#02 Aseras Neuanfang

Kapitel 33: Der erste Bissen

„Aber zuerst… solltest du was essen“, sagte Vados sanft und
deutete mit einem leichten Nicken auf eine Behausung am Rande des
Trainingsareals.

Asera blickte auf. Essen?

Ihr Körper regte sich. Nicht aus Hunger – das kannte sie.

Aber aus… Neugier?

Ohne ein Wort ging sie los.

Die Schritte hart, aber nicht feindlich.

Die Tür öffnete sich lautlos.

Drinnen: ein Tisch. Groß. Reichlich gedeckt.

Warme Speisen, dampfend. Früchte, Fleisch, Brote, dampfende
Suppen –

Gerüche, die sie kaum einordnen konnte.

Asera blieb stehen. Zögerte.

Instinkt wollte prüfen, riechen, werten.

Aber der Körper…

…ging vorwärts.

Sie setzte sich. Starrte einen Moment.

Dann griff sie vorsichtig nach einem Stück Fleisch.

Kaute. Langsam. Prüfend.

Ein Beben ging durch ihren Körper.

Nicht Schmerz. Nicht Kampf.

Etwas anderes.

Sie aß weiter.

Langsamer zuerst.

Dann schneller.

Immer schneller.

Sie spürte, wie sich etwas in ihr regte – etwas, das nicht
brannte, nicht schnitt.

Etwas Weiches. Rundes.

Wie eine Stimme tief in ihr, die sagte:

„Du bist sicher.“

Sie hielt inne.

Die Hand noch in der Schüssel, der Blick ins Leere.

Was war das?

Kein Zorn. Keine Pflicht. Kein Ziel.

Nur Wärme.

Still. Tragend. Fremd.

Asera senkte den Kopf.

Ihr Herz pochte schneller.

Sie wusste nicht, was dieses Gefühl war.

Aber sie wusste, mit erschreckender Klarheit:

„Ich will es wieder fühlen.“

__

Kapitel 34: Augenblicke

Asera aß schweigend weiter, doch sie spürte es –

Blicke.

Hinter der Tür, halb verborgen, drei Silhouetten.

Sie wusste, wer es war. Ihre Ki waren unverkennbar.

Caulifla flüsterte – zu laut, um nicht gehört zu werden:

„Die isst ja, als hätte sie nie in ihrem Leben was Warmes
gehabt…“

Asera hob den Kopf.

Langsam.

Kein bedrohlicher Blick – aber auch keiner, der beruhigte.

Die drei erstarrten.

Cabba zuckte zurück.

Kale versteifte sich.

Caulifla – starr vor Überraschung – wich keinen Zentimeter
zurück,

aber ihre Augen wurden groß.

Asera wollte nicht, dass sie Angst hatten.

Aber…

Wie sieht man aus, wenn man nicht bedrohlich wirken will?

Sie hatte es nie gelernt.

Niemand hatte sie je angelächelt.

Niemand hatte ihr je beigebracht, wie man Zuneigung zeigt –
nicht mit Worten,

nicht mit Mimik.

Doch dann fiel ihr Blick auf ihre eigenen Hände.

Still. Ruhig.

Sie zitterten nicht mehr. Sie griffen nicht mehr nach Waffen
oder Stein.

Ihre Augen – dank Vados – sahen nun klar.

Und zum ersten Mal sah sie die drei wirklich:

Jung.

Vielleicht zwanzig.

So alt wie sie selbst… damals.

Als sie Shardak verließ.

Oder…?

Ein Stich.

Ein Loch in ihrem Denken.

Wie alt war sie überhaupt?

Der Gedanke traf sie wie ein Schlag.

Ihre Faust ballte sich unbewusst.

Sie wusste es nicht.

Kein Zeitgefühl. Kein Zyklus. Kein Maßstab.

Der Höllenplanet hatte keine Jahreszeiten, keinen
Tag-Nacht-Rhythmus.

Nur Kampf. Immer.

Vielleicht waren es fünf Jahre.

Vielleicht fünfzehn.

Ihr Blick wurde wieder leer, für einen Moment.

Nicht aus Wut. Sondern aus… Orientierungslosigkeit.

Wer bin ich?

fragte etwas in ihr.

Dann – eine Stimme. Ruhig. Hinter ihr.

