben Tag in der Hauptstadt von Sadala.
Der König des Planeten stand am Rand seines Balkons, eine
Botschaftsschriftrolle in der Hand.
Noch immer konnte er nicht glauben, was er da gelesen hatte.
„Sie dienen nicht dem Militär von Sadala. Sie dienen mir.“
Champa hatte keine Fragen offen gelassen.
Asera, Cabba, Caulifla und Kale –
sie standen nicht unter seiner Krone.
Nicht unter seinem Befehl. Und dennoch waren sie hier.
Ein Geschenk? Oder eine Prüfung?
Zurück am Haus.
Asera trat an den Rand der Arena, blickte in die Ferne.
Die Luft war klar, warm –
voller Leben. Sie dachte an den Moment,
als Vados ihnen den Ort gezeigt hatte.
An das Leuchten in Kalas Augen.
An Cauliflas stolzes Grinsen.
An Cabbas stilles, dankbares Nicken. Und an sich selbst –
wie sie für einen Moment geglaubt hatte,
dass vielleicht, vielleicht dies das war, was sie nie zu
hoffen gewagt hatte.
Ein Anfang.
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Kapitel 2 – Lagerfeuer
Die Nacht war mild.
Ein sanfter Wind streifte durch die Bäume rund um das kleine Anwesen.
Die Grillen zirpten. Über ihnen spannte sich ein Himmel,
so tiefblau und ruhig, als würde das Universum selbst endlich atmen.
In der Mitte des Platzes vor dem Haus brannte ein kleines Feuer.
Kein Kampf, kein Training – nur Wärme, Licht,
und ein Gefühl, das sie alle noch lernen mussten:
Frieden.
Asera saß mit überkreuzten Beinen nahe der Flammen, die
Hände auf den Knien, das Gesicht ruhig. Caulifla hatte sich auf eine Decke
gelegt und starrte in den Himmel. Cabba saß daneben,
die Arme locker auf den Beinen abgestützt,
schweigend, aber entspannt.
Und Kale…
Kale saß direkt neben Asera.
Ihr Kopf ruhte gegen deren Schulter, ihre Augen halb geschlossen.
Sie sagte nichts – hatte den ganzen Abend kaum ein Wort gesprochen.
Bis jetzt.
Ein kaum hörbares, müdes Murmeln.
„…Mama…“
Die Zeit schien stehen zu bleiben.
Aseras Körper spannte sich für den Bruchteil eines Moments,
als wäre etwas in ihr berührt worden, das sie nicht benennen konnte.
Dann entspannte sie sich – langsam, bewusst – und sah Kale an.
Kale schlief nicht ganz. Ihr Blick war weich, benommen.
Aber sie hatte es gesagt. Ohne Zweifel.
Caulifla drehte den Kopf.
„Hat sie gerade…?“
Ihre Stimme war leiser als sonst.
Cabba hob nur leicht eine Augenbraue. Ein Lächeln zog über
sein Gesicht – nicht spöttisch, nicht überrascht. Sondern… warm.
„Hat sie verdient“, murmelte er.
Asera legte den Arm um Kale, langsam, behutsam.
Zog sie ein Stück näher an sich heran. Sie sagte nichts.
Musste sie auch nicht. Denn in ihrem Gesicht –
in diesem leichten, echten Lächeln – lag mehr als Worte je hätten sagen können.
Ein Funken stieg aus dem Feuer auf und verlor sich in der Dunkelheit.
Die Welt war still. Und für diesen einen Moment… war alles gut.
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Kapitel 3 – Ich bin froh, dass du da bist
Die Flammen waren fast heruntergebrannt.
Cabba hatte sich bereits zurückgezogen, ein kurzes Nicken zum Abschied.
Kale schlief tief – eingekuschelt an Asera, leise atmend,
mit entspanntem Gesicht.
Asera hob sie vorsichtig auf. Mit einer Ruhe, die nicht
gespielt war, sondern von tief innen kam. Sie trug sie durch die offene Tür ins
Haus hinein, öffnete leise die Tür zum gemeinsamen Schlafraum und legte sie
behutsam auf die Matratze.
Ein leichtes Zucken ging durch Kales Hand – dann schlief sie weiter.
Asera zog die Decke über sie. Als sie wieder auf die Veranda trat,
wartete Caulifla dort. Arme verschränkt, Blick zum Feuer.
Still.
„Sie meint es ernst, weißt du“, sagte sie, ohne sich
umzudrehen.
Asera trat neben sie.
„Ich weiß.“
„Sie hat das noch nie gesagt. Zu niemandem.“
Cauliflas Stimme war ungewohnt weich. Keine Härte.
Kein Trotz. Nur Ehrlichkeit.
Asera schwieg.
Sie wusste, dass Caulifla etwas loswerden wollte – und dass es nicht leicht war.
„Ich werd dich nicht Mama nennen“, murmelte Caulifla
schließlich.
„Nicht weil du’s nicht verdienst. Sondern weil ich…
keine Ahnung hab, wie sich das anfühlen soll.“
Asera nickte langsam.
„Du musst es auch nicht.“
Caulifla drehte sich zu ihr um.
Ihre Augen waren klar – und suchten nicht nach Schwäche,
sondern nach Sicherheit.
„Aber ich bin froh, dass du da bist.“
Dann, leise: „Ich bin froh, dass wir dich haben.“
Einen Moment lang war wieder Stille. Dann trat Caulifla
einen Schritt näher – zögerlich, als müsste sie sich selbst dazu überreden –
und legte die Arme um Asera.
Kurz. Fest. Echt.
Asera erwiderte die Umarmung, ohne ein Wort zu sagen.
Aber in ihrer Haltung lag alles. Für Caulifla war das keine
Geste der Schwäche.
Sondern ein Versprechen. Und Asera verstand.
Der Himmel über Sadala war sternenklar.
Und im Inneren des Hauses war es zum ersten Mal wirklich still. Nicht leer.
Sondern… angekommen.
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Kapitel 4 – Frühstück
Der Morgen auf Sadala begann warm und hell.
Ein leichter Wind strich durch das offene Fenster, trug den
Duft von frisch gebratenem Essen durch das Haus.
Asera stand in der kleinen Küche, konzentriert bei der
Zubereitung – keine Kampfstrategie, kein Ernst. Nur Essen. Und das mit mehr
Hingabe, als man es erwarten würde. Am Tisch saß bereits Cabba, halb wach, mit
zerzaustem Haar und noch keinem klaren Gedanken. Caulifla hatte sich quer auf
eine Bank geworfen, die Arme hinter dem Kopf verschränkt,
ein Grinsen auf den Lippen.
Und Kale kam gerade aus dem Schlafzimmer – noch ein bisschen
verschlafen, die Haare ungekämmt, ein riesiges Gähnen unterdrückend.
„Morgen“, murmelte sie, setzte sich neben Caulifla.
„Mooorgen, Mama-Kind“, erwiderte Caulifla sofort mit
einem frechen Ton.
Kale blinzelte verwirrt. „Was…?“
Caulifla grinste. „Na komm schon. Sag nicht, du weißt es nicht mehr.“
Kale sah zu ihr, dann zu Cabba – der schwieg klugerweise und
widmete sich seinem Teller. Dann zu Asera. Und als sie Aseras Blick traf –
warm, ruhig, mit diesem leichten Lächeln – da erinnerte sie sich.
Sie wurde schlagartig rot.
„Ich… ich war müde… das war keine Absicht… ich…“
Caulifla lachte. „Hey, ganz ruhig. War süß. Hat irgendwie gepasst.“
Kale versteckte verlegen das Gesicht in ihren Händen.
„Oh nein…“
Asera stellte in diesem Moment den Teller mit dampfendem
Essen ab und setzte sich.
„Es war schön“, sagte sie leise. „Ehrlich.“
Kale schielte zwischen den Fingern hervor – verlegen, aber auch berührt.
Caulifla schob ihr einen Becher rüber.
„Du bleibst trotzdem meine Kleine.
Auch wenn du jetzt offiziell Familienmitglied bist.“
„…Bin ich das?“, flüsterte Kale. „Schon längst“, sagte Cabba ruhig.
Und dieses Mal konnte keiner widersprechen.
Das Frühstück war kein Festmahl – aber für die vier war es
das Beste, was sie je hatten: Gemeinsam. Friedlich. Ehrlich.
Und als Caulifla Kale noch einmal mit einem leichten „Mama“
anstupste und Kale vor Scham fast unter den Tisch rutschte,
lachte Asera – zum ersten Mal – laut.
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Kapitel 5 – Sand und Stolz
Der Sandplatz vor dem Haus war warm vom Licht der Sadala-Sonne.
Keine Zuschauer. Keine Gegner.
Nur sie vier – und ein klarer Morgenhimmel, unter dem
Schweiß und Entschlossenheit mehr bedeuteten als jede Uniform.
Asera stand in der Mitte der Arena.
Arme verschränkt, fester Stand. Vor ihr: Cabba, Caulifla und
Kale – aufgereiht wie Schüler vor ihrer Meisterin.
Doch das hier war kein Unterricht.
Es war… Familie.
„Regel eins“, sagte Asera. „Kein Zurückweichen, wenn ihr überzeugt seid.“
Caulifla grinste. „Dann fang du an.“
Asera hob eine Augenbraue. „Sicher?“
„Immer.“
Caulifla machte einen Schritt vor – kampfbereit, die Haltung
locker, aber angespannt.
Kale und Cabba traten zurück, gaben ihr Raum. Ein Windstoß
wirbelte durch die Arena, als Caulifla mit einem Knall auf Asera zustürmte.
Doch noch bevor sie richtig zum Schlag kam,
war Asera verschwunden.
Ein Wimpernschlag – und dann stand sie hinter Caulifla, ohne
eine Spur im Sand zu hinterlassen. „Schneller denken“, sagte sie ruhig.
Caulifla knurrte. „Oder du hörst auf, zu schummeln.“
Asera lächelte. „Ich hab nichts getan.“
Die nächsten Minuten waren ein Tanz.
Kein harter Kampf – aber auch kein Spiel.
Caulifla wirbelte durch die Luft, blitzschnelle Tritte,
immer wieder flankiert von kurzen
Ausweichmanövern. Asera bewegte sich kaum.
Blockte. Drehte. Stand.
Schließlich kam Kale dazu – ohne Wut, aber mit Kraft.
Ihre Bewegungen waren fließender geworden, ihre Augen klar.
Dann Cabba – fokussiert, technisch, fast schon leise in seiner Entschlossenheit.
Er sprang über Kale hinweg, griff mit zwei gezielten
Schlägen an – und Asera wich zum ersten Mal spürbar zurück.
„Besser“, sagte sie. „Aber ihr seid noch nicht da.“
Caulifla keuchte. „Noch nicht. Aber bald.“
Asera nickte. „Genau das will ich sehen.“
Am Ende lagen sie alle erschöpft im Sand.
Kale mit dem Rücken an Caulifla gelehnt, Cabba mit
geschlossenen Augen und tiefem Atem. Asera stand über ihnen –
wie eine Säule aus Ruhe und Kontrolle.
Dann ließ auch sie sich nieder. Nicht als Anführerin.
Sondern als eine von ihnen.
Und für einen Moment war alles, was zählte: dass sie da waren.
Zusammen.
Und stärker als je zuvor.
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Kapitel 6 – Zwei Kämpfen, Zwei Beobachten
Der Boden vibrierte. Sand wurde aufgewirbelt,
Energie knisterte in der Luft.
Zwei goldene Auren krachten aufeinander, umkreisten sich,
rangen nach Dominanz.
Cabba und Caulifla – beide im zweifachen Super-Saiyajin.
Beide mit ernster Miene, voller Fokus, voller Kraft.
„Du bist langsamer geworden“, stichelte Caulifla und
parierte einen Haken.
„Oder du wirst einfach endlich besser“, konterte Cabba,
sprang zurück und konterte mit einem gezielten Doppelschlag.
Es war kein Sparring mehr – es war ein Duell auf Augenhöhe.
Nicht aus Wut. Nicht aus Stolz.
Sondern aus purem, ehrlichem Respekt.
Am Rand der Arena saßen Kale und Asera auf einer flachen Steinbank.
Kale beobachtete das Duell mit großen Augen,
die Finger ineinander verschränkt.
Asera sah nicht auf das Kampfgeschehen. Sie sah Kale an.
„Du hast dich zurückgehalten“, sagte sie leise.
Kale zuckte kaum sichtbar mit den Schultern.
„Sie brauchen das heute. Ich nicht.“
Ein sanftes Lächeln von Asera. „Du bist stärker geworden.“
Kale senkte leicht den Blick, als könnte Lob sie verletzen.
Ein Moment verstrich.
Dann kam die Frage – direkt, ohne Umweg: „Ist da mehr…
zwischen dir und Caulifla?“
Kale erstarrte für einen Sekundenbruchteil.
Nicht erschrocken – eher überrascht.
Dann räusperte sie sich leise. „Was meinst du mit ‘mehr’?“
Asera sah sie ruhig an. „Mehr als Freundschaft.“
Kale lächelte kurz, fast verlegen.
„Nein… also… nicht so. Ich meine, sie ist wie… wie mein Herz.
Aber nicht so, wie du denkst.“
„Ich denke gar nichts. Ich frage.“
Kale sah wieder zum Kampf. Cabba und Caulifla schienen sich
gegenseitig nichts zu schenken – Schläge, Blocken, Ausweichen, ein Tanz aus
Energie und Geschwindigkeit.
„Sie war immer da“, flüsterte Kale. „Ich hab sie nie um Erlaubnis gebeten.
Sie hat mich einfach akzeptiert. Das… das bedeutet mir alles.“
Asera nickte. „Verstanden.“
Ein kurzes Schweigen. Dann fügte sie ruhig hinzu: „Und sie weiß es.“
Kale antwortete nicht. Aber ihr leichtes Nicken genügte.
In der Arena krachten die beiden Auren ein letztes Mal
aufeinander – dann fielen Cabba und Caulifla keuchend in den Sand.
Beide grinsend, erschöpft, aber zufrieden.
Caulifla rief hinüber: „Wenn du was sagen willst, Kale –
jetzt wär der Moment!“
Kale errötete – aber nur leicht. Und Asera lächelte.
Diesmal nicht wegen der Antwort.
Sondern wegen der Stärke, die Kale nicht mehr versteckte.
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Kapitel 7 – Sag mir einfach, was du fühlst
Der Tag neigte sich dem Ende zu. Cabba war unter der Dusche verschwunden,
Asera bereitete in der Küche eine Kleinigkeit zu.
Kale saß auf der Terrasse, die Beine angezogen, den Kopf auf die Knie gelegt.
Caulifla kam aus dem Bad, die Haare noch feucht, das Shirt frisch gewechselt.
Sie trat auf die Terrasse, ließ sich wortlos neben Kale nieder.
Ein paar Sekunden vergingen.
Dann sagte Kale leise: „Du hast’s gehört, oder?“
Caulifla schnaubte. „Natürlich hab ich das. Ich war nicht taub, nur beschäftigt.“
Kale lächelte schief. „Und?“
Caulifla zuckte mit den Schultern.
„Ich war fast beleidigt, dass sie’s überhaupt fragen musste.“
Kale sah sie an – überrascht. „Wieso?“
„Weil…“ Caulifla hob die Hände, ließ sie wieder sinken. „Ich
nenn dich meine Kleine, seit ich denken kann. Ich schlag jeden, der dich
doof anguckt. Und ich bin die Einzige, die dich zum Lachen bringt, wenn du am
liebsten verschwindest.“
Sie lehnte sich zurück, den Blick auf den rötlich gefärbten Himmel gerichtet.
„Also ehrlich gesagt wundert’s mich kein bisschen, dass
Asera das gefragt hat.“
Ein Moment Stille. Dann, leiser:
„Vielleicht… ist da ja wirklich mehr. Ich mein, wir sind
schon so lange zusammen, Kale. Länger als irgendwer sonst in meinem Leben. Ich
weiß, wann du lügst, wann du Angst hast, wann du dich verstellst –
und du kennst das alles von mir auch.“
Kale schwieg. Aber sie rutschte ein Stück näher.
Caulifla spürte es. Und sie ließ es zu.
„Ich hab nie drüber nachgedacht, weißt du? Nie so richtig.
Du warst einfach immer da. Und das hat gereicht.“
Sie drehte sich zu Kale.
„Aber vielleicht… ist da sein mehr, als ich gedacht hab.“
Kale legte den Kopf vorsichtig gegen Cauliflas Schulter.
Keine Antwort. Kein Geständnis. Nur Nähe.
Caulifla schloss für einen Moment die Augen.
„Ich werd dich nicht Mama nennen“, murmelte sie.
Kale kicherte leise. Im Inneren des Hauses hob Asera kurz den Kopf.
Sie hatte kein Wort gehört – aber sie wusste, dass draußen
gerade etwas Bedeutendes passierte.
