Asera in One Piece Teil 4

Szene – Die Erben der Kaiserin

Dichte Wolken ziehen über den Himmel der Neuen Welt,

doch Asera folgt unbeirrt der Richtung,

die ihr Yamato genannt hat.

Der Wind rauscht an ihr vorbei,

die Welt unter ihr ist wild und weit –

doch plötzlich:

Stimmen.

Zerzaust, laut, aufgebracht –

und eindeutig von unten.

Eine männliche Stimme, schrill und wütend:

„Mama ist tot! Also sage ich, wo es lang geht!“

Eine tiefere Stimme, fest und ernst:

„Wir können Pudding nicht im Stich lassen.“

Wieder der erste – jetzt fast schreiend:

„Ohne Mama schaffen wir Blackbeard nicht!“

Asera verlangsamt ihren Flug.

Unter ihr treibt ein massives Schiff mit pinken Segeln –

der Schriftzug BIG MOM prangt auf einem Segel.

Verzierungen in Süßigkeitenform,

Kanonen wie Zuckerstangen,

aber die Stimmung an Deck ist alles andere als süß.

Asera schwebt langsam näher –

die Luft über dem Schiff vibriert vor Spannung.

Und dennoch: kein Zögern in ihren Augen.

Mit einem weichen Schritt landet sie an Deck –

vor ihr erstarren mehrere Piraten.

Da steht sie, ruhig,

doch unübersehbar.

Ein großes, blasses Gesicht mit einem Zylinder tritt vor –

Charlotte Perospero.

Neben ihm Daifuku, mit verschränkten Armen,

und Oven, die Stirn gerunzelt.

„Wer zur Hölle bist du?“, fragt Perospero misstrauisch,

die Zunge über die Lippen fahrend.

Asera bleibt ruhig.

„Jemand, der gerade gehört hat, dass ihr Hilfe brauchen könntet.“

Ihr Blick wandert über das Deck.

„Und vielleicht… jemanden, der wissen will, wer ihr seid –

jetzt, wo sie nicht mehr da ist.“

Ein flüchtiges Raunen geht durch die Crew.

__

Szene – Süße Versuchung

Perospero verzieht das Gesicht.

„Hilfe? Von einer dahergelaufenen…“

Er hebt den Arm, seine Zunge windet sich wie ein Band,

Zuckerstangen bilden sich in der Luft.

„Alle Mann, bereitmachen zum—!“

Doch da zerreißt ein Ruf die Spannung.

„Keiner greift sie an!“

Die Stimme ist tief, gewaltig,

wie ein donnernder Befehl, der selbst das Meer verstummen lässt.

Aus dem hinteren Teil des Decks tritt er hervor:

Katakuri.

Still, aufrecht, die Arme verschränkt.

Sein Mantel weht im Wind,

der Blick unter dem hochgezogenen Schal ist fest auf Asera gerichtet.

„Oder ihr seid in Sekunden erledigt,“ fügt er ruhig hinzu.

Die gesamte Crew erstarrt.

Sogar Perospero stoppt mitten in der Bewegung –

denn wenn Katakuri so spricht,

dann hat er es gesehen.

Langsam geht Katakuri auf Asera zu,

zieht etwas aus seinem Umhang –

ein zusammengefaltetes Blatt Papier.

Er entfaltet es mit einem Finger.

Ein Steckbrief.

Aseras Gesicht.

Die schwarzen Haare, der feste Blick,

die rot-schwarze Kleidung wie im Sturm eingefroren.

Und darunter:

3.700.000.000 Berry.

Ein Raunen geht über das Deck.

Katakuri bleibt direkt vor Asera stehen.

Er zeigt ihr das Blatt – nicht als Drohung, sondern als Zeichen.

„Ich weiß nicht, was du bist…

aber deine Kraft ist real.“

Er steckt den Steckbrief wieder ein.

„Ich will deine Hilfe annehmen.“

Ein Zucken geht durch Perosperos Gesicht.

„Du willst sie auf unser Schiff holen?!

Sie ist kein Teil der Familie – sie ist—!“

Katakuris Blick trifft ihn.

Ein einziges, scharfes Glimmen.

Perospero verstummt sofort,

die Zuckerstangen zerfallen zu Staub.

Katakuri spricht ohne Groll – nur mit Gewissheit:

„Sie könnte uns helfen, Pudding zu finden.

Und wenn sie wollte…

könnte sie uns alle mit einem Schlag vernichten.“

Asera sagt nichts.

Sie steht einfach da,

umhüllt von Wind und Schweigen –

doch niemand zweifelt an Katakuris Worten.

__

Szene – Donuts und Entscheidung

Katakuri hebt leicht die Hand,

ohne sich umzudrehen.

„Bringt Kaffee. Und Donuts.“

Ein leises Rascheln, hastige Schritte –

die Crew verteilt sich sofort.

Keiner widerspricht.

Er weist mit einem leichten Nicken auf den großen Tisch,

der im Schatten des oberen Segels steht.

Massiv, dunkel lackiert,

umgeben von schweren Stühlen mit goldenem Beschlag.

„Setz dich.“, sagt Katakuri ruhig.

„Du sollst wissen, worauf du dich einlässt.“

Asera folgt ihm wortlos.

Sie bleibt wachsam – aber nicht angespannt.

Katakuri wirkt nicht wie ein Lügner.

Sein Ernst ist nicht gespielt.

Er setzt sich gegenüber,

die Arme verschränkt,

sein Blick halb hinter dem Schal verborgen –

doch unverkennbar klar.

„Unsere Schwester… Pudding…

wurde entführt.“

Ein kurzer Moment des Schweigens,

dann fährt er fort:

„Als wir auf Wano waren –

um Big Mom zu unterstützen –

haben sie zugeschlagen.

Pudding war zu Hause.

Auf Whole Cake Island.“

Asera sagt nichts, doch ihre Augen verengen sich leicht.

„Blackbeard.

Er hat unsere Schwäche gesehen…

und sie ausgenutzt.“

Ein Tablett wird gebracht –

Kaffee in weißem Porzellan,

neben einem Teller mit kunstvoll glasierten Donuts.

Süß, weich, glänzend.

Katakuri greift nicht sofort zu.

„Wir haben die Spur.

Wir sind auf dem Weg zur Pirateninsel.

Noch etwa… ein halber Tag.“

Dann – ein seltener, fast ehrlicher Blick von ihm.

„Ich werde dich nicht bitten, uns zu begleiten.

Aber ich sage dir, wohin wir gehen.

Damit du entscheiden kannst,

ob du mitkommst –

oder gehst.“

Die Kaffeetasse zwischen ihnen dampft leicht.

Der Wind trägt den Duft über das Deck.

Und irgendwo, tief unter ihnen,

ruht die Insel voller Dunkelheit –

wartend.

__

Szene – Keine Träne für Mama

Asera greift nach einem Donut.

Er ist weich, fast zu perfekt.

Süß, aber nicht aufdringlich.

Sie beißt ein Stück ab,

kaut langsam –

dann blickt sie zu Katakuri.

„Warum…“, sagt sie ruhig,

„trauert ihr nicht um eure Mutter?“

Der Wind über dem Meer wird einen Hauch kühler.

Die Crew in der Ferne senkt den Blick.

Niemand wagt ein Wort.

Katakuris Miene bleibt reglos,

doch seine Augen verengen sich kaum merklich.

Er lehnt sich zurück,

blickt auf die Tasse –

dann spricht er.

„Weil es nichts zu trauern gibt.“

Ein Moment vergeht.

Dann:

„Sie war… eine Naturgewalt.

Gierig.

Unberechenbar.

Und sie hat uns alle…

mehr besessen, als geliebt.“

Er schließt die Augen für einen Atemzug.

„Sie hat eines unserer Geschwister getötet.

Opera.