„Zeit ist relativ, wenn man leidet.“

Vados.

Asera blickte über die Schulter.

Die Engelsfrau trat in den Raum, wie ein leiser Gedanke.

Sie lächelte sanft.

„Du hast nicht die Jahre verloren, Asera…

du hast sie getauscht.

Gegen Kraft. Gegen Überleben.

Jetzt darfst du wieder anfangen, zu leben.“

Asera nickte nicht. Sie antwortete nicht.

Aber sie spürte:

Etwas hatte begonnen.

Etwas Neues.

Etwas, das vielleicht… Freundschaft heißen konnte.

Und draußen – noch halb hinter der Tür – sah Caulifla zu
Cabba.

„Also ich sag’s dir, die ist seltsam. Aber irgendwie… cool.“

Kale sagte nichts. Aber in ihrem Blick lag etwas anderes:

Verständnis.

__

Kapitel 35: Die verlorene Zahl

Die Tür war leer.

Die drei jungen Saiyajin hatten sich zurückgezogen – ob aus
Respekt oder Verwirrung, wusste Asera nicht.

Stille kehrte zurück.

Doch es war keine unangenehme Stille.

Nur Gedanken, die laut wurden, weil der Lärm verschwunden
war.

Asera starrte auf das leere Holzschälchen vor sich.

Ihre Finger ruhten darauf, leicht zitternd. Nicht vor
Schwäche –

sondern vor einer Frage, die langsam in ihr aufstieg.

Sie spürte eine Präsenz hinter sich.

Vados.

Noch immer da.

Wie eine Konstante, die nicht urteilt, nur beobachtet.

„Weißt du…“, begann Asera mit rauer Stimme,

„wann… Planet Vegeta zerstört wurde?“

Keine Überraschung in Vados’ Gesicht.

Nur ein leichtes Neigen des Kopfes.

„Vor 43 Jahren“, antwortete sie ruhig.

Asera blinzelte.

Die Luft schien für einen Moment stillzustehen.

„Dreiundvierzig…“

Sie wiederholte die Zahl. Leise.

Wie ein Echo, das erst spät zu ihr fand.

Dann rechnete sie.

Langsam.

Sorgfältig.

Sie war zwanzig, als sie Shardak verließ.

Seitdem… waren es dreiundvierzig Jahre.

Dreiundsechzig.

Sie war dreiundsechzig Jahre alt.

Asera lehnte sich zurück.

Nicht schockiert. Nicht gebrochen.

Aber… betroffen.

Sie hatte keine Falten. Kein graues Haar.

Saiyajin alterten langsam, vor allem Kämpfer.

Ihr Körper war stärker denn je.

Aber ihr Herz…

war alt.

Ein Leben, das nur Kampf kannte.

Vier Jahrzehnte voller Feuer, Zorn und Blut.

„Ich habe… fast mein ganzes Leben in der Hölle verbracht“,
murmelte sie.

Vados trat näher, legte leicht zwei Finger auf die
Tischkante.

„Nein“, sagte sie leise.

„Du hast überlebt.

Und du hast aus der Hölle gemacht, was kein anderer je hätte
überstehen können.“

Asera schwieg.

Dann sah sie nach draußen, in die Sonne, die golden über das
Plateau wanderte.

„Dann ist es wohl Zeit…

dass ich herausfinde, wie sich Leben anfühlt.“

Ihre Stimme war ruhig.

Kein Grollen. Keine Wut.

Nur… der erste Keim von Hoffnung.

__

Kapitel 36: Die Jungen und die Kriegerin

Der Morgen war still. Die Sonne stand tief und warf lange
Schatten über das Plateau.

Die Trainingsarena lag da wie eine Oase der Ordnung –

kreisförmig, von Felsen eingefasst,

mit Sandboden und leichten Ki-Barrieren, die in der Luft
flimmerten.

Asera stand am Rand.

Reglos. Wachsam.

Der Wind spielte mit ihrem langen schwarzen Haar.

Der neue Kampfanzug – schwarzgrau mit roten Linien –

schmiegte sich an ihren Körper wie eine zweite Haut.

Ihr Schweif lag wie ein Gürtel um ihre Hüfte, flauschig,
stabil, kontrolliert.

Dann hörte sie Stimmen hinter den Felsen.