Sie lächelte. Und ließ es geschehen.
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Kapitel 8 – Das verschwundene Echo
Der Morgen begann ruhig.
Frühnebel hing über dem Trainingsplatz, das Gras war noch feucht vom Tau.
Asera stand bereits draußen, die Hände am Rücken verschränkt,
als sich am Horizont ein Licht näherte – blauweiß, gleitend, präzise.
Ein Patrouillenschiff. Und es landete direkt vor dem Haus.
Caulifla trat aus dem Haus, verschlafen, aber wachsam.
„Besuch? So früh?“
Cabba kam hinzu, zog sich das Oberteil über den Kopf.
„Galactic Patrol“, murmelte er beim Anblick der Uniformen.
Die Ladeluke öffnete sich, und ein hochgewachsener Beamter trat heraus –
ernst, direkt, ohne Umschweife.
„Cabba von Sadala?“
„Ja.“
„Wir brauchen Ihre Hilfe. Sofort.“
Im Inneren des Hauses saßen sie wenige Minuten später zusammen.
Der Beamte, ein erfahrener Patrouillenoffizier mit ernster Stimme,
legte eine Projektionskarte auf den Tisch.
„Wir verlieren Schiffe. Ganze Besatzungen. Keine Funksprüche.
Keine Spuren. Sie verschwinden einfach – als wären sie nie gestartet.“
Caulifla stützte den Kopf auf die Hand.
„Piraten?“
„Unwahrscheinlich. Kein Trümmerfeld. Keine Kampfspuren.
Keine Energieemissionen. Als würden sie… eingesaugt.“
Kale schluckte. „Wie viele?“
„Sieben. In fünf Tagen.“
Cabba beugte sich vor. „Und warum fragt ihr mich?“
„Weil Sie der stärkste bekannte Saiyajin mit Verbindung zur Armee sind –
und weil uns gesagt wurde, dass Sie nicht alleine sind.“
Der Blick des Offiziers wanderte zu Asera.
Sie erwiderte ihn ruhig. „Ich werde helfen.“
„Ich auch“, sagte Kale sofort.
Caulifla grinste. „Ich sowieso. Wenn’s Ärger gibt, will ich dabei sein.“
Der Offizier zögerte kurz, nickte dann.
„Wir haben keine Zeit zu verlieren. Der letzte Kontakt kam
aus dem Korridor zwischen Sadala und dem Nebelraum von Trako-17.
Dort verlieren wir immer wieder Signale.“
Asera war still geworden. Sie betrachtete die Karte –
nicht nur mit den Augen.
Etwas in ihr regte sich. Etwas, das sie nicht benennen konnte.
Kein Angstgefühl. Aber… Unbehagen.
„Ihr habt gesagt, es gibt keine Trümmer, keine Energie… keine Bewegung?“
„Richtig.“
Asera legte langsam die Hand auf den Tisch.
Ein kurzer Blick zu Cabba, dann zu den beiden Mädchen.
„Wenn ich sage, wir bleiben zusammen – dann meine ich das.“
Der Beamte zögerte.
„Also… sie begleiten Sie wirklich?“
„Sie sind mehr als Begleitung“, sagte Cabba ruhig.
„Sie sind Grund, warum ich kämpfe“, fügte Asera leise hinzu.
Als das Patrouillenschiff wenig später wieder abhob –
diesmal mit vier Passagieren mehr – blickte Asera ein letztes Mal auf das
kleine Haus in der Ferne.
Nur ein Haus.
Aber für sie der wertvollste Ort im Universum.
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Kapitel 9 – Der Schatten im Raum
Die Sterne zogen langsam vorbei.
Das Patrouillenschiff glitt lautlos durch das All – Kurs:
die letzten bekannten Koordinaten des vermissten Erkundungsschiffes „PX-721“.
An Bord herrschte gespannte Stille.
Der Beamte am Steuer überprüfte die Daten, während Cabba,
Caulifla und Kale auf den Hauptmonitor blickten. Asera stand im Hintergrund,
die Arme verschränkt, wachsam, aber in sich gekehrt.
„Zehn Klicks bis zum Zielgebiet“, meldete der Pilot.
„Keine Anomalien bisher.“
Dann – plötzlich – riss Asera die Augen auf.
„STOPP!“
Ihre Stimme war ein Befehl, ein Donnerschlag in der Stille des Schiffs.
Der Pilot riss die Steuerung herum, das Schiff stoppte abrupt,
beinahe mit einem Ruck. „Was zur—“
„Schub auf Null. Alles aus“, sagte Asera scharf, trat nach
vorn und starrte auf den äußeren Bildschirm.
Dort, am Rand des Sichtfeldes – kaum sichtbar, in der
Dunkelheit halb verschmolzen mit dem All – lag eine Silhouette.
Kein Schiff. Kein Asteroid.
Etwas Rundes. Lebendiges.
Ein Planet. Ein Planet, der kein Licht reflektierte.
Ein Planet, dessen bloße Anwesenheit alles um ihn zum Stillstand brachte.
Asera starrte wie versteinert. „…Das ist er.“
Caulifla trat neben sie. „Wer?“
Asera antwortete leise. „Der Planet. Der mich gefangen hielt.“
Kale wich einen Schritt zurück.
„Aber… du hast ihn doch zerstört. Du hast gesagt—“
„Das war in Universum 7“, unterbrach Cabba ernst.
„Das hier… muss unsere Version davon sein. Der gleiche Planet.
Die gleiche Bedrohung. Nur… hier.“
Aseras Blick war unverändert. Keine Wut. Keine Angst.
Nur absolute Entschlossenheit.
„Ihr bleibt hier“, sagte sie ruhig.
„Was?“ – Caulifla hob eine Braue.
„Ich lasse nicht zu, dass einer von euch diesen Ort betritt.
Nicht du, nicht Kale, nicht Cabba. Niemals.“
„Asera—“
„Keine Diskussion“, unterbrach sie Caulifla sofort.
Ihre Stimme war nicht scharf, aber unbeirrbar.
„Ich weiß, was dieser Planet ist. Ich weiß, was er kann. Und
ich werde nicht zulassen, dass ihr ihm auch nur zu nahe kommt.“
Kale flüsterte: „Aber du warst allein. Jetzt nicht mehr.“
Asera atmete tief durch. „Eben deshalb.“
Draußen im All veränderte sich nichts. Der Planet bewegte sich nicht.
Er pulsierte nicht. Aber er war da. Und das reichte.
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Kapitel 10 – Allein gegen den Schatten
„Ihr dürft auf keinen Fall näher heran.“
Aseras Worte hallten noch durch das Innere des Schiffs,
als Caulifla einen Schritt auf sie zumachte.
„Warte—“
Doch da hatte Asera sie schon im Arm. Kale ebenfalls. Und Cabba. Alle drei.
Sie hielt sie fest. Nicht lang – aber fest genug, dass sie es spürten.
Die Wärme. Die Dringlichkeit. Die Angst nicht um sich selbst
– sondern um sie.
„Bitte“, flüsterte sie.
„Ihr dürft auf keinen Fall eingreifen. Ich kann das
überstehen. Aber wenn ihr — wenn ihr auch nur in seine Nähe kommt…“
Sie brach nicht ab. Aber der Satz blieb hängen.
Weil sie ihn nicht aussprechen wollte.
Kale klammerte sich kurz an sie, wollte etwas sagen –
doch Asera löste sich bereits.
Ein schneller Schritt. Ein Griff zum Kapselhebel.
Die Rettungskapsel öffnete sich zischend.
Cabba trat einen Schritt nach vorn.
„Asera—“
„Pass auf sie auf“, sagte sie, ohne sich umzudrehen.
Dann, leise: „Auf beide.“
Sie stieg ein. Kein Zögern. Kein Blick zurück.
Die Luke schloss sich. Ein Moment völliger Stille.
Dann: Zündung.
Mit einem kurzen, grellen Schein trennte sich die Kapsel vom Schiff –
und schoss lautlos in die Dunkelheit.
Richtung jenes Planeten, der vor ihr lag wie ein schwarzes Grab.
Oder wie ein Dämon aus einer Erinnerung, die nie heilen würde.
Im Inneren des Schiffs blieb es still. Caulifla ballte die Fäuste.
Kale stand mit gesenktem Kopf da, bebend. Und Cabba…
Cabba sagte nur leise: „Sie hat keine Angst. Nur Entschlossenheit.“
Caulifla flüsterte: „Aber wir.“
Draußen, zwischen den Sternen, flog eine Kapsel auf etwas zu, das kein Leben zeigte –
aber lebendiger war als alles, was Asera je gequält hatte.
Und sie wusste: Wenn sie diesen Ort erneut betritt…
dann nur, um es endgültig zu beenden.
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Kapitel 11 – Verschwunden
„Ich verstehe nicht“, murmelte der Patrouillenoffizier und starrte auf die Konsole.
„Wieso hat sie nicht gewartet auf Verstärkung? Wieso allein?
Was ist das überhaupt für ein Planet?“
Cabba stand neben ihm, die Arme verschränkt, die Stirn angespannt.
Caulifla und Kale hatten sich nicht weit entfernt postiert –
beide blickten wie gebannt auf den Bildschirm, auf dem die Kapsel als kleiner
Punkt immer näher an das Ziel heranrückte.
„Dieser Planet… ist kein normaler Ort“, begann Cabba ruhig.
„Er hat Asera in Universum 7 gefangen gehalten. Nicht für Tage.
Nicht für Monate. Für Jahrzehnte. Er hat sie… verschlungen.“
Der Patrouillenoffizier runzelte die Stirn. „Ein lebender Planet?“
„Ja“, sagte Cabba. „Nicht einfach ein Wesen auf dem Planeten.
Der Planet selbst lebt. Denkt. Fühlt. Er saugt alles in sich ein.
Raumschiffe, Energie… jegliches Leben.“
Ein Schweigen senkte sich über die Brücke.
Nur das Piepen der Ortungskonsole durchbrach die Stille.
„Sie ist fast da“, sagte der Offizier tonlos.
„Noch 3000 Meter bis zum Orbit… 2900… 2800…“
Ein letzter Ping. Dann – plötzlich – Stille.
„…Was?“
Der Offizier beugte sich vor. Tasten klackten.
Systeme überprüften sich automatisch.
„Verbindung zur Kapsel verloren. Kein Signal mehr.
Kein Notsender. Keine Trümmer. Keine Ortung.“
Kale trat an den Monitor. „Das… ist genau das, was sie gesagt hat.“
Caulifla flüsterte: „Der Planet hat sie geschluckt. Genau wie der andere.“
Cabba atmete tief ein, seine Stimme ruhig, aber schwer.
„Dann ist sie jetzt dort unten. Allein. Wieder.“
Keiner sprach ein Wort. Aber alle wussten:
Asera hatte diesen Ort freiwillig betreten – weil sie genau wusste,
dass niemand sonst es überleben würde.
Im Dunkel zwischen den Sternen war nichts zu sehen.
Keine Kapsel. Kein Licht. Kein Widerhall. Nur ein Planet,
der schwieg.
Und atmete.
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Kapitel 12 – Rückkehr in den Abgrund
Die Kapsel durchbrach den Orbit wie ein glühender Pfeil.
Reibung, Druck, ein gleißendes Licht. Dann – Einschlag.
Mit einem donnernden Krachen schlug die Rettungskapsel auf dem Planeten auf.
Keine Gleitphase. Keine Landedüsen.
Nur rohe Schwerkraft, die sie wie ein Spielzeug auf den Boden schmetterte.
Die Hülle splitterte. Die Struktur brach.
Und aus den rauchenden Trümmern trat sie hervor.
Asera.
Nicht kauernd. Nicht verletzt. Aufrecht.
Sie hatte keinen Moment das Bewusstsein verloren.
Doch ihr Körper zuckte leicht –
als sie zum ersten Mal wieder die Luft einatmete.
Diese Luft. Wie Feuer brannte sie in der Lunge.
Schwer, säuerlich, beißend –
eine chemische Folter, die jeden Normalen binnen Minuten vergiftet hätte.
Asera atmete flach, kontrolliert. Sie war vorbereitet.
Doch für einen Moment stockte ihr der Atem – nicht wegen der Luft.
Sondern wegen der Erinnerung.
Dieselbe Dichte. Dieselbe Dunkelheit. Dasselbe leise Summen tief im Boden.
Dann… das Geräusch. Knacken. Krallen auf steinigem Untergrund.
Ein langgezogenes, schleifendes Schaben. Sie drehte sich um – und sah sie.
Dunkle Schatten. Zischende Körper, glitschig, von tentakelartigen
Gliedmaßen durchzogen. Augenlos. Lautlos. Sie bewegten sich auf sie zu.
Kein Zweifel: Sie hatten das neue Opfer gespürt.
Nur war sie kein Opfer mehr.
Asera spannte die Muskeln. Ihre Aura noch zurückhaltend, aber bereit.
Sie machte keinen Schritt zurück. „Ich weiß, was ihr seid“,
sagte sie leise.
„Und ich weiß, was ihr tut.“
Ein weiterer Schatten kroch aus einer Öffnung im Boden. Dann noch einer.
Wie damals. Wie vor all den Jahren. Als sie noch schwach war.
Als sie geschrien hatte. Heute… war es still. In ihr.
Doch der Zorn – der war da. Nicht unkontrolliert. Nicht wie früher.
Ein kaltes, klares Feuer. Asera senkte den Kopf leicht,
das Haar fiel ihr über die Stirn.
Dann hob sie den Blick – und sah sie an.
Einen nach dem anderen.
„Diesmal… seid ihr dran.“
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Kapitel 13 – Und wieder allein
Im Inneren des Patrouillenschiffs war es still. Zu still.
Der Monitor zeigte nur eines: Schwarz.
Ein leerer Bildschirm, auf dem einst das Signal der Rettungskapsel zu sehen war.
Jetzt – nichts. Cabba saß unbeweglich davor, die Augen glasig vom langen Starren,
die Schultern verkrampft. Er hatte nicht einmal versucht zu schlafen.
Seine Finger ruhten auf der Konsole, als könnte er durch
reinen Willen etwas zurückholen, das längst verschwunden war.
Kale saß auf der Bank an der Seite. Still.
Nicht wie früher – nicht in Angst oder Flucht. Sondern in tiefer,
unbeweglicher Traurigkeit. Sie sagte nichts. Blickte nur auf Caulifla.
Diese lief seit Stunden im Schiff auf und ab.
Vor. Zurück. Vor. Zurück.
Wie ein Raubtier im Käfig. Doch kein Kampf wartete. Kein Gegner zum Schlagen.
Nur Warten. Cauliflas Gesicht hatte sich verändert.
Erst Zorn – offener, greller Zorn, der gegen die Wände prallte.
Dann Ungeduld. Dann Verzweiflung. Und irgendwann –
war nur noch Schmerz übrig.
Sie blieb stehen, drehte sich zu Kale. Die Stimme war rau,
heiser:
„Warum muss sie das nochmal durchmachen…? Warum alleine?“
Kale hob den Blick. Doch noch bevor sie antworten konnte,
kam die nächste Frage – brüchiger, verzweifelter:
„Warum tut sie uns das an?“
Es war keine Anklage. Es war ein Schrei aus einem Herz,
das sonst nie laut war.
Kale stand langsam auf, trat zu ihr. Zögernd. Aber entschlossen.
Dann legte sie die Arme um sie. Caulifla zuckte kurz –
als wolle sie sich entziehen –
doch dann… brach sie. Leise. Unaufhaltsam.
Tränen liefen ihr über die Wangen.
Sie, die immer stark war. Die sich vor nichts fürchtete.
Und Kale hielt sie fest.
Wie ein Anker. Wie ein Versprechen.
„Sie kommt zurück“, flüsterte Kale. „Sie hat es uns versprochen.“
Doch im Raum blieb die Stille.
Und der Monitor blieb schwarz.
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Kapitel 14 – Rückkehr ins Licht
Ein schrilles Alarmsignal durchbrach die angespannte Stille auf dem Schiff.
„Was ist das?!“ – Caulifla fuhr herum.
Der Patrouillenoffizier hämmerte bereits auf die Konsole.
„Die Schwerkraft des Planeten – sie steigt! Und zwar sprunghaft!“
Cabba trat neben ihn, sein Blick fokussiert. „Wie stark?“
„Jenseits jeder Messung! Wir müssen weiter raus – sofort!“
Kale war bleich geworden. „Was passiert mit Asera…?“
Das Schiff schwenkte ab, zündete die Triebwerke, zog sich zurück.
Der Planet wuchs auf dem Monitor – nicht größer in Größe, sondern im Druck.
Er war kein Himmelskörper mehr. Er war ein Mahlstrom.
Dann, plötzlich – ein gleißender Blitz.
Keine Explosion im klassischen Sinn. Sondern ein Auseinanderbrechen.
Wie ein Nerv, der zerreißt. Wie ein Schrei ohne Laut.