Sie hat ihn in einen ihrer Wutanfälle getötet.“

Asera sagt nichts.

Ihr Blick liegt ruhig auf ihm.

Doch innen sammelt sich etwas –

Verständnis.

Nicht für die Tat,

sondern für das Schweigen.

Katakuri öffnet die Augen wieder.

„Wir sind eine Familie.

Aber sie… war nie wirklich Teil davon.“

Dann schaut er Asera direkt an:

„Pudding ist anders.

Pudding ist Hoffnung.“

Asera nickt langsam.

Sie sieht es in ihm –

nicht nur Schmerz, sondern Verantwortung.

„Ich helfe euch.“, sagt sie.

„Wir holen sie zurück.“

Für den Bruchteil eines Moments

ist ein Hauch von Erleichterung in Katakuris Blick zu erkennen.

Dann erhebt er sich.

„Das Kapitänsbett steht dir für diese Nacht zur Verfügung.“

Asera will etwas sagen,

doch Katakuri hebt nur die Hand.

„Du wirst morgen früh Kraft brauchen.“

__

Szene – Ankunft auf Hachinosu

Der nächste Tag.

Nach einer überraschend ruhigen Nacht.

Die ersten Sonnenstrahlen gleiten über das Meer,

doch der Himmel über dem Horizont ist schwer –

dunkle Wolken hängen über der Pirateninsel Hachinosu.

Asera steht am Bug.

Die Haare wehen leicht im Wind,

die Augen sind fest auf das Ziel gerichtet.

Hinter ihr versammeln sich Katakuri, Perospero, Oven und weitere Geschwister.

Alle schweigen.

Nur das dumpfe Schlagen der Wellen begleitet ihre Gedanken.

Dann:

„Ich hole Pudding.“, sagt Asera ruhig.

„Ihr bleibt auf Abstand. Es reicht, wenn einer sich in Gefahr bringt.“

Kaum ausgesprochen, widerspricht Katakuri sofort:

„Das ist unsere Schwester.

Wir bleiben sicher nicht in Sicherheit.“

Seine Stimme ist ruhig –

doch kompromisslos.

Ein kurzer Moment Spannung.

Dann nickt Asera nur,

kurz, knapp.

„Dann haltet Schritt.“

Ohne ein weiteres Wort

springt sie in die Luft –

ein Ruck durchbricht den Morgen,

ein gewaltiger Knall in der Luft.

Asera fliegt mit einer Geschwindigkeit,

die kaum sichtbar ist –

und landet mitten auf der Pirateninsel.

Staub wirbelt auf.

Ein Riss durchzieht das Pflaster.

Piraten springen zurück –

Dutzende, Hunderte,

überall Augen, Waffen, Schreie.

Doch Asera bleibt stehen.

Ruhe in der Mitte eines tobenden Pulsschlags.

„Wo ist Pudding?“, fragt sie laut,

die Stimme trägt wie ein Sturm über die Dächer.

Ein Mann mit Schrotflinte hebt zitternd die Waffe –

doch bevor er abdrücken kann,

spürt er es.

Nicht Gewalt.

Nicht Angst.

Etwas anderes.

Unnachgiebigkeit.

Wie ein uralter Instinkt,

der flüstert:

„Lauf.“

Und in diesem Moment landen Katakuri und die anderen –

hinter ihr.

Bereit.

__

Szene – Die Schatten zeigen sich

Das Pflaster Hachinosus ist zerborsten.

Dampf steigt auf, Rauch zieht zwischen den Ruinen.

Asera steht vorn –

wie ein Leuchtfeuer mitten im Chaos.

Hinter ihr: Katakuri. Oven. Daifuku. Brûlée.

Seine Geschwister.

Die erste Welle ist nichts –

Kanonenfutter, gierige Piraten mit rostigen Schwertern.

Doch sie sind nicht vorbereitet.

Nicht auf Katakuris Präzision,

nicht auf Brûlées Portale,

nicht auf die Wucht von Oven und Daifuku,

die eine Schneise schlagen wie durch Papier.

„Vorwärts!“, ruft Katakuri –

und die Big Mom-Familie kämpft wie eine Armee,

die weiß, dass diesmal niemand mehr sie zurückhält.

Doch dann wird es still.

Ein Schatten legt sich über die Risse im Boden.

Eis breitet sich aus –

leise, knirschend, tödlich.

Kuzan tritt aus dem Nebel.

Augen kühl. Hände in den Taschen.

„Ich hatte gehofft, ihr wärt klüger als das.“

Ein zweiter Schatten folgt –

nicht eisig, sondern schwärzer als die Nacht.

Marshall D. Teach.

Blackbeard.

Der Mann mit dem gewaltigen Bauch, dem schmutzigen Lächeln

und den dunklen Zähnen.

Sein Blick fällt auf Asera –

und in seinen Augen zuckt ein Funke Gier auf.

„Hehehe… dich vergess’ ich so schnell nicht, Weibsstück.

Das letzte Mal warst du mir entwischt.

Aber heute…“

Er streckt die Arme aus –

die Finsternis beginnt sich um ihn zu winden,

wie ein Tier, das nur auf ein Zeichen wartet.

„…heute gehörst du mir.

Ich weiß zwar nicht, welche Frucht du hast –

aber bei dem Kopfgeld muss sie was verdammt Leckeres sein!“

Asera bleibt unbewegt.

Ihr Blick ist ruhig. Klar.

„Ich habe keine Teufelskräfte.“

Einen Moment lang –

nur Atem.

Dann bricht Teach in schallendes Gelächter aus.

„HAAAAAA?! Willst du mich verarschen?!

3,7 Milliarden – und das ohne Teufelsfrucht?!

Du machst mich echt neugierig…“

Er senkt die Hand –

die Dunkelheit lodert auf,

zieht sich über den Boden,

verschlingt die Luft.

„Dann zeig mir doch mal,

was du bist, Asera.“

Ein Knall.

Und ein Aufblitzen von Haki.

__

Szene – Kein zweites Mal

Die Insel erbebt.

Dunkelheit pulsiert zwischen den Ruinen.

Ein bizarres Summen erfüllt die Luft –

Blackbeard setzt „Black Vortex“ ein.

Die Fähigkeit von Cruise beginnt zu wirken,

ein unerbittlicher Sog,

der selbst Steinplatten unter Aseras Füßen löst.

„Haaa… jetzt komm zu mir…!!“

Blackbeards Stimme ist wild, triumphierend.

Doch Asera rührt sich nicht.

Der Sog greift nach ihr –

doch ihr Körper zuckt nicht einmal.

Wie ein Berg, unerschütterlich.

„Was zum…?!“

Blackbeard reißt die Augen auf –

die Schwerkraft zerrt weiter,

doch sie bewegt sich kein Stück.

Und dann – steht sie plötzlich direkt vor ihm.

Keine Warnung. Kein Ton.

Nur ein Bruchteil eines Augenblicks.

Genau wie damals in Loguetown.

Ihr Arm zuckt.

Ein Schlag.

Nichts Grelles, kein Getöse.

Nur rohe Kraft.

Ein Donnerschlag aus Fleisch und Muskel,

und Blackbeard fliegt wie ein zerfetztes Segel

quer über Hachinosu.

Er kracht durch einen Turm,

fliegt weiter –

und schlägt schließlich mit einem dumpfen Beben

in eine Felswand am Rand der Insel ein.

Stille.

Der Staub legt sich langsam.

Blackbeard liegt reglos.

Kein Husten. Kein Laut.

Bewusstlos.

Kuzan zuckt leicht mit dem rechten Auge.

Er murmelt:

„…Nicht gut.“

Van Augur richtet sein Gewehr –

dann senkt er es wieder.

„Zu schnell. Ich konnte nichts sehen.“

Burgess starrt.