„Also die soll mit uns trainieren?“

Die Stimme – trotzig, neugierig, spöttisch.

Caulifla.

„Sei vorsichtig“, sagte Cabba leise. „Ihr Ki ist nicht wie
unseres. Es ist… schwer.

Wie aus Stein.“

„Sie ist… anders“, flüsterte Kale. „Als ob sie aus etwas
kommt,

das nicht für uns gedacht war.“

Asera trat hervor.

Drei Köpfe fuhren herum.

Caulifla verschränkte sofort die Arme, ein Grinsen auf den
Lippen.

Nicht feindlich – aber herausgefordert.

„Wow… sie sieht aus, als wär sie direkt aus nem Albtraum
spaziert –

und hätte ihn bezwungen.“

Cabba verneigte sich leicht.

„Willkommen.“

Kale sagte nichts.

Aber ihre Augen blieben an Asera haften.

Neugierig. Wachsam.

Nicht ängstlich – aber tief beeindruckt.

Asera sagte nichts.

Sie wollte nichts falsch machen.

Doch selbst im Schweigen war ihre Präsenz schneidend wie
Stahl.

Sie beobachtete die drei.

Jung. Voller Energie.

Unverbrauchte Kraft.

Sie waren keine Kinder – aber auch keine Krieger, wie sie es
kannte.

Vados stand plötzlich neben ihr.

„Sie sind offen. Vielleicht mehr, als du denkst.“

Asera antwortete nicht.

Aber sie senkte die Schultern minimal.

Nicht als Geste der Schwäche – sondern der Bereitschaft.

Dies war nicht der Beginn eines Kampfes.

Sondern der Anfang einer neuen Etappe.

Und obwohl sie keine Worte dafür hatte, spürte sie es:

Vielleicht musste man nicht um Leben und Tod kämpfen, um
Stärke zu zeigen.

Vielleicht reichte es… zu bleiben.

__

Kapitel 37: Beben

Die Sonne stand hoch über dem Plateau, das Licht flimmerte
über dem Sand.

Asera stand schweigend am Rand der Trainingsarena.

Die Luft um sie war schwer – nicht durch Temperatur, sondern
durch Präsenz.

Dann erklang eine Stimme.

Schneidend. Herausfordernd.

„Na, Kriegerin – Lust auf ein echtes Saiyajin-Training?“

Caulifla.

Sie trat vor, die Fäuste geballt, der Blick funkelnd.

Asera sah sie nur an.

Kein Wort. Kein Nicken.

Nur dieser Ausdruck – leer, zurückhaltend,

aber tief unter der Oberfläche bebte etwas.

Vados stand seitlich.

„Wenn du willst, Caulifla – du darfst.

Aber ich warne dich: Ihre Kraft ist nicht wie eure.“

Caulifla lachte.

„Pah. Kraft ist Kraft.“

Sie spannte die Muskeln, schrie auf –

ein kurzer, klarer Schrei, der wie ein Donner durch die
Felsen hallte.

Ihre Aura explodierte in gleißendem Gold.

Super-Saiyajin.

„Na los! Zeig, was du kannst!“

Asera trat vor.

Jeder Schritt vibrierte.

Nicht, weil sie schwer war –

sondern weil sie es war,

die sich einst gegen Schwerkraft kämpfte, die töten konnte.

Caulifla stürmte los.

Schnell. Präzise.

Ein Schlag ins Gesicht –

direkt, sauber, stark.

Asera rührte sich nicht.

Kein Zucken. Kein Laut.

Nur: der Blick.

Er veränderte sich.

Von leer zu… scharf.

Fokussiert. Glühend.

Blitze zuckten.

Ihre Aura flackerte.

Keine Transformation mit Pose.

Nur – plötzlich:

Super-Saiyajin 2.

Caulifla wich unbewusst zurück.

Doch zu spät.

Ein Tritt traf sie in die Seite.

Sie flog.

Aufprall. Staub. Keuchend.

Sie wollte aufstehen –

aber Asera war schon da.

Kein Zögern.

Ein Schlag.

In die Brust.

Hart. Brutal.

Rippen gaben nach.

Caulifla schrie auf – diesmal anders.

Nicht herausfordernd.

Vor Schmerz.

„Hör auf!!“ –

Kales Stimme.