Eine Schockwelle raste durch das All. Lebendig.
Und durchzogen von etwas, das sie alle gleichzeitig spürten.
Aseras Aura.
„Da!“, rief Cabba und zeigte auf den Bildschirm.
„Ich spüre sie! Wir müssen sofort hin!“
Der Offizier nickte, übersteuerte die Triebwerke.
Das Schiff raste der Welle entgegen – durch das brodelnde Feld aus Partikeln,
Trümmern, Licht. Dann… sahen sie sie. Treibend. Im Nichts.
Asera. Ihre Wutform – kaum noch sichtbar.
Die rote Aura flackerte, wurde schwächer.
Ihr Körper war angespannt, aber reglos.
Und doch – sie war am Leben. Die Luftschleuse wurde vorbereitet.
Sie fingen sie mit einem magnetischen Feld auf, zogen sie in das Schiff,
langsam, vorsichtig. Als sich die innere Schleuse öffnete, stand sie dort.
Mit letzter Kraft. Die Schultern gesenkt, die Arme seitlich herab.
Sie sah sie. Cabba. Kale. Caulifla.
Sie wollte sprechen.
„Es… ist…“
Aber kein Wort kam. Ihre Lippen zitterten, der Blick verschwamm.
Sie fiel nicht. Aber sie schwankte – und ihre Knie gaben leicht nach.
Kale war die Erste, die sie auffing. Dann Cabba. Dann Caulifla.
Sie hielten sie. Alle drei.
Und Asera… zitterte. Nicht vor Schmerz. Nicht vor Wut.
Sondern, weil etwas in ihr gebrochen war – ganz leise.
Tränen liefen ihr über die Wangen. Lautlos. Endlich.
Sie konnte nichts sagen. Nicht jetzt.
Aber sie war da. Und das reichte.
Keiner stellte eine Frage.
Denn sie wussten: Das, was auf diesem Planeten geschah… war vorbei.
Aber nicht vergessen.
__
Kapitel 15 – Heimkehr
Der Flug zurück war ruhig. Keine Gespräche. Keine Fragen.
Nur das sanfte Summen der Triebwerke –
und die Stille, die blieb, wenn Worte nicht ausreichten.
Asera lag auf der Bank in der hinteren Kabine des Schiffes.
Der Kopf auf Cauliflas Schoß, die Arme locker an den Seiten.
Sie wirkte klein – nicht schwach, nicht zerbrochen. Nur… erschöpft.
Kale saß neben ihr. Sanft strich sie durch Aseras langes schwarzes Haar.
Ruhig. Wieder und wieder. Caulifla sah auf sie hinab.
Ihre Hand lag auf Aseras Schulter, hielt sie fest, als könnte sie ihr Halt geben,
selbst jetzt noch.
„Schläft sie?“, fragte Kale leise.
Caulifla schüttelte kaum merklich den Kopf.
„Ich weiß es nicht. Vielleicht. Vielleicht auch nicht.“
Doch Aseras Atem war ruhig. Tiefer als noch vor Stunden.
Fast friedlich. Als sie auf Sadala landeten, stand Cabba wortlos auf,
öffnete die Schleuse. Sie trugen Asera gemeinsam ins Haus.
Langsam. Sachte.
Wie man jemanden trägt, den man nicht noch einmal verlieren will.
Im Schlafraum legten sie sie auf das Bett. Cabba blieb draußen.
Drinnen zogen Caulifla und Kale Aseras beschädigte Kleidung
aus, lösten das zerfetzte Oberteil, säuberten leise das Gesicht,
deckten sie schließlich zu.
Kale glättete die Decke, fast zärtlich. Caulifla stand einen Moment lang nur da.
Dann setzte sie sich an die Bettkante,
nahm Aseras Hand und schloss die Augen.
„So ähnlich war’s damals auch“, flüsterte Kale.
„Als Vados sie zu uns brachte. Nach dem ersten Mal… mit dieser Form.“
Caulifla nickte. „Wieder war sie allein dort unten.“
Sie senkte den Kopf. „Aber jetzt ist sie nicht mehr allein.“
Im Türrahmen stand Cabba. Er sagte kein Wort.
Doch als er das Bild sah – Asera, ruhig atmend, umgeben von den beiden –
da wusste er: Sie hatte es geschafft. Nicht den Sieg.
Sondern den Weg zurück.
__
Kapitel 16 – Was uns bewegt
Das Licht im Schlafraum war gedimmt. Asera schlief noch
immer.
Ihr Atem war ruhig, gleichmäßig. Nicht flach wie nach einem
Kampf – sondern tief, fast friedlich. Cabba saß an ihrer Seite, den Blick auf
sie gerichtet.
Er sagte nichts. Musste er auch nicht. Die Tür öffnete sich
leise.
Caulifla trat ein, blieb aber nicht lange – sie murmelte
etwas, was wie
„Bin gleich zurück“ klang, dann verschwand sie.
Kale zögerte einen Moment, dann folgte sie ihr.
Zurück blieb Cabba – allein mit den Gedanken.
Und mit der Frau, die selbst im Schlaf eine Kraft
ausstrahlte, die das Universum verändert hatte. Draußen, auf der kleinen
Veranda vor dem Haus, saß Caulifla auf der Holzbank. Die Arme auf den Knien,
den Blick auf den Boden gerichtet.
Kale trat neben sie, setzte sich still dazu. Ein Moment
verging.
Dann sagte Kale leise: „Du warst so… ruhig vorhin. So
vorsichtig.“
Caulifla schnaubte. „Ich wollte schreien.“
„Warum hast du’s nicht getan?“
Caulifla schwieg.
Dann – nach einem Moment – ein Schulterzucken.
„Weil sie nicht wach war. Weil sie nicht hätte hören können,
wie sehr ich Angst hatte.“
Kale legte die Hände in den Schoß. „Ich hab dich noch nie so
gesehen. So… offen.“
Caulifla lachte leise – aber ohne Spott. „Ich mich auch
nicht.“
Ein Windhauch ging über die Terrasse. Keiner von beiden
sagte etwas.
Dann sprach Kale weiter – sanft, fast flüsternd:
„Du hast sie gehalten. Als sie nichts mehr sagen konnte.
Und du hast sie trotzdem verstanden.“
Caulifla sah sie an. Ihre Stimme war heiser. „Weil ich
genauso hilflos war.“
Kale legte eine Hand auf ihre. eine Erinnerung daran,
dass auch die Stärksten einmal gehalten werden müssen.
Drinnen saß Cabba noch immer an Aseras Seite. Er hörte sie
atmen.
Und er wusste: Das, was sie überlebt hatte, war nicht nur
ein Kampf.
Es war der Abgrund selbst. Und sie hatte ihn durchschritten.
Aber ohne die Drei…
wäre sie nie zurückgekehrt.
__
Kapitel 17 – Nicht mehr allein
Der erste Lichtstrahl des Morgens fiel schräg durch das
Fenster und tanzte über die Holzdielen des Raumes.
Der Tag auf Sadala brach an – still, warm, ohne Eile.
Das Licht tastete sich bis zum Bett vor und legte sich sanft
auf Aseras Gesicht.
Ihre Augenlider zuckten. Ein tiefer Atemzug füllte ihre
Lungen.
Dann noch einer. Langsam – ganz langsam – öffnete sie die
Augen.
Zuerst war da nur Licht. Unschärfe. Ein Gefühl von Ruhe, das
fast fremd war.
Dann erkannte sie Formen. Gesichter.
Caulifla – mit halb offenem Mund, den Kopf an Kales Schulter
gelehnt.
Kale – zusammengerollt, eine Hand noch auf dem Laken, als
hätte sie sie die ganze Nacht über nicht losgelassen.
Und Cabba – auf einem Stuhl an der Seite, die Stirn an die
Bettkante gelehnt, die Arme locker vor sich verschränkt.
Alle drei – eingeschlafen. An ihrer Seite. Sie hatten es
nicht geplant.
Eigentlich wollten sie sich abwechseln. Wachen. Aufpassen.
Schützen.
Aber die Müdigkeit war stärker gewesen. Und das Bedürfnis,
bei ihr zu bleiben.
Asera blinzelte. Ein schwacher Laut entwich ihren Lippen –
kein Wort.
Nur… Leben. Sie spürte die Wärme. Die Nähe.
Und zum ersten Mal seit jenem fernen Tag, an dem sie einst
allein auf diesem Fluch von Planet erwachte – war sie nicht allein.
Nicht in der Dunkelheit. Nicht mehr. Ein Zittern durchfuhr
ihre Finger.
Nicht aus Angst. Sondern, weil sie spürte, was sie hatte.
Was sie nicht verlieren durfte. Und was sie nie wieder
verlieren wollte.
Der Morgen begann. Und mit ihm… etwas Neues.
Etwas, das Asera lange nicht mehr gefühlt hatte.
Zugehörigkeit.
__
Kapitel 18 – Wie Morgen schmeckt
Asera bewegte sich nicht. Nicht sofort.
Sie lag einfach da. Spürte den Atem der anderen.
Das Gewicht von Nähe. Von Vertrauen.
Sie drehte den Kopf leicht zur Seite, ihr Blick wanderte zu
Cabba.
Sein Gesicht war entspannt, friedlich – ganz anders als im
Kampf, ganz anders als damals auf dem Trainingsplatz.
Sie hob die Hand und strich ihm sanft durch die Haare.
Nicht, um ihn zu wecken. Nur, weil es richtig war.
Dann spürte sie die andere Hand. Eine kleine, warme – fest
um ihre eigene gelegt.
Sie schloss ihre Finger darum, langsam. Behutsam.
Ein leiser Laut entwich Kale. Noch kein Wort. Nur ein Atem.
Dann regte sie sich. Ein kaum merkliches Blinzeln. Asera
lächelte schwach.
Kale hob den Blick – und als sich ihre Augen trafen,
da wusste sie sofort: Sie ist wach.
Kale richtete sich auf, vorsichtig, ohne die anderen zu
wecken.
Ihre Lippen formten wortlos ein „Du bist da“,
und Asera drückte sanft ihre Hand – Antwort genug.
Dann rührte sich Caulifla. Ein Grummeln, ein Blinzeln –
und noch bevor sie ganz bei sich war, sah sie Kale,
und dann Asera. Ihre Augen wurden weit.
Sie richtete sich auf, abrupt, fast erschrocken.
„Du bist—!“
Asera nickte. Nur ein einziges Mal. Aber das genügte.
Caulifla sog scharf die Luft ein, dann atmete sie langsam
aus.
„Verdammt…“ Sie griff an die Decke, fuhr sich durchs Haar,
als müsste sie sich selbst davon überzeugen, dass das hier
wirklich war.
Asera sagte nichts. Aber sie ließ sie reden, atmen, spüren.
Ein letzter, verschlafener Laut – und auch Cabba hob den
Kopf.
Seine Augen trafen Aseras. Keine Worte. Nur der Blick.
Und in ihm lag das, was keiner aussprach. Weil sie es alle
schon wussten.
Der Morgen hatte längst begonnen.
Aber in diesem Raum – war gerade ein neuer Tag erwacht.
Ein echter.
__
Kapitel 19 – Halb so wild
Der Duft von gebratenem Gemüse und frisch gedämpftem Reis
lag in der Luft.
Die Sonne war längst aufgegangen, und in der Küche des
kleinen Hauses herrschte leises Treiben.
Kale schnitt still die Zutaten, Caulifla rührte mit mehr
Elan als Technik in einer Pfanne, und Cabba deckte den Tisch – leicht verlegen,
mit einem Blick zur Tür, der immer wieder zurückkam. Asera saß auf der Bank am
Fenster.
Sie wirkte ruhig. Ihre Bewegungen waren langsam, aber
kontrolliert.
Der Schlaf hatte sie nicht geheilt – aber sie war wieder bei
sich.
„Du bist schon wieder auf den Beinen“, murmelte Caulifla,
während sie umrührte.
„Ich sitze“, konterte Asera trocken. Dann: „Und ich bin
hungrig.“
Ein kurzer Moment des Lächelns flog über die Gesichter der
drei anderen.
Gerade, als sie sich an den Tisch setzen wollten, wurde die
Luft im Raum plötzlich leicht. Klar. Anders. Dann –
stand Vados in der Mitte des Raumes.
Elegant, ungerührt, mit einem leichten Lächeln.
„Oh“, sagte Cabba plötzlich, und ließ beinahe die Schüssel
fallen.
„Ich hab ganz vergessen, dass ich dich heute… äh… darum
gebeten hatte…
wegen Universum 7…“
Vados sah ihn mit mildem Blick an. „Ich bin wie vereinbart
erschienen.“
Cabba trat zu ihr. „Es war… einiges los. Asera ist— also wir
waren— ich meine—“
„Ich habe es gespürt“, unterbrach Vados sanft. Dann wandte
sie sich an Asera.
„Ich war mir nicht sicher, ob ich stören darf.“
Asera sah sie an, einen Löffel in der Hand, bereits halb mit
dem Essen beschäftigt.
„War halb so wild“, sagte sie trocken. Dann, mit einem Hauch
von Ironie:
„Wir haben nur herausgefunden, dass es auch in Universum
6 so einen… anhänglichen Planeten gab.“
Das „gab“ sprach sie besonders deutlich aus.
Kale sah kurz zu ihr, dann lächelte sie. Caulifla schnaubte
leise.
Vados musterte sie – und nickte. „Dann scheint ihr euch gut
geschlagen zu haben.“
Asera nahm einen Bissen. Kaute. Schluckte.
„Mir geht’s gut“, sagte sie dann.
„Bring ihn ruhig rüber – aber sorg dafür, dass er auch
wieder zurückkommt.“
Cabba sah sie an. Ein stiller Moment. Dann nickte er.
„Ich bin in zwei, drei Tagen wieder da.“
Vados trat einen Schritt näher, berührte kurz mit dem Stab
die Schulter des Saiyajin.
Ein Moment, ein Licht – und beide waren verschwunden.
Zurück blieb das leise Klirren von Essgeschirr und Aseras
Stimme, die sagte:
„Na gut. Dann ist jetzt mehr für uns.“
__
Kapitel 20 – Zwischen den Zeilen
Draußen lag die Stille des Vormittags über dem
Trainingsplatz.
Die Sonne stand hoch, aber nicht drückend –
ein sanftes, klares Licht fiel auf den Sand.
Asera stand allein in der Mitte der Arena. Kein Schrei,
keine Aura.
Nur Bewegung. Langsame, saubere Techniken. Körperkontrolle.
Atmung. Präzision. Sie kämpfte nicht. Sie fühlte.
Drinnen im Haus saßen Kale und Caulifla auf der Bank am
Fenster.
Sie hatten Asera eine Weile schweigend zugesehen.
Kale war es, die zuerst sprach. Leise. „Sie ist anders, wenn
sie so trainiert.“
Caulifla nickte, die Arme locker vor der Brust verschränkt.
„Ruhiger. Nicht so… aufgeladen.“
„Fast wie jemand, der einfach nur… lebt“, flüsterte Kale.
Caulifla sah sie an. Ein Lächeln zuckte kurz über ihre
Lippen. „Wie du.“
Kale errötete leicht. Sie senkte den Blick, aber nur für
einen Moment.
Dann sah sie wieder hinaus. „Ich hab noch nie jemanden so
erlebt wie sie.“
Caulifla antwortete nicht sofort. Sie beobachtete Kale.
Wie sie sprach. Wie sie Asera ansah. Wie sie gleichzeitig
offen war – und verletzlich.
„Weißt du“, sagte Caulifla langsam, „du warst die Erste, die
sie ohne Furcht angesehen hat. Noch bevor ich es konnte.“
Kale drehte sich zu ihr. Überrascht. „Ich?“
„Ja. Und… vielleicht warst du auch die Erste, die sie
wirklich berührt hat. Nicht körperlich. Ich mein… da drin.“
Caulifla legte die Hand auf ihre Brust. „Hier.“
Ein leiser Moment. Dann legte Kale die Hand auf Cauliflas.
Langsam. Fest. Caulifla zog nicht zurück. Sie ließ es zu.
„Du warst für mich das“, sagte Kale, „noch bevor Asera da
war.“
Caulifla sah sie an – wirklich an. Ohne Grinsen. Ohne Stolz.
„Und du bist das immer noch“, sagte sie leise.
Kale lächelte. Nicht schüchtern. Nicht ängstlich.
Sondern mit dem Mut, den nur echte Nähe gibt.
Draußen stoppte Asera kurz. Sie atmete tief ein.
Dann drehte sie sich, sah zum Fenster – und lächelte
schwach.
Sie wusste nicht, was gesprochen wurde.
Aber sie spürte, dass zwischen den beiden etwas in Bewegung
war.
Etwas Gutes.
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Kapitel 21 – Was du uns bedeutest
Die Sonne stand inzwischen tiefer. Ein warmer Schein
durchflutete
den Raum und ließ die Schatten an den Wänden tanzen.