„HÄ?! DAS war nur ein Schlag?!“

Sein Blick huscht zu Katakuri –

doch auch dieser wirkt einen Moment überrascht.

Doc Q schluckt trocken.

„Ich spüre sein Haki nicht mehr…

Er lebt… aber… das ist kein normaler Zustand.“

Lafitte tritt langsam aus dem Schatten,

doch selbst seine elegante Maske rutscht kurz –

„Sie hat ihn… ohne Haki…“

Nur Shiryu zieht leicht den Säbel,

die Klinge halb,

doch seine Miene bleibt leer.

„Was zum Teufel ist Sie.“

Asera steht da,

den Arm wieder gesenkt,

den Blick ruhig,

keine Spur von Anstrengung.

Und mit einem leichten Schritt

geht sie weiter –

in die Festung hinein.

Denn dort ist Pudding.

__

Szene – In der Tiefe

Der Kampf draußen steht still.

Niemand rührt sich.

Kein Pirat, kein Scharfschütze, kein Kommandant.

Alle Augen ruhen auf dem Punkt,

an dem Blackbeard bewusstlos gegen die Felswand liegt.

Doch Asera geht weiter.

Schritt für Schritt.

Ihre Schritte hallen leise über das von Moos durchzogene Steinpflaster,

führen durch eine zerborstene Tür

und in die dunkle Festung hinein.

Die Wände atmen Geschichte –

Blut, Angst, alte Schreie.

Kein Licht. Kein Empfang.

Nur das Summen ihrer eigenen Aura,

die sich instinktiv zusammenzieht,

um nicht zu zerreißen, was noch lebt.

Dann hört sie wieder Geräusche.

Dumpfe Schläge. Stimmen. Ein Aufschrei.

Draußen, hinter ihr –

doch sie lässt es zurück.

Die Schlacht wird sich wieder regen.

Doch hier, in der Tiefe –

ist etwas anderes.

Asera erreicht eine breite Wendeltreppe,

folgt dem Kälteschleier

und dem metallischen Geruch alter Fesseln.

Sie kommt an einer Tür vorbei –

kein Schloss, nur eine Barriere aus dicker Luft und altem Leid.

Dann sieht sie sie.

Eine Zelle

durchzogen von Rissen,

mit rostigen Gittern und einer geborstenen Wand.

Dahinter kniet eine junge Frau,

drei Augen – zwei geschlossen,

das dritte halb geöffnet und voller Schmerz.

Sie zittert.

Doch hebt den Kopf,

als Asera nähertritt.

„…Wer… bist du?“, haucht sie.

Asera sagt ruhig:

„Jemand, der gekommen ist, um dich hier raus zu holen.“

Der Blick der Frau weitet sich.

Tränen steigen ihr in die Augen –

weil sie nicht glauben kann,

dass jemand gekommen ist.

Neben ihr, an die Wand gefesselt,

ein alter Mann mit zerschundenem Körper,

schneeweißem Bart

und einem abgebrochenen Zahn.

„Du… bist nicht von ihnen.“, murmelt er.

„Das… spürt man.“

Asera nickt.

Ihr Blick wandert über die Zelle,

die Fesseln – das blutige Metall,

die schweren Ketten.

„Ich bring euch hier raus.“

Sie tritt vor.

Ihre Hand umfasst ein einziges Gitter –

und mit einem sanften Knacken

zerspringt es wie Glas.

Die junge Frau schluchzt leise.

„Ich bin… Pudding.“

Asera legt eine Hand auf ihre Schulter.

„Ich weiß.“

Und im selben Moment

beben die Mauern.

Denn draußen…

hat der Kampf wieder begonnen.

__

Szene – Zwei Ketten weniger

Ein sanftes, fast beiläufiges Leuchten

umspielt Aseras Fingerspitzen,

als sie sich den Ketten nähert.

Zisch – Klirr – Splitter

Die Seesteinfesseln um Puddings Handgelenke bersten mit einem trockenen Knall,

fallen in sich zusammen wie zerbrochene Spielzeuge.

Pudding zuckt zusammen –

nicht vor Schmerz,

sondern aus Unglauben, dass sie tatsächlich bricht,

was Blackbeards Männer als unlösbar betrachteten.

Dann wendet sich Asera dem alten Mann zu.

Er sieht sie an – mit klaren Augen,

aber sein Körper ist schwach,

geschwächt von Kälte, Misshandlungen,

und zu viel Zeit in Dunkelheit.

„Bleib still.“, sagt Asera leise.

Er nickt nur.

Dann berührt sie die Fesseln an seinen Knöcheln.

Ein leiser Druck –

ein metallisches Ächzen –

und sie zerbersten.

Doch als die Ketten fallen,

sackt er zur Seite.

Die Beine tragen ihn nicht mehr.

Pudding will aufspringen, doch Asera ist schneller.

Sie hebt ihn sanft hoch, wie ein Kind –

eine Hand unter seinen Knien, eine an seinem Rücken.

Er sagt nichts.

Aber sein Blick ist klar.

Er sieht sie an –

und erkennt etwas, das er nicht benennen kann.

Asera nickt ihm kurz zu.

„Ich bring dich raus.“

Pudding folgt,

nah an ihrer Seite.

Sie taumelt nicht,

doch ihre Stimme zittert,

als sie hinter Asera fragt:

„Kämpfen sie… noch?“

Asera blickt nach vorn,

durch die aufgebrochene Tür

und die Treppe hinauf ins Beben der Schlacht.

„Noch.

Aber nicht mehr lange.“

Und so steigen sie empor.

__

Szene – Kein weiterer Schritt

Der Boden erbebt leicht unter Aseras Schritten,

als sie aus dem Inneren der Festung tritt.

Der Himmel ist schwer,

dunkle Wolken über der Pirateninsel,

Asche tanzt im Wind wie fallende Schatten.

An ihrer Seite:

Pudding, entschlossen, aber noch zitternd.

In ihren Armen: der alte Mann,

bewusstlos – aber lebend.

Die Kämpfe draußen sind zum Erliegen gekommen.

Katakuri und seine Geschwister stehen in einer Halbkreislinie.

Ihnen gegenüber: Blackbeards Kommandanten,

verstört, wütend,

ohne ihren Kapitän.

Alle Blicke richten sich auf Asera.

Ihre Stimme ist nicht laut

aber sie schneidet durch jede Spannung wie ein Schwert:

„Die beiden kommen mit uns.“

Ein Schritt nach vorn.

Keine Drohung –

nur Fakt.

„Und ich warne euch –“, sagt sie,

„haltet euch zurück…

oder ich beende das hier.“

Ein Moment völliger Stille.

Selbst die Windböen scheinen innezuhalten.

Shiryu kneift die Augen zusammen.

Lafitte greift nach seiner Waffe –

doch Katakuri tritt vor,

stellt sich neben Asera

ohne ein Wort zu sagen –

nur sein Blick sagt: Ihr wisst, was dann passiert.

Van Augur senkt langsam sein Gewehr.

Kuzan bleibt still,

sein Blick auf den alten Mann in Aseras Armen gerichtet –

etwas in ihm scheint zu zittern,

doch er sagt nichts.

Dann weicht die erste Bewegung zurück.

Ein Schritt,

ein Blick,

ein Nicken von Devon,

und die Kommandanten

ziehen sich leise zurück.

Asera schreitet weiter,

trägt den alten Mann über die bröckelnde Stufe,

an Katakuri vorbei –

und niemand hält sie auf.

Denn in diesem Moment

weiß jeder hier:

Es war keine Drohung.

Es war ein Versprechen.

__

Szene – Unerwünschter Gast

Die Segel blähen sich im Wind.

Das Schiff der Charlotte-Familie entfernt sich von Hachinosu,

der Pirateninsel,

und lässt Rauch und Chaos hinter sich.