Rauer als sonst.

Dann riss etwas in ihr.

Gold

Grün.

Grell.

Zorn.

Ihre Aura explodierte wie ein Sturm.

Ihre Pupillen schrumpften.

Die Muskeln dehnten sich.

Legendärer Super-Saiyajin.

Sie raste auf Asera zu –

brüllend, blind, unaufhaltsam.

Der Zusammenprall war ein Beben.

Gestein splitterte. Luft riss.

Doch Asera wich nicht aus.

Sie kämpfte zurück – direkt, wild, ohne Taktik.

Aber präzise.

Und sie dominierte.

Kale tobte.

Doch Asera war schneller.

Härter.

Klarer.

Ein Schlag, ein Tritt, ein Griff –

und Kale wurde zurückgeschleudert.

Dann hob Vados eine Hand.

Die Welt erstarrte.

Licht senkte sich wie Nebel.

Der Kampf brach ab –

nicht durch Kraft, sondern durch göttlichen Willen.

Caulifla lag reglos.

Kale zuckte noch.

Blut. Staub. Keuchen.

Asera atmete schwer.

Ihre Aura flackerte.

Der Blick: schockiert.

Sie sah die beiden –

und trat zurück.

Ihre Stimme war rau, kaum hörbar:

„Ich hätte sie getötet… beide.“

Vados trat näher.

Sanft.

Grünes Licht floss über die Körper der jungen Saiyajin.

Wunden schlossen sich. Knochen richteten sich.

Atmung stabilisierte sich.

„Sie leben“, sagte Vados ruhig.

„Alles ist gut.“

Doch Asera…

schüttelte den Kopf.

Sie sah auf ihre Hände.

Sie zitterten nicht – aber etwas in ihr schon.

„Ich… bin gefährlich.“

Und mit jedem Schritt, den sie rückwärts machte –

zitterte der Boden.

Hier, auf diesem leichten Planeten,

war jedes Beben

ein Echo dessen, was in ihr tobte.

__

Kapitel 38: Kein Monster

Die Arena war leer.

Nur der Wind strich durch das offene Gelände.

Der Staub hatte sich gelegt, die Luft war wieder klar.

Asera stand allein am Rand des Plateaus, den Blick ins Weite
gerichtet.

Sie sprach nicht.

Sie dachte nicht in Worten.

Nur Gefühle.

Zerrissen, wirbelnd, kalt.

Sie hätte sie getötet.

Nicht aus Absicht.

Sondern weil sie es nicht gestoppt hatte.

Weil sie es nie gelernt hatte.

Hinter ihr: Stimmen.

Schritte.

Nicht laut. Nicht eilig.

Ein Rhythmus, den man nur geht, wenn man keine Angst hat.

„Hey!“

Cauliflas Stimme.

Direkt. Aber nicht hart.

Asera wandte sich langsam um.

Caulifla kam auf sie zu, noch gezeichnet vom Kampf –

aber aufrecht.

Mit einem leichten Grinsen.

Kale an ihrer Seite, still wie immer, aber präsent.

„Du bist nicht einfach, weißt du das?“

Caulifla verschränkte die Arme.

„Aber ich bin auch nicht zimperlich.

Und wenn du abhaust, nur weil’s mal gekracht hat – dann bist
du feige.

Und du wirkst nicht wie jemand, der feige ist.“

Asera sah sie schweigend an.

Kale trat ein Stück näher.

Ihre Stimme war leise, aber fest.

„Ich weiß, wie es ist, wenn man die Kontrolle verliert.

Wenn alles verschwimmt und man nur noch zerstören kann.“

Sie senkte kurz den Blick, dann wieder zu Asera.

„Aber… du hast aufgehört.

Du wolltest nicht töten.

Ich hab’s gespürt.“

Asera sah die beiden an.

Ihre Kehle war trocken.

Sie wusste nicht, was sie sagen sollte.

Was sie überhaupt sagen konnte.

„Ich wollte nur… stark sein“, flüsterte sie.

„Damit mir nie wieder jemand etwas nimmt.“

„Und das ist okay“, sagte Caulifla.

„Aber allein geht’s nicht.

Bleib.

Lern mit uns.

Trainier mit uns.

Oder glaubst du, wir sind perfekt?“

Asera schloss kurz die Augen.