Kale und Caulifla saßen noch immer beieinander – ihre Hände
lagen lose ineinander, kein Wort war gefallen seit dem letzten Blick. Dann
öffnete sich die Tür.
Leise Schritte. Ein vertrauter Klang. Asera trat ein.
Ihr Gesicht war etwas blasser als sonst, aber die Farbe
kehrte langsam zurück.
Die Haltung war aufrecht. Die Augen klar. Sie wirkte…
lebendig.
Nicht unverwundbar. Aber sie selbst. Sie blieb stehen, sah
die beiden an.
Ein schwaches Lächeln huschte über ihre Lippen.
„Es ist vorbei“, sagte sie. Sie setzte sich langsam auf die
Bank gegenüber.
Ihre Stimme war ruhig. Ehrlich.
„Ich bin froh, dass ich euch davor bewahren konnte. Diese
Hölle… hätte ich keinem von euch gewünscht.“
Ein Moment Stille. Dann erhob sich Caulifla.
Langsam. Schritt für Schritt trat sie zu Asera.
„Und weißt du, was ich nicht will?“, fragte sie
leise, mit bebender Stimme.
„Dass du alleine da durchgehst. Dass du uns ausschließt.
Dass du entscheidest, was zu viel für uns ist.“
Asera wollte etwas sagen, aber Caulifla hob die Hand.
„Du hast keine Ahnung, wie das war. Da zu sitzen. Nichts zu
hören.
Nichts zu sehen. Und nicht zu wissen, ob du jemals wieder
auftauchst.“
Kale stand nun ebenfalls. Sie trat neben Caulifla, sagte
aber nichts.
Ihr Blick reichte. Asera senkte leicht den Kopf.
Dann sprach sie, ohne sich zu rechtfertigen:
„Ich weiß, wie es sich anfühlt, jemanden zu verlieren.
Und ich hätte es nicht ertragen, wenn es einer von euch
gewesen wäre.“
Sie sah erst Kale an, dann Caulifla.
„Ihr… ihr drei bedeutet mir alles. Mehr als Stärke. Mehr als
Stolz.
Wenn ihr wütend seid – gut. Wenn ihr mich anschreit – bitte.
Aber seid da. Seid… lebendig.“
Ihre Stimme wurde brüchig. Nur ein wenig. Aber genug, dass
man es spürte.
„Ich hätte es nicht überlebt, euch dort zu verlieren. Nicht
nach allem.“
Caulifla sah sie lange an. Dann trat sie einen Schritt
näher.
„Und wir? Haben keine Angst, vor Monstern zu kämpfen –
nur davor, dass du uns vergisst, wenn du leidest.“
Asera schloss die Augen. Dann öffnete sie sie wieder –
und beide, Kale und Caulifla, zogen sie wortlos in den Arm.
Draußen schien das Licht durch das Fenster.
Und innen… war niemand mehr allein.
__
Kapitel 22 – Und wenn alles still wird
Die Nacht war hereingebrochen.
Leise, ohne Regen, ohne Wind – nur das sanfte Zirpen der
nachtaktiven Tiere vor dem Haus erinnerte daran, dass die Welt noch atmete.
Im Schlafzimmer war das Licht bereits gelöscht.
Nur ein matter Schimmer fiel durch das Fenster auf die
Decken der beiden, die nebeneinander lagen. Kale lag auf dem Rücken.
Die Hände auf dem Bauch gefaltet, die Augen zur Decke
gerichtet.
Caulifla lag auf der Seite, das Gesicht Kale zugewandt, eine
Hand unter dem Kopf verschränkt. Eine Weile sagte niemand etwas.
Nicht, weil nichts zu sagen gewesen wäre –
sondern, weil es noch nicht der Moment war.
Dann flüsterte Caulifla:
„Sie hätte uns nie rausgelassen, oder? Egal wie sehr wir’s
versucht hätten.“
Kale nickte leicht. „Nie. Nicht mal wenn wir geschrien
hätten.“
Caulifla grinste.
„Ich hätte geschrien. Und getreten. Und wahrscheinlich
den ganzen Schiffsantrieb rausgerissen.“
Kale lachte leise. „Ich weiß.“
Ein paar Atemzüge vergingen. Dann sagte Caulifla: „Ich hatte
wirklich Angst.“
Kale drehte den Kopf zu ihr. „Ich auch.“
„Aber nicht davor, dass sie stirbt“, fügte Caulifla nach
einer Pause hinzu.
„Ich hatte Angst, dass sie sich verliert. Dass sie nie
wieder… zurückkommt.“
Kale rückte ein Stück näher.
„Ich hatte das Gefühl… wenn sie nicht mehr zurückkommt,
dann zerbricht was in uns.“
Caulifla schnaubte leise.
„Nicht nur in uns. Ich glaub, sogar Cabba hätte geweint.
Heimlich. Mit Würde. Aber trotzdem.“
Kale schmunzelte. Dann, leise: „Aber sie ist zurück. Und wir
sind es auch.“
Ein sanftes Rascheln, als sich Caulifla näher schob und ihre
Stirn leicht an Kales Schulter legte. „Ich bin froh, dass du bei mir warst“,
murmelte sie.
„Als sie weg war. Ich wär sonst durchgedreht.“
„Ich bin immer bei dir“, antwortete Kale.
Ohne Zögern. Ohne Scham. Ein letzter Atemzug. Ein letzter
Blick.
Dann wurden ihre Augen schwer.
Und für diese Nacht – war die Welt
in Ordnung.
__
Kapitel 23 – Der Duft von Zuhause
Der Morgen kam leise. Die ersten Sonnenstrahlen tasteten
sich vorsichtig über die Hügellandschaft rund um das Haus. Vögel begannen zu
singen – kein Lärm, nur ein leiser Gruß an den Tag. Asera war bereits wach.
Ihre Schritte waren lautlos, als sie sich dem Zimmer
näherte, in dem Kale und Caulifla schliefen. Sie wollte anklopfen – überlegte
es sich anders –
und öffnete die Tür vorsichtig einen Spalt. Ihr Blick fiel
auf das Bett.
Und für einen Moment blieb sie stehen. Da lagen sie. Beide.
Kale eng an Caulifla gekuschelt, eine Hand an deren Arm, die
Stirn an ihre Schulter.
Caulifla hatte einen Arm um Kale gelegt, locker,
beschützend.
Asera sagte nichts. Aber ein sanftes, ehrliches Lächeln trat
auf ihre Lippen.
Nicht überrascht. Nicht spöttisch. Nur… warm.
Sie sah noch einen Moment zu den beiden – dann schloss sie
leise die Tür.
In der Küche begann sie zu arbeiten. Wasser kochte. Gemüse
wurde geschnitten.
Frischer Dampf stieg auf – mit dem vertrauten Geruch von
Reis, Kräutern, angebratenem Tofu. Der Duft zog langsam durch das Haus.
Drinnen im Schlafzimmer regte sich Kale zuerst.
Ein tiefes Einatmen, dann ein leichtes Bewegen der Finger.
Caulifla murmelte etwas Unverständliches, drehte sich ein
Stück –
und dann… kam der Geruch. Kale öffnete langsam die Augen.
„Riechst du das…?“, flüsterte sie.
Caulifla blinzelte, dann zog sie die Nase leicht hoch. „Sie
kocht.“
Kale lächelte. „Dann geht’s ihr wirklich besser.“
Caulifla sah sie einen Moment lang an – dann nickte sie.
„Und uns auch.“
In der Küche nahm Asera gerade die Pfanne vom Herd.
Sie hörte leise Schritte aus dem Flur. Und ihr Lächeln
blieb.
Denn dieser Morgen – war ein echter. Nicht nach einem
Albtraum.
Sondern nach einem Neubeginn.
__
Kapitel 24 – Brenn deine Grenzen weg
„Okay – genug rumgesessen! Ich will Training!“
Caulifla stand plötzlich auf, der Frühstückslöffel noch in
der Hand, ihr Blick funkelte.
Kale sah überrascht auf. „Gerade eben hattest du noch drei
Portionen gegessen…“
„Ja, und die will ich jetzt verbrennen!“ Caulifla grinste
breit, fast herausfordernd.
„Cabba ist bestimmt in Universum 7 in irgendeinem
Spezialtraining. Und was haben wir? Nur uns – also, los!“ Sie deutete auf
Asera. „Du. Ich. Draußen. Kein Zurückhalten!“
Asera hob eine Augenbraue. Langsam.
Dann stellte sie die Schüssel zur Seite, stand auf – und
ging wortlos zur Tür.
Caulifla sah Kale an. „Sie hat’s verstanden.“
Wenige Minuten später stand sie im Trainingsbereich vor dem
Haus.
Die Sonne brannte leicht, der Sand unter den Füßen war warm.
Caulifla hüpfte locker auf der Stelle, machte ein paar
Dehnbewegungen, rollte die Schultern. Asera stand still. Die Arme verschränkt.
Die Augen halb geschlossen.
Dann – mit einem kurzen, kaum hörbaren Ausatmen – setzte sie
sich in Bewegung.
Der erste Schlag kam schnell. Kein Aufwärmen. Kein Testen.
Ein direkter Haken auf Cauliflas Schulterhöhe – schnell,
aber kontrolliert.
Caulifla wich grinsend aus. „Na komm! Mehr als das kannst du
doch—“
Boom.
Der nächste Schlag traf sie an der Seite. Nicht voll. Aber
deutlich.
Caulifla wurde zurückgeschleudert, fing sich, rieb sich die
Rippen.
„…okay. Jetzt geht’s los.“
Was folgte, war kein normales Training. Es war ein Sturm.
Asera ließ ihre Aura nicht völlig frei – aber genug,
dass der Boden zu beben begann, dass der Sand tanzte.
Caulifla stemmte sich dagegen, schrie auf,
stieg in den Super-Saiyajin, dann in den Zweifachen.
Sie donnerte auf Asera zu, gab alles – Technik, Wut, Freude,
Geschwindigkeit.
Doch Asera wich aus. Blockte. Konterte. Immer ein Hauch
schneller.
Ein Stück stärker. Aber nie grausam. Nur fordernd.
„Du willst Grenzen?“, rief Asera plötzlich mitten im
Schlagabtausch.
Caulifla keuchte. „Ja! Zeig sie mir – damit ich sie
zerreißen kann!“
Asera stoppte nicht. Ein Tritt – Caulifla blockte. Ein
Ellenbogen – sie wich knapp aus.
Dann drehte sich Asera plötzlich hinter sie, legte eine Hand
an ihren Rücken und schleuderte sie mit einem Druckstoß in den Himmel.
Caulifla flog – kurz – fing sich – und landete hart, aber
auf den Füßen.
Sie atmete heftig. Schweiß rann ihr übers Gesicht. Und sie…
lachte.
„Das ist genau das, was ich brauche.“
Asera stand vor ihr. ein leichtes Lächeln. Und in den Augen:
Respekt.
„Gut“, sagte sie. „Dann machen wir weiter.“
Im Hintergrund stand Kale – sprachlos. Aber mit einem Blick
voller Stolz.
Denn was sie da sah, war nicht nur Training. Es war
Vertrauen.
Und Liebe in ihrer stärksten Form: Herausforderung.
__
Kapitel 25 – Zu nah für Ausreden
Der Nachmittag hatte sich beruhigt.
Die Sonne stand schräg, goldenes Licht flutete das Haus.
Die Arena draußen war still – der Sand noch warm vom
Training, die Luft schmeckte nach Schweiß, Staub und etwas Stolz.
Im Schlafzimmer saß Caulifla auf dem Bett.
Oberkörper frei, ein feuchtes Tuch über der Schulter, ein
Pflaster an der Hüfte.
Ihr Gesicht war zerkratzt, ihr Lächeln breit.
Kale hockte vor ihr, ein kleiner Verbandskasten geöffnet,
konzentriert bei der Sache.
„Ich hab dir gesagt, sie haut richtig zu…“, murmelte
Caulifla.
„Und du wolltest es trotzdem“, antwortete Kale, ohne
aufzusehen.
„Klar. Aber dass ich dabei quer durch die Arena fliege—“
Sie verzog das Gesicht, als Kale eine Schnittwunde säuberte.
„Das passiert, wenn man wörtlich nach seinen
Grenzen fragt.“
Caulifla lachte leise, dann sah sie auf Kale hinab.
Einen Moment lang war es still. Ihre Augen trafen sich.
Dann – zögerlich – beugte sich Caulifla leicht vor.
Nicht sicher. Nicht fordernd. Ein Versuch. Auch Kale beugte
sich ein Stück –
doch ihre Nasen stießen leicht zusammen, das Gleichgewicht
kippte, und sie hielten kurz inne. Beide erröteten. Kale wollte gerade etwas
sagen – knarz.
Die Tür öffnete sich. Asera trat ein –
mit einem Tablett, auf dem drei Tassen dampfender Tee
standen.
Ihr Blick fiel auf die Szene. Der Versuch. Die Nähe.
Das sichtbare „Oh nein!“ in beider Gesichtern.
Sie sagte nichts. Stellte das Tablett auf dem Tisch neben
dem Bett ab, nahm sich ruhig eine Tasse. Dann, mit einem kleinen Schluck und
einem schiefen Lächeln:
„Das muss euch nicht peinlich sein.“
Kale öffnete den Mund. Caulifla wollte sich aufrichten.
Beide fingen an zu reden – gleichzeitig, wirr,
durcheinander.
„Wir wollten nur—“
„Das war nicht—“
„Also es war schon, aber—“
Asera hob die Hand. „Alles gut.“
Sie trat zur Tür. Bevor sie hinausging, drehte sie sich noch
einmal um, ganz trocken:
„Aber jetzt sollte sich Caulifla lieber wieder anziehen.“
Caulifla runzelte die Stirn. „Hä? Warum?“
„Weil Cabba gleich zurückkommt. Und… so wie es sich anfühlt
– bringt er Vegeta mit.“
Stille. Cauliflas Augen wurden groß. Kale sah sie an.
Caulifla sprang auf, stolperte fast über den Verbandkasten.
Asera ging hinaus, nippte wieder an ihrem Tee –
und lächelte, als sie die panischen Geräusche hinter sich
hörte.
Der Tag war noch nicht vorbei. Und die nächste Überraschung…
stand schon vor der Tür.
__
Kapitel 26 – Rückkehrer
Ein leises Summen ging durch die Luft.
Dann – das vertraute, kaum hörbare Flirren, wenn Vados
erschien.
Der Raum vibrierte kurz, bevor sich das Licht verdichtete.
Asera stand bereits draußen.
Die Arme verschränkt, das Gesicht neutral – doch ihre Augen
zeigten ein deutliches Aufblitzen, als die beiden erschienen.
„Willkommen zurück“, sagte sie ruhig.
Cabba trat zuerst hervor, ein Lächeln im Gesicht. „Tut gut,
wieder hier zu sein.“
Direkt hinter ihm: Vegeta. Nicht in Rüstung, sondern in
schlichter, dunkler Kleidung.
Sein Blick glitt kurz über das Haus, dann über die Arena –
und blieb an Asera hängen.
Sie musterten sich beide für einen Moment.
„Vegeta“, sagte Asera und neigte leicht den Kopf.
„Willkommen auf Sadala – Der Planet der Saiyajin, wie er
hätte sein können.“
Vegeta nickte knapp. „Ich bin… gespannt.“
Noch bevor jemand antworten konnte, öffnete sich die
Haustür.
Caulifla trat hinaus. Barfuß. Die Haare zerzaust.
Ein Shirt übergeworfen – falsch herum.
Asera warf nur einen kurzen Blick auf sie, hob dann die
Stimme, ganz trocken:
„Dein Shirt ist falsch rum.“
Caulifla stoppte, schaute an sich herunter.
Dann – ohne ein Wort – zog sie die Schultern ein, griff an
den Saum und drehte das Shirt in einer flüssigen Bewegung richtig herum.
„…das weiß ich“, murmelte sie.
Dann stellte sie sich neben Asera, als sei nichts gewesen.
Kale trat leiser hinter ihr hervor, verlegen, aber lächelnd.
Cabba grinste. „Und alles ist wie immer.“
Asera antwortete nicht, doch ein leichtes Schmunzeln zuckte
über ihre Lippen.
Vados trat einen Schritt nach vorn.
„Da Vegeta zwei Nächte bleibt, werde ich das Haus um ein
Zimmer erweitern. Es soll ja niemand draußen schlafen müssen.“
Vegeta nickte. „Ich danke dir.“
Sein Ton war ruhig – nicht distanziert, nicht überheblich.
Ein Mann, der vieles gesehen hatte und nun neugierig auf das
war, was anders war.
Cabba wandte sich zu Asera.
„Ich wollte ihm Sadala zeigen. Und dem König vorstellen –
so, wie ich’s versprochen hab.“
„Dann zeig ihm, was ihr bewahrt habt“, sagte Asera.
