#09 Asera: Sadala Chroniken Teil 4

 

Kapitel 124 – Heimkehr unter zwei Sonnen

Sadala.

Der Himmel war klar, zwei Sonnen standen hoch über den Bergen –

und das Licht, das sie warfen, ließ das Gras am Hang in flüssigem Gold flimmern.

Vados senkte langsam den Transportkubus,

nur ein letztes Flackern begleitete die Landung.

Champa, Hit, Saonel und Pilina waren bereits abgesetzt worden.

Ein warmer Wind schlug ihnen entgegen – getragen von vertrauter Erde,

von dem Geruch nach Stein, Gras, Staub… nach Zuhause.

Asera trat als Erste hinaus, die Arme verschränkt, der Blick ruhig.

Cabba, Caulifla, Kale, Reka, Nalli und Junu folgten ihr –

einer nach dem anderen – und als sie auf dem Hügel standen,

vor ihren beiden Häusern, die sich wie in die Landschaft geduckt hatten,

blieb alles für einen Moment stehen. Kein Lärm. Kein Ruf.

Nur das leise Flirren der Luft und das Pochen eines Herzens,

das wusste: Wir sind wieder da.

Doch dann – natürlich – Caulifla.

Sie riss die Arme hoch.

Caulifla:

„Also! Ich will’s jetzt wissen, Cabba!

Zeig mir deinen neuen Super-Saiyajin 3! Und wehe, du hältst dich zurück!“

Cabba (stirnrunzelnd, aber innerlich grinsend):

„Wir sind gerade angekommen, Caulifla… vielleicht erst mal durchatmen?“

Caulifla:

„Durchatmen kannst du später – jetzt will ich deine Haare fliegen sehen!“

Kale (seufzend):

„Sie meint das wirklich ernst.“

Nalli (flüsternd zu Reka):

„Wie lange, glaubst du, bis sie den halben Wald mitnimmt?“

Reka (trocken):

„Zwei Minuten, zusammen mit Cabba.

Drei Sekunden, wenn Asera mitmacht.“

Caulifla (grinst):

„Na dann los!“

Und während sie bereits in Richtung Trainingsplatz rannte,

war das Band, das sie alle miteinander verband, nicht nur spürbar –

es war lebendig. Zwei Häuser. Zwei Sonnen. Sechs Saiyajin.

Und eine Kriegerin, die endlich wieder dort war, wo sie beschützen durfte –

nicht kämpfen musste.

__

Kapitel 125 – Funken im Staub

Die Luft stand flirrend über dem staubigen Boden,

das Licht der zwei Sonnen

legte goldene Kanten auf jedes Gesicht.

Die anderen hatten sich im Halbkreis versammelt –

Reka, Kale, Nalli, Junu, Asera

während sich Cabba und Caulifla gegenüberstanden.

Caulifla, wie immer mit einem Grinsen, rieb sich die Fäuste

und trat ein paar Schritte vor.

Caulifla:

„Na los, Goldlöckchen. Zeig mir,
was du draufhast mit deinem Super-Saiyajin 3.

Aber wehe, du hältst dich zurück!“

Cabba atmete tief durch.

Er konzentrierte sich – und dann geschah es.

Die Aura brach auf. Blitze zuckten.

Seine Haare wuchsen explosionsartig, die Augenbrauen verschwanden.

Super-Saiyajin 3.

Er stand da – kraftvoll, die Energie brodelte.

Aber der Blick von Vadosdie einige Meter entfernt beobachtete, blieb kritisch.

Vados (murmelnd, fast tonlos):

„So viel Kraft … aber ohne die richtige Motivation verbrennt sie nur.

Der Zustand ist instabil.“

Caulifla konterte ohne zu zögern.

Super-Saiyajin 2 –

knapp, scharf, blitzend wie reines Feuer. Keine Show. Keine Übertreibung.

Nur reines Kampfverlangen. 
Dann ging es los.

Cabba stürmte vor, schlug hart zu – doch Caulifla wich seitlich aus,

drehte sich und konterte mit einem Fauststoß gegen seine Rippen.

Cabba keuchte. Schon jetzt.

Caulifla:

„Oh-oh. Nicht mal fünf Sekunden?

Hast du letzte Nacht alle deine Reserven verbraucht?“

Cabba (errötend, genervt):

„Du übertreibst …!“

Caulifla:

„Tust du doch auch – mit deinen Haaren!“

Ein schneller Tritt. Ein Knie in den Magen.

Ein Überkopfwurf direkt gegen den Trainingsstein.

Cabba taumelte.

Die Aura flackerte. Der SSJ3 war mächtig – aber schon jetzt: brüchig.

Kale seufzte.

Reka verzog keine Miene.

Nalli (flüsterte):

„Er schwitzt mehr als nach einer Runde mit uns dreien.“

Asera:

„Kein Wunder. Er brennt aus.“

Ein letzter Versuch von Cabba – ein Sprung, ein Aufwärtshaken –

doch Caulifla wich nur zur Seite aus und legte zwei Finger auf seine Stirn.

Caulifla (grinsend):

„Wer ist hier der Alpha-Wolf?“

Cabba brach die Form ab, schwer atmend, der Schweiß rann über seine Stirn.

Die Super-Saiyajin 3-Aura verglühte.

Vados trat lautlos näher. Direkt zu Asera.

Vados:

„Der Super-Saiyajin 3 ist ein Spiel mit dem Feuer.

Ohne das richtige Ziel – verbraucht er dich, bevor du überhaupt triffst.“

Asera nickte nur leicht. Ihr Blick blieb auf Cabba.

Vados (senkt die Stimme, fast ein Flüstern):

„Ich werde Meister Champa davon berichten.

Mal sehen, was er davon hält.“

Asera (ernst):

„Was meinst du damit?“

Vados (weicht aus, lächelnd):

„Das … werden wir sehen.“

Dann hob sie ihren Stab. Ein leises Pulsieren – und sie verschwand.

Asera sah ihr noch lange nach.

Ohne ein Wort zu sagen.

Und in ihren Augen lag kein Zweifel – aber eine Ahnung:

Etwas hatte begonnen.

__

Kapitel 126 – Schatten im Abendlicht

Der Tag verging in einem ruhigen Rhythmus. Einige trainierten.

Andere lagen im Gras.

Caulifla schlief auf Kales Schulter ein,

nachdem sie behauptet hatte, „nur kurz die Augen zuzumachen“.

Nalli und Reka diskutierten Techniken – mit Händen, Gesten, Körpergefühl.

Junu meditierte – ihr Atem flach, ihr Fokus tief.

Und Cabba … war stiller als sonst.

Als die Sonnen sich langsam senkten und große Schatten warfen,

die sich überlappten wie Erinnerungen,

setzte sich Cabba zu Asera auf die Veranda.

Er ließ sich neben sie sinken, die Beine locker ausgestreckt,

den Blick in den glühenden Horizont gerichtet.

Er wirkte blass.

Nicht krank – aber wie jemand, der etwas in sich trug,

das schwerer war, als es sein sollte.

Asera sagte nichts. Sie wartete.

Cabba:

„Nalli will mich endlich ihren Eltern vorstellen.“

Asera zog eine Augenbraue hoch.

Asera:

„Und? Klingt doch nicht so dramatisch. Immerhin sind zwei deiner Schwiegereltern

König und Königin. Das hast du ja schon geübt.“

Cabba schnaubte leise – aber nicht wirklich aus Spaß.

Cabba:

„Das ist ja das Problem.

Bei Reka … da weiß ich, wie die Welt funktioniert. Formell, klar, direkt.

Und König Ralvek hat zwar wenig Humor, aber wenigstens eine erkennbare Struktur.“

Er sah zu Boden.

Cabba:

„Bei Nallis Eltern ist es … anders. Sie sind lieb, herzlich –

aber sie kennen mich nicht. Ich hab keine Ahnung,

ob ich da als Freund, Partner oder … potenzieller Schürzenjäger auftauche.“

Asera:

„Sag ihnen einfach, dass ihre Tochter dich regelmäßig verdroschen hat,

bevor ihr euch verliebt habt. Kommt immer gut an.“

Cabba lachte – ein kleines, echtes Lachen.

Dann wurde er wieder still.

Cabba:

„Aber das ist noch harmlos.

Nalli will auch, dass Junu mir endlich ihren Vater vorstellt.

Und da ist es … schwieriger.“

Asera (ernster):

„Was meinst du?“

Cabba:

Junu hat ihre Mutter mit neun verloren. Ihr Vater hat lange gebraucht,

bis er wieder jemandem nahegekommen ist.

Und vor fünf Jahren … hat er jemand Neues gefunden.“

Er schüttelte leicht den Kopf.

Cabba:

Junu kommt nicht klar mit ihr.

Gar nicht.“

Asera (leise):

„Und du bist jetzt mittendrin.“

Cabba nickte.

Cabba:

„Ich hab Angst, dass ich das alles noch komplizierter mache.

Dass ich in ein Leben trete, wo so viele Wunden offen sind,

dass Liebe allein nicht reicht.“

Asera schwieg lange.

Dann legte sie eine Hand auf seine Schulter.

Asera:

„Vielleicht reicht Liebe nicht allein. Aber Respekt. Geduld.

Und das, was du gibst – ohne es laut zu sagen.

Das kann mehr heilen, als jemand, der versucht, perfekt zu sein.“

Cabba sah sie an. Lang. Still. Dann nickte er.

Cabba:

„Danke, Asera.“

Asera lehnte sich zurück. Der Wind war weich. Die Nacht kam näher.

Und irgendwo im Haus, sagte Nalli gerade zu Junu.

Nalli:

„Morgen. Wir machen das gemeinsam.“

__

Kapitel 127 – Die Tür zur Nähe

Es war ein einfaches Haus. Niedrig, aus dunklem Stein,

mit einem gewölbten Dach und einem alten Holzschild über der Tür,

auf dem der Name „Lareya & Haron“ eingeritzt war.

Kein Palast. Kein Prunk. Aber alles daran roch nach Zuhause.

Blumenbeete säumten den Weg – selbstgezogene, wild wachsende Farben.

Ein paar Stängel waren krumm, einige Blüten zu früh aufgegangen.

Aber genau das machte sie schön.

Cabba, Nalli, Junu und Reka standen davor.

Nalli wirkte völlig entspannt. Junu wachsam. Reka neutral.

Und Cabba … schwitzte bereits, noch bevor jemand geöffnet hatte.

Nalli (leicht lachend):

„Keine Sorge. Mein Vater ist harmlos. Meistens.“

Reka (trocken):

„Das sagst du, weil du sein Liebling bist.“

Junu (rollt mit den Augen):

„Er knuddelt dich ja sogar, sobald er dich sieht.“

Nalli (unschuldig, fast schelmisch):

„Er sagt, meine Aura fühlt sich an wie der Frühling.“

Cabba (halb geflüstert):

„Was, wenn er meine wie einen plötzlichen Wetterumschwung findet?“

Bevor jemand antworten konnte, quietschte die Tür sanft – und Lareya stand da.

Sie wirkte jung. Nicht nur im Gesicht – sondern im ganzen Wesen.

Große, klare Augen, ein freundliches Lächeln, und in der Hand ein Küchentuch,

als hätte sie eben noch Teig geknetet.

Lareya:

„Ihr seid da! Oh, kommt rein – bevor Haron euch draußen festquatscht!“

Nalli sprang fast die Stufen hinauf und schloss ihre Mutter in die Arme.

Es war kein kurzer Gruß, sondern ein tiefes, festes Willkommen.

Eines, das nicht nur Körper, sondern Herz umschloss.

Cabba trat langsamer näher – mit dem Blick eines Soldaten,

der ein Minenfeld erwartet, aber weiß, dass er trotzdem durch muss.

Drinnen war es warm. Nicht nur durch die Luft – sondern vom Gefühl.

Ein sanfter Duft nach frischem Brot, nach altem Holz und Lavendel lag in der Luft.

Das Haus war klein, doch es fühlte sich weit an. Es atmete Nähe, Geschichte –

nicht durch Bilder, sondern durch Stille.