An Deck steht Asera.

Ruhig. Wachsam.

In ihren Armen liegt der alte Mann –

bewusstlos, aber atmet flach.

Neben ihr: Katakuri.

Still.

Sein Blick nach vorn gerichtet,

doch sein Ton ist klar:

„Du hättest ihn dort lassen sollen.“

Asera sagt nichts.

„Das ist Vizeadmiral Garp.

Held der Marine.

Großvater von Ruffy…

und der Mann, der unsere Mutter mehrfach angegriffen hat.“

Die Crew um sie herum

schaut nicht mit Hass –

aber mit Misstrauen.

Smoothie verschränkt die Arme.

Snack murmelt etwas Unverständliches.

Perospero spuckt fast auf den Boden.

Katakuri spricht weiter,

nicht vorwurfsvoll –

nur fest.

„Wir dulden keinen Marinehund auf unserem Schiff.

Egal, in welchem Zustand.“

Pudding, die von ihren Geschwistern versorgt wird,

blickt zu Asera –

ihre Augen suchen die ihre.

Unsicher.

Dankbar.

Aber auch voller Fragen.

Asera blickt langsam zu Garp.

Der alte Mann murmelt etwas im Schlaf –

unverständlich.

Ein Schatten von Vergangenheit liegt auf seinem Gesicht.

Ein tiefer Atemzug.

Dann sagt Asera – ruhig, bestimmt:

„Ich habe entschieden, ihn zu retten.“

Ein paar Herzschläge lang herrscht Stille.

Dann dreht sie sich zu Katakuri.

Ihre Stimme bleibt leise,

doch sie durchschneidet jede Spannung:

„Dann bringe ich ihn eben alleine in Sicherheit.“

Ein kurzes Schweigen.

Dann ein spöttisches Lachen.

Perospero tritt nach vorn, seine Zuckerstange dreht sich zwischen den Fingern.

„Mary Joa?! Du willst ihn ernsthaft dort absetzen?“

Er schnaubt.

„Das ist Wahnsinn. Die Weltregierung hat 3.700.000.000 Berry auf dich ausgesetzt.

Dort wirst selbst du nicht mehr rauskommen.“

Einige der Geschwister murmeln zustimmend.

Doch da tritt Katakuri vor.

Seine Schritte sind ruhig.

Sein Blick trifft den von Asera – fest, unverrückbar.

„Du hast meine Schwester gerettet.

Dafür danke ich dir.“

Ein kurzer Moment.

Mehr braucht es nicht.

Katakuri neigt leicht den Kopf.

Keine großen Worte,

nur ein ehrliches:

„Viel Glück.“

Asera geht zu Pudding, die noch immer unter einem Tuch sitzt,

ihre Hände zittern leicht.

Asera kniet sich zu ihr hin.

„Pass auf dich auf.“

Pudding nickt, ihre Augen glänzen.

Ein letzter Blick zurück auf das Schiff.

Ein Sprung.

Ein Donnern in der Luft,

als sie sich in die Lüfte erhebt –

immer höher.

Der Wind zerrt an ihrem Haar.

Die Wolken schneiden über ihre Schultern hinweg.

Und vor ihr liegt sie:

Die Redline.

Der Pfad nach Mary Joa.

Eine Mauer aus Stein, Macht – und Gefahr.

Doch Asera fliegt.

Ohne Zögern.

Mit dem Helden der Marine in ihren Armen.

__

Szene – Der Himmel zwischen ihnen

Die Wolken ziehen an ihnen vorbei,

der Wind rauscht wie ein Strom vergangener Schlachten.

Asera fliegt ruhig,

ihr Blick nach vorn gerichtet –

konzentriert auf die rote Wand in der Ferne.

In ihren Armen:

Vizeadmiral Garp.

Er regt sich.

Ein schwacher Laut.

Langsam öffnet er die Augen.

Sein Blick ist trüb,

sein Körper schwer,

doch der Wille ungebrochen.

„Was…?“, krächzt er.

„Wo… bin ich?“

Asera blickt kurz hinunter.

Ihr Griff bleibt fest – aber behutsam.

„In Sicherheit.“

„Ich bringe dich nach Mary Joa.“

Garps Augen weiten sich.

Ein Funke kehrt zurück.

„Was?! Bist du verrückt?“

Seine Stimme ist kratzig,

doch der alte Donner ist darin spürbar.

„Du darfst da nicht hin. Du bist eine gesuchte Frau – die meistgesuchte!“

Asera sagt nichts.

Der Wind trägt ihre Ruhe weiter.

Garp ringt sich hoch,

versucht sich aufzubäumen – vergeblich.

„Setz mich einfach auf der nächsten Insel ab!“

„Ich komme schon klar, Kleines!“

Doch Asera bleibt unbewegt.

Ihre Stimme ist ruhig, aber fest:

„Du würdest es nicht überleben.“

„Nicht in deinem Zustand.“

Ein Moment vergeht.

Nur das Rauschen der Luft.

Das Pulsieren der nahenden Redline.

Garp sieht sie an –

wirklich an.

Und in ihren Augen liegt kein Trotz.

Keine Arroganz.

Nur Entschlossenheit.

Und ein Hauch von Mitgefühl.

„Verdammt…“, murmelt er.

„Du bist schlimmer als Ruffy…“

Asera schließt für einen Moment die Augen.

Der Wind hebt sie höher.

Die Welt unter ihnen wird kleiner.

__

Szene – Feuer über dem Heiligen Land

Die Sonne steht hoch über der roten Mauer,

der Himmel klar –

doch am Boden brodelt es.

Ein Windstoß kündigt sie an.

Dann ein Licht,

ein dunkler Schatten

Asera landet.

Mitten auf dem Platz.

Unter aller Augen.

Marineoffiziere weichen instinktiv zurück,

einige greifen nach ihren Waffen.

In ihren Armen: Garp.

Stumm.

Verwundet.

Aber lebendig.

Der Boden bebt –

nicht von ihrer Landung,

sondern von dem Mann,

der nun langsam durch die Menge tritt.

Sakazuki.

Akainu.

Der neue Großadmiral.

Ein Vulkan in Menschengestalt.

Sein Schritt ist schwer,

sein Blick:

lodernder Zorn.

Er bleibt stehen – kaum zehn Meter entfernt.

„Asera.“

Das Wort zischt wie Lava.

„Du hast verdammten Mut, hier aufzutauchen.“

Asera hebt den Blick,

ruhig, aufrecht.

„Ich habe euch euren Vizeadmiral zurückgebracht.“

Sie legt Garp vorsichtig ab,

der nun auf einem Knie landet, schwer atmend –

aber wach.

Ein Murmeln geht durch die Reihen.

Einige erkennen sie.

Andere zittern allein beim Klang ihres Namens.

Akainu knirscht mit den Zähnen.

Seine Faust beginnt zu rauchen.

„Du bist eine Gefahr für die Weltregierung.“

„Ein Steckbrief mit 3,7 Milliarden. Und du landest hier – mitten auf heiligem Boden?“

Asera sagt ruhig:

„Ich hätte ihn auch einfach sterben lassen können.“

„Aber das tue ich nicht.“

Akainu tritt ihr entgegen –

bereit, sie festzunehmen.

Doch in diesem Moment

brechen zwei junge Soldaten durch die Menge –

einer mit blondem Haar,

der andere mit pinkem.

Helmeppo und Corby.

Sie laufen direkt zu Garp,

keuchen, stützen ihn.

Asera sieht sie an –

ein stiller Blick –

und reicht ihnen Garp.

„Bringt ihn ins Lazarett.“

Coby nickt sofort,

Helmeppo schlingt einen Arm um Garp,

trägt mit.

Akainus Blick bleibt auf Asera.

__

Szene – Unterbrochener Zorn

Akainus Schritt setzt sich fort.