„Und was Universum 7 verloren hat.“
Asera sah ihm nach, als Cabba mit Vegeta in die Stadt flog.
Sie sagte nichts – aber sie wusste:
Dieser Besuch würde mehr verändern, als es in diesem Moment
jemand ahnte.
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Kapitel 27 – Ein Raum für sich
Vados trat einen Schritt zurück, ihr Stab leicht schräg an
die Schulter gelehnt.
Die Erweiterung des Hauses war vollendet – ein neues
Gästezimmer für Vegeta, elegant und schlicht.
„Damit wären die Räumlichkeiten geregelt“, sagte sie
gelassen.
„Falls du sonst noch etwas brauchst, Asera…?“
Asera nickte nur. „Doch. Etwas noch.“
Vados blickte sie erwartungsvoll an. „Natürlich.“
Asera deutete mit einer kleinen Kopfbewegung in Richtung
Haus.
„Mach bitte aus Cabbas Zimmer ein eigenes.“
Die Engelsfrau hob leicht die Augenbraue. „Getrennt?“
„Ja“, sagte Asera knapp. Dann drehte sie sich um.
Ihr Blick fiel durch das offene Fenster –
und blieb an einer bestimmten Szene hängen.
Kale stand am Fenster im Innenbereich. Sie sah nicht hinaus.
Nicht zu Vados. Nicht einmal zu Asera.
Sondern auf Caulifla. Verträumt. Still.
Als wäre dieser Blick das einzig Wahre auf der Welt.
Caulifla war gerade damit beschäftigt, sich mit einer Tasse
in der Hand an den Tisch zu setzen. Aber Kale sah sie so, als gäbe es sonst
nichts. Asera sagte nichts.
Doch als Vados den Blick der Kriegerin bemerkte, nickte sie
verstehend.
„Natürlich“, sagte sie nur – ohne weitere Fragen.
„Ich kümmere mich darum.“ Ein leichtes Funkeln am Ende ihres
Stabs.
Dann verschwand sie. Asera blieb noch einen Moment draußen.
Die Sonne stand nun hoch, doch sie schien nicht drückend –
nur warm. Sanft. Sie sah wieder zum Fenster.
Und als sich Kale und Cauliflas Hände zufällig berührten,
da schloss sie kurz die Augen, um es zu bewahren.
Manchmal reichte ein einziger Blick, um zu wissen, was zu
tun war.
__
Kapitel 28 – Falsche Tür, falscher Moment
Der Nachmittag war heiß gewesen – und Asera hatte keine
Ausreden gelten lassen.
„Wenn ihr Zeit zum Kuscheln habt, habt ihr auch Zeit zum
Kämpfen“, hatte sie trocken gesagt und dabei einen Blick auf Kale geworfen, der
Caulifla sofort erröten ließ. Widerstand? Zwecklos. Also standen die beiden
sich bald gegenüber, barfuß im Sand, die Sonne über ihnen, Asera am Rand mit
verschränkten Armen.
Es war ein intensives Training. Kein wilder Schlagabtausch –
sondern ein echtes Kräftemessen. Kale war präziser geworden, Caulifla
explosiver.
Beide trugen Kratzer davon. Aber am Ende – standen sie
nebeneinander.
Lachend. Keuchend. Und mit einem Blick, der mehr sagte als
jedes Ergebnis.
Kurz darauf waren sie gemeinsam im Bad verschwunden – Tür
zu, Stimmen gedämpft, hin und wieder ein Lachen. Und dann… Stille.
Asera saß draußen auf der Bank vor dem Haus.
Vados war weg – aber Cabba und Vegeta waren zurück.
„Wie war’s?“, fragte Asera, ohne sich zu rühren.
„Eindrucksvoll“, sagte Vegeta knapp, aber mit ehrlicher
Anerkennung.
„Euer König hat Haltung. Und Geschichte.“
„Ich wusste, es wird dir gefallen“, meinte Cabba stolz.
Dann ging er zum Haus. „Ich muss kurz in mein—“
Asera hob den Kopf. „Warte—“
Doch da hatte Cabba schon die Tür geöffnet. Vegeta direkt
hinter ihm.
Drinnen: ein leises Rascheln. Zwei Stimmen. Dann – ein Kuss.
Nicht zögerlich. Nicht aus Versehen. Ein echter. Kale.
Caulifla.
Im neu eingerichteten Zimmer, in einem Moment, der keiner
sein sollte, den man teilt.
Caulifla zuckte zusammen. Kale riss die Augen auf.
Beide riefen gleichzeitig: „Was zur Hölle—?!“
Cabba stand da, eingefroren, Mund offen. Vegeta hinter ihm,
ebenso überrascht – allerdings mit deutlich mehr Selbstbeherrschung.
„Oh– äh– ich… das war… ich wusste nicht, dass—“
ZACK. Zwei Hände griffen gleichzeitig in ihre Kragen
–
und zogen sie ohne Diskussion rückwärts aus dem Türrahmen.
Asera.
Sie zog beide mit erstaunlicher Gelassenheit, einen in jeder
Hand, bis sie wieder draußen standen. Dann ließ sie los – wortlos.
Cabba kratzte sich am Hinterkopf, völlig überfordert.
„Wann wurde das denn ein eigenes Zimmer…?“
Asera sah ihn an. Trocken. Unmissverständlich. „Heute.“
Vegeta seufzte. „Ich glaube, wir schulden ihnen eine
Entschuldigung.“
Asera nickte. „Ja. Und Zeit für sich.“
Dann wandte sie sich um – und schloss die Tür.
Mit einem sehr entschlossenen Klick.
Drinnen saßen Kale und Caulifla auf dem Bett. Noch leicht
rot im Gesicht.
Aber auch… glücklich. Und draußen standen zwei Saiyajin –
und wussten, dass es Dinge gibt, für die man immer anklopfen
sollte.
__
Kapitel 29 – Ein Zimmer für Cabba
Der Esstisch war reich gedeckt.
Dampfende Schüsseln, frisches Gemüse, kräftige Aromen –
Sadala in seiner besten Form. Der Tag war lang gewesen, aber der Abend brachte
Ruhe.
Alle fünf saßen gemeinsam am Tisch: Asera, Cabba, Kale,
Caulifla – und Vegeta, der sich auffällig ruhig verhielt.
Caulifla schob sich gerade die zweite Portion auf den
Teller, als Cabba vorsichtig den Blick hob. „Also… ich wollte nochmal sagen…
das vorhin…
ich wusste nicht, dass das jetzt so ist und—“
„Such dir halt auch wen“, warf Caulifla dazwischen, ohne
aufzusehen.
„Jetzt hast du ein eigenes Zimmer.“
Kale prustete in ihre Tasse. Asera hob kurz die Augenbraue.
Cabba errötete. „Ich… das war nicht… ich meine…“
Vegeta senkte den Blick. Langsam.
Und sagte trocken: „Ich war bloß hinter ihm.“
Caulifla schob ihm ein Stück Brot rüber.
„Dann such du dir halt auch jemanden. Ach warte – bist du
nicht schon—?“
Asera hob die Hand. „Er hat eine Frau, die ihn vermutlich
umbringen würde.“
Vegeta sah sie schmal an. „Richtig erkannt.“
Das Essen verlief danach ruhig – mit gelegentlichem Lachen,
kleinen Sticheleien und einem Gefühl, das wie Familie schmeckte.
Als die Sonne längst untergegangen war und das Licht in der
Arena nur noch aus Reflexionen bestand, lehnte sich Asera zurück.
Ihr Blick glitt kurz über den Tisch – auf Kale und Caulifla,
die leise miteinander redeten. Dann sah sie Cabba an. „Du hast’s gehört.“
Cabba blinzelte. „Was genau?“
„Du sollst dir wen suchen.“
„Ich glaub, das war nicht ganz ernst—“
„War’s auch nicht“, unterbrach sie ihn. „Aber es hat mich
auf eine Idee gebracht.“
Sie stand auf, streckte sich kurz. Dann wandte sie sich an
Vegeta.
„Wir gehen in die Stadt.“
„Was? Jetzt?“, fragte Vegeta.
„Ja. Jetzt. Ich will sehen, was Sadala am Abend zu bieten
hat.“
Cabba sprang auf. „Warte… wir? Du meinst—?“
Asera nickte. „Du, ich und unser Besucher.
Vielleicht gibt’s ja jemanden da draußen, der zu dir passt.
Und außerdem…“ Ihr Blick wanderte zurück zu Kale und
Caulifla.
Die beiden waren ins Gespräch vertieft, lächelten still.
„Ich glaube, sie haben sich ein bisschen Ruhe verdient.“
Vegeta seufzte. Nicht genervt – eher… ergeben.
Dann stand auch er auf. „Ich komme mit. Aber nur zur
Beobachtung.“
„Natürlich“, sagte Asera mit einem leichten Grinsen.
Kurz darauf erhoben sie sich gemeinsam in die Luft –
und flogen, begleitet vom sanften Abendlicht, Richtung
Stadt.
Drei Schatten über Sadala.
__
Kapitel 30 – Kein Wunder
Die Stadt war lebendig.
Sadala bei Nacht hatte ihren eigenen Rhythmus – leuchtende
Fenster, Stimmen aus offenen Lokalen, der Geruch von Essen, Schweiß und
Feierabend.
Asera führte Cabba und Vegeta zielsicher durch die Straßen.
Das Lokal war warm, voll – aber nicht unangenehm.
Lachen, Stimmen, der Klang von Gläsern und Tellern –
das Herz der Hauptstadt schlug am Abend nicht weniger laut
als am Tag.
Asera betrat das Lokal zuerst, Cabba und Vegeta hinter ihr.
Sie warf einen Blick durch den Raum, dann direkt auf die
Bar.„Dort.“
Die drei setzten sich – Asera bestellte ein scharfes
Getränk, Cabba ein mildes, Vegeta wie immer das Unkomplizierte. Ein Moment
Ruhe.
„Gar nicht so übel hier“, murmelte Asera.
„Ich war noch nie hier“, sagte Cabba.
„Offensichtlich“, kam es von schräg links.
Cabba drehte sich um. Eine junge Frau stand dort.
Lange, glatte schwarze Haare. Aufrechter Gang.
Selbstbewusster Blick.
„Du bist Cabba, oder?“, fragte sie.
Er blinzelte. „Ähm… ja?“
„Ich wusste es. Du hast dich kaum verändert.“
Ohne ihn aus den Augen zu lassen, griff sie nach seinem
Unterarm.
„Komm mit.“
„Wohin?“
„Zu meinem Tisch. Meine Freundinnen wollten dich sehen. Und
ich auch.“
Cabba drehte sich hilfesuchend zu Asera –
doch die hob nur die Augenbrauen und nahm einen Schluck.
„Ich… ich bin gerade mit Freunden hier“, versuchte Cabba.
„Dann sag deinen Freunden, dass du gleich wieder da bist“,
meinte sie mit einem Zwinkern – und zog ihn einfach mit sich. Cabba stolperte
leicht hinterher –
während Asera seelenruhig ihr Glas abstellte. Vegeta sah ihm
hinterher.
Dann nippte er an seinem Getränk. „Kein Wunder“, sagte er
ruhig.
„Saiyajin-Frauen suchen sich den stärksten Partner.“
Asera warf ihm einen Blick zu. „Oder den mit dem größten
Herz.“
Vegeta schnaubte leise. „Das widerspricht sich nicht.“
Am Tisch weiter hinten saß Cabba inzwischen – eingekreist
von drei jungen Saiyajin Frauen, die sich offenbar bestens unterhielten. Und
Cabba?
Der wusste nicht, ob er gerade gejagt, verehrt oder
analysiert wurde.
Asera lehnte sich zurück. Ein Moment Frieden. Ein Moment zum
Beobachten.
Und sie dachte: Vielleicht reicht das auch mal.
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Kapitel 31 – Lass dich nicht stören
Cabba saß noch immer mit den drei Frauen an einem der Tische
in der hinteren Ecke.
Was zuerst wie Überforderung wirkte, hatte sich langsam in
etwas verwandelt, das entfernt an… Entspannung erinnerte.
Sein zweiter Drink war halb leer, sein Hemd leicht geöffnet,
und eine der Frauen lachte gerade laut über irgendetwas, das er –
vermutlich unabsichtlich – gesagt hatte.
„Du wirst doch nicht rot?“, neckte sie ihn und rückte ein
kleines Stück näher.
Die anderen beiden grinsten sich verschwörerisch an.
Cabba lächelte unsicher.
„Ich bin nur… nicht gewohnt, so viel Aufmerksamkeit zu
bekommen.“
„Dann gewöhn dich dran. Du bist doch Cabba.“
Er zuckte leicht zusammen. Aber sagte nichts mehr.
An der Bar hatte Vegeta inzwischen auch die eine oder andere
Einladung ablehnen müssen. Zwei Frauen hatten sich bereits an ihn gelehnt –
eine davon direkt gefragt, ob er „eher kämpft oder küsst“.
Vegeta hatte nur einen Blick zugeworfen, der selbst ein Witz
in Eis verwandelt hätte.
Die Frauen hatten sich schnell wieder verzogen.
Asera lehnte sich zurück, beobachtete das Ganze mit dezentem
Vergnügen.
„Tja“, sagte sie beiläufig, „eigentlich bist du ja auch der
stärkste Mann hier.“
Vegeta schnaubte leise. „Und du bist die stärkste Person hier.
Komischerweise traut sich niemand, das zu testen.“
„Warte ab“, murmelte Asera und nahm einen weiteren Schluck.
Nur wenige Minuten später näherte sich tatsächlich jemand –
und zwar ausgerechnet ihr. Ein junger Saiyajin.
Viel zu jung, um sich mit dieser Selbstsicherheit zu nähern.
Leicht unsicher auf den Beinen. Der Blick glitt hin und her,
bevor er sich auf Asera richtete. „Hey…“, sagte er und beugte sich leicht zu
ihr.
„Du siehst aus, als hättest du jemanden verdient, der dich
mal richtig…“
Der Rest ging in ein Flüstern über – zu nah. Zu unbedacht.
Aseras Blick wurde ruhig. nicht Kalt – aber endgültig.
Im nächsten Moment stand sie auf.
Eine Hand an seiner Schulter – nicht aggressiv.
Aber mit einer Kraft, die keinen Widerspruch duldete.
„Komm.“
Ohne weiteren Kommentar führte sie ihn durch den Raum –
an Cabba und den drei Frauen vorbei, die überrascht den Kopf
hoben.
Als sie auf ihrer Höhe war, sagte Asera nur trocken: „Lasst
euch nicht stören.“
Dann öffnete sie die Tür – und stellte den Jungen mit einem
bestimmten, aber fast freundlichen Stoß nach draußen. Nicht brutal. Nur klar.
Sie schloss die Tür wieder. Setzte sich an die Bar. Nippte
an ihrem Glas.
Vegeta sah sie nicht an. Aber er sagte leise:
„Du hast dir nicht mal angehört, was er zu sagen hatte.“
Asera antwortete ruhig: „Doch. Leider.“
Und damit war das Thema erledigt.
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Kapitel 32 – Drei zu viel
Der Morgen auf Sadala war klar und warm.
Die Luft roch nach Frische und gebratenem Gemüse.
Asera stand draußen am Tisch, dampfende Pfanne vor sich, die
Haare locker gebunden. Sie arbeitete konzentriert – aber mit einem leisen
Grinsen auf den Lippen.
Der Abend in der Stadt hatte sein Übriges getan.
Neben ihr saßen Vegeta, bereits mit einer dampfenden Tasse,
und Caulifla und Kale, die sich noch ein wenig über den
Schlaf hinweg gähnten.
„Riecht gut“, murmelte Kale.
Caulifla schnupperte. „Wenn’s so schmeckt, wie’s riecht,
will ich nichts sagen.“
Vegeta nahm einen Schluck. „Du sagst trotzdem was.“
„Immer“, erwiderte sie mit einem Grinsen.
Dann – ein Geräusch. Die Tür zu Cabbas neuem Zimmer öffnete
sich.
Langsam. Zögernd.
Heraus trat eine junge Frau mit langen, glatten schwarzen
Haaren.
Selbstsicher, aber mit dem leichten Ausdruck eines
zufriedenen Morgens.
Alle am Tisch sahen auf.
Dann kam die zweite. Und dann – die dritte.
Drei Frauen. Alle aus der Bar vom Vorabend.
Asera hob eine Augenbraue. Kale starrte. Vegeta senkte
bedächtig die Tasse.
Dann erschien Cabba in der Tür. Haare zerzaust, Gesicht
müde, Bewegungen langsam.
Er hatte offensichtlich noch Nachwirkungen.
Eine der Frauen küsste ihn beiläufig auf die Wange.
„Danke für gestern“, sagte sie leise – und zwinkerte.
Dann gingen alle drei gemächlich davon, plaudernd, lachend.
Als wäre das nichts weiter als ein netter Abend gewesen.
Es war Caulifla, die als Erste die Fassung verlor. Sie
starrte Cabba an.