Durch die Art, wie der Tisch gedeckt war. Wie die Decken lagen.

Wie der Herd noch warm war.

Und dann – Schritte.

Haron trat aus dem hinteren Zimmer.

Auch er wirkte jung. Ein kräftiger Saiyajin, mit einem verschmitzten Blick

und einem Lächeln, das sofort verriet, wer ihm am meisten bedeutete.

Sobald er Nalli sah, leuchtete sein Gesicht auf.

Haron:

„Meine Blüte!“

Er hob sie – einfach so – wie ein Kind, das nie zu schwer geworden war.

Nalli lachte, ließ es geschehen, wie immer, und hielt ihn dann fest.

Junu (leise):

„Sag ich ja.“

Cabba stand inzwischen aufrecht, die Arme an den Seiten,

bereit zur Verbeugung, zum Gruß – zum Überleben.

Haron stellte Nalli ab, drehte sich dann zu Cabba.

Er musterte ihn. Lang. Nicht feindselig – aber sehr genau.

Dann – ein Schritt. Ein kurzes Nicken. Ein strenger Blick.

Ein ausgestreckter Arm – fest, gerade, kontrolliert.

Cabba hob die Hand – doch bevor er den Griff erwidern konnte,

kicherte Lareya hinter ihnen.

Lareya:

„Oh, bitte.

Er war nervöser als bei seinem ersten Elitetrupp-Einsatz.

Hat zwei Hemden durchgeschwitzt und das Brot angebrannt.“

Haron (grummelnd):

„Lareya…!“

Nalli (lachend):

„Papa! Du hast wieder versucht, den Strengen zu machen?“

Reka (halb amüsiert):

„Hat er bei Junu und mir auch.“

Cabba (überfordert, aber gerührt):

„Ich… bin sehr geehrt, Haron.“

Haron sah ihn noch einen Moment lang an – dann zog er ihn kurzerhand in eine Umarmung.

Haron:

„Wenn meine Tochter dich so ansieht, habe ich keine Zweifel.

Aber wehe, du brichst ihr das Herz.

Dann hilft dir dein Super-Saiyajin auch nicht.“

Cabba:

„Verstanden … sehr deutlich.“

Alle lachten. Und während sich das Haus füllte – mit Gesprächen,

mit Stimmen, mit Tee, der nach Nelken roch –

fiel ein Sonnenstrahl durch das kleine Fenster in der Küche.

Ein ganz normaler Tag. Ein ganz normales Haus.

Und mittendrin:

etwas, das langsam begann, wie Familie zu wirken.

__

Kapitel 128 – Die Schwelle

Der Nachmittag war still geworden. Die Sonne stand etwas tiefer,

warf weiche Schatten über die Straßen, und das warme Licht

ließ selbst die alten Steine des Dorfes wie Erinnerungen glänzen.

Cabba, Nalli, Reka und Junu verließen das Haus von Haron und Lareya,

noch begleitet vom Duft nach Tee, und einem Lächeln, das nachwirkte.

Doch schon nach den ersten Schritten änderte sich die Stimmung.

Nalli (fast beiläufig):

„Also … zu Junus Vater, ja? Wir haben noch Zeit vor Sonnenuntergang.“

Cabba (zögernd, aber bemüht ruhig):

„Wenn du willst, Junu … wir können auch vorher—“

Junu blieb stehen. Mitten auf dem Weg.

Die anderen hielten automatisch an.

Junu:

„Ich will nicht.“

Kein Zögern. Keine Weichheit. Nur Klarheit.

Und etwas darin, das mehr war als Trotz.

Nalli trat vorsichtig einen Schritt näher.

Nalli:

„Wir müssen nichts überstürzen. Aber er wird sich freuen, dich zu sehen.“

Junu (ohne sich umzudrehen):

„Er weiß nicht mal, dass ich komme.“

Reka:

„Du hast ihm nichts gesagt?“

Junu schüttelte den Kopf. Langsam. Fest.

Dann – eine Bewegung. Sie atmete ein, nur ein einziges Mal – tief.

Und ihre Aura brach aufNicht wütend. Nicht wild. Aber mächtigGezielt.

Die Straße unter ihren Füßen bekam Risse. Stein splitterte.

Ein leichter Druck legte sich auf die Brust der anderen,

als würde der Schmerz, den sie nie ausgesprochen hatte,

plötzlich einen Klang gefunden haben. Dann stieg sie auf.

Ohne ein Wort. Ohne einen Blick. Sie flog zurück. In Richtung ihres Hauses.

Die Aura ließ Wäscheleinen flattern, lockerte Schindeln von Dächern.

Doch sie zerstörte nichts. Sie floh nicht. Sie zog sich zurück.

Wie jemand, der weiß, dass es gleich wehtut.

Stille. Kein Wort. Nur der Wind, der sich wieder sammelte,

nachdem er so lange zurückgehalten worden war.

Cabba senkte den Blick. Dann hob er ihn wieder.

Nalli atmete einmal tief durch. Reka sagte nichts.

Aber alle drei flogen los. Hinter ihr her.

Nicht um sie zu holen – sondern um da zu sein.

__

Kapitel 129 – Zwischen den Worten

Der Wind hatte sich gelegt.

Nur das Flirren der Wärme hing noch über den Hügeln,

und das Licht der tieferstehenden Sonnen

warf lange Schatten auf die Wände der Häuser.

Asera saß auf der kleinen Holzbank vor dem Haus.

Ein Becher dampfte in ihrer Hand, und die Welt war für einen Moment einfach –

ruhig, geerdet, klar. Dann – eine Bewegung am Horizont. Energie, nicht laut,

aber auffällig. Gezügelt, aber nicht vergessen.

Junu kam zuerst. Schnell. Gezielt.

Die Aura noch immer leicht aufgeladen, wie ein Strom,

der sich nicht vollständig zurückgezogen hatte. Sie landete hart,

ging schnellen Schrittes am Haus vorbei und verschwand sofort im Inneren.

Keine Begrüßung. Kein Blick zurück.

Asera sah ihr nach – die Stirn leicht gerunzelt, aber nicht wertend.

Nur beobachtend. Wenige Sekunden später tauchten Cabba, Nalli und Reka auf.

Weniger Eile, aber mehr Gewicht in der Art, wie sie gingen.

Cabba war der Erste, der Asera bemerkte.

Er richtete sich leicht auf, versuchte zu lächeln – vergeblich.

Asera stellte den Becher zur Seite, stand langsam auf und trat ihm entgegen.

Asera (ruhig, direkt):

„Ihr seid früh zurück. Was ist passiert?“

Cabba senkte den Blick, fuhr sich mit der Hand durchs Haar,

suchte nach Worten, die nicht größer wirkten, als sie durften.

Cabba:

„Wir … wollten zu Junus Vater.

Aber sie hat’s abgebrochen. Nicht laut. Aber deutlich.“

Asera:

„Hat sie etwas gesagt?“

Nalli trat neben ihn. Ihr Blick war weich, aber nicht weniger ernst.

Nalli:

„Nur: ‚Ich will nicht.‘ Dann hat sie ihre Aura entfesselt.

Kurz. Heftig. Und ist geflogen.“

Reka schwieg. Aber ihr Blick wanderte zum Fenster,

hinter dem sich Junu verkrochen hatte.

Asera atmete langsam aus. Nicht enttäuscht. Nicht wütend. Nur wach.

Asera:

„Gebt ihr einen Moment. Wenn sie sich beruhigt hat, rede ich mit ihr.“

Cabba:

„Du glaubst, sie will reden?“

Asera:

„Ich glaube, sie weiß nicht, dass sie es darf.“

Stille. Dann nickten alle. Reka ging ins Haus. Cabba blieb draußen,

ließ sich auf den Boden sinken. Nalli setzte sich leise neben ihn,

legte eine Hand auf seine Schulter.

Und Asera blieb noch einen Moment stehen.

Ihr Blick auf das Fenster gerichtet.

Denn sie wusste:

Manche Türen lassen sich nicht öffnen.

Aber man kann davor sitzen – bis jemand von innen den Griff berührt.

__

Kapitel 130 – Was bleibt, wenn man schweigt

Die Sonne hatte sich halb hinter den Hügeln gesenkt.

Das Licht wurde weicher, streifte die Dächer,

malte lange Linien auf die Steine vor dem Haus.

Caulifla und Kale saßen noch kurz unter dem Baum,

sprachen nicht, bewegten sich kaum – doch als sie Junu sahen,

wie sie langsam aus der Tür trat, zogen sie sich wortlos zurück.

Kale warf ihr einen mitfühlenden Blick zu, Caulifla hob nur kurz die Hand.

Mehr brauchte es nicht.

Asera stand noch immer draußen. Ruhig. Wach.

Junu trat zögerlich näher.

Die Schultern gesenkt, der Blick nach unten.

Junu:

„Ich dachte, du wärst reingegangen.“

Asera:

„Ich dachte, du würdest irgendwann rauskommen.“

Stille. Kein Lächeln. Kein Druck. Nur diese unverrückbare Ruhe,

die Asera immer dann ausstrahlte, wenn andere innerlich zitterten.

Junu setzte sich langsam auf die Bank. Nicht ganz nah.

Aber nicht mehr weit genug entfernt, um ihre Distanz aufrechtzuerhalten.

Junu:

„Ich hab ihn fast ein Jahr nicht gesehen.

Meinen Vater.“

Asera sagte nichts. Aber sie hörte. Vollständig.

Junu:

„Ich war einmal da. Nur kurz. Hab ihm Nalli vorgestellt.

Und dann … bin ich wieder gegangen.

Weil sie da war.“

Das Wort „sie“ kam ohne Namen. Ohne Wut. Aber auch ohne jede Zärtlichkeit.

Junu:

„Er hat eine neue. Seit fünf Jahren. Er sagt, sie ist nicht wie Mama.

Aber genau das ist das Problem.“

Asera blickte geradeaus. Noch immer kein Wort. Nur das Warten –

nicht auf eine Antwort, sondern auf das, was darunter liegt.

Junu:

„Ich weiß, dass ich unfair bin.

Aber ich kann nicht … nicht so tun, als wäre das normal.

Als wäre das nicht … Verrat.“

Asera:

„Du meinst Verrat – an deiner Mutter?“

Junu nickte langsam. Ein einziges Mal. Dann sah sie zum Boden.

Junu:

„Sie war … alles.

Still. Stark.

Nie laut, aber immer da.

Und jetzt ist da jemand –

der das ersetzen soll.“

Asera:

„Und du fühlst, als würde ihre Stelle überschrieben.“

Junu:

„Ja.“

Stille. Kein Wind. Nur zwei Sonnen, die sich in der Ferne dem Horizont neigten.

Asera:

„Dein Vater trauert auf seine Weise.

Du auf deine.

Das ist nicht Verrat, Junu.

Das ist … Überleben.“

Junu:

„Dann fühlt es sich falsch an, überlebt zu haben.“

__

Kapitel 131 – Der Name im Staub

Asera wandte nun den Kopf. Langsam. Nicht fordernd,

aber mit einer Klarheit, die keine Ablenkung zuließ.

Ihr Blick traf Junu direkt.

Asera:

„Wie hieß deine Mutter?“

Junu schwieg kurz.

Dann – fast tonlos, aber ohne Zögern:

Junu:

„Ihr Name war Irelle.“

Asera nickte. Einmal. Langsam.

Sie wusste von Cabbadass Junus Mutter gestorben war.

Aber nicht wie. Nicht wo. Nicht wer.

Asera:

„Erzähl mir von ihr.“

Junu atmete flach ein.

Sie zögerte. Nicht aus Misstrauen.

Sondern weil Worte manchmal wehtun, selbst wenn sie heilen sollen.

Junu:

„Ich bin nicht auf Sadala aufgewachsen.

Wir lebten auf einem kleinen Außenposten.

Ein Planet … nicht mal groß genug für eine eigene Hauptstadt.“

Sie blickte in die Ferne, als könnte sie ihn sehen.