Die Luft um seine Schulter beginnt zu flimmern –

erste Lavapartikel brechen aus seiner Faust,

ein Fluch liegt auf seinen Lippen.

Asera bleibt stehen.

Reglos.

Wartend.

Doch noch bevor Sakazuki die letzten Meter überwinden kann,

erschallt eine Stimme hinter ihm –

laut, fest, durchdringend:

„Stopp! Die Fünf Weisen möchten sie sehen. Sofort!“

Alle Blicke drehen sich.

Ein einzelner Soldat tritt hervor –

doch seine Rüstung ist anders.

Dunkler. Schlichter.

Mit dem Wappen der Weltregierung auf der Brust.

Ein Agent direkt aus Mary Joa.

Akainu stoppt –

zögernd, knirschend.

Sein Zorn zuckt noch in seinen Bewegungen.

„Was?!“, zischt er.

„Sie ist ein Feind der Weltregierung – eine Gefahr für die Stabilität dieser Welt!“

Der Soldat bleibt unbeirrt.

„Und trotzdem wollen die Fünf sie sprechen.“

„Jetzt.“

Ein kaltes Schweigen breitet sich aus.

Asera hebt leicht die Augenbraue.

Dann wandert ihr Blick zurück zu Akainu.

Sie sagt nichts.

Sie muss nichts sagen.

Akainu starrt sie einen langen Moment an –

sein Zorn lodert,

doch er wird zurückgehalten.

Dann wendet er sich wortlos ab.

Der Agent tritt näher,

blickt zu Asera.

„Bitte folgen Sie mir.“

Und so beginnt ein neuer Weg –

nicht im Schatten,

nicht im Kampf –

sondern direkt ins Herz der Macht.

__

Szene – Die schwarze Halle

Die Tür vor Asera öffnet sich langsam,

die Scharniere knarren wie stöhnendes Metall.

Ein hallendes Echo trägt sich durch den gewaltigen Raum dahinter –

eine Halle, so groß, dass selbst ihre Schritte darin verhallen würden.

Asera betritt den Saal.

Kaum ist sie durch die Tür,

schlägt sie hinter ihr zu –

mit einem gewaltigen Knall.

Asera dreht sich sofort um –

bereit, jede Bedrohung abzuwehren.

Doch was sie sieht,

lässt sogar sie für einen Moment innehalten.

Vier Gestalten stehen regungslos vor der Doppeltür.

Offensichtlich Vier der Fünf Weisen.

Ihre Hände ruhen auf dem Metall –

und von dort breitet sich eine dunkle Welle aus.

Sie kriecht wie lebendige Schatten über den Boden,

die Wände hinauf,

über die Decke.

Der ganze Raum wird schwarz.

Kein Licht. Kein Ausgang.

Nur das unendliche, undurchdringliche Schwarz –

getränkt mit Haki,

so dicht, dass selbst Asera es spürt wie Druck auf der Brust.

Dann –

aus dem Nichts –

ein Geräusch wie reißende Seide.

Etwas bewegt sich.

Ein Schatten tritt hervor.

Er geht nicht –

er gleitet.

Nur das halbe Gesicht ist sichtbar –

die andere Hälfte bleibt verborgen in Schwärze.

Ein kaltes Glimmen im Auge.

Und eine Stimme,

so alt und voll Verachtung,

dass selbst die Luft zu zittern scheint.

„Du…“, zischt das Wesen.

„Ich weiß nicht, wie du hierher gekommen bist…“

Ein Schritt näher.

Asera bleibt still.

Bereit.

„…aber du bist zu spät.“

Ein kaltes Lächeln erscheint.

„Du kannst sie nicht mehr retten.“

Stille.

Und nur das Pochen von etwas Unausweichlichem im Raum.

Ein dunkler Schatten,

ein uraltes Geheimnis.

__

Szene – Der brennende Pfad

Asera starrt in das Gesicht vor ihr.

Ein Grinsen

nicht menschlich,

nicht echt,

sondern verzerrt,

als hätte sich die Haut selbst der Form eines Spotts gebeugt.

Für einen Moment

friert selbst Aseras Verstand.

Nicht vor Angst.

Sondern vor einem instinktiven Begreifen:

Etwas stimmt nicht.

Dann, fast mechanisch,

gleiten ihre Finger in ihre Tasche.

Die Vivre Card.

Sie brennt.

Ein Flackern, ein Krisseln –

nicht lodern, sondern verzehrt.

Und in ihren Gedanken hallt ein einziger Name:

Bonny.

Aseras Pupillen verengen sich.

Die Karte zittert in ihrer Hand –

und zeigt nach rechts,

direkt auf die von Haki geschwärzte Wand.

Sie denkt nicht mehr.

Sie stürmt los.

Ein einziger Schritt –

und mit einem Donnerschlag rammt sie die Faust voraus.

Die Wand explodiert.

Schwarze Splitter reißen durch den Raum,

die Wucht des Aufpralls lässt selbst die verstärkten Fundamente erbeben.

Fenster bersten.

Der Boden bebt.

Die Wachen vor dem Palast schleudert es zu Boden,

Offiziere starren entsetzt in den Himmel –

dort, wo eine leuchtende Silhouette

wie ein Komet

mit unbeschreiblicher Geschwindigkeit

durch die Lüfte rast.

In Aseras Hand –

nur noch die glimmende Vivre Card,

ihr Blick fokussiert wie ein Pfeil.

„Halt durch… Bonny…“

Ein einziger Gedanke,

ein Ziel,

und nichts auf dieser Welt –

nicht mal die Himmel selbst –

würden sie jetzt aufhalten.

__

Szene – Der Fall des Spinnenwesens

Asera schneidet durch den Himmel,

so schnell,

dass selbst das Meer sich teilt –

Wellen türmen sich auf wie Mauern

und weichen zurück,

als ob die Welt selbst

ihr den Weg freigibt.

Der Wind schreit.

Der Himmel flackert.

Und Asera ist nichts als ein gleißender Strahl

aus Wut und Entschlossenheit.

Am Horizont:

Eine Insel

seltsam geformt,

mit einem kugelförmigen Komplex im Zentrum,

der aussieht wie ein gefangener Planet.

Ringsum: Marineschiffe.

Schwer bewaffnet,

die Kanonen ausgerichtet –

doch sie feuern nicht.

Denn auf der Insel selbst

tobt ein Albtraum:

Ein groteskes Spinnenwesen,

acht Gliedmaßen, so dick wie Masten,

verformte Muskelstränge –

und an seinem Körper:

der Kopf eines alten Mannes.

Grau, eingefallen,

mit Augen, die zu viel gesehen haben.

In einer seiner Klauen:

Bonny.

Lebendig,

aber zitternd –

kurz davor,

von der Faust zerquetscht zu werden.

Dann –

ein Licht.

Ein Knall,

so gewaltig,

dass der Planet-Komplex bebt.

Asera kracht mit voller Wucht

in die Faust des Wesens.

Knochen brechen.

Schwarzrotes Fleisch splittert.

Die Klaue explodiert.

Bonny fällt –

aber Asera fängt sie.

Dann dreht sich Asera halb,

ihre Aura steigt auf,

eine Welle aus Druck und rotem Licht,

und sie rammt ihren Ellbogen

mit brutaler Eleganz

in den Brustkorb des Monsters.

Das Wesen fliegt.

Durch Häuser.

Durch Wände.

Durch Stahl und Stein.

Es schlägt mit einem gurgelnden Schrei

in die gegenüberliegende Mauer des Komplexes ein –

und bleibt dort reglos liegen,

wie ein zerbrochener Schatten.

Die Marineschiffe ringsum

werden von einer einzigen Druckwelle getroffen –

Segel reißen,

Kanonen kippen,

und Männer werfen sich an Deck.