Dann: „Drei?! Ich hab ja einiges erwartet – aber
drei?!“
Cabba wurde knallrot. Wirklich knallrot. Er murmelte etwas
Unverständliches –
und verschwand ohne ein weiteres Wort sofort wieder in
seinem Zimmer.
Die Tür fiel etwas lauter ins Schloss als nötig.
Ein Moment Stille. Dann fing Kale an zu kichern.
Caulifla brach in schallendes Gelächter aus.
Selbst Vegeta konnte sich ein Grinsen nicht ganz verkneifen.
Asera stellte die Pfanne auf den Tisch.
„Frühstück ist fertig“, sagte sie gelassen. Dann, leise,
aber hörbar:
„Er hat’s sich verdient. Und ein bisschen Ruhe wohl auch.“
Der Tag hatte gerade erst begonnen –
aber Sadala war schon wieder um eine Anekdote reicher.
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Kapitel 33 – Das Wolfsrudel
Die Sonne stand inzwischen höher. Der Duft des Frühstücks
lag noch in der Luft,
die Teller am Tisch waren größtenteils leer – bis auf den
einen, der unangetastet blieb. Die Tür zu Cabbas Zimmer hatte sich seit dem
Auftritt der drei Saiyajin-Frauen nicht mehr bewegt. Doch dann – ein leises
Knarren.
Ein Schatten im Türrahmen. Ein Kopf, vorsichtig
vorgestreckt.
Asera drehte sich nicht einmal um. Sie nippte an ihrer Tasse
und sagte nur:
„Na, bereit, dich dem Wolfsrudel zu stellen?“ Cabba trat
zögernd hinaus.
Die Haare lagen noch immer wild, die Augen müde, aber
wacher.
„Wenn ich sag, ich hab’s nicht so geplant… glaubt ihr mir
sowieso nicht, oder?“
Caulifla stemmte die Arme in die Hüften. „Mit drei? Nicht
mal ich glaub das.“
Kale hielt sich zurück, biss sich auf die Lippe, um nicht zu
lachen.
Vegeta, der inzwischen halb zurückgelehnt saß, sah nur aus
dem Augenwinkel.
„Du hättest sie fragen sollen, ob sie auch kämpfen können.“
Cabba seufzte. „Ich wollte eigentlich nur was trinken…“
Asera stellte ihm kommentarlos einen Teller hin. „Hier. Du
brauchst Kraft.“
„Warum?“
„Weil Caulifla gleich weiterfragt. Und dann wird’s
anstrengend.“
Caulifla grinste sofort. „Also, welche war denn—“
„Stopp“, sagte Cabba schnell und hob beide Hände.
„Frühstück. Bitte. Erst essen, dann ausfragen.“
„Feigling“, murmelte Caulifla – aber sie setzte sich zurück
und ließ ihn gewähren.
Asera sah dem Schauspiel schweigend zu, ein leichtes Lächeln
auf den Lippen.
Sie wusste: In diesem Haus konnte es nie langweilig werden.
Und das war genau richtig so.
__
Kapitel 34 – Worte, die nie gesagt wurden
Die Sonne neigte sich dem Horizont zu,
und der Himmel über Sadala war in warmes Gold getaucht.
Vegeta und Cabba landeten beinahe gleichzeitig vor dem Haus.
Beide wirkten ruhig – nicht erschöpft, aber nachdenklich.
Cabba nickte Asera nur knapp zu, dann ging er direkt hinein.
Vielleicht, um etwas zu trinken. Vielleicht, um dem Gespräch
zu entgehen,
das noch in der Luft lag. Asera saß auf der Bank vor dem
Haus,
die Arme locker auf den Knien, der Blick auf den
Trainingsplatz gerichtet.
Dort, weiter hinten, bewegten sich zwei vertraute
Silhouetten.
Caulifla – schnell, direkt, ungeduldig. Kale – ruhig,
fließend, präzise.
Vegeta blieb neben der Bank stehen. Seine Haltung war wie
immer – fest, gerade.
Aber etwas daran war… weicher. Nicht schwach. Nur offen. Ein
Moment Schweigen.
Dann sagte er: „Whis hat es uns gezeigt.“
Asera sah ihn nicht an. „Ich weiß.“
„Ich…“, begann er – und zögerte. Ein Moment, so selten bei
ihm,
dass er fast selbst darüber stolperte. „Es war… falsch“,
sagte er schließlich.
„Was man dir angetan hat. Und ich weiß, dass ich nichts
damit zu tun hatte.
Aber ich bin… Teil von dem, was aus uns geworden ist.“
Asera hob langsam den Blick. Sah ihn direkt an. Ihre Stimme
war ruhig.
Nicht kalt. Nicht spöttisch. Nur klar.
„Vegeta… du warst da noch nicht mal geboren.“
Er blinzelte. „Trotzdem…“
„Du schuldest mir nichts“, unterbrach sie ihn leise.
„Du hast deinen eigenen Weg gemacht. Und ich… meinen.“
Ein Windzug ging über den Platz. Man hörte Cauliflas Stimme
– einen kurzen Ausruf,
dann Kales Lachen.
Vegeta drehte sich leicht zur Seite. „Wenn ich damals…“
„Hättest du nichts ändern können“, sagte Asera ruhig.
„Aber jetzt bist du hier. Und du verstehst.“
Er sah sie an. Lange. Dann nickte er – nur einmal.
Asera sah wieder zum Trainingsplatz. Ihre Stimme war kaum
mehr als ein Hauch.
„Worte ändern nicht, was war. Aber manchmal… helfen sie
dabei, weiterzugehen.“
Und so saßen sie nebeneinander – als zwei Saiyajin, die
überlebt hatten.
Und die wussten, was es bedeutete, es trotzdem noch besser
machen zu wollen.
__
Kapitel 35 – Der Abend vor dem Abschied
Der Himmel über Sadala war violett getönt. Die Sterne waren
bereits zu sehen,
doch die Wärme des Tages hing noch in der Luft. Im Haus
leuchtete gedämpftes Licht. Der Tisch war gedeckt. Nicht pompös, nicht
aufwendig –
aber mit Sorgfalt, mit Herz.
Asera hatte gekocht. Kale half beim Anrichten, Cabba deckte
den Tisch –
diesmal mit auffällig wenig Blickkontakt zu Caulifla,
die wiederum demonstrativ jedes zweite Mal ein schiefes
Grinsen warf,
wenn sie ihm zu nahe kam.
„Drei auf einmal, und jetzt wirst du schon rot, wenn ich nur
hier sitze?“, neckte sie.
Cabba seufzte. „Ich wusste, das hört nie wieder auf…“
„Nie wieder“, bestätigte sie zufrieden.
Vegeta saß bereits am Tisch. Still. Beobachtend.
Er sagte wenig – aber sein Blick wanderte.
Von Kale, die ein Lächeln nicht verbergen konnte.
Von Caulifla, deren Energie jeden Raum füllte.
Von Cabba, der sich bemühte, Haltung zu bewahren.
Und schließlich zu Asera. Sie saß auf der anderen Seite des
Tisches.
Locker. Zufrieden. Nicht gelöst – aber… angekommen.
Als sie die Teller beiseiteräumten, lehnte sich Vegeta
leicht zurück.
Er sah zu Asera. Und sagte – leise, fast mehr zu sich
selbst:
„Du bist… glücklich hier.“
Asera sah ihn an. Dann nickte sie. „Ja.“
Vegeta schwieg. Dann trank er den letzten Schluck seines
Tees. „Gut.“
Es war kein großes Wort. Kein aufgeladenes Lob.
Aber es kam von einem, der wusste, wie schwer Glück zu
finden war.
Und was es wert war, es nicht zu verlieren.
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Kapitel 36 – Unerwartete Gäste
Am Morgen erschien Vados wie immer lautlos.
Ein leises Leuchten, ein sanfter Windhauch – und dann stand
sie einfach da.
Vegeta wartete bereits. Er hatte sich nicht verabschiedet,
nicht wirklich –
doch als er Asera die Hand zum Abschied reichte,
war in seinem Blick etwas geblieben, das keine Worte
brauchte.
Asera hatte nur genickt. Kurz. Fest. Dann sah sie ihm nach,
als er mit Vados verschwand – zurück in sein Universum.
Der Alltag kehrte zurück. Und für Saiyajin bedeutete das:
Training.
Kale und Caulifla übten Techniken im Nahkampf, immer wieder
unterbrochen durch gegenseitiges Lachen oder Herausforderungsrufe.
Cabba trainierte abseits – seine Aura flackerte.
Asera beobachtete alles mit halbem Blick, doch etwas störte
ihr Gespür.
Ein Schatten. Ein Flirren in der Luft. Sie ließ sich
langsam nach hinten abfallen.
Tat so, als würde sie sich strecken – und verschwand dann
zwischen zwei Felsformationen. Lautlos. Wie ein Jäger.
Wenige Sekunden später stand sie plötzlich hinter drei
Gestalten,
die sich geduckt im Schatten einer Anhöhe versteckt hatten.
„Ihr wisst schon, dass ihr nicht gerade unauffällig seid?“,
sagte sie ruhig.
Die drei Frauen zuckten zusammen. Drehten sich ruckartig um
–
und da waren sie: Die hübschen Saiyajin Frauen aus der Bar,
schwarze Haare, verschmitztes Grinsen, aber nun etwas
ertappt.
„Wir… wollten nur mal schauen…“, begann die eine.
„Nur gucken“, fügte die andere schnell hinzu.
Asera verschränkte die Arme. Ihr Blick ging zur Anhöhe –
dort, wo Cabba gerade seine Aura sammelte, voll
konzentriert, nichtsahnend.
„Wenn ihr schon da seid…“, sagte sie trocken, „…könnt ihr
auch gleich zu ihm gehen.“
Die Frauen sahen sich an. Dann eine nach der anderen zu
Cabba.
Sie kicherten. Ein bisschen verlegen. Ein bisschen…
neugierig.
„Wirklich?“, fragte die mit den langen Haaren leise.
Asera nickte. „Er ist vielleicht zu schüchtern, um euch
einzuladen.
Aber er wird sich freuen.“
Und mit diesen Worten wandte sie sich ab, verschwand zurück
zu den anderen.
Hinter ihr zogen sich drei Schatten aus ihrem Versteck.
Unsicher. Lächelnd. Und Cabba?
Der würde gleich merken, dass Zuschauer beim Training
manchmal ganz neue Herausforderungen mit sich bringen.
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Kapitel 37 – Eine lebende Legende
Die Anhöhe war ruhig, nur das leise Flirren von Energie lag
in der Luft.
Cabba stand in Kampfhaltung, die Fäuste geballt, seine Aura
flackerte gelblich –
er war kurz davor, in den Super-Saiyajin überzugehen. Für
ihn war es Konzentration,
Routine, Training. Für die drei Frauen,
die sich nun langsam aus ihrem Versteck wagten, war es…
etwas völlig anderes.
„Er… er leuchtet“, flüsterte die eine.
„Das ist… das ist das, oder?“, hauchte die zweite.
Die dritte starrte ihn mit offenem Mund an.
„Der Super-Saiyajin…“
Cabba hörte Schritte – spürte plötzlich drei Energien hinter
sich,
bevor er sich umdrehte. In dem Moment war die Verwandlung
abgeschlossen.
Sein Haar stand aufrecht – golden. Die Augen türkis. Die
Aura tobte hell und lebendig um ihn herum. Drei Frauen standen unten am Hang,
mit geweiteten Augen,
halb fasziniert, halb ungläubig.
„…ihr?!“, fragte Cabba überrascht – und löste sofort die
Transformation.
Die Aura verpuffte. Sein Haar wurde wieder schwarz.
Die Augen kehrten zur Normalfarbe zurück.
„Ich dachte, ihr seid… ich meine, was macht ihr hier?“
Die Langhaarige trat einen Schritt näher. Ihr Blick hing
noch immer an ihm.
„Wir… wollten nur schauen, wie’s dir geht.“
„Und du… bist das wirklich gewesen?“, fragte die zweite.
„Das war… kein Trick, oder?“
Die dritte sah ihn an, als hätte sie gerade einen Stern
gesehen.
„Ich dachte, das ist nur eine Geschichte.“
Cabba kratzte sich verlegen am Nacken. „Es ist… nicht mehr
so selten.
Also bei manchen. Aber ja, das war der Super-Saiyajin.“
Die erste trat näher. „Ich wusste, du bist stark. Aber das…
das war wunderschön.“
Cabba blinzelte. Er war sich plötzlich unsicher, ob es das
Licht war,
oder ob er wirklich rot wurde.
Asera beobachtete das Ganze von weiter hinten –
die Arme locker vor der Brust verschränkt, ein kleines
Grinsen im Gesicht.
Cabba war umringt – nicht wie ein Held, nicht wie ein
Krieger.
Sondern wie jemand, der endlich gesehen wurde.
Und zum ersten Mal wirkte es so, als wäre er sich seiner
eigenen
Wirkung nicht ganz bewusst. Noch nicht.
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Kapitel 38 – Beobachterinnen
Etwas abseits der Anhöhe, auf einem kleinen Felsen unter
einem Baum,
saßen Kale und Caulifla nebeneinander. Sie hatten das
Training kurz unterbrochen –
nicht aus Erschöpfung, sondern wegen… interessanter
Entwicklungen.
Unten auf der Ebene, nur ein paar Höhenmeter entfernt, stand
Cabba –
inmitten von drei Frauen, die ihn eindeutig
nicht nur aus Trainingsgründen besuchten.
„Also das“, sagte Caulifla gedehnt,
„…ist das beste Theater, das ich seit Wochen gesehen hab.“
Kale lehnte sich leicht an sie. „Er sieht aus, als wäre er
völlig überfordert.“
„Weil er völlig überfordert ist.“ Caulifla
grinste.
„Drei auf einmal, und dann noch Zuschauer.
Ich geb ihm fünf Minuten, bevor er sich wieder ins Zimmer
verzieht.“
Kale beobachtete genauer. „Aber… irgendwie süß. Wie sie ihn
ansehen.“
Caulifla schnaubte. „Süß ist nicht das Wort, das ich
benutzen würde.
Begeistert? Beeindruckt? Kurz davor, ihn zu verschlingen?“
Kale lachte leise. Ein Moment Stille.
Dann sagte sie: „Glaubst du… das ist was Ernstes?“
Caulifla zuckte mit den Schultern.
„Wenn ja, dann soll er’s genießen.“
Sie lehnte sich zurück, verschränkte die Arme hinter dem
Kopf.
„Aber wenn die ihm wehtun… dann zeig ich ihnen, was meine Superform
kann.“
Kale lächelte. Nicht, weil sie es bezweifelte – sondern,
weil sie wusste,
dass Caulifla es ernst meinte. Dann sah sie wieder zu Cabba.
„Er hat sich verändert, oder?“
Caulifla nickte. „Ja. Aber nicht schlecht. Er ist… mehr
geworden.“
„So wie wir“, murmelte Kale.
Caulifla sah sie an. Für einen Moment sagte sie nichts.
Dann legte sie leise eine Hand auf Kales. „Genau wie wir.“
Cabba dreht sich gerade leicht hilflos um –
und sah ausgerechnet zu ihnen. Caulifla winkte süffisant.
Kale hob leicht die Hand. Und Cabba?
Er seufzte. Laut. Sehr laut.
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Kapitel 39 – Gäste am Tisch
Die Sonne hatte sich langsam hinter die Hügel von Sadala
zurückgezogen,
und das warme Licht wich einem goldenen Abendrot. Das Haus
war erfüllt von vertrauten Geräuschen – Pfannen auf dem Herd, das Klirren von
Geschirr,
das leise Summen von Asera, die in der Küche konzentriert
arbeitete.
Doch diesmal war der Tisch größer gedeckt. Denn Asera hatte
spontan entschieden:
Wenn schon alle hier sind – dann bleiben sie auch zum Essen.
„Ihr drei – bleibt doch“, hatte sie ruhig gesagt,
als sie die drei noch draußen mit Cabba reden sah.
Cabba hatte sich fast verschluckt. „W-was?“
Asera hatte nur die Augenbraue gehoben.
„Willst du, dass sie heimfliegen und hungrig schlafen?“
Cabba hatte keine Antwort darauf gehabt. Also nickte er –
und stand nun im Wohnzimmer, nervöser als bei seiner ersten
Mission für Sadala.
Der Tisch war gedeckt. Das Essen duftete. Alle saßen.
Auch Caulifla und Kale – ein wenig weiter hinten, aber mit
gespitzten Ohren.
„Also gut“, begann Cabba und stand schließlich auf.
Er zeigte auf die Drei, die nun nebeneinander saßen –
jede mit einem eigenen Ausdruck zwischen schüchtern, frech
und erwartungsvoll.
„Das ist Reka“, sagte er – sein Blick blieb einen Moment
länger an ihr hängen.