Junu:

„Dort waren fast nur Militärfamilien stationiert.

Meine Mutter war Teil der Garnison.

Mein Vater – ein Zivilist.

Er arbeitete in der Kommunikation.“

Eine Pause.

Dann:

Junu:

„Als ich neun war, kamen Piraten. Nicht eine Bande – eine ganze Flotte.

Söldner, Plünderer. Sie wussten, dass der Außenposten schwach war.“

Ihre Stimme blieb ruhig, aber ihre Hände hatten sich ineinander verkrampft.

Junu:

„Meine Mutter … hat gekämpft. Bis zum Schluss.

Aber sie waren zu viele. Mein Vater hat mich in einen Flüchtlingstransporter gebracht.

Er hat mir erst später gesagt, dass sie nicht mitkam. Dass … sie gefallen ist.“

Asera sah sie lange an.

Still.

Asera:

„Wie hieß der Planet?“

Junu brauchte einen Moment.

„Averas.

Er wurde später wieder kolonisiert, nachdem die Piraten vertrieben waren.

Aber ich war nie mehr dort. Ich weiß nur, dass er noch existiert.“

Asera:

„Du hast nie versucht, zurückzugehen?“

Junu:

„Nein. Es war nie die Zeit.

Und ich wusste nicht, was ich dort suchen sollte.“

Stille. Die Schatten der beiden Sonnen wurden länger.

Dann – ganz ruhig:

Asera:

„Und mit deinem Vater …

hast du je mit ihm darüber gesprochen?

Was passiert ist? Was er gefühlt hat?“

Junu schüttelte den Kopf. Nicht heftig. Nur einmal. Langsam.

Fast, als hätte sie sich selbst nie gefragt, warum.

Asera:

„Vielleicht solltest du. Nicht für ihn. Sondern für dich.“

Junu:

„Ich weiß nicht, ob ich das kann.“

Asera:

„Dann fang nicht mit den richtigen Worten an.

Fang mit den echten an.“

Junu sah sie an. Und dieses Mal – blieb der Blick.

Lang. Verwundet. Aber offen.

__

Kapitel 132 – Was verbindet

Die Luft war mild geworden. Die Schatten lang, die Geräusche weicher.

Alles wirkte, als hätte der Tag einen Gang zurückgeschaltet.

Ein langsames Innehalten, bevor die Nacht die letzten Farben verschluckte.

Asera erhob sich von der Bank, schob den Ärmel leicht zurück und drehte sich zu Junu.

Asera:

„Hol Cabba, Nalli und RekaIch mach gleich Abendessen. Heute mal wieder für alle.“

Junu blinzelte.

Dann schüttelte sie fast unmerklich den Kopf.

Junu:

„Du bist die stärkste Frau, die ich kenne … und du liebst es, für uns zu kochen.“

Asera lächelte.

„Nur für euch.“

Später – beim Essen

Der Tisch war einfach gedeckt.

Nichts Feines,

aber warm, duftend, lebendig.

Reis, Gemüse, gebratene Stücke Fleisch –

leicht scharf, genau richtig.

Ein Hauch Zitrus in der Luft.

Caulifla hatte drei Portionen.

Kale wachte darüber,

dass es nicht vier wurden.

Cabba aß langsam,

noch immer etwas nachdenklich.

Nalli schwärmte leise über die Würze.

Und Reka kaute so ruhig,

als würde sie Aseras Kochen analysieren

wie eine Kampfstrategie.

Asera saß zwischen ihnen.

Ihr Blick wanderte –

nicht prüfend,

sondern wahrnehmend.

Und dann blieb er an Junu hängen.

Die saß neben Nalli,

den Teller halb geleert,

die Schultern etwas entspannter.

Nicht leicht –

aber gelöst.

Asera:

„Wie habt ihr euch eigentlich kennengelernt, du und Reka?“

Junu hob den Blick.

Nicht überrascht –

nur kurz zögernd.

Dann sah sie zu Reka.

Junu:

„Sie hat uns geholfen.

Damals. Nach Averas.“

Reka:

„Ich war neun. Wie Junu.

Ich hab damals mitgeholfen,

so gut ich konnte.“

Junu

(halb lächelnd):

„Sie hat mir einen Apfel gebracht.

Einen kleinen, grünen, total sauren Apfel.

Aber ich hab ihn gegessen,

als wär’s das Beste der Welt.“

Reka:

„So hat unsere Freundschaft angefangen.“

Ein kurzer Moment entstand –

einer, der nicht laut war,

aber vollkommen.

Wie zwei Hände,

die sich in einem stillen Raum berühren.

Dann beugten sie sich gleichzeitig zueinander,

noch kauend, halb grinsend,

und gaben sich einen kurzen Kuss.

Zärtlich. Echt.

Junu

(mit halb vollem Mund):

„Und ist zu mehr geworden.“

Caulifla verschluckte sich fast vor Überraschung,

Kale stupste sie mit dem Ellenbogen.

Cabba lächelte schwach,

Nalli seufzte leise –

nicht melancholisch,

sondern wie jemand,

der etwas spürt,

das ihn nicht mehr verlässt.

Und Asera?

Sie sah nur zu.

Kein Kommentar.

Kein Urteil.

Nur dieses leise, kaum sichtbare Nicken –

als hätte sie verstanden,

dass manche Verbindungen leiser beginnen

als andere je enden.

__

Kapitel 133 – Einladung der Königin

Der Morgen war noch jung.

Der Himmel in zartem Blau,

mit Spuren von Nebel,

die sich langsam von den Hügeln lösten.

Ein leiser Wind strich durch die Halme,

und über Sadala lag die Art von Stille,

die nur am Rand eines neuen Tages existiert.

Asera saß vor dem Haus,

den Blick auf den Horizont gerichtet.

Die Tasse in ihrer Hand war noch warm,

doch ihre Gedanken längst woanders.

Nicht durch Lärm,

nicht durch Ankündigung –

aber durch das, was sie fühlte.

Was sich näherte.

Nicht gefährlich.

Aber wach.

Entschlossen.

Mirella.

Sie war noch nicht zu sehen,

doch Asera hatte sie längst gespürt –

in der Luft,

in der Art, wie sich der Wind veränderte,

wie das Licht eine Nuance tiefer wurde.

Kurz darauf hörte sie es.

Ein sanftes Klopfen,

am Nachbarhaus –

dem, in dem Cabba, Reka, Nalli und Junu schliefen.

Oder geschlafen hatten.

Mirella trat ein.

Ohne Eile.

Ohne Ankündigung.

Asera blieb sitzen.

Im Inneren des Hauses blieb es still.

Keine Stimmen drangen nach außen.

Nur ein leichter Widerhall –

als spräche jemand mit Ruhe,

und alle hörten zu.

Hinter Asera öffnete sich leise eine Tür.

Kale trat hinaus,

verschlafen, mit zerzaustem Haar.

Kurz darauf Caulifla,

gähnend, die Arme über dem Kopf verschränkt.

Kale:

„Ist jemand da?“

Asera nickte.

Asera:

„Die Königin.“

Caulifla:

„Ach. Früh für sowas.“

Doch sie sagte es ohne Spott.

Eher mit Respekt.

Gemeinsam frühstückten sie.

Einfach.

Brot, Früchte, heißer Tee.

Dann verschwanden Kale und Caulifla zum Training –

Körper in Bewegung,

Herzen in Einklang.

Asera blieb.

Wie ein Schatten, der sich nicht verzieht,

sondern wacht.

Dann – Schritte.

Mirella trat wieder ins Freie.

Ihre Haltung war ruhig.

Wie jemand, der Antworten erhalten hatte –

aber keine Ruhe.

Noch nicht.

Sie sah Asera.

Sofort.

Mirella:

„Du hast mich gespürt.“

Asera nickte kaum merklich.

Asera:

„Schon in der Luft.“

Mirella kam näher,

blieb auf gleicher Höhe stehen.

Mirella:

„Ich habe mit deinen Gefährten gesprochen“,

sagte sie – ruhig,

fast so, als wolle sie ihr eigenes Urteil noch abwarten.

„Sie haben mir erzählt, was du bist.

Was du getan hast.“

Asera antwortete nicht.

Doch sie wich auch nicht aus.

Ihre Augen ruhten auf Mirella

still, durchdringend, nicht bewertend.

Nicht verteidigend.

Mirella ließ den Blick über sie gleiten –

über den Körper,

der Kraft ausstrahlte,

doch nicht Härte.

Da war keine Pose, keine Geste.

Nur Präsenz.

Mirella:

„Und doch…

verstehe ich es nicht.

Nicht ganz.

Vielleicht muss man es sehen,

um es zu begreifen.“

Ein Windstoß fuhr durch das Gras,

ließ einzelne Halme tanzen –

doch die beiden Frauen standen still.

Wie zwei Pole,

gleich stark,

gegensätzlich.

Und doch verbunden

durch etwas Unsichtbares.

Mirella hob das Kinn.

Ihre Stimme war leise,

aber klar:

Mirella:

„Heute Abend.

Komm in den Palast. Allein.

Kein Empfang. Kein Hofstaat.

Nur du und ich.“

Asera schwieg einen Moment.

Dann kam ein einziges Wort –

fast zu ruhig,

um als Antwort zu gelten.

Und doch war es mehr als Zustimmung:

Asera:

„Ich komme.“

Mirella nickte.

Einmal.

Dann wandte sie sich ab.

Mit einem kraftvollen Satz

erhob sie sich in die Luft.

Ihre Aura entfaltete sich,

klar und königlich.

Wortlos

verschwand sie zwischen den Wolken –

zurück zu den Hallen des Palastes.

__

Kapitel 134 – Entscheidungen

Die Wolken hatten sich bereits aufgelöst.

Nur die klare Luft blieb zurück,

und das Gras vor dem Haus

flimmerte sanft im Licht des beginnenden Tages.

Asera stand noch immer dort,

wo sie Mirella verabschiedet hatte.

Die Aura der Königin war längst verschwunden –

aber der Eindruck blieb.

Wie ein Versprechen.

Wie ein Ruf.

Die Stille um sie herum war nicht leer,

sondern gespannt –

wie ein Moment vor dem nächsten Schritt.

Hinter ihr öffnete sich die Tür.

Cabba, Reka, Nalli und Junu traten hinaus.

Noch etwas müde,

die Haare zerzaust,

aber wach genug,

um zu wissen, dass etwas bevorstand.

Asera wandte sich leicht,

blickte Reka direkt an.

Asera

(sachlich, mit einem Hauch von Schmunzeln):

„Sieht so aus, als hätte ich heute Abend etwas vor.“

Reka zuckte kaum merklich mit den Schultern,

doch ein Lächeln lag in ihren Augen.

Reka:

„Wir auch.“

Ihr Blick wanderte zu Junu.

Die stand still,

die Hände locker an der Seite,

aber ihr Atem ging etwas schneller.

Dann –

ganz leise,

als spreche sie es zuerst für sich selbst aus:

Junu:

„Wir besuchen meinen Vater.“

Niemand sagte etwas.

Nicht sofort.

Aber in der kurzen Stille lag mehr Zustimmung

als jedes Wort tragen könnte.

Nalli legte ihre Hand sanft an Junu’s Rücken.

Cabba nickte ihr zu – ruhig, präsent.

Und Reka stand einfach da,

wie jemand, der nicht fragen muss,

ob sie gebraucht wird.

Asera trat nicht näher,

aber ihre Stimme war weich,

klar und aufrichtig:

Asera:

„Gut.“

Dann wandte sie sich ab,

blickte in den Himmel.

Zwei Wege lagen an diesem Tag vor ihnen –

einer ins Herz der Vergangenheit,

einer in die Tiefen der Wahrheit.

Und beide würden entscheiden,

wie es weiterging.

__

Kapitel 135 – Der Schritt

Der Abend war still.

Kein Wind. Kein Ruf.

Nur die letzten Sonnenstrahlen,

die wie warme Finger über die Dächer glitten.