Dann – ein Nicken.

Zögerlich, aber ehrlich.

Caulifla grinste.

„Gut. Und keine Sorge – das nächste Mal gewinn ich.“

Kale lächelte leicht.

Asera sah es.

Und zum ersten Mal seit sehr langer Zeit –

fühlte sie nichts Bedrohliches.

Keine Pflicht.

Keine Masken.

Nur…

Möglichkeit.

__

Kapitel 39: Kein Zorn – kein Grund

Die Tage vergingen.

Nicht wie damals, auf dem Höllenplaneten – zäh und ohne
Namen –

sondern in einem Takt, der fast… lebendig war.

Asera trainierte wieder.

Aber anders.

Keine Explosionen, keine Ausbrüche.

Kein goldenes Licht, kein Schrei.

Nur sie.

In ihrer Grundform.

Ruhe in den Bewegungen.

Schärfe in jedem Tritt, jeder Faust.

Instinkt. Technik.

Und darunter – das, was sie nie losließ:

Zorn.

Aber er war nicht mehr wild.

Nicht mehr führend.

Er war da,

weil er Teil von ihr war.

Und das war gut so.

Vados hatte ihr gesagt, sie müsse sich nicht ändern.

Nur verstehen,

dass nicht mehr alles sie töten wollte.

Also hielt sie sich zurück.

Verwandelte sich nicht.

Weil sie es nicht musste.

Cabba und Caulifla trainierten in ihren
Super-Saiyajin-Formen,

voller Energie, Leidenschaft, Begeisterung.

Doch selbst in ihren goldenen Zuständen…

hatten sie keine Chance gegen sie.

Cabba kämpfte mit Präzision,

Kale mit roher Kraft –

doch beide wurden von ihr mit Leichtigkeit entwaffnet.

Und Caulifla?

Caulifla liebte es.

Sie stürmte, lachte, schimpfte.

„Du bist wie ein verdammter Endgegner!“

Und dann, keuchend nach einem erneuten Niederschlag:

„Aber irgendwann krieg ich dich!“

Asera sagte meist nichts.

Aber sie blieb.

Und sie schlug nicht zu hart.

Nicht mehr.

Es war kein Test.

Kein Überlebenskampf.

Nur…

Übung.

Und das war neu.

Nach einem besonders harten Sparring – Caulifla flach auf
dem Rücken,

das Haar noch gold,

der Atem schnell – sah sie zu Asera hoch.

„Sag mal…

Was hast du eigentlich erlebt, dass du so geworden bist?“

Asera stand still.

Die Sonne warf lange Schatten über den Platz.

Ihr Blick fiel kurz in die Ferne.

Wind in den Bäumen. Stimmen der Vögel.

aber hörte zu.

„Viel“, sagte sie leise.

„Komm schon!“ drängte Caulifla und richtete sich langsam
auf.

„Irgendwas musst du doch erzählen. Du bist… du bist anders.

Du kämpfst, als wär jeder Schlag ein Urteil.

Als wär’s nicht Training, sondern… Strafe.“

Asera sah sie an.

Kein Zorn. Kein Rückzug.

Nur ein langer, ruhiger Blick.

Dann setzte sie sich.

„Ich bin nicht stark geworden, um zu gewinnen“, sagte sie
schließlich.

„Ich bin stark geworden…

weil alles andere mich umgebracht hätte.“

Caulifla war still.

Kale setzte sich neben sie.

Cabba blieb im Schatten.

__

Kapitel 40: Was bleibt

Die drei hörten einfach nur zu.

Schweigend.

Wartend.

Asera sah in die Ferne. Dann schloss sie die Augen –

und begann zu erzählen.

Von einem Kind, das mit einer unzureichenden Kampfkraft
geboren wurde.

Von Eltern, die sich abwandten.

Von einer Lüge in den Akten – und der Verbannung.

Sie erzählte von Shardak.

Von Einsamkeit, von Blut, von kaltem Wind und dem ständigen
Gefühl,

fehl am Platz zu sein.

Von ihrem täglichen Training – nicht um besser zu werden,

sondern um nicht zu sterben.

Sie sprach von dem Moment, als sie verstand,

dass Ihr Heimatplanet zerstört worden war.