„Und das sind Nalli und Junu.“ Reka neigte leicht den Kopf.
Lange, glatte schwarze Haare, ein ruhiger, prüfender Blick –
sie wusste genau, was sie wollte. Und saß trotzdem aufrecht,
mit Anstand.
Nalli wirkte lebenslustig – offene Miene, lebendige Augen,
und Junu war eher zurückhaltend, aber nicht weniger
aufmerksam.
Cabba fuhr fort: „Und das hier sind… die anderen.“
Aseras Blick verengte sich nur einen Hauch. Cabba räusperte
sich.
„Asera. Ohne sie gäb’s uns alle wahrscheinlich nicht mehr.“
Asera lächelte leicht, aber sagte nichts.
„Caulifla – die ihr wahrscheinlich schon kennt…“, murmelte
Cabba.
Caulifla grinste nur und winkte. „Hey. Ich pass auf ihn auf
– meistens.“
„Und Kale“, fügte Cabba hinzu. „Die leise Kraft hinter
allem.“
Kale senkte leicht den Blick, aber ihr Lächeln war
aufrichtig.
Der Tisch füllte sich mit Gesprächen, Lachen, gelegentlichen
Blicken –
manche verstohlen, manche ganz offen.
Und Asera? Sie beobachtete. Nur mit einem Blick, der sagte:
Wenn sie dich glücklich machen, Cabba… dann sollen sie
bleiben.
Der Abend war lang. Und friedlich. Und voller neuer Namen,
die sich leise in die Familie einfügten.
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Kapitel 40 – Späte Rückkehr
Die Sterne standen hell über Sadala. Die Stadt war längst
still.
Auch das Haus war dunkel geworden – nur in der Küche brannte
noch ein warmes, gedämpftes Licht. Asera saß am Tisch, eine dampfende Tasse in
der Hand.
Nicht, weil sie nicht müde war – sondern weil sie den Tag
ausklingen ließ,
so wie sie es immer tat: beobachtend. Still.
Sie hatte gehört, wie Cabba die drei Frauen zur Tür
begleitet hatte.
Ein paar Worte, leises Lachen, dann das übliche:
„Schlaft gut.“ „War schön.“ „Bis bald.“
Die Tür hatte sich geschlossen. Das Haus war ruhig geworden.
Einer nach dem anderen war verschwunden – Kale mit einem
Gähnen,
Caulifla etwas grummelnd, aber auch sie war müde.
Und Cabba war kurz darauf ebenfalls ins Zimmer gegangen.
Asera saß noch immer da. Und dann – hörte sie etwas.
Ganz leise. Ein kaum hörbares Klick. Die
Haustür.
Ihr Blick wanderte zur Scheibe. Durch den schmalen Vorhang
konnte sie gerade noch drei Silhouetten erkennen. Nicht schleichend – aber auch
nicht offensichtlich.
Asera beobachtete sie ruhig. Dann, ganz langsam, drehte sich
Nalli um –
und ihr Blick traf auf Asera. Für einen Moment hielt alles
still.
Dann lächelte Nalli leise – nicht verlegen, sondern
ehrfürchtig.
Ein stummes Darf ich?
Asera erwiderte das Lächeln. Ganz sanft. Und neigte den
Kopf,
kaum merklich, aber bestimmt – in Richtung von Cabbas
Zimmertür.
Nalli nickte einmal. Dann verschwand sie mit den anderen
lautlos im Flur.
Asera stellte ihre Tasse ab. Löschte das Licht. Und ging ins
Bett.
Sie wusste: Manchmal war Vertrauen nichts, das man laut
aussprach.
Man zeigte es – indem man nichts sagte und einfach die Tür
offen ließ.
__
Kapitel 41 – Gesehen
Das Licht kroch langsam durch die Vorhänge.
Ein goldener Schimmer, der sich vorsichtig über das Zimmer
legte –
und Cabba direkt ins Gesicht traf. Er blinzelte. Einmal.
Zweimal.
Dann realisierte er, dass er nicht allein war.
Auf seiner Brust lag Reka – die langen, glatten Haare leicht
zerzaust,
ein zufriedener Ausdruck auf den Lippen.
An seiner Seite schmiegte sich Nalli an ihn, ein Bein lässig
über seines gelegt,
ihre Finger locker mit seinen verflochten. Und zur Rechten,
mit einem leichten Lächeln im Schlaf: Junu. Ruhig.
Friedlich. Und sehr, sehr da.
Cabba lag still. Nicht, weil er nicht wusste, was er tun
sollte –
sondern weil er noch immer versuchte zu begreifen, dass es wirklich passiert
war.
Sie waren zurückgekommen. Mitten in der Nacht. Und er hatte…
…nicht widerstehen können.
Ein Teil in ihm war stolz. Ein anderer vollkommen
überfordert. Und ein dritter?
Der fragte sich gerade panisch: Hoffentlich hat das
niemand gesehen…
Neben ihm regte sich Nalli. Sie öffnete ein Auge, gähnte
leise
und streckte sich langsam. Cabba sah sie an.
„Sag… bitte sag mir, dass euch niemand gesehen hat, als ihr
zurückgekommen seid.“
Nalli blinzelte. Dann schmunzelte sie. „Also… gesehen vielleicht.
Aber nicht angesprochen.“
Cabba stöhnte leise. „Wer? Wer hat—?“
„Asera“, sagte Nalli ruhig. „Sie saß in der Küche. Hat mich
direkt angesehen.“
„Und…?“, fragte Cabba gequält.
„Sie hat gelächelt. Dann… hat sie mit dem Kopf in Richtung
deiner Tür gedeutet.“
Cabba vergrub das Gesicht in die Hände. „Natürlich.“
Reka hob leicht den Kopf. „War sie wütend?“
Nalli schüttelte den Kopf. „Nein. Eher… zufrieden.“
Junu, nun auch wach, murmelte: „Dann sind wir wohl
akzeptiert.“
Cabba fiel rückwärts ins Kissen. „Oder sie plant meine
Hinrichtung mit Caulifla.“
Ein Kichern ging durch das Bett. Dann drei Arme, die sich um
ihn legten.
Und plötzlich war das schlechte Gewissen…
nicht mehr ganz so laut.
__
Kapitel 42 – Für sieben gedeckt
Die Sonne kroch langsam über den Horizont, tauchte die
Veranda in weiches Licht.
Kale trat zuerst nach draußen, noch etwas verschlafen, die
Haare locker geflochten.
Kurz darauf folgte Caulifla – gähnend, aber wach genug, um
sofort stutzig zu werden. „Sag mal…“, murmelte sie und sah auf den gedeckten
Tisch.
„…warum hast du für sieben Leute gedeckt?“
Asera stand an der kleinen Außenküche, eine Pfanne in der
einen Hand,
den Rücken ihnen zugewandt. Sie antwortete ruhig, ohne sich
umzudrehen:
„Nur für alle, die heute hier frühstücken.“
Kale sah zu Caulifla, die die Stirn runzelte.
„Kommen die drei von gestern nochmal vorbei?“
Asera drehte sich jetzt doch um – und lächelte trocken.
„Nicht ganz.“
In diesem Moment – wie auf Stichwort – ging die Tür zu
Cabbas Zimmer auf.
Déjà-vu.
Drei junge Frauen traten heraus. Selbstbewusst. Lächelnd.
Ohne Eile.
Reka voran, das Haar glänzend im Morgenlicht.
Nalli direkt dahinter, mit diesem spitzbübischen Grinsen.
Und Junu, wie immer ruhig, aber mit leuchtenden Augen.
Alle drei: auffallend gut gelaunt.
Caulifla starrte sie an. Dann sah sie zu Asera. „Du hast
gewusst, dass sie bleiben.“
Asera zuckte mit den Schultern. „Ich hab gestern Abend nur
genickt.
Den Rest haben sie selbst entschieden.“
Und dann kam auch Cabba. Etwas zerzaust, offensichtlich noch
nicht ganz wach –
aber ohne jede Chance auf Flucht. Denn Reka nahm einfach
seine Hand,
Nalli zog ihn zum Tisch, und Junu setzte sich bereits auf
den Platz neben Kale.
Caulifla verschränkte die Arme, blickte zwischen den vieren
hin und her.
Dann sagte sie grinsend: „Na schön. Jetzt ist es also
offiziell.“
Cabba setzte sich. Kopfschüttelnd. Schweigend.
Asera stellte einen Korb mit frischem Brot auf den Tisch.
„Jetzt kann ich wenigstens gezielt für sieben kochen.“
Und so begann der Tag – mit sieben am Tisch,
Lachen, neckenden Kommentaren, und dem Gefühl,
dass sich das kleine Haus auf Sadala mal wieder ein Stück
größer angefühlt hatte.
__
Kapitel 43 – Der Ausdauertest
Der Frühstückstisch war lebendig. Sieben Stühle – sieben
Teller – sieben Persönlichkeiten. Es wurde gegessen, gelacht, geschaut… und
natürlich kommentiert.
Reka, Nalli und Junu hatten es sich bequem gemacht. Kein
Hauch von Unsicherheit –
nur ein angenehmes Selbstbewusstsein, das fast so wirkte,
als wären sie nie nicht hier gewesen.
Cabba aß still. Er wirkte ruhig, aber in seinen Augen lag
etwas…
Vorsicht. Als würde er damit rechnen, dass gleich etwas
passiert.
Und er sollte recht behalten.
Denn Caulifla lehnte sich mit einem schelmischen Grinsen
zurück,
starrte ihn quer über den Tisch an und sagte laut genug für
alle:
„Wenn du diese Ausdauer mal beim Turnier gezeigt
hättest…“
Zack. Kales Ellbogen traf Cauliflas Seite – nicht
hart, aber deutlich.
„Autsch!“ Caulifla verzog das Gesicht, sah zu Kale. „Das war
zu fest!“
„Nicht fest genug“, murmelte Kale mit gerötetem Gesicht –
aber ein Lächeln spielte an ihren Lippen.
Reka hob interessiert eine Augenbraue. „Turnier?“, fragte
sie.
„Lass das“, flüsterte Cabba sofort.
Doch Caulifla hatte den nächsten Gedanken schon gefasst.
Sie sah die drei Frauen durchdringend an. „Ihr seid ja ganz
schön selbstsicher.
Aber jetzt interessiert mich was anderes…“
Reka erwiderte den Blick gelassen. „Was denn?“
Caulifla lehnte sich vor. Das Grinsen auf ihren Lippen war
reinste Kampfansage.
„Was ihr so draufhabt. Ich meine, wenn ihr schon bei Cabba bleiben
wollt… dann will ich wissen, ob ihr auch Saiyajin genug seid.“
Junu hob den Blick. „Du willst uns testen?“
„Oh, ich will nicht nur. Ich werde.“
Nalli schnappte sich ein weiteres Stück Brot. „Dann solltest
du dich warm machen.“
Asera beobachtete die Szene mit einem gehobenen Augenbraue –
aber sie sagte nichts. Noch nicht. Denn manchmal…
war Chaos genau das, was eine Familie am Leben hielt.
Und dieser Test? Der würde sehr interessant
werden.
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Kapitel 44 – Drei gegen Eine
Die Arena hinter dem Haus war umrahmt vom Licht des
Vormittags.
Staub lag in der Luft, der Boden noch warm vom gestrigen
Training.
Heute aber war das kein gewöhnliches Sparring. Heute war es
ein Test.
Caulifla stand in der Mitte des Platzes, locker, fast
entspannt,
die Hände in die Hüften gestemmt, das Grinsen frech wie
immer.
„Na?“, fragte Nalli mit herausforderndem Blick. „Wer will
zuerst?“
Doch Caulifla hob bereits die Hand.
„Vergiss es. Ich warte nicht. Ich hab auch genug
Ausdauer für euch alle drei.“
Vom Rand der Arena kam prompt ein Kommentar:
„War ja klar“, murmelte Cabba mit einem halb unterdrückten
Seufzen.
Asera, die schweigend neben ihm stand, verbarg ein Lächeln.
Reka drehte leicht den Kopf zu Cabba.
„Du hättest uns ruhig vorwarnen können“, sagte sie grinsend.
„Ist doch kein Problem – nur vielleicht… ein kleines
bisschen unfair für sie.“
Der Kampf begann fließend. Nalli ging direkt auf Tempo, Reka
setzte auf Technik,
Junu unterstützte – klug und ausweichend. Und anfangs sah es
wirklich so aus,
als könnten die drei sich behaupten. Doch Caulifla wich
allem mit Leichtigkeit aus.
Sie blockte, konterte, lachte. Und dann – nur ein kurzer
Moment,
ein Schimmer von Ernst in ihrem Blick. Ein Schrei. Eine
Explosion von Energie.
Goldene Aura. Hochstehendes Haar. Super-Saiyajin.
Die drei Frauen hielten einen Moment inne – erstaunt, aber
nicht abgeschreckt.
Doch Caulifla ging noch weiter. Noch ein Ausbruch – die Aura
verdichtete sich, wurde schärfer, das Licht um sie herum tobte. Und da stand
sie: Super-Saiyajin Zwei.
Blitze zuckten um ihren Körper, ihr Blick wurde scharf,
fokussiert.
Der Boden unter ihren Füßen splitterte leicht. Reka trat
unbewusst einen Schritt zurück. „Das… das ist nicht mehr der normale
Super-Saiyajin, oder?“
Caulifla grinste breit, ihre Stimme vibrierte vor Kraft.
„Willkommen in der nächsten Stufe. Das ist der zweifache
Super-Saiyajin.“
Nalli pfiff leise durch die Zähne. Junu sagte gar nichts –
sie starrte einfach nur.
Und Cabba? Der saß jetzt mit verschränkten Armen da,
ein resigniertes, fast stolzes Lächeln auf den Lippen.
„Tja…“, murmelte er. „Jetzt wird’s ernst.“
Und Caulifla? Die hob den Arm – und winkte die drei heran.
„Los jetzt. Ich bin erst warm.“
__
Kapitel 45 – Wenn Stolz auf Stolz trifft
Der Staub in der Arena war längst aufgewirbelt. Schweiß
glänzte auf Stirnen,
Atem wurde flacher, Bewegungen schneller. Doch es war
einseitig geworden.
Reka, Nalli und Junu hatten anfangs Haltung bewahrt –
doch jetzt, mit Caulifla im zweifachen Super-Saiyajin,
hatten sie keine Chance mehr.
Ein gezielter Schlag von ihr ging direkt auf Reka zu –
schnell, präzise, gefährlich nah.
Doch bevor er traf, war ein anderer Körper da. Ein
gleißendes Leuchten.
Türkisgoldene Aura. Ein Schlag blockte den anderen – Energie
blitzte in der Luft.
Cabba.
Im Super-Saiyajin 2. Direkt zwischen Caulifla und Reka.
Die Spannung vibrierte zwischen ihnen.
„Genug!“, rief er.
Caulifla starrte ihn an, überrascht – aber nicht
zurückweichend.
Asera erhob ihre Stimme, ruhig, aber unüberhörbar:
„Reka, Nalli, Junu – raus aus dem Ring.“
Die drei zögerten. Dann gehorchten sie.
Was blieb: Caulifla. Cabba. Gegenüber. Energie knisterte in
der Luft.
Und etwas… anderes. Etwas, das schon länger geschwelt hatte.
Caulifla schnaubte. „Du willst dich einmischen, weil ich mal
ernst mache?“
„Du hast sie nicht getestet, du hast sie überrollt!“,
knurrte Cabba.
„Sie wollten wissen, wie stark ich bin.“
„Und du wolltest beweisen, dass sie dir nicht das Wasser
reichen können.“
Kein Countdown. Kein Zeichen. Der Kampf begann einfach –
roh. Schnell.
Cabba war ungewöhnlich brutal. Nicht chaotisch – aber härter
als sonst.
Seine Schläge gingen tief, seine Haltung war schärfer. Er
wich kaum aus –
er konterte direkt. Caulifla wurde zurückgedrängt.
Nicht weil sie schwächer war – sondern weil Cabba diesmal
nicht nur kämpfte.
Er zeigte etwas. Vielleicht Wut. Vielleicht
Schutzinstinkt.
Vielleicht das Bedürfnis, endlich gesehen zu
werden.
Am Rand der Arena standen Asera und die drei Frauen.
Kale trat langsam an Aseras Seite. „Warum ist er so…?“
Asera antwortete leise: „Weil er sich fragt, ob er reicht.
Und Caulifla hat ihn ausgerechnet vor denen herausgefordert,
die er beeindrucken will.“
Der Kampf tobte. Staub wirbelte. Fäuste krachten. Keine
Worte mehr.
Nur Stolz. Und das, was sich über Jahre angestaut hatte.
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Kapitel 46 – Was wirklich zählt
Die Arena bebte unter der Wucht jedes Aufeinandertreffens.
Staubwolken rissen auf, Blitzentladungen zuckten über den
Boden.