Vier Silhouetten schwebten durch die Luft –

nicht schnell,

aber entschlossen.

Cabba, Reka, Nalli und Junu

flogen Seite an Seite,

dem Süden entgegen,

wo die Stadt sich sanft in Hügel auflöste

und die Häuser kleiner, einfacher wurden.

Dort –

zwischen zwei Bäumen

und hinter einem unscheinbaren Weg –

lag es:

ein schlichtes, verputztes Haus

mit weißem Putz,

dunklen Fensterläden

und einem kleinen Garten davor,

in dem ein paar Blumen wuchsen.

Sie waren nicht perfekt.

Manche standen schief,

ein paar welkten schon leicht.

Aber sie waren gesetzt worden –

mit Mühe.

Mit Absicht.

Junu landete als Letzte.

Kaum hatten ihre Füße den Boden berührt,

veränderte sich ihre Haltung.

Die Schultern sanken,

der Blick wich zurück,

und ihr Ki flackerte leicht auf –

unruhig, zögernd.

Die Augen glitten zur Seite,

wie auf der Suche nach einem Ausweg.

Doch bevor sie auch nur einen Schritt zurückweichen konnte,

trat Nalli neben sie.

Nicht grob.

Nicht drängend.

Nur bestimmt.

Sie hob die Hand

und klopfte –

kurz, fest, schmerzlos.

Nalli

(ohne sich umzudrehen):

„Wir sind doch da.“

Junu starrte sie an.

Einen Moment lang

wirkte es, als hätte sie den Atem angehalten.

Dann atmete sie aus –

langsam,

wie jemand, der wusste:

Jetzt gibt es kein Zurück.

Hinter der Tür bewegte sich etwas.

__

Kapitel 136 – Unangekündigt

Die Tür öffnete sich langsam –

ein sanftes Knarren,

das sich anhörte wie ein zu plötzlich geweckter Moment.

Eine Frau stand dort.

Jünger als Junus Vater,

in einem einfachen Kleid,

mit offenen, überraschten Augen

und einem Lächeln,

das gleichzeitig verlegen und bemüht herzlich wirkte.

Sarella.

Sie brauchte einen Moment.

Dann erkannte sie zumindest Nalli und Reka
(Junu hatte sich halb hinter Reka versteckt)

und trat instinktiv einen Schritt zur Seite.

Hinter ihr –

ein Mann,

muskulös, aufrecht,

mit einem Blick,

der gleichzeitig suchte und zögerte.

Tarven.

Junus Vater.

Er sagte nichts – noch nicht.

Denn Nalli war schneller.

Nalli

(lächelnd, mit fester Stimme):

„Hallo, Sarella.

Hi Tarven.

Lange nicht gesehen.“

Sarella erwiderte das Lächeln –

kurz, noch etwas überrumpelt,

doch nicht abweisend.

Sarella:

„Ihr… habt uns überrascht.“

Nalli:

„Wär auch kein echter Besuch von uns, wenn wir’s nicht täten.“

Ein angedeutetes Schmunzeln.

Dann wich Sarella ganz zurück,

öffnete die Tür weiter –

auch wenn ihr Blick längst auf Junu ruhte.

Tarven wirkte, als hätte er sie atmen hören,

bevor er sie sah.

Die Spannung in seinen Schultern löste sich nicht –

sie wurde eher… dichter.

Cabba und Reka traten leicht zur Seite,

ließen Junu Platz.

Und sie kam.

Langsam.

Der Blick fest auf die Stufe vor ihr gerichtet,

nicht auf die Gesichter.

Dann blieb sie stehen.

Vor ihren Vater.

Vor Sarella.

Und sagte – fast zu leise für das,

was es bedeutete:

Junu:

„Das ist Cabba.“

(pause)

„Mein… Unser Partner.“

Tarven blinzelte.

Sarella hob die Brauen –

nicht skeptisch,

eher überrascht.

Junu trat einen kleinen Schritt zurück,

atmete einmal durch

und hob dann langsam den Blick.

Junu:

„Reka und Nalli… kennt ihr ja.“

Tarven nickte.

Nur ein Hauch von Bewegung.

Doch seine Augen blieben auf Junu.

So viele Worte

wollten durch diese Blicke hindurch –

und fanden doch keinen Ausgang.

Dann sagte Sarella leise:

Sarella:

„Kommt doch rein.

Es ist… schön, dass ihr hier seid.“

Und für einen Moment –

einen ganz kurzen –

wurde das Haus weiter

als es war.

__

Kapitel 137 – Ein Platz bleibt nie leer

Die Tür fiel leise ins Schloss,

und die Geräusche im Inneren waren plötzlich ganz nah:

das Klappern von Geschirr,

das leise Anstoßen einer Kanne,

ein Schritt zu viel in der Küche –

alles wirkte wie ein Versuch,

Normalität herzustellen,

wo sie längst verloren gegangen war.

Sarella bewegte sich schnell,

fast zu schnell.

Sie redete kaum,

aber man hörte sie arbeiten:

Tassen, Teller, dampfendes Wasser.

Sie stellte Kräutertee auf,

schnitt frisches Brot,

richtete ein paar kleine Speisen an –

nicht prunkvoll,

aber voller Mühe.

Es war keine Routine.

Es war Hoffnung.

Eine stille Hoffnung,

dass dieser Abend halten möge.

Im kleinen Essbereich

saßen nun fünf Saiyajin –

und nur einer von ihnen suchte nach Worten.

Tarven saß mit steifem Rücken am Tisch,

die Hände ineinander verschränkt,

die Augen mehrmals auf Junu gerichtet,

aber nie lange genug,

um sie wirklich zu erreichen.

Dann schließlich –

ein tiefer Atemzug.

Ein Blick,

der nicht mehr auswich.

Tarven

(heiser, aber klar):

„Du hast mir gefehlt.“

(pause)

„So sehr.“

Junu sah ihn an.

Kein Lächeln.

Aber auch kein Rückzug.

Sie hörte –

diesmal nicht nur mit den Ohren,

sondern mit allem,

was in ihr still geblieben war.

Tarven:

„Ich hab so oft überlegt…

wie es sein würde,

wenn du wieder vor dieser Tür stehst.

Aber jetzt bist du da…

und ich weiß nicht, was ich sagen soll.“

Er schwieg.

Nicht aus Unsicherheit –

sondern aus Echtheit.

Weil manchmal das bloße Dasein

mehr Mut braucht als jede Entschuldigung.

Junu

(ruhig, fast brüchig):

„Ich weiß es ja selbst nicht.“

Dann setzte sie sich.

Ohne Geste.

Ohne Zeremoniell.

Aber mit einer Stille,

die mehr sagte als jedes Wort.

Cabba, Reka und Nalli blieben ebenfalls still –

nicht aus Unsicherheit,

sondern aus Respekt.

Sarella kam mit dem Tee,

stellte ihn ab,

und sagte mit einem sanften Lächeln:

Sarella:

„Ich hab den genommen, den du früher gern hattest.

Kamillengrün mit Bittenbeeren.

Ich… hab gehofft, du erinnerst dich noch.“

Junu nickte.

Nur ganz leicht.

Und als sie die Tasse hob,

war es wie ein erstes Einverständnis –

noch keine Vergebung,

aber ein Schritt.

Ein Platz,

der nie leer geblieben war –

sondern nur gewartet hatte.

__

Kapitel 138 – Wenn Kräfte Beben

Der Tee war kaum eingeschenkt,

die ersten Gespräche noch zögerlich –

da vibrierte plötzlich der Boden.

Nicht stark,

nicht gefährlich.

Aber spürbar.

Als würde die Luft selbst kurz innehalten.

Als würde etwas kommen,

das nicht mehr überhört werden konnte.

Dann –

ein Puls.

Ein Ruck.

Eine Aura raste durch die Stadt,

so gewaltig,

so übermächtig,

dass alle für einen Moment den Atem anhielten.

Tarven sprang auf,

sein Stuhl kippte beinahe um.

Sein Blick schoss zum Fenster,

als könnte er dort eine Antwort finden –

doch draußen war nur der Himmel,

noch golden vom Restlicht des Abends.

Tarven

(fassungslos, flüsternd):

„Diese Aura… wieder.“

Sarella war bleich geworden,

die Teekanne noch in der Hand,

aber völlig vergessen.

Ihre Stimme zitterte leicht.

Sarella:

„Der König hat zwar gesagt,

diese Energie tauche manchmal auf…

und dass sie ungefährlich sei.

Aber ich weiß ja nicht…

So etwas kann doch nicht… normal sein.“

Nalli

(zuckte leicht mit den Schultern, grinsend):

„Asera scheint sich heute nicht zurückzuhalten.“

Reka

(ernster, fast mit Sorge):

„Meine Mutter…

sie will doch nicht wirklich gegen sie kämpfen, oder?“

Tarven drehte sich langsam um,

die Stirn in Falten,

die Augen weit aufgerissen.

Seine Stimme klang brüchig –

als würde sein Weltbild gerade einstürzen.

Tarven:

„Ihr wollt mir jetzt nicht sagen,

diese… unglaubliche Kraft…

kommt von einer Saiyajin?!“

Junu

(leise, beinahe entschuldigend):

„Diese Kraft… stammt irgendwie von meiner Schwiegermutter.“

Cabba nickte langsam.

Reka ebenso –

ohne Stolz,

aber mit der Ruhe von jemandem,

der längst akzeptiert hat,

dass manche Kräfte

nicht mehr verglichen werden können.

Reka:

„Bitte sagt das niemandem.

Sie will nicht, dass man sie wie ein Wesen behandelt.

Sie ist einfach… Asera.“

Tarven setzte sich langsam wieder,

als müsste er sich selbst daran erinnern,

dass sein Körper noch gehorchte.

Er sah zu Junu,

zu Cabba,

zu Reka.

Dann –

ein einziges, langsames Kopfschütteln.

Tarven:

„Ich dachte, ich hätte schon alles gesehen…

aber eine Saiyajin,

deren Kraft die Stadt selbst beben lässt…

das übersteigt meinen Verstand.“

Sarella

(leise, aber mit einem kleinen, bewundernden Lächeln):

„Dann siehst du heute Abend wohl noch mehr,

als du je für möglich gehalten hättest.“

__

Kapitel 139 – Wenn der Horizont sich weitet

Die Aura hatte sich längst wieder gelegt.

Doch der Nachhall vibrierte noch leise in den Gliedern.

Nicht als Angst –

sondern wie das Echo eines Donners,

den man nicht so schnell vergisst.

Doch nach dem Schock

löste sich die Spannung.

Tarven lachte leise,

als Cabba etwas über die Unterschiede der Militärküchen erzählte.

Sarella reichte neuen Tee nach,

diesmal mit ruhiger Hand,

als hätte sich auch in ihr etwas gesetzt.

Tarven:

„Du bist also bei der Armee?

Ein Mann mit Disziplin.

So einem kann man seine Tochter anvertrauen.“

Cabba lächelte verlegen,

aber aufrichtig.

Cabba:

„Ich war in der Armee, ja.

Aber… seit einiger Zeit bin ich Teil eines anderen Teams.

Wir kämpfen nicht mehr für Sadala allein –

sondern für unser ganzes Universum.“

Tarven hob leicht die Braue.

Tarven:

„Wie meinst du das – Universum?“

Cabba:

„Ich weiß, das klingt seltsam.

Aber es gibt nicht nur unser Universum.

Es gibt mehrere Universen.

Zwölf insgesamt.

Jedes hat seine eigenen Welten, Kulturen… Kämpfer.“

Tarven sah ihn ungläubig an.

Sarella hielt für einen Moment den Atem an.

Cabba fuhr fort –

ruhig, sachlich,

aber nicht ohne Stolz.

Cabba:

„Unser Team – wir repräsentieren Universum 6.

Im Auftrag von Champa, dem Gott der Zerstörung.

Er ist… nun, eine Art Aufpasser über Leben und Ordnung.

Und keine Sorge –

er ist manchmal laut, aber nicht böse.“

Sarella:

„Ein Gott der Zerstörung? Und ihr kämpft für ihn?“

Cabba nickte.