Von der Leere, die blieb.

Vom Hass, der kam.

Sie beschrieb den Höllenplaneten.

Die Plasmabestien.

Die Gravitation, die sie in den Boden pressen wollte.

Wie sie stärker wurde –

nicht durch Technik,

sondern durch Zorn,

durch Zähigkeit,

durch Wahnsinn.

Sie sprach vom Moment, als sie zum ersten Mal ein
Super-Saiyajin wurde –

allein.

Im Blut.

Im Dreck.

Gegen ein Monster, das keinen Namen hatte.

Sie sprach von Kämpfen, die keiner sah.

Von Jahren ohne Stimme.

Ohne Licht.

Nur Feuer.

Und davon, dass sie am Ende den Planeten selbst zerstörte –

weil ihre Wut größer war als alles,

was er je tragen konnte.

Dann –

von Vados.

Von der Einladung.

Und von ihnen.

Stille.

Caulifla hatte irgendwann aufgehört zu grinsen.

Cabba sah zu Boden.

Und Kale…

stand auf.

Langsam.

Bedacht.

Asera hob leicht die Hand, als sie auf sie zukam –

Reflex.

Doch Kale blieb stehen.

Sah sie an.

Und dann –

umarmte sie.

Einfach so.

Asera erstarrte.

Die Muskeln zuckten.

Ein Reflex aus tausenden Tagen Kampf.

Doch sie schlug nicht zu.

Sie bewegte sich nicht.

Kale drückte sie.

Fester.

Keine Worte. Kein Mitleid.

Nur… Präsenz.

Etwas zerbrach in Asera.

Kein Schmerz.

Nur…

ein neues Gefühl.

Etwas, das weder Waffe noch Gegner war.

Etwas, das nicht überwältigte – sondern hielt.

Und sie ließ es zu.

Zum ersten Mal.

Spürte sie so ein Gefühl.

__

Kapitel 41: Nicht aus dem Grund

Kale ließ die Umarmung langsam los.

Sanft. Wortlos.

Doch die Wärme blieb.

Asera saß noch immer da, bewegungslos.

Nicht starr vor Angst, nicht vor Abwehr –

sondern weil sie nicht wusste, was sie fühlte.

Nur,

dass es kein Angriff war.

Sie blickte auf ihre Hände.

Diese Hände hatten Leben genommen.

Monstren zerschlagen. Welten zerfetzt.

Aber gerade eben…

hatten sie niemanden weggestoßen.

Caulifla atmete tief durch.

„Heilige Scheiße“, sagte sie.

Kein Spott. Keine Übertreibung.

Nur echtes Erstaunen.

„Ich dachte, ich hätte es schwer gehabt, aber das…“

Sie schüttelte den Kopf.

„Wie bist du überhaupt noch ganz bei Verstand?“

Asera sah sie an.

Dann kam die Antwort.

Leise.

Fest.

„Bin ich nicht.“

Stille.

Doch keine bedrückende.

Nur ehrliche.

Cabba setzte sich etwas näher.

Er war blass, der sonst so gefasste Kämpfer.

„Und trotzdem bist du hier.

Du hättest einfach irgendwohin verschwinden können.

Oder alles vernichten.

Aber du… bist geblieben.“

„Nicht aus Pflicht“, sagte Asera.

„Nicht, weil ich stark sein will.

Nicht aus Stolz.

Und auch nicht aus Schuld.“

Sie hob den Kopf.

„Ich bin hier,

weil ich nicht mehr allein sein will.“

Caulifla starrte sie an.

Dann – ein Grinsen.

Nicht überheblich. Nicht wild.

Echt.

__

Kapitel 42: Gott

Die Sonne stand hoch, als sich plötzlich der Himmel
veränderte.

Ein schwaches Vibrieren ging durch das Plateau,

kaum spürbar –

aber Asera war sofort alarmiert.

Nicht aus Angst,

sondern aus Instinkt.

Ein Riss aus Licht öffnete sich über dem Trainingsplatz,

und aus ihm trat eine ungewöhnliche Gestalt.

Breit gebaut, aufrecht gehend, violette Haut,

ein Gesicht irgendwo zwischen Gelassenheit und Gereiztheit.

Sein Bauch rund, seine Bewegungen jedoch wachsam.

Ein sprechender, lila Kater.