Asera steht still.

Bonny in ihren Armen.

Lebendig.

Langsam,

sehr langsam

öffnen sich Bonnys Augen.

Und sie flüstert:

„…Asera…“

__

Szene – Das Erwachen der Strohhüte

Der Rauch über dem zerborstenen Komplex

beginnt sich zu lichten.

Asera hält Bonny noch immer sicher in den Armen,

doch plötzlich…

spürt sie Bewegung unter sich.

Nicht grob –

sondern zäh.

Kräfte, die eben noch unterdrückt waren,

richten sich wieder auf.

Ihr Blick senkt sich.

Vier Gestalten liegen im Staub.

Keuchend.

Kämpfend.

Von einem dunklen, violett-schwarzen Schleier

lösen sich letzte Fäden –

als würde das Böse selbst aus ihnen entweichen.

Und dann erkennt sie sie –

Ruffy.

Zoro.

Sanji.

Franky.

Sie leben.

Noch schwach.

Noch geschwächt.

Doch frei.

Ihre Blicke flackern,

bewusstlos oder im Übergang.

Sie atmen.

Ein kleines Geräusch links von ihr.

Ein Trippeln.

Dann:

„Ich bin Arzt! Ich kümmere mich um sie!“

Ein kleines Rentier,

mit einer Mütze, die zu groß für seinen Kopf wirkt,

läuft auf Asera zu –

mutig, mit einer Tasche voller Verbandszeug.

Tony Chopper.

Asera erstarrt kurz.

Sie kennt ihn.

Nicht persönlich.

Aber durch Erzählungen.

Kulea.

Die resolute Ärztin,

die einst im Schnee lebte.

Sie hatte von einem Schüler gesprochen.

Einem ganz besonderen.

Chopper bleibt stehen,

sieht Bonny,

sieht Asera –

und runzelt entschlossen die Stirn.

„Bitte… lass mich helfen.“

Asera nickt langsam.

Behutsam übergibt sie Bonny.

Noch weiß niemand,

wer sie ist.

Noch…

nur Bonny.

Doch die Strohhüte

beginnen sich zu regen.

__

Szene – Keine Flucht aus Licht

Hinter Asera

begann es zu flimmern.

Ein Licht,

zuerst flackernd – dann grell.

Goldene Splitter in der Luft.

Photonen bündeln sich,

der Raum zittert.

Admiral Borsalino.

Kizaru.

Die Lichtgestalt der Marine –

formt sich, aus reiner Energie.

Doch…

Zu langsam.

Denn Asera spürt es –

noch bevor sein Kopf vollständig Gestalt annimmt,

fährt sie herum.

Mit einer Bewegung,

schnell wie ein Gedanke,

packt sie ihn.

Mit bloßer Hand.

Die Photonen flackern.

Wollen entweichen.

Doch ihre Aura

– dichter als jede Luft,

– schwerer als jede Schwerkraft,

– heißer als jedes Haki –

drückt das Licht zusammen.

Kizarus Gesicht verzieht sich.

Nicht aus Schmerz.

Sondern aus Überraschung.

Er – der ungreifbar war.

Er – der entkam, wann immer er wollte.

Jetzt: gefangen.

Asera hält ihn fest.

Ihr Griff unbeweglich,

aber nicht grausam.

Ihre Stimme zittert nicht,

doch sie zittert selbst – vor Zorn.

Nehmt…

Ihre Augen leuchten auf.

Schwarzrot in der Tiefe.

„…was von euch noch übrig ist – und verschwindet.

Ein Raunen geht über das Schlachtfeld.

Die Marinesoldaten,

die eben noch zu dem verfallenen Spinnenmonster eilten,

halten inne.

Manche gehen in Deckung.

Andere…

werfen ihre Gewehre weg.

Aus Angst.

Aus Instinkt.

Denn vor ihnen steht keine Piratin.

Keine Revolutionärin.

Kein Admiral.

Etwas anderes.

Kizaru starrt sie an.

Noch immer in ihrer Faust gefangen.

Ein Lächeln huscht über seine Lippen.

Schwach.

Resigniert.

„So… schnell war ich noch nie gestoppt worden…“

Asera lässt los.

Nicht, weil sie Gnade zeigt –

sondern weil sie schon weiter ist.

Denn ihre Aufmerksamkeit gilt nicht mehr dem Admiral.

Sondern denen,

die noch Schutz brauchen.

__

Szene – Die Aura, die alles zum Stillstand bringt

Nur wenige Meter weiter

Staub,

Splitter,

aufgewühlter Boden

und zwei Silhouetten im Nebel des Gefechts.

Zorro.

Die Schwerter gezückt,

seine Haltung leicht vorgebeugt,

das eine Auge geschlossen,

doch jede Faser seines Körpers

in vollkommener Anspannung.

Vor ihm:

Ein muskulöses Wesen –

geflecktes Fell,

Raubtierblick.

Rob Lucci.

In seiner Leopard-Hybrid-Form

erhob sich der CP0-Agent.

Und doch –

bewegte er sich nicht.

Denn Asera hatte ihn angesehen.

Kein Angriff.

Kein Wort.

Nur ein einziger Blick.

Luccis Augen verengten sich.

Etwas Fremdes.

Ein Gefühl,

das weder vom Tier

noch vom Menschen kam.

Zorro dreht den Kopf nur leicht.

„…Was zum Teufel war das…?“

Und Lucci…

senkt die Pranke.

Die Schultern sacken minimal.

Weil sein Instinkt

– derselbe, der ihn so oft gerettet hat –

ihm zuruft:

„Lauf.“

Am Rande der zerstörten Anlage

hatte sich währenddessen

Kizaru aufgerichtet.

Er trägt nun den alten Mann –

das verfallene Spinnenwesen –

in den Armen.

Saturn.

Reglos.

Aber sicher.

Ohne ein weiteres Wort

wandelt sich Kizaru wieder zu Licht.

Und verschwindet.

Wie ein leiser Rückzug.

Ringsum zieht sich die Marine zurück.

Hektisch.

Zielgerichtet.

Schiffe lösen sich vom Ufer.

Segel werden gehisst.

Die Festung gehört nun niemandem mehr.

Asera steht noch immer da.

Bonny bei Chopper.

Zorro entspannt die Muskeln.

Die Klinge sinkt.

Und Lucci…

…zieht sich in den Schatten zurück.

__

Szene – Die Crew versammelt sich

Die Luft riecht nach Ruß und Salz,

Staub liegt noch in den Ritzen der Mauern.

Doch für einen Moment

ist es ruhig.

Lysop kommt um die Ecke gerannt,

die Augen weit, das Herz am Hals –

„Ich hab euch gesagt, ich hatte alles im Griff!“, ruft er,

doch seine Knie zittern.

Nico Robin tritt aus dem Schatten eines eingestürzten Gangs,

der Wind weht durch ihr schwarzes Haar.

Ein kurzer Blick zu Asera –

und Robin weiß:

Sie ist keine Feindin.

Brook erscheint mit einem klirrenden Schritt,

seine Knochen scheppern,

doch seine Stimme ist ruhig:

„Yohohoho… das war beeindruckend, junge Dame.“

Jinbei bleibt am Rand stehen.

Schweigend, wachsam.

Dann sagt er:

„Wir sollten hier verschwinden.

Auch wenn sich die Marine vorerst zurückgezogen hat –

sie werden wiederkommen.“

Ein Mann mit einem…

Apfelhut?

öffnet gerade den Mund,

doch Jinbei hebt die Hand.

„Jetzt ist nicht die Zeit.“

Franky wischt sich das Öl von der Stirn.

„Aber die Sunny ist noch oben auf der Wolke!“

„Die krieg ich da nicht so schnell runter!“

Ein Windstoß streift die Gruppe.