Cabba:

„Er sorgt dafür, dass das Gleichgewicht bestehen bleibt.

Wir wurden von seiner Assistentin Vados ausgewählt.

Und Junu… ist jetzt auch Teil dieses Teams.“

Tarven sah sofort zu Junu

nicht entsetzt,

sondern mit einer Mischung aus Stolz und Sorge.

Tarven:

„Du?“

Junu senkte leicht den Kopf,

aber ihre Stimme war ruhig.

Junu:

„Ich hab’s mir ausgesucht.

Weil ich etwas beschützen will.“

Reka legte eine Hand auf ihre Schulter.

Still. Sicher.

Cabba übernahm wieder das Wort.

Cabba:

„Erst vor drei Tagen haben wir gekämpft.

Gegen ein anderes Universum –

Universum 7.

Es war ein offizieller, respektvoller Kampf.

In einer Arena, die der Gott der Zerstörung aus Universum 7, Beerus, extra geschaffen hat –

damit keine Stadt, kein Leben, kein Planet Schaden nimmt.“

Tarven:

„Und? Wie ist es ausgegangen?“

Cabba lachte leise.

Ein ehrliches, fast schuldbewusstes Lächeln.

Cabba:

„Unentschieden.

Weil Asera… na ja…

sie hat die Arena aus Versehen pulverisiert.“

Sarella:

„Aus… Versehen?“

Cabba:

„Ja. Sie wollte den Kampf beenden –

und das Material der Arena hat dem nicht standgehalten.“

Tarven schüttelte leicht den Kopf,

diesmal nicht aus Unglauben,

sondern aus langsam wachsender Anerkennung.

Tarven:

„Ich verstehe langsam…

warum du nicht wolltest, dass ich es gleich weiß.“

Junu nickte stumm.

Und Sarella –

legte ihr nun, fast zärtlich, eine Hand auf den Arm.

Sarella:

„Aber du bist wieder hier.

Und das ist, was zählt.“

Draußen senkte sich der Abend.

Und drinnen –

wurde die Welt ein kleines Stück größer.

__

Kapitel 140 – Zwischen den Zeilen

Der Abend war weiter fortgeschritten.

Draußen zogen erste Schatten über die Dächer,

und das Licht war so weich geworden,

dass selbst die Geräusche leiser klangen.

Sarella war mit Nalli und Reka in der Küche,

Cabba räumte den Tisch ab –

und Junu stand noch einen Moment reglos im Flur.

Dann ein Schritt.

Ein Atemzug.

Sie drehte sich um.

Tarven saß noch im Wohnzimmer,

die Hände auf den Knien,

als wollte er gleich aufstehen –

doch er blieb sitzen,

als er sie sah.

Junu trat näher.

Langsam.

Nicht mehr zögernd –

aber auch nicht leicht.

Sie setzte sich auf die Bank gegenüber.

Er wartete.

Ohne sie zu drängen.

Junu:

„Ich bin nicht böse auf dich.“

Tarven hob leicht die Augenbrauen.

Still. Fragend.

Junu:

„Aber… ich war es. Lange.

Weil du es einfach getan hast.

Weil sie da war.

Weil… Mama weg war.“

Er senkte den Blick.

Ein tiefer Atemzug.

Kein Abwehrversuch. Kein Widerspruch.

Tarven:

„Ich hab mich oft gefragt,

ob du das je verstehen würdest.

Ob ich’s dir hätte sagen sollen – früher.

Aber ich… wollte dich nicht zerbrechen.“

Junu:

„Also hast du es in dich reingefressen.

So wie ich.“

Stille.

Dann – ein Nicken.

Junu:

„Ich hatte Angst.

Dass, wenn ich herkomme und sie sehe,

sie für dich mehr ist als Mama je war.“

Tarven:

„Das ist sie nicht.“

Junu:

„Aber sie ist da.

Und Mama nicht.“

Tarven sah sie nun direkt an.

Sein Blick war ruhig –

aber voller Risse,

die sich nie ganz verschließen ließen.

Tarven:

„Ich hab niemanden ersetzt, Junu.

Man kann niemanden ersetzen,

der einem das Leben bedeutet hat.“

Er machte eine kleine Bewegung mit der Hand,

als wollte er nach Worten greifen,

die ihm immer entglitten.

Tarven:

„Ich war allein.

Und irgendwann kam Sarella.

Sie hat nicht versucht, deine Mutter zu sein.

Sie war einfach… da.

Nicht als Ersatz.

Nur als Saiyajin.

Und ich… hab es zugelassen.“

Junu schwieg lange.

Dann:

Junu:

„Ich weiß nicht,

ob ich das je so fühlen kann.

Aber ich glaub dir.“

Sie sah zur Tür,

wo draußen wieder Stimmen zu hören waren –

leises Lachen, Schritte.

Junu:

„Weißt du…

Ich war lange wütend.

Und dann kam Asera.“

Tarven sah überrascht auf.

Junu:

„Zuerst hatte ich Angst vor ihr.

Weil… selbst Götter Respekt vor ihr haben.

Weil ihre Kraft alles übersteigt,

was ich mir je vorstellen konnte.“

Sie lächelte kurz.

Fast traurig.

Aber auch mit einer Ruhe,

die neu war.

Junu:

„Aber sie ist… nicht wie man denkt.

Sie ist nicht stolz, nicht laut.

Sie kocht für uns.

Sie hört zu.

Sie nimmt uns ernst –

nicht, weil wir stark sind,

sondern weil wir da sind.“

(Pause)

„Sie ist so…

liebevoll, dass es weh tut,

wenn man merkt, dass man selbst fast vergessen hat,

wie sich Nähe anfühlt.

Und trotzdem hat sie uns nie gefragt, wer wir sind,

ob wir es verdienen.

Sie hat uns einfach angenommen.“

Junu:

„Sie ist keine Mutter.

Aber sie ist Familie.

Auch wenn sie mit niemandem von uns verwandt ist.“

Tarven sah sie lange an.

Dann schloss er kurz die Augen,

wie jemand, der langsam etwas begreift.

Nicht mit dem Verstand –

sondern mit dem Herzen.

Und draußen,

zwischen Küche und Licht,

klang das Lachen von Nalli

wie der Beweis dafür.

__

Kapitel 141 – Geschichte aus der Kindheit

Die Nacht war weich,

die Sterne klar.

Ein sanfter Wind strich durch die Straßen im Süden der Stadt,

trug den Duft von Erde und alten Erinnerungen mit sich.

Das Haus lag still da –

nur schwach beleuchtet von innen.

Die Gespräche waren verklungen.

Abschied lag in der Luft.

Cabba, Reka und Nalli standen schon draußen,

bereiteten sich auf den Rückflug vor.

Sarella verabschiedete sich mit einer letzten, ehrlichen Umarmung von Junu,

flüsterte ihr leise etwas zu,

das niemand sonst hörte.

Dann trat Junu einen Schritt zurück –

und drehte sich noch einmal um.

Tarven stand in der Tür.

Der Ausdruck in seinem Gesicht war ruhig,

aber seine Augen verrieten,

dass noch etwas in ihm arbeitete.

Junu sah ihn lange an.

Dann ging sie zurück.

Langsam.

Mit fester Haltung.

Junu:

„Weißt du noch,

als du mir von der Legende erzählt hast?“

Tarven blinzelte.

Verwirrt – aber aufmerksam.

Tarven:

„Die vom Super-Saiyajin?

Natürlich.

Du hast immer gesagt,

du willst die Erste sein,

die ihn sieht.“

Junu:

„Ich hab ihn nicht nur gesehen.“

Kurze Pause.

Ein leises, beinahe spitzbübisches Lächeln

spielte auf ihren Lippen.

Sie trat ein paar Schritte zurück,

bis sie in der Mitte des kleinen Vorhofs stand.

Dann atmete sie tief ein.

Cabba und Reka hielten inne.

Nalli nickte ihr fast unmerklich zu.

Der Moment war da.

Und dann –

verwandelte sich Junu.

Nicht mit einem Schrei,

nicht mit Gewalt.

Sondern ruhig.

Fokussiert.

Klar.

Ein goldener Schimmer umhüllte sie,

ihre Haare hoben sich,

leuchteten in warmem Licht,

ihre Aura flackerte wie lebendiges Feuer,

aber kontrolliert –

wie eine Flamme, die wusste, was sie war.

Der Boden vibrierte leicht.

Nicht aus Zerstörung,

sondern aus Erinnerung.

Junu:

„Ich bin es geworden.“

Tarven trat langsam aus der Tür.

Sein Blick weit,

sein Mund halb geöffnet,

als wollte er etwas sagen,

aber die Worte verweigerten sich.

Er sah seine Tochter –

nicht mehr das Mädchen,

das vor Jahren in einen Flüchtlingstransporter gehoben wurde.

Sondern eine Kämpferin.

Eine Saiyajin.

Die das Unmögliche möglich gemacht hatte.

Junu sah ihn an.

Ihre Augen – leuchtend, aber weich.

Ihre Stimme – ruhig, tragend.

Junu:

„Du hast mir von einer Legende erzählt.

Ich wollte dir zeigen,

dass sie lebt.“

Tarven brachte kein Wort hervor.

Nur ein Lächeln.

Eines, das von weit herkam –

aus all den Jahren,

aus all dem,

was er nie gesagt hatte.

Langsam hob er die Hand

und legte sie sich gegen die Brust.

Ein Stolz, der tiefer ging als Worte.

Und über allem

leuchtete Junu

wie ein Versprechen,

dass aus Schmerz

Stärke werden kann.

__

Kapitel 142 – Heimweg aus Licht

Der goldene Schimmer umhüllte noch immer Junus Körper.

Dann –

sie drehte sich um.

Blickte zu Cabba, Reka und Nalli,

die auf dem kleinen Weg warteten.

Ein kurzer Moment entstand.

Kein Wort – nur Einverständnis.

Und einer nach dem anderen

verwandelte sich.

Cabba zuerst –

sein Blick sanft, seine Haltung ruhig,

doch die Kraft in ihm strahlte hell.

Sein goldenes Haar erhob sich,

seine Aura klar, präzise –

ein Symbol des Gleichgewichts.

Dann Reka

der Übergang wie ein Schritt in ihre Wahrheit.

Diszipliniert, ruhig, voller Kontrolle.

Ihre Aura war tiefer, dunkler im Gold,

durchzogen von feinen roten Strähnen,

die wie Herzlinien durch Licht zogen.

Und schließlich Nalli

schnell, verspielt, wild.

Die Verwandlung bei ihr war ein Aufblitzen,

ein Sonnenfeuer,

das in ihrer Unerschrockenheit pulsierte.

Ihre Aura tanzte um sie herum,

wie ein Lachen aus Licht.

Junu trat zwischen sie.

Jetzt standen sie zu viert.

Nicht einfach als Saiyajin –

sondern als etwas Neues.

Verbunden.

Sie blickten noch einmal zu Tarven und Sarella,

die beide im Lichtschein standen –

still, ehrfürchtig, überwältigt.

Dann nickte Cabba.

Einmal.

Kurz.

Die vier hoben ab.

Gemeinsam.

In einer goldenen Formation

stiegen sie in den Himmel.

Kein Knall, kein Grollen –

nur das leuchtende, ruhige Beben ihrer Auren,

das sich über den Nachthimmel legte

wie ein Kometenschweif aus Hoffnung.

Über der Stadt glitten sie dahin –

nicht mehr als Fremde,

nicht mehr als Schatten der Vergangenheit,

sondern als Familie,

die heimkehrt.

Und das Licht hinterließ

eine Spur,

die noch lange sichtbar blieb.

__

Kapitel 143 – Die Ankündigung

Der Morgen war frisch,

ein feiner Nebel hing noch über dem Gras,

und die Sonne schob sich zögerlich

über den Rand der Hügel.

Die beiden Holzhäuser lagen ruhig da –

wie zwei schlafende Wachen über dem Tal.