Zwei goldene Auren – zwei Super-Saiyajin 2 – und nichts von
Zurückhaltung.
Reka, Nalli und Junu standen schweigend am Rand.
Keine von ihnen sagte ein Wort. Ihre Augen folgten dem Kampf
–
doch was sie sahen, war etwas, das kaum zu fassen war.
Ein Schlag – schneller als ihr Blick folgen konnte.
Ein Tritt – der den Boden unter Caulifla aufbrechen ließ.
Und dann Cabbas Faust, die sie mit voller Wucht zurücktrieb
–
nur um selbst einen Ellbogen in die Rippen zu kassieren, der
die Luft erbeben ließ.
Nalli sprach es zuerst aus, leise, mit ehrfürchtigem Ton:
„Die könnten die ganze Armee von Sadala… mit Leichtigkeit
besiegen.“
Junu nickte stumm. Ihre Pupillen waren geweitet, nicht vor
Angst – vor Staunen.
Reka sagte nichts. Aber ihre Hände zitterten leicht. Nicht
aus Furcht.
Sondern aus Respekt.
„Das ist eine andere Liga…“, murmelte Nalli.
„Und wir… wir haben gestern noch gedacht, wir könnten sie
testen.“
Asera stand ruhig daneben. Die Arme vor der Brust
verschränkt,
die Augen wach und genau. Sie sah nicht nur den Kampf.
Sie sah was Cabba tat. Er wich nicht aus, obwohl
er es könnte.
Er ging nicht auf Sieg – er stellte sich.
Kale trat neben sie, leise, fast ehrfürchtig. „Geht Caulifla
zu weit?“
Asera verneinte sanft. „Nein. Sie wollte das sehen. Und
jetzt sieht sie es.“
Denn Caulifla – trotz der Wucht des Kampfes, trotz ihrer
Stärke – lächelte.
Nicht höhnisch. Nicht überheblich. Sondern wie jemand,
der genau das bekommen hatte, was sie erhofft hatte.
Ein Beweis. Eine Bestätigung. „Endlich…“, murmelte sie,
als sie einen weiteren Schlag abwehrte.
„So wollte ich dich schon immer kämpfen sehen.“
Und Asera? Sie sagte nichts. Aber ihr Blick sprach Bände.
Ein Hauch von Stolz lag darin. Nicht nur, weil Cabba stärker
geworden war.
Sondern, weil er beschützte, was ihm wichtig war – ohne zu
zögern,
ohne zu bitten, ohne sich selbst zu verleugnen. So wie es
sich gehört.
__
Kapitel 47 – Eine gewachsene Familie
Die Arena lag im Nachklang des Kampfes. Staub schwebte noch
in der Luft,
die Auren waren längst verblasst, doch die Spannung hing wie
ein Nachhall über dem Platz. Cabba und Caulifla standen sich keuchend
gegenüber.
Beide verkratzt, erschöpft – aber mit aufrechter Haltung.
Kein Sieger. Kein Verlierer. Nur zwei, die einander
verstanden hatten.
Dann – ein leichtes Zischen. Ein weicher Lichtbogen,
ein Hauch von Wind, der durch die Arena zog.
Vados.
Sie schwebte knapp über dem Boden, die Hände locker hinter
dem Rücken verschränkt, der Blick wie immer ruhig – aber diesmal mit einem
Hauch… Verwunderung. Asera trat ein paar Schritte vor. Hob die Hand.
„Es reicht.“
Der Kampf endete sofort. Cabba ließ die Schultern sinken,
Caulifla atmete tief durch und nickte nur.
Vados glitt näher, ihre Augen wanderten über die Gruppe.
Von Caulifla und Cabba, zu Kale – und schließlich zu den
drei jungen Frauen,
die mit unverhohlener Bewunderung zu Cabba blickten.
Sie sagte leise, fast beiläufig – aber mit einem leicht
amüsierten Unterton:
„Ich sehe, es hat Zuwachs gegeben. Soll ich… alle fünf
heilen?“
Asera schüttelte den Kopf. „Nein. Dieses Mal nicht.“
Vados neigte leicht den Kopf. „Ah. Lektionen durch
Schmerzen.
Wie… traditionell.“
Asera trat neben sie, leise, bestimmt. „Ich möchte mit dir
sprechen.“
Sie entfernten sich etwas, ließen die anderen zurück.
Es war ein ruhiger Moment – nur Wind und Ferne.
„Ich brauche ein weiteres Haus“, sagte Asera ruhig.
„Meine Familie… wächst.“
Sie sah nicht zu Vados, sondern auf den Platz zurück –
auf Cabba, der mit zerzaustem Haar und einem blauen Fleck an
der Wange
von drei Frauen wie ein großer Held angestrahlt wurde.
Vados folgte ihrem Blick. Ein Lächeln zuckte über ihr
Gesicht.
„Mit drei Frauen, Asera? Selbst ich habe das
nicht kommen sehen.“
Asera antwortete nur trocken: „Ich auch nicht. Aber sie
gehören dazu.“
Vados nickte. „Ich stimme zu. Aber unter einer Bedingung.“
Asera drehte sich zu ihr. „Welche?“
„Sie müssen stärker werden. Alle. Wenn du willst, dass sie
hier bleiben –
dann sollen sie sich als nützlich erweisen. Nicht für dich.
Nicht für Cabba. Sondern für Champa. Sie müssen
bereit sein,
für dieses Universum zu kämpfen.“
Asera schwieg kurz. Dann sah sie wieder zum Platz.
Ihre Stimme war leise, aber fest: „Dann werden sie es. Sie
haben jemanden,
den sie beschützen wollen. Das reicht.“
Vados lächelte. „Dann werde ich das Haus planen.
Und… vielleicht noch ein Trainingsplatz dazu.“
So war es beschlossen. Die Familie war gewachsen – und mit
ihr die Verantwortung.
Doch in diesem Moment… fühlte sich alles genau richtig an.
__
Kapitel 48 – Ein Zuhause mit Bedingungen
Der Himmel über Sadala war hell, die Arena hatte sich
beruhigt,
doch etwas Neues geschah. Mit einer kaum sichtbaren Geste –
und einem leichten Lächeln – streckte Vados die Hand aus.
Ein Windhauch. Ein Aufblitzen in der Luft. Und dann… stand
da ein neues Haus.
Elegant. Schlicht. Aber mit klaren, kraftvollen Linien – wie
geschaffen für Saiyajin.
Reka, Nalli und Junu starrten mit offenem Mund.
Junu blinzelte. „Ist… das gerade erschaffen worden?“
„Aus dem Nichts?“, flüsterte Nalli.
Reka sagte gar nichts – aber ihre Augen verrieten blankes
Staunen.
Vados nickte Asera ein letztes Mal zu, hob den Stab und
verschwand im Licht.
Die drei sahen Cabba an. Reka sprach zuerst: „Wer… war das?“
Cabba verschränkte die Arme, noch immer leicht erschöpft,
aber grinsend.
„Das war Vados. Engel. Lehrerin von Champa. Stärker als
jeder von uns es je sein wird.“
Junu flüsterte: „Sie sieht… nicht aus wie jemand, der
kämpfen muss.“
„Muss sie auch nicht“, sagte Asera ruhig, als sie dazustieß.
Cabba sah nun zum neuen Haus. „Und… was ist das? Wofür das
zweite Haus?“
Asera legte den Kopf leicht schräg. Ihr Blick wanderte –
ruhig, gezielt –
zu Reka, Nalli und Junu. Dann sprach sie, sachlich, aber mit
einem Anflug von Humor:
„Weil ein Zimmer wohl ein wenig zu klein geworden
ist.“
Caulifla – die am Rand der Arena stand – grinste sofort.
Kale versuchte, sich das Lachen zu verkneifen.
„Das neue Haus hat ein extra großes Bett“, fügte Asera
trocken hinzu.
Reka lief rot an. Nalli lachte. Junu lächelte verlegen.
Dann wurde Aseras Blick wieder ernst. Klar. Führend.
„Aber es gibt eine Bedingung.“
Die drei sahen sie aufmerksam an.
„Ihr könnt bleiben. Ihr gehört dazu. Aber… ihr
müsst stärker werden. Deutlich stärker.“
Sie machte eine kurze Pause. Dann wandte sie sich zu Cabba.
„Und du wirst das übernehmen.“
Cabba blinzelte. „Ich?“
„Du hast ihnen gezeigt, was es heißt, stark zu sein. Jetzt
zeig ihnen, wie man es wird.“
Reka sah ihn an – diesmal nicht nur mit Bewunderung.
Sondern mit einem stillen Feuer in den Augen. Nalli nickte
sofort. Junu ebenfalls.
Asera drehte sich zum Haus. „Ihr bekommt ein neues Zuhause.
Jetzt verdient euch eure Stärke.“
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Kapitel 49 – Der König zieht ein
Sieben Paar Augen blickten auf das neue Haus. Es stand still
da, eingebettet in den vertrauten Boden vor der Arena, als wäre es schon immer
Teil des Ortes gewesen. Ein klarer, stabiler Bau – mit breiter Eingangstür,
schattiger Veranda und Fenstern, die das Licht einließen, aber keine Neugier
von außen.
Asera stand etwas abseits. Die Arme verschränkt, das Gesicht
neutral.
Aber die kleine Bewegung in ihren Mundwinkeln verriet,
dass sie diese Szene genoss.
Caulifla trat einen Schritt vor. Hände in die Hüften,
Blick auf das Haus, dann auf Cabba.
„Also wirklich… ein ganzes Haus nur für unseren kleinen Haremkönig.“
Stille. Für einen Herzschlag. Dann – Reaktionen: Cabba
erstarrte.
Sein Gesicht wurde rot. „Caulifla!“
Reka hob nur die Augenbrauen, grinste aber – eindeutig nicht
beleidigt.
Nalli prustete los. „Ich nenn ihn ab jetzt nur noch so.“
Junu murmelte leise: „Das ist irgendwie… süß.“
Kale stieß Caulifla mit dem Ellbogen an. Diesmal sanft.
Aber mit dem vertrauten „Das war zu viel“-Blick.
Caulifla zuckte mit den Schultern. „Na komm schon. Schau sie
dir an.
Du kannst mir nicht sagen, dass das hier nicht
wie aus ’nem schlechten Roman klingt.“
Cabba vergrub das Gesicht in den Händen.
„Ich hab nichts geplant! Das ist einfach… passiert.“
Asera trat nun neben ihn. Sie sah ihn nicht an, sprach aber
trocken:
„Das sagt jeder König, bevor ein Krieg beginnt.“
Nalli lachte lauter. Junu versuchte höflich zu bleiben –
vergeblich.
Und Reka? Sie trat nah an Cabba heran, legte ihm eine Hand
an den Arm
und sagte mit einem Lächeln: „Ob König oder nicht – wir
gehen jetzt rein.
Und du öffnest die Tür.“
Und so geschah es. Cabba öffnete die Tür. Und gemeinsam
betraten sie ihr neues Zuhause – mit Lachen, Sticheleien und einem Hauch von
Stolz.
Denn selbst der stärkste Saiyajin braucht irgendwann einen
Ort,
an dem er sich fallen lassen kann.
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Kapitel 50 – Eine Wahrheit im Vertrauen
Die Nacht war mild. Das Abendessen beendet, Gelächter
verklang,
und die Stimmen im neuen Haus wurden leiser. Die Veranda war
leer,
nur Asera stand noch draußen – den Blick auf die Sterne
gerichtet.
Dann drehte sie sich um. „Reka. Junu. Nalli. Kommt bitte mit
mir. Nur kurz.“
Die drei tauschten Blicke. Wunderten sich nicht, fragten
nicht – sie folgten ihr.
Ein paar Schritte vom Haus entfernt, außer Hörweite, blieb
Asera stehen.
Die Nacht war still. Nur das entfernte Zirpen von
Sandinsekten.
Asera drehte sich zu ihnen. Ihr Blick war ernst, aber nicht
hart.
„Ich muss euch etwas sagen. Etwas, das ihr wissen solltet…
jetzt, wo ihr euch für Cabba entschieden habt.“
Reka trat leicht vor, Nalli runzelte die Stirn, Junu wartete
– aufmerksam wie immer.
Asera verschränkte die Arme. Ihre Stimme war ruhig. Ohne
Floskeln.
„Ich habe mit Vegeta gesprochen – dem Saiyajin aus Universum
7.
Er hat mir erzählt, dass sein Sohn, Trunks, sich bereits als
Kind in einen Super-Saiyajin verwandeln konnte.“ Die drei starrten sie an.
„Auch Son Gokus zweiter Sohn konnte das – beide waren Kinder. Jung. Aber
stark.“
Ein Lufthauch zog durch die Stille. „Sie vermuten, dass es
daran liegt, dass ihre Väter zum Zeitpunkt der Zeugung den Super-Saiyajin
bereits vollständig gemeistert hatten.“ Aseras Blick wurde schmaler. „Und
Cabba… hat das auch.“
Die Worte fielen wie Steine in stilles Wasser. Reka
blinzelte. Nalli verschlug es kurz die Sprache. Junu öffnete langsam den Mund,
sagte aber nichts.
„Das bedeutet“, fuhr Asera fort, „dass, wenn ihr Kinder mit
ihm habt… diese Kinder vermutlich mit einer Kraft geboren werden, die auf
Sadala ihresgleichen sucht.“
Reka trat einen halben Schritt zurück, nicht geschockt –
aber beeindruckt.
„Du meinst… wir bringen kleine Super-Saiyajin zur Welt?“
Asera nickte. „Vielleicht. Oder etwas noch Stärkeres.“
Nalli sah sie an. „Warum sagst du uns das jetzt?“ „Weil ihr
wissen solltet, worauf ihr euch einlasst. Es geht nicht nur um Cabba. Es geht
auch um das,
was ihr der Zukunft dieses Planeten schenkt.“
Junu sah zur Erde. Dann wieder zu Asera. „Und du… wärst
damit einverstanden?“
Asera schloss kurz die Augen. Als sie sie wieder öffnete,
lag Wärme darin.
„Wenn sie so werden wie er… dann ja. Mit ganzem Herzen.“
Und in dieser Nacht – unter dem stillen Himmel von Sadala –
verstand jede von ihnen,
dass sie nicht nur Teil einer neuen Familie waren. Sondern
Trägerinnen einer Zukunft,
die stärker sein könnte, als sich irgendwer bisher
vorstellen konnte.
__
Späte Nacht – auf dem Dach der Hütte
Reka, Nalli und Junu sitzen
nebeneinander auf dem flachen Dach.
Die Sterne über Sadala leuchten hell. Sie haben warme Decken
mitgenommen – schweigend genießen sie den kühlen Wind, der durch ihre Haare
streicht.
Nalli
(als Erste, leise)
„Ich wusste, dass Asera ernst ist… aber nicht,
dass sie uns sowas direkt sagen würde.“
Junu
„Sie hat’s nicht gesagt, um uns Angst zu machen.
Sie wollte wissen, ob wir uns selbst bewusst sind, was wir
da angefangen haben.“
Reka
(ruhig, aber bestimmt)
„Und ich bin froh, dass sie’s getan hat.
Wer mit einem der stärksten Saiyajin dieses Universums
schläft…
sollte wissen, was das bedeutet.“
Nalli
(schaut in den Himmel)
„Kinder von ihm… allein der Gedanke, dass sie sich
verwandeln, bevor sie laufen können… das ist nicht nur ein Witz.
Das ist eine Verantwortung, die ganz Sadala betrifft.“
Junu
(leise, aber mit Nachdruck)
„Ich hab kein Problem mit Verantwortung. Aber ich will
nicht, dass wir naiv wirken.
Wir sind keine Höhlenmädchen, die sich an die Stärksten
hängen.
Wir kämpfen, denken, lieben.
Und wenn’s ernst wird, dann sagen ich: Ich bleibe.“
Reka
„Ich bleib auch. Nicht wegen Macht. Nicht wegen Glanz. Wegen
Cabba.
Weil er mich angesehen hat, als wär ich nicht nur da.
Sondern gewollt.“
Nalli
(lächelt leicht)
„Und weil er’s geschafft hat, sich um uns zu kümmern, obwohl
er selbst nicht mal wusste, wie. Das war irgendwie… süß.“
Junu
„Meinst du, er hat’s verstanden, was Asera ihm gesagt hat?“
Reka
(schweigt kurz, dann bestimmt)
„Ja. Er hat zugehört.
Und das wird er nie vergessen.“
Nalli
(schaut sie beide an)
„Dann sind wir uns einig? Wenn etwas passiert – egal wann –
dann stehen wir gemeinsam dafür. Nicht aus Zufall.
Sondern weil wir’s entschieden haben.“
Junu
„Zusammen.“
Reka
„Saiyajin-Ehre. Und Saiyajin-Herz.“
Sie stoßen mit ihren Teebechern aus Metall leise an.
Drei Kriegerinnen. Drei Frauen. Drei Stimmen – eine
Entscheidung.