Asera erhebt sich leicht in die Luft,

ihr Blick hebt sich –

und sie sagt ruhig:

„Keine Sorge. Das mach ich.“

Sie steigt weiter auf,

über die Mauern,

über die Reste der Festung –

und verschwindet

über den Wolken.

Ein leuchtender Punkt im Morgenlicht.

Die Strohhüte sehen ihr nach.

Und Nami flüstert:

„Wer zum Teufel ist sie…?“

Bonny – erschöpft,

aber bei Bewusstsein –

antwortet leise:

„Jemand… die ihre Versprechen hält.“

__

Szene – Die Frau, die ein Schiff trägt

Asera kommt mit dem tonnenschweren Schiff auf der Schulter runter geflogen

und setzt die Sunny vorsichtig ins Meer.

Sie schwebt leicht über dem Deck,

ihr Blick fest, aber offen –

und sagt mit ruhiger Stimme:

„Bitte um Erlaubnis, an Bord kommen zu dürfen.“

Ein Moment Stille.

Dann hebt Ruffy langsam den Kopf,

grinst breit –

die Sonne glitzert in seinen Augen.

Und er ruft:

„Klar! Darfst du mitfahren!!“

__

Szene – Ankunft auf der Sunny

Die Wellen schlagen sanft gegen den Rumpf der Thousand Sunny.

Chopper, in seiner Menschengestalt,

trägt Bonny vorsichtig an Bord –

seine Schritte fest, aber behutsam.

Hinter ihm folgen die anderen:

Zorro, Sanji, Robin, Lysop, Nami, Brook, Jinbei

alle steigen nacheinander an Deck.

Auch der ältere Mann mit dem runden Apfelhut,

der sich kaum die Neugier verkneifen kann,

setzt den Fuß auf die Sunny.

Er klopft sich die Jacke ab,

blickt zu Asera –

und spricht mit überraschend heller Stimme:

„Vegapunk. Dr. Vegapunk. Es ist mir eine Ehre.“

Asera neigt leicht den Kopf.

Dann treten zwei weitere Personen hervor –

jünger, energiegeladener.

Die eine hat ein wildes Grinsen im Gesicht und ein Arsenal voller Technik auf dem Rücken.

„Ich bin Lilith – die böse!“

Die andere, mit metallverstärktem Körper und einer seltsam ernsten Aura, ergänzt:

„Atlas. Ich bin für das Grobe zuständig.“

Asera bleibt ruhig, doch sie mustert alle drei –

die Art, wie sie sich bewegen,

wie sie die Umgebung aufnehmen.

Maschinen. Menschen. Etwas dazwischen.

Doch keiner von ihnen scheint ihr feindlich gesinnt.

In diesem Moment beginnt die Sonne über dem Horizont zu sinken –

und über der Thousand Sunny

liegt ein kurzer Moment des Friedens.

__

Szene – Offenbarung an Deck

Franky lehnt sich an die Reling, die Hände in der Hüfte.

„Die Sunny ist heil! Keine Kratzer – das ist super!“

Sein Daumen reckt sich nach oben, stolz wie immer.

Doch da:

Nami huscht plötzlich unter Deck –

ein auffällig schneller Schritt,

fast so, als hätte sie etwas zu überprüfen.

Wenig später kommt sie wieder hervor,

in der Hand ein vergilbtes Stück Papier.

„Ich wusste doch, dass ich dich kenne…!“

Sie hält den Zettel in die Höhe.

Der Steckbrief ist deutlich zu erkennen:

Asera

ernster Blick, rotschwarze Kleidung,

darunter:

3.700.000.000 Berry.

Einen Moment lang –

Stille an Deck.

Dann springt Lysop mit einem Aufschrei zurück.

„WAAAAAS?! Sie hat mehr als Ruffy?!“

Sanji lässt fast seine Zigarette fallen.

Zorro zieht eine Augenbraue hoch.

Robin bleibt ruhig – aber ihre Augen funkeln interessiert.

Ruffy grinst nur.

„Ooooh! Stark!“

Robin tritt einen Schritt näher an Asera heran.

„Woher bist du so plötzlich gekommen?“

Asera antwortet ruhig, aber mit Nachdruck:

„Aus Mary Joa.“

„Ich habe Vizeadmiral Garp zurückgebracht.“

Ihre Stimme wird ernster.

„Und als Bonnys Vivre Card brannte…

konnten selbst die Fünf Weisen mich nicht aufhalten.“

Jetzt weiten sich Augen.

Jinbei’s Miene verfinstert sich.

Brook murmelt ein ehrfurchtsvolles „Yohoho…“

Chopper starrt sie mit offenem Mund an.

„Du hast… Garp gerettet?“

Vegapunk tritt vor.

„Du meinst vier der Fünf Weisen.“

„Saturn war ja auf Egghead.“

Asera wendet sich ihm zu.

Ein Hauch von Anspannung liegt in ihrer Stimme:

„Wer war dann die fünfte Person…?“

„Oder besser gesagt –

was war dieses fünfte Wesen…?“

Einen Moment lang –

schweigt selbst Vegapunk.

__

Szene – Das fünfte Wesen

Vegapunk tritt einen Schritt näher.

Der alte Mann mit dem Apfelhut wirkt plötzlich ernster,

sein Ton ist nicht mehr neugierig –

sondern suchend.

Drängend.

„Wie… sah es aus?“, fragt er.

„Was hat es getan? Sag mir alles, was du gesehen hast.“

Seine Augen flackern.

„Ich habe Aufzeichnungen aus Ohara gelesen,

Hinweise…

dass über den Fünf Weisen noch etwas anderes steht.

Aber nur Andeutungen.“

Asera senkt leicht den Kopf.

Ihre Stimme ist ruhig –

aber jedes Wort sitzt wie ein Gewicht:

„Es war ein Schatten.

Doch kein gewöhnlicher.“

„Sein Gesicht… war wie ein zerflossenes Grinsen.

Unnatürlich. Verzerrt.“

„Die vier Weisen standen an der Tür…

und hielten sie fest.

Dann floss aus ihren Händen

Haki, das alles schwärzte:

Wände, Boden, Decke.“

„Doch dieses Wesen…

stand nicht mit ihnen.

Es trat aus dem Schatten –

und sagte mir ins Gesicht:

Du bist zu spät. Du kannst sie nicht mehr retten.

Ein Lufthauch geht über das Deck.

Robin hat sich unmerklich nähergestellt.

Ihre Stimme ist leise –

aber wachsam:

„Ein Schatten…

mit einem Grinsen…?“

Sie sieht zu Vegapunk.

Dann zu Asera.

„Und… du konntest es sehen?“

Asera nickt nur.

Langsam.

Vegapunk murmelt:

„Dann ist es wahr…“

Nami runzelt die Stirn.

„Was meinst du?“

Vegapunk hebt den Kopf.

„Es gab Theorien in den Ruinen von Ohara…

Ein Name, der nur in Fragmenten erschien.

Immer über der Weltregierung.

Über den Himmelsdrachen.

Über allem.“

Ein Moment Stille.

Franky: „Was für ein Name?“

Vegapunks Stimme ist kaum mehr als ein Hauch:

„…Imu.“

Ein Schock geht durch die Strohhüte.

Nur Ruffy schaut neugierig.

„Hä? Wer?“

Robin’s Stimme zittert – das tut sie sonst nie.

„Dieser Name…

tauchte in den ältesten Tafeln auf.

Ich dachte, es sei nur… ein Geist der Geschichte.“

Vegapunk:

„Wenn sie es gesehen hat…

dann ist das, was wir befürchtet haben, Wirklichkeit geworden.“

Er sieht Asera direkt an.

„Du hast das Gesicht der Weltregierung gesehen.“

__

Szene – Die, die alles verlor

Die Stimmung auf dem Deck ist angespannt.