Doch dann –

ein leiser Klang,

wie das Ziehen einer Saite durch den Himmel.

Ein Lichtbogen öffnete sich in der Luft.

Sanft. Makellos.

Und Vados trat hervor.

Elegant. Unaufgeregt.

Wie immer.

Sie blieb ein paar Schritte vor den Häusern stehen –

und wartete.

Sie musste nichts sagen.

Asera hatte sie längst gespürt.

Die Tür öffnete sich.

Asera trat hinaus,

gefolgt von Caulifla und Kale,

die noch halb verschlafen,

aber wach genug waren,

um zu erkennen,

dass dieser Morgen nicht wie andere war.

Asera sah Vados kurz an.

Dann drehte sie sich zu Kale.

Asera:

„Hol Cabba, Reka, Junu und Nalli.“

Kale nickte sofort –

und verschwand ohne ein Wort.

Vados verneigte sich leicht –

nicht aus Pflicht,

sondern aus Achtung.

Vados:

„Guten Morgen.

Ich komme mit einem Angebot.“

Mit einer kaum sichtbaren Geste

ließ sie ihren Stab kreisen.

Ein Bild erschien in der Luft –

eine schwebende Insel,

hoch über einem endlosen Himmel.

Felsen, Tempel, weite Felder –

von Stille durchzogen und Kraft erfüllt.

Vados:

„Ich möchte Cabba, Reka und Caulifla

für einige Monate mitnehmen.

An einen Ort,

an dem sich Zeit dehnen lässt –

und Fortschritt wächst,

wenn man bereit ist, ihn zu suchen.“

Noch bevor Asera antworten konnte,

kamen die anderen an.

Cabba, Reka, Nalli und Junu

alle wach,

alle mit gespannter Haltung.

Vados sah sie ruhig an –

nicht prüfend,

sondern wie jemand,

der das Potenzial schon lange erkannt hat.

Dann wandte sie sich wieder an Asera.

Ihre Stimme blieb sanft –

aber direkter als sonst.

Vados:

„Sie sind bereit.

Aber noch nicht vollkommen geformt.“

Asera schwieg.

Kurz.

Dann:

Asera:

„Wann?“

Vados:

„Morgen früh.

Ich werde sie dann abholen –

wenn sie einverstanden sind.“

Die drei Angesprochenen blickten einander an.

Caulifla grinste sofort –

wie jemand, der einem Sturm entgegenlacht.

Caulifla:

„Engeltraining, huh?

Klingt nach Spaß.“

Reka sagte nichts sofort –

ihr Blick war ruhig,

ihre Haltung aufrecht.

Reka:

„Klingt nach Prüfung.“

Cabba atmete tief durch –

und sah zu beiden.

Cabba:

„Klingt… nach etwas,

das wir gemeinsam tun sollten.“

Ein Moment lang herrschte Stille –

eine, die nicht leer war,

sondern geladen.

Vados lächelte.

Ein Hauch von Stolz –

so fein, dass er fast unmerklich war.

Dann verschwand sie –

wie ein Gedanke,

der kam,

den Tag veränderte –

und Raum ließ für Entscheidung.

__

Kapitel 144 – Zwischen Rückflug und Erinnerung

Die Sonne war inzwischen ganz aufgegangen.

Der Nebel hatte sich verzogen,

und das Licht lag weich auf den Hügeln um das Haus.

Die kühle Luft war dem frühen Glanz des Tages gewichen.

Vor dem Haus hatten sich alle versammelt.

Der Abschied vom Gespräch mit Vados hallte noch nach –

doch die Stimmung war lebendig, fast gelöst.

Die Aussicht auf das Training hatte eine neue Energie geweckt.

Asera stand etwas abseits.

Sie sah zum Himmel,

wo das Licht sich leicht an den Wolken brach –

dann wandte sie sich zu den anderen.

Asera:

„Ich bin kurz weg. Ich hab noch etwas zu klären.“

Niemand fragte, wohin.

Sie brauchte keine Erklärungen.

Nicht bei ihnen.

Mit einer ruhigen Bewegung erhob sie sich

und flog davon –

in Richtung Palast.

Kale sah ihr nach,

die Arme verschränkt,

den Blick nachdenklich.

Dann drehte sie sich zu den anderen.

Kale:

„Und? Wie war eigentlich der Abend bei Junus Vater?“

Nalli grinste sofort,

warf einen Blick zu Junu,

die sich wieder halb hinter Reka verstecken wollte –

vergeblich.

Nalli:

„Tarven und Sarella haben sich richtig schön erschreckt,

als plötzlich Aseras Aura durch die Stadt gejagt ist!“

Reka (trocken):

„Ich dachte, der Stuhl kippt wirklich um.“

Cabba lachte leise.

Junu verzog den Mund –

zwischen Belustigung und leichtem Unbehagen.

Junu (murmelnd):

„Es war… eindrucksvoll.

Und peinlich. Gleichzeitig.“

Nalli:

„Sarella hat die Teekanne in der Hand vergessen –

die war völlig starr.“

Kale schmunzelte.

Caulifla, die gerade dazukam, hob neugierig die Braue.

Caulifla:

„Ich hab die Aura gespürt.

Als hätte jemand den halben Kontinent geweckt.“

Cabba:

„Fast. Aber Junu hat alles gerettet.“

Junu sah ihn fragend an.

Cabba:

„Deine Verwandlung. Vor deinem Vater.

Das hat ihm mehr bedeutet, als du vielleicht denkst.“

Reka nickte.

Nalli klopfte Junu sanft auf die Schulter.

Nalli:

„Du wirst wohl doch öfter vorbeischauen.“

Junu seufzte leise –

aber ihr Lächeln verriet,

dass sie es vielleicht tatsächlich vorhatte.

__

Kapitel 145 – Vorbereitungen

Der Vormittag war weitergezogen,

und die Wärme des Tages hatte das Land voll erreicht.

Leichter Wind zog durch das hohe Gras rund um die Häuser,

spielte mit den Blättern an den Fenstern.

Dann – ein vertrautes Rauschen.

Asera kehrte zurück.

Ihr Flug war ruhig, aber zielstrebig.

Kaum berührte sie den Boden,

standen die anderen schon vor dem Haus.

Reka trat vor.

Doch Asera hob leicht die Hand.

Asera:

„Reka. Geh zu deiner Mutter.

Sprich mit ihr – bevor du morgen gehst.“

Reka sah sie an.

Kurz. Prüfend.

Dann nickte sie leise und flog los –

ohne eine weitere Frage.

Am nächsten Morgen

Der Himmel war klar,

und eine ungewohnte Stille lag über dem Tal.

Selbst die Vögel wirkten, als hielten sie den Atem an.

Es war keine bedrückende Stille –

sondern eine, die von Bedeutung sprach.

Dann öffnete sich wieder ein Lichtbogen –

wie ein Riss im Raum,

der keiner war.

Vados trat hindurch,

ihr Stab leuchtete nur leicht.

Cabba, Caulifla und Reka standen bereit.

Kampfanzüge. Gepäcklos.

Vados ließ den Blick über sie gleiten.

Vados:

„Seid ihr bereit?“

Caulifla grinste.

Reka war still, aber fest.

Cabba sah zu Asera,

die nur leicht nickte.

Kein weiteres Wort.

Nur Vertrauen.

Dann verschwanden sie –

in einem einzigen, klaren Bogen aus Licht.

Zurück blieben Asera, Kale, Nalli und Junu

und die Weite eines Tages,

der neu begann.

__

Kapitel 146 – Neue Schritte

Der Lichtbogen hatte sich längst wieder geschlossen,

doch das Echo blieb –

nicht in der Luft,

sondern in den Gedanken.

Junu trat als Erste nach vorn.

Neben ihr Nalli, die sich kurz räusperte,

als wolle sie es lieber mit einem Witz einleiten –

doch der Blick war ernst.

Junu:

„Asera…“

Asera wandte sich ihnen zu.

Geduldig. Offen.

Nalli:

„Wir wollen trainieren.

Mit dir. Wenn du Zeit hast.

Aber…“

(Sie hob eine Braue.)

„…vielleicht diesmal ohne das fast sterben?“

Junu nickte sofort,

ein wenig entschlossener als sonst.

Ihre Stimme war klar, wenn auch leise.

Junu:

„Wir wollen besser werden.

Nicht nur… mitkommen.

Wir wollen ein Teil davon sein – richtig.“

Asera sah sie an.

Lange. Prüfend.

Aber ohne Härte.

Dann lächelte sie –

nur leicht, aber spürbar.

Asera:

„Einverstanden.

Aber heute nicht.

Ich muss noch einmal kurz in die Stadt.“

Sie wandte sich dann zur Seite,

ihr Blick fiel auf Kale,

die sich gerade aus ihrer entspannten Haltung löste.

Asera:

„Kale…

sorg du heute dafür, dass sie an ihre Grenzen gehen.

Nicht darüber –

aber nah genug, dass sie sie kennenlernen.“

Kale nickte.

Nicht wie eine Befehlsempfängerin –

sondern wie jemand,

der wusste, worauf es ankam.

Kale:

„Wird gemacht.“

Asera:

„Danke.“

Dann hob sie sich in die Luft –

ohne Hast,

aber mit klarer Richtung.

Und wieder war es der Palast,

der sie rief.

__

Kapitel 147 – Namen im Schatten

Der Palast lag ruhig in der Mittagswärme,

glänzend im Licht –

doch Asera spürte nichts von Glanz,

nur den Zug einer Frage,

die sich nicht mehr vertagen ließ.

Sie landete ohne Aufsehen.

Die Wachen nickten stumm,

und sie ging –

ohne Umweg, ohne Zögern –

direkt zu Mirella.

Die Königin saß in einem offenen Raum,

zwischen Schriftrollen und Datenplatten,

als Asera eintrat.

Mirella hob den Blick.

Ihr Ton war ruhig,

doch der feine Zug zwischen ihren Brauen verriet Aufmerksamkeit.

Mirella:

„Asera.

Ist alles in Ordnung?“

Asera blieb stehen,

die Haltung aufrecht,

die Stimme kontrolliert.

Asera:

„Ich weiß es noch nicht.“

Mirella schwieg einen Moment.

Dann stand sie auf.

Asera:

„Ich brauche Einsicht.

In die Berichte des Militärs.

Den Angriff auf Averas.

Vor zwölf Jahren.“

Ein leichtes Blinzeln huschte über Mirellas Augen.

Mirella:

„Die gibt es.

Aber sie liegen im Zentralarchiv.

Du hast dort keinen Zugang.“

Asera nickte –

als hätte sie das erwartet.

Doch noch ehe sie etwas sagen konnte,

hob Mirella das Kinn

und sprach leise, aber ohne Zweifel:

Mirella:

„Aber mit mir schon.“

Sie drehte sich um

und bedeutete Asera, ihr zu folgen.

Wenig später – Zentralarchiv

Ein kühler Raum.

Flimmernde Datenströme an den Wänden.

Die Stille alter Entscheidungen.

Der Geruch von Metall und Speicherstaub.

Ein Archivar stand bereit.

Alt, aber wachsam.

Seine Augen wirkten, als hätten sie mehr gesehen,

als irgendein Bericht je zeigen würde.

Mirella:

„Wir brauchen die Berichte über den Angriff auf den Außenposten Averas.

Alle.

Zeitfenster: Frühling, vor zwölf Jahren.“

Der Archivar verneigte sich leicht

und begann zu arbeiten.

Daten flammten auf.

Text. Bilder. Meldungen. Einsatzprotokolle.

Asera trat näher.

Schiffe.

Piraten.

Überfall.

Dutzende Tote.

Evakuierte.

Verzögerte Rückeroberung.

Dann –

ein Name.

Ein einziger.

Fast zu unscheinbar für das, was er bedeutete.

Irelle.

Ein Vermerk.

„Gefallen im Einsatz.“

Ohne weitere Beschreibung.

Nur ein Satz inmitten anderer.

Mirella bemerkte die Veränderung in Aseras Miene –

keine Wut.

Aber eine tiefe, konzentrierte Stille.

Mirella:

„Du kanntest diese Frau?“

Asera antwortete nicht sofort.

Dann drehte sie leicht den Kopf

und sprach ruhig –

aber nicht ohne Gewicht:

Asera:

„Leider nicht.

Sie ist… Junus Mutter.“

Mirella schwieg.

Für einen Moment ganz.

Dann trat sie neben Asera,

ihr Blick blieb auf dem Namen.

Mirella:

„Und ihre Tochter…

steht jetzt an deiner Seite.“

Asera nickte.

Sie scrollte weiter –

langsamer.

Tiefer in den Einsatzberichten.

Ein anderer Name tauchte auf.

Unübersehbar.

Frost.

Er war es,

der die Piraten vertrieben hatte.

Einziger Unterstützer des Rückschlags,

laut Bericht: „auf eigene Initiative“.

Keine Forderung.

Keine Verluste auf seiner Seite.

Asera sagte nichts.

Aber ihre Pupillen verengten sich leicht.

Mirella:

„Jetzt wissen wir ja, was Frost getan hat…“

Sie drehte sich leicht zur Seite,

aber ihre Stimme blieb ruhig –

seltsam durchscheinend.

Mirella:

„Glaubst du,

dass er auch für den Angriff verantwortlich war?“

Asera schloss kurz die Augen.

Wie jemand, der etwas längst gespürt hatte,

aber nun den Beweis suchte.

Asera:

„Frost hat nie etwas Gutes getan.“

Mirella nickte.

Schweigend.

Und sah auf den Bildschirm.

Auf die Namen.

Auf das, was übrig blieb.

Und auf das, was noch nicht gesagt war.

__

Kapitel 148 – Reinigung

Der Bildschirm war noch aktiv,

doch die Stille hatte sich verdichtet –

so schwer, dass sie alles andere überlagerte.

Aseras Blick blieb auf dem Namen.

Auf dem Fragment einer Vergangenheit,

die einer anderen gehörte –

aber nun Teil von ihr war.

Dann, ruhig,

ohne die Stimme zu heben:

Asera:

„Wer hat Zugriff auf diese Daten?“

Mirella:

„Die Archivare.

Höherrangige im Militär.

Und natürlich… die Königsfamilie.“

Ein kurzer Moment des Schweigens.

Dann:

Asera:

„Cabba und Reka.“

Mirella zögerte nicht.

Sie nickte.

Der nächste Satz bestand aus nur einem Wort.

Leise.

Unverrückbar.

Asera:

„Löschen.“

Der Archivar hob die Augenbrauen.

Ungläubig.

Fast entsetzt.

Doch dann sah er zu Mirella.

Die Königin warf Asera einen Blick zu –

kurz, prüfend.

Dann wandte sie sich dem Archivar zu

und sagte mit fester Stimme:

Mirella:

„Tu es.“

Ein Befehl –

nicht aus Pflicht,

sondern aus Vertrauen.

Der Archivar nickte langsam,

berührte ein paar Punkte auf der Konsole.

Die Daten flackerten –

und verblassten.

Datei um Datei.

Zeile um Zeile.

Der digitale Staub von Erinnerung.

Asera:

„Gibt es noch andere Aufzeichnungen?“

Der Archivar sah kurz in sein Interface,

dann antwortete er prompt:

Archivar:

„Ja.

Die persönlichen Berichte der überlebenden Soldaten.

Handschriftlich.

Aber nicht öffentlich.

Ich hole sie sofort.“

Er ging –

und kam wenig später mit einer schmalen, versiegelten Box zurück.

Asera nahm sie entgegen,

betrachtete sie für einen Moment.

Dann –

ein leiser Impuls.

Ein Ki-Ball umhüllte die Box

und löste sie in feinen Funken auf.

Nichts blieb.

Nur der Rauch

einer Erinnerung,

die nie wieder jemand lesen würde.

Mirella trat neben sie.

Ihre Stimme war leise,

doch fest.

Mirella:

„Das halbe Universum sucht Frost bereits.

Er ist untergetaucht.

Seine Piraten verstreut.“

Asera nickte nur.

Nicht triumphierend –

sondern ernst.

Ein Kapitel war geschlossen.

Nicht vergessen.

Aber bewahrt.

Dort, wo es nun hingehörte:

Nicht in den Archiven.

Sondern in Asera selbst.

__

Kapitel 149 – Was niemand wissen darf

Der Staub war kaum verglüht,

die letzte Datenzeile gelöscht,

doch die Luft im Archiv schien schwerer geworden zu sein.

Nicht von dem, was war –

sondern von dem, was nie sein durfte.

Asera wandte sich langsam zu Mirella.

Ihre Stimme war klar.

Keine Bitte. Kein Zögern. Nur Gewissheit.

Asera:

„Sie dürfen es nie erfahren.“

Mirella erwiderte nichts sofort,

doch in ihrem Blick lag ein Verstehen,

das keine weiteren Worte brauchte.

Asera:

„Nicht Cabba.

Nicht Reka.

Und auf keinen Fall… Junu.

Nicht, dass sich Frost hier als Held aufgespielt hat.“

Ein leiser Ton von Stahl lag unter ihren Worten.

Nicht aus Wut –

sondern aus Schutz.

Mirella nickte schließlich.

Kurz. Ernst.

Mirella:

„Ich werde es begraben.

Und niemand wird je wissen,

was hier heute gelöscht wurde.“

Asera trat einen Schritt zurück,

ihr Blick glitt ein letztes Mal über den nun leeren Bildschirm. 

Sadala – später

Die vertrauten Hügel erschienen am Horizont,

das Tal öffnete sich wie eine Erinnerung.

Und Asera spürte es, noch bevor sie landete –

die Kraft.

Nicht wie ein Ausbruch.

Sondern wie Training. Kontrolle. Ausdauer.

Sie senkte den Flug,

landete sanft auf dem Boden

und trat aus dem Schatten der Bäume.

Vor ihr:

Kale, aufrecht, konzentriert.

Im Wechsel mit Junu und Nalli

Schweiß auf der Stirn, Haltung aufrecht,

aber keine ließ nach.

Junu sprang gerade mit einem präzisen Angriff nach vorn –

wurde geblockt, gekontert –

Kale drehte sich im nächsten Moment zu Nalli,

die sie mit einer geschickten Bewegung zum Ausweichen zwang.

Es war ein Tanz aus Kraft,

aus Konzentration –

und Willen.

Asera blieb stehen.

Reglos.

Und lächelte leicht.

Kein Wort, kein Eingreifen.

Nur ein Gedanke:

„Sie wachsen.“

Und in diesem Moment

wusste sie,

dass es gut war,

was sie vergraben hatte.

__

Kapitel 150 – Bleibt doch

Der Abend war mild,

der Himmel in dunkles Blau getaucht,

und ein sachter Wind trug den Duft von Erde, Holz

und frischer Erinnerung über das Land.

Das gemeinsame Essen war längst vorbei –

leises Lachen, vertraute Gespräche,

und ein Hauch von Abwesenheit,

der nicht wehtat,

aber spürbar war.

Nalli und Junu waren vor einer Weile

zu ihrem eigenen Haus zurückgegangen,

hatten sich verabschiedet –

doch kaum war die Tür hinter ihnen zugefallen,

war die Stille eingezogen.

Sie war nicht laut.

Aber sie war da.

Und so standen sie wenig später

wieder vor Aseras Tür.

Ein leises Klopfen.

Dann das Knarren beim Öffnen.

Asera blickte von der kleinen Kommode auf,

wo sie gerade einen Becher abgestellt hatte.

Junu stand vorn.

Die Hände ineinander verschränkt.

Der Blick leicht zur Seite.

Doch ihre Stimme war deutlich genug.

Junu:

„Ähm… dürfen wir vielleicht hier schlafen?“

Ein kurzer Moment.

Keine Überraschung im Raum –

nur eine Frage,

die sich schon angekündigt hatte.

Junu:

„Es ist… so leer. Ohne Cabba. Und ohne Reka.

Und… sein altes Zimmer ist ja noch frei.“

Nalli zuckte mit einem kleinen Lächeln die Schultern.

Ihre Stimme war ruhig, fast pragmatisch:

Nalli:

„Wir stören nicht.

Und ein Bett reicht uns ja.“

Asera sah die beiden an.

Zwei junge Saiyajin.

So stark.

So verletzlich.

So ehrlich.

Sie öffnete ihnen die Tür ganz.

Asera:

„Ihr braucht nicht fragen.“

Junu lächelte verlegen –

doch es war ein echtes Lächeln.

Nalli nickte nur kurz

und zog sie sanft an der Schulter mit hinein.

Die Tür schloss sich wieder.

Leise.

__

Kapitel 151 – Der Beginn

Der Morgen dämmerte still,

die Sonne war kaum über die Hügel gestiegen,

als im Haus schon wieder Bewegung war.

Leichter Duft von warmem Brot,

eine Bratpfanne zischte leise,

und ein großer Becher stand dampfend auf dem Tisch.

Asera stand in der Küche,

die Ärmel leicht hochgekrempelt,

der Blick ruhig,

die Bewegungen präzise.

Kein großes Wort –

aber man spürte es:

Heute würde sich etwas ändern.

Kale kam zuerst herein,

gefolgt von Junu und Nalli,

die noch leicht verschlafen,

aber hellwach genug waren,

um den Ton des Morgens zu verstehen.

Asera stellte gerade die letzte Schüssel ab,

sah die drei an

und sagte mit ruhiger Stimme:

Asera:

„Esst in Ruhe.

Dann beginnt das Training.“

Nalli hob leicht die Braue,

schob sich aber sofort ein Stück Brot in den Mund.

Junu trank wortlos ihren Tee.

Kale schwieg, aber ein feines Lächeln lag auf ihren Lippen.

Kurz darauf –

der Sandplatz.

Weit, ruhig, von Bäumen umgeben.

Die Körner unter den Füßen warm,

der Wind frisch und klar.

Asera trat in die Mitte,

die Arme verschränkt,

die Augen halb geschlossen.

Asera:

„Junu. Nalli.

Ihr zwei fangt an.

Kampf – nur ihr zwei.“

Nalli warf Junu einen Seitenblick zu,

dann zuckte sie mit den Schultern

und grinste:

Nalli:

„Mehr nicht?

Nur wir beide?“

Asera öffnete die Augen.

Und ohne ein weiteres Wort –

hob sie ihre Aura.

Sie war nicht laut.

Kein Knall. Kein Schrei.

Nur… Präsenz.

Unaufhaltsam.

Wie das Gewicht eines ganzen Gebirges,

das langsam erwachte.

Junu und Nalli spürten es sofort.

Die Luft wurde dichter,

der Boden spannte sich unter ihren Füßen.

Ihre Knie zitterten –

nicht vor Angst,

sondern weil ihr Körper kämpfen musste,

nur um stehen zu bleiben.

Asera drehte weiter auf.

Ein stilles Crescendo.

Kein Funken sprang –

aber der Sand begann zu zittern.

Asera:

„Ihr werdet kämpfen –

unter meiner Kraft.

Nicht, weil ich euch bestrafen will…

sondern weil ihr lernen müsst,

euch selbst zu tragen –

auch wenn alles um euch schwerer wird.“

Nalli sog die Luft scharf ein,

doch ihre Augen blitzten.

Junu stand zitternd,

aber sie fiel nicht.

Und so begann das Training.

Nicht mit einem Schlag –

sondern mit dem Versuch,

nicht zu fallen.

__

Kapitel 152 – Nachklang

Der Tag war fortgeschritten,

die Sonne stand tief

und färbte den Sandplatz in warmes Gold.

Kein Wind,

kein Laut,

nur das leise, raue Atmen zweier erschöpfter Körper.

Nalli kniete vornübergebeugt,

die Arme auf den Oberschenkeln abgestützt,

der Schweiß rann ihr über die Schläfen.

Junu lag halb auf dem Rücken,

die Augen geschlossen,

doch noch wach –

denn selbst das Aufgeben fühlte sich heute zu schwer an.