Alle denken noch an das, was Asera gesehen hat.

An das, was sie ausgesprochen hat.

Doch da öffnet sich die Tür zum Inneren der Sunny.

Chopper, in seiner kleinen Form, kommt heraus.

Er hebt die Arme ein wenig, sein Ton sanft, fast kindlich:

„Bonny ist wach…

Ich hab sie versorgt.

Wenn du willst, Asera…

kannst du zu ihr.“

Asera blickt kurz zu den anderen –

Robin, Vegapunk, Jinbei, Ruffy.

Dann nickt sie Chopper zu

und geht wortlos unter Deck.

Ihre Schritte hallen leise im Holz.

Unten, im warmen Licht der Kajüte,

liegt Bonny.

Noch blass,

ein Verband an der Stirn,

aber ihre Augen sind offen.

Klar. Wach.

Sie sieht Asera sofort –

und atmet zitternd ein.

Asera bleibt in der Tür stehen.

Dann, ohne ein Wort,

tritt sie langsam näher.

Bonny will etwas sagen –

doch ihre Stimme versagt.

Ihre Lippen beben,

die Augen füllen sich mit Tränen.

Asera kniet sich neben sie.

Ihre Hand findet Bonnys.

„Ich bin hier“, sagt sie leise.

„Und du bist sicher.“

Bonny beißt sich auf die Lippe.

Dann schüttelt sie langsam den Kopf,

Tränen rinnen ihre Wangen hinab.

„Du…

hast mich gefunden.“

Ein Hauch von Lächeln formt sich in Aseras Gesicht.

Es ist müde –

aber echt.

„Ich hab’s dir versprochen, oder?“

__

Szene – Nur ein Kind

Das leise Summen der Sunny ist kaum hörbar,

doch in der kleinen Kajüte scheint jedes Geräusch lauter.

Asera hält noch immer Bonnys Hand,

als die junge Frau zitternd zu sprechen beginnt.

„Ich war… auf Egghead…“

Ihre Stimme ist brüchig.

„Weil ich ihn finden wollte.“

Asera sagt nichts.

Sie wartet.

Bonny fährt fort – langsam, zwischen Atemzügen.

„Meinen Vater.

Bartholomäus Bär.“

Ein Zittern geht durch ihre Finger.

„Sie… haben ihn genommen.

Ihn umgebaut…

ihn seiner Menschlichkeit beraubt.

Er war Revolutionär.

Ein guter Mensch.

Und dann…“

Ihre Stimme bricht ab.

Sie schließt die Augen,

und Tränen quellen hervor,

so lange unterdrückt.

„Ich wusste, dass Vegapunk irgendetwas wusste.

Also bin ich eingebrochen.

In sein Labor.“

Sie sieht Asera nun an – direkt, mit glasigen Augen.

„Und ich hab’s gefunden…

eine Erinnerung.

Eine Blase.

Wie ein Tropfen aus der Vergangenheit.

Ich…

Ich hab sie berührt.“

Sie zieht zitternd Luft ein,

ihre Finger klammern sich fester an Aseras Hand.

„Ich sah ihn.

Wie er gelitten hat.

Wie sie ihn behandelt haben.“

Ein leises, unterdrücktes Schluchzen.

Dann –

ihr Körper beginnt zu flackern.

Die Silhouette schrumpft.

Die Konturen verändern sich.

Vor Asera liegt nun

kein Teenager mehr.

Sondern ein kleines Mädchen.

Zierlich, mit großen, verweinten Augen.

Bonny…

in ihrer wahren Gestalt.

„Ich will ihn einfach nur zurück…“

Ihre Stimme ist dünn, kaum hörbar.

„Ich will meinen Papa zurück…“

Ein Moment vergeht.

Dann beugt sich Asera langsam vor,

legt beide Arme behutsam um das Mädchen,

zieht sie sanft an sich.

„Dann werden wir ihn finden“, sagt sie ruhig.

„Ganz gleich, was es kostet.“

__

Szene – Was noch von ihm übrig ist

Das Licht auf der Sunny ist mild,

die See ruhig –

als hätte sie Mitleid.

Asera steht leise auf,

deckt Bonny zu

und verlässt die Kajüte ohne ein Geräusch.

Sie geht direkt zu Vegapunk,

der an der Reling lehnt,

umgeben von zwei stillen Satelliten:

Atlas und Lilith,

die schweigend bei ihm stehen.

Asera bleibt stehen.

Ihre Stimme ist ruhig.

Zielgerichtet.

„Wo ist ihr Vater?“

Vegapunk sieht auf,

schiebt die Brille hoch.

„Ich habe sein Signal geortet…“

Er tippt auf ein kleines Gerät,

das in seiner Hand aufleuchtet.

Eine rot blinkende Markierung –

direkt auf Mary Joa.

„Er ist zurückgekehrt.

Oder besser gesagt:

seine Programmierung hat ihn zurückgebracht.“

Asera blickt stumm auf das Gerät.

Der rote Punkt leuchtet in kalter Beständigkeit.

„Ist… er noch er selbst?“

Ihre Stimme ist fast ein Flüstern.

„Ist etwas von ihm noch da?“

Vegapunk senkt leicht den Blick.

Dann antwortet er –

langsam, mit Bedacht:

„Ich weiß es nicht.

Seine Persönlichkeit… wurde gelöscht.

Seine Seele…

vergraben unter Schichten von Kontrolle.

Doch…“

Er blickt zu der Tür, hinter der Bonny schläft.

„…die Erinnerungen sind da.

In ihr.

Und vielleicht…“

Ein leiser Moment.

Atlas schaut weg.

Lilith sieht Asera an – forschend, aber ohne Spott.

„Vielleicht kann sie ihn zurückholen.

Asera schließt kurz die Augen.

Dann flüstert sie:

„Dann wird sie es tun.

Und ich werde sie beschützen,

bis er zurück ist.“

Vegapunk sagt leise:

„Wenn du das tust…

dann stellst du dich nicht nur Mary Joa entgegen.

Sondern der ganzen Welt.“

Asera öffnet die Augen –

ein Glimmen in ihrem Blick.

„Dann soll sie sich bereit machen.“

__

Szene – Der Entschluss

Der Wind spielt mit einzelnen Papieren auf dem Tisch.

Vegapunk lehnt sich über das kleine Gerät,

das rot blinkt

wie ein ferner Herzschlag.

Asera steht ruhig vor ihm.

Ihre Stimme ist fest.

„Gib es mir.“

Vegapunk blinzelt,

sein Blick fährt von dem Gerät hoch zu ihr.

„Du willst zurück?

Nach Mary Joa?“

Ein Hauch von Unglauben liegt in seiner Stimme.

„Asera… du bist eben erst entkommen.

Du hast Saturn niedergeschlagen.

Dort wird es jetzt wimmeln vor… Soldaten.

Oder Schlimmerem.“

Asera sagt nichts.

Doch ihr Blick spricht für sich.

Vegapunk atmet tief ein.

„Du weißt, dass das Wahnsinn ist.“

Asera:

„Mit dem Gerät finde ich ihn schneller.“

Ein stiller Schlagabtausch.

Kein Zögern.

Keine Erklärungen.

Nur Klarheit.

Vegapunk zögert noch einen Moment.

Dann –

reicht er ihr das Gerät.

Langsam.

„Und was… soll ich den anderen sagen?“

Asera nimmt es entgegen.

Die Anzeige blinkt nun direkt in ihrer Hand.

Sie dreht sich um.

Der Wind schlägt ihr Haar nach hinten.

Ein letzter Blick über die Schulter.

„Das ich bald wieder da bin.“

Dann steigt sie in die Lüfte –

ein dunkler Blitz gegen das dunkle Blau des Himmels.

Und in einem Moment ist sie fort.

Zurück ins Herz der Welt.