Aseras Aura war längst verschwunden,

verblasst wie der Sturm nach dem Einschlag.

Und doch lag sie noch auf ihren Knochen,

in ihren Muskeln,

in jeder Bewegung,

die mehr Willenskraft als Kraft kostete.

Nur Kale

stand gelassen da,

die Arme hinter dem Rücken verschränkt,

als hätte sie die letzten Stunden

nicht als Belastung,

sondern als sanftes Wiegen empfunden.

Ihre Augen waren ruhig,

ihr Blick klar.

Sie trat langsam zu Asera,

die am Rand des Platzes saß,

das Kinn auf die Hand gestützt,

die Beine locker ausgestreckt.

Ohne ein Wort

ließ sich Kale nieder.

Erst langsam,

dann lehnte sie sich sacht gegen Aseras Schulter.

Asera sagte nichts.

Sie blickte geradeaus,

doch ihr Atem wurde flacher –

nicht aus Erschöpfung,

sondern aus etwas,

das man nur

als inneres Lächeln bezeichnen konnte.

Es war lange her,

dass Kale sich so an sie gelehnt hatte.

Nicht als Schülerin.

Nicht als Kriegerin.

Sondern als jemand,

der wusste,

dass er an diesem Ort

nichts zu befürchten hatte.

Asera legte kaum merklich den Kopf zur Seite.

Und für einen Augenblick –

war selbst der härteste Tag

nichts weiter

als ein Schritt in Richtung Vertrauen.

__

Kapitel 153 – Zwischen Sternen und Fragen

Die Nacht war warm,

und der Himmel über Sadala klar wie selten.

Ein dichter Teppich aus Sternen spannte sich über das Land,

ruhig und wachsam.

Die Häuser lagen still,

nur aus dem einen drang noch schwaches Licht –

die Veranda.

Kale saß im Schneidersitz auf den Holzdielen,

die Arme locker auf den Knien.

Neben ihr: Asera,

die wie so oft einfach geradeaus in den Himmel blickte,

still,

aber ganz da.

Im Inneren des Hauses hörte man nichts mehr –

Nalli und Junu waren längst eingeschlafen,

völlig ausgelaugt vom Tag.

Asera hatte noch den Tisch abgewischt,

die Fenster geöffnet.

Jetzt war nichts mehr zu tun –

nur das Hier,

nur das Jetzt.

Kale sprach leise,

nicht zögernd,

aber vorsichtig:

Kale:

„Glaubst du, Vados lässt sie auch so kämpfen wie du?“

Asera blinzelte,

nahm sich Zeit mit der Antwort.

Dann:

Asera:

„Nein.“

Kale sah sie an.

Ein bisschen überrascht.

Asera:

„Sie ist anders.

Sie fordert nicht mit Druck.

Sie zieht mit… Bewegung.

Mit Geduld.

Und manchmal mit Worten,

die dich bis ins Mark treffen,

ohne dass du es gleich merkst.“

Kale nickte langsam.

Sie versuchte, sich das vorzustellen.

Reka, Caulifla, Cabba

trainierend mit einer Engelsfrau,

hoch über irgendeiner fremden Welt.

Ohne Zeit.

Ohne Grenzen.

Kale:

„Ich hoffe… sie passen aufeinander auf.“

Asera:

„Das werden sie.

Denn keiner von ihnen

würde die anderen zurücklassen.“

Ein Lächeln schlich sich über Kales Lippen.

Wenig,

aber echt.

Dann legte sie das Kinn auf die Knie

und blickte wieder hoch zum Himmel.

Kale:

„Vielleicht…

sehen sie gerade die gleichen Sterne.“

Asera:

„Vielleicht.“

Und für einen Moment

waren keine Worte mehr nötig.

Nur das Nachtlicht,

der warme Holzboden,

und das Wissen,

dass manche Bande

auch über Welten hinweg halten.

__

Kapitel 154 – Nächte, die erinnern

Zuerst war es nur ein Gefühl.

Ein leichtes Ziehen in der Brust,

ein inneres Flackern,

das nichts mit Licht zu tun hatte.

Junu öffnete die Augen.

Stille lag im Raum –

aber es war keine friedliche.

Etwas… bebte,

unsichtbar,

aber spürbar.

Sie setzte sich auf,

legte die Hand auf die Bettdecke.

Neben ihr atmete Nalli noch ruhig –

bis auch sie sich plötzlich aufrichtete.

Ohne Worte.

Nur ein kurzer Blick.

Sie standen auf,

leise, barfuß auf dem Holzboden.

Kaum hatten sie die Tür geöffnet,

traf ihnen eine flimmernde Präsenz entgegen –

nicht bedrohlich,

aber tief.

Eindringlich.

Auf dem Gang kam ihnen Kale entgegen.

Sie wirkte nicht überrascht –

nur wach.

Hellwach.

Kale:

„Ich hab’s auch gespürt.“

Gemeinsam öffneten sie die Tür zu Aseras Zimmer.

Das Leuchten war sanft,

aber eindeutig –

Aseras Aura lag in der Luft wie warmer Dampf,

flackernd, unruhig,

als würde etwas in ihr kämpfen.

Asera lag im Bett,

die Stirn leicht verzogen,

der Atem flach.

Asera (im Schlaf, murmelnd):

„Reka… du musst… die Bohne nehmen…“

Ein weiterer Ruck in der Aura –

kurz, scharf,

wie das Echo eines Befehls

aus einem anderen Raum.

Junu blieb stehen,

die Hand auf dem Türrahmen.

Sie sah Nalli an,

dann Kale

die bereits in Bewegung war.

Kale krabbelte auf das Bett,

behutsam, als würde sie Asera nicht wecken wollen –

aber präsent.

Sie schob sich hinter Asera,

legte vorsichtig einen Arm um sie

und flüsterte:

Kale:

„Es ist alles gut.

Du bist daheim.“

Junu zögerte –

dann legte sie sich direkt vor Asera,

ihre Stirn beinahe an die von ihr gedrückt.

Ein leiser Hauch von Wärme zwischen ihren Atemzügen.

Nalli setzte sich ans Fußende,

zog die Decke sanft über sie alle,

bevor auch sie sich dazu legte,

auf der anderen Seite.

Vier Auren,

vier Körper,

ein stiller Kreis um eine Frau,

deren Schlaf keine Ruhe kannte.

Langsam,

ganz langsam,

begann Aseras Aura sich zu beruhigen.

Die Flammen flackerten noch –

doch sie wurden weicher,

gleichmäßiger.

Fast wie Atemzüge.

Nalli (flüsternd):

„Du bist bei uns.

Nicht mehr dort.“

Junu legte ihre Hand auf Aseras Herz.

Spürte das leise Beben.

Dann nickte sie,

nur für sich.

Und so lag die Nacht über ihnen –

nicht mehr unruhig,

aber voller Nähe.

Nicht mehr allein.

__

Kapitel 155 – Ein Morgen aus Licht

Ein warmer Schein fiel durch das Fenster,

weich gebrochen vom Vorhang,

der sich im Morgenwind leicht bewegte.

Ein neuer Tag begann,

doch für einen Moment war alles still.

Asera öffnete langsam die Augen.

Ihr Blick war zuerst verschwommen,

doch das Gefühl kam schneller als das Sehen –

Wärme. Nähe. Gewicht.

Sie lag noch auf dem Rücken,

der Atem ruhig,

doch irgendetwas… war anders.

Ein Arm über ihrer Brust.

Ein Bein über ihrem.

Etwas Dunkles an ihrer Seite,

etwas Weiches an ihrer Schulter.

Als ihr Blick klar wurde,

verstand sie.

Kale lag halb auf ihr,

der Kopf an ihre Schulter geschmiegt,

so entspannt,

als hätte sie in einem Nest geschlafen.

Ihr Atem war ruhig,

der Griff um Aseras Taille fest,

aber nicht fordernd –

eher… schützend.

Als wäre es nicht sie, die Halt suchte,

sondern sie, die Halt gab.

Junu hatte sich auf der anderen Seite fest an Aseras Arm geklammert,

ihr Gesicht friedlich,

doch ein Hauch von getrockneten Tränen an den Wimpern.

Die Stirn lag an der Innenseite von Aseras Schulter.

Und Nalli hatte sich quer gelegt,

halb über Aseras Beine,

die Decke bis zur Brust gezogen,

ein kleiner Laut entwich ihr leise beim Ausatmen –

fast ein Schnurren.

Asera blieb still.

Sehr still.

Ihre rechte Hand hob sich leicht

und strich Junu eine Haarsträhne aus dem Gesicht.

Dann wandte sie den Kopf ein Stück

und betrachtete Kale.

Der Muskel an ihrer Schulter zuckte kurz –

doch Kale bewegte sich nicht.

Ein Hauch von Lächeln stahl sich über Aseras Lippen.

Ein leises.

Verwundbares.

Ehrliches.

Sie hätte sie wecken können.

Sie hätte sich lösen können.

Aber sie tat es nicht.

Stattdessen schloss sie die Augen noch einmal,

legte ihre Arme um die drei

und atmete tief durch.

__

Kapitel 156 – Wach im Herzschlag

Die Sonne war inzwischen etwas höher gestiegen,

und das Licht im Zimmer hatte einen goldenen Ton angenommen.

Ein paar Vögel zwitscherten draußen,

die Welt begann sich zu rühren –

doch drinnen war es noch ruhig.

Aseras Blick wanderte zur Decke,

ihre Gedanken noch im Übergang

zwischen Traum und Gegenwart.

Der Nachklang jener fremden Nacht lag noch wie feiner Staub

auf ihrem Atem.

Da regte sich etwas an ihrem Bein.

Ein leises Brummen,

ein Strecken,

ein Gähnen,

dann hob sich langsam ein Kopf.

Nalli blinzelte verschlafen,

rieb sich über die Augen

und ließ den Blick über das ungewöhnliche Konstrukt aus Armen, Schultern und Beinen gleiten –

ihre, Kale, Junu, Asera –

ineinander verwoben wie ein Nest aus Leben.

Dann sah sie Asera an –

mit halb wachem Blick,

aber hell genug, um zu spüren, was gewesen war.

Nalli (leise):

„Du hast schlecht geträumt.“

Asera blieb einen Moment stumm.

Ihr Blick wanderte zu ihr –

nicht abweisend,

nicht überrascht.

Nur… offen.

Wach.

Asera (ruhig):

„Ja.“

Nalli richtete sich leicht auf,

stützte sich mit dem Ellenbogen ab,

die Decke rutschte ein Stück zurück.

Das Licht fiel auf ihre Schulter,

ließ sie noch jünger wirken,

aber in ihren Augen lag etwas Altes –

Erkenntnis.

Nalli:

„Hat es mit Reka zu tun?“

Aseras Gesicht zeigte kaum eine Regung –

und doch war da ein Zucken in ihrem Kiefer,

ein kaum sichtbares Zusammenziehen der Augen.

Ihr Brustkorb hob sich langsam –

nicht schwer,

aber tief.

Sie antwortete nicht sofort.

Doch schließlich:

Asera:

„Auch.“

Nalli schwieg.

Sie brauchte keine Details.

Nicht heute.

Nicht so.

Stattdessen legte sie eine Hand auf Aseras Bauch,

dort wo sich gerade alles wieder beruhigte,

und sagte nur:

Nalli (leise):

„Wir sind da.

Und wir bleiben da.“

Dann ließ sie sich wieder sinken,

diesmal ganz ruhig,

den Kopf halb auf Aseras Oberschenkel,

die Augen noch offen.

Kein Schlaf mehr.

Nur Nähe.

Nalli:

„Wenn du schläfst, passen wir auf dich auf.“

Ein Lächeln zuckte über Aseras Gesicht –

klein, warm, flüchtig.

Aber es war da.

Echt.

Und für einen Moment lang

atmete das Haus

im gleichen Takt

wie ihr Herz.

Jetzt empfehle ich die Nebenstory: Das dritte Kind der Königsfamilie
und Das Ende eines Tyrannen