Mit Kleidung, die wie von einem uralten Königshaus wirkte.

Caulifla murmelte leise: „Oh oh…“

Kale senkte leicht den Blick.

Cabba trat höflich einen Schritt zurück.

Neben dem Neuankömmling erschien Vados,

ihr Stab wie immer leicht zur Seite geneigt.

„Asera“, sagte sie sanft,

„das ist Lord Champa – Gott der Zerstörung dieses
Universums.“

Asera blickte ihn an.

Keine Furcht.

Aber wachsame Neugier.

„Ein… was?“

„Ein Wesen von sehr großer Macht und Verantwortung“,
erklärte Vados.

„Und mit sehr geringer Geduld.“

Champa verschränkte die Arme,

sein Blick glitt abschätzend über Asera.

„Das soll sie also sein? Die Neue, über die du kein Wort
verlieren willst?“

Vados lächelte nur sanft.

„Ich dachte, ihr wollt euch selbst ein Bild machen.“

Asera sah zu den anderen.

Cabba verbeugte sich knapp.

Caulifla rieb sich den Nacken und verbeugte sich halbherzig.

Kale machte einen schüchternen Knicks.

Asera…

tat es ihnen gleich.

Etwas steif.

Etwas widerwillig.

Aber sie tat es.

Der Kopf gesenkt.

Nicht tief – aber sichtbar.

Champa sah sie an.

Ein Knurren vibrierte in seiner Kehle.

„Hmpf. Naja. Wenigstens kein Gezeter.“

Dann wandte er sich Vados zu.

„Ich hoffe, du weißt, was du da mitbringst.“

„Mehr als ihr ahnt“, entgegnete sie ruhig.

Champa brummte nur.

Dann ließ er sich auf einem großen Felsen nieder,

verschränkte die Beine,

und beobachtete weiter.

Asera sagte nichts.

Aber innerlich…

spürte sie es.

Beobachtet zu werden

war nichts Neues.

Aber diesmal ging es nicht um Misstrauen.

Sondern um Bewertung.

Einschätzung.

Sie konnte damit umgehen.

Und sie würde zeigen,

wer sie war.

__

Kapitel 43: Die Prüfung

Champa saß auf dem Felsen, die Arme verschränkt,

sein Blick halb gelangweilt, halb gespannt.

„Also? Gibt’s jetzt auch was zu sehen, oder soll ich einfach
Mittagsschlaf machen?“

Vados lächelte fein und trat einen Schritt nach vorn.

„Wie Ihr wünscht, Lord Champa.

Ich werde einen Trainingskampf ansetzen –

drei gegen eine.“

Sie sah zu Asera, dann zu den anderen.

„Caulifla, Kale, Cabba – bereit?“

„Immer!“ rief Caulifla sofort.

Kale nickte.

Cabba atmete tief durch.

Alle drei ließen ihre Auren aufleuchten –

Goldene Energie umhüllte Cabba und Caulifla,

Haarfarben veränderten sich, die Luft vibrierte.

Drei Saiyajin zwei in Goldener Aura.

Asera trat langsam in die Arena.

Ruhig. Konzentriert.

Vados beugte sich zu ihr und flüsterte leise:

„Vergiss nicht – in Anwesenheit von Lord Champa…

dein Schweif bleibt als Gürtel gebunden.

Er legt Wert auf Etikette.“

Asera nickte knapp.

Der flauschige Schweif saß straff um ihre Taille,

fest eingebunden –

wie es von ihr verlangt wurde.

Keine Transformation.

Nur sie selbst.

Gespannte Muskeln.

Ein ruhiger Blick.

„Beginnt“, sagte Vados sanft.

Die Explosion kam sofort.

Die drei preschten gleichzeitig vor –

Kale frontal, Cabba flankierend, Caulifla über Kopf.

Asera blockte, wich aus –

aber der Druck war enorm.

Kombinationen. Tempo. Kraft.

Kale schlug wie ein Rammbock,

Cabba zielte auf Gelenke,

Caulifla wirbelte wie ein Sturm.

Asera wurde zurückgedrängt.

Erstmals seit langem.

Nicht überwältigt –aber in Bewegung gezwungen.

Ihre Augen blitzten.

Dann begann sie zu kontern.

Harte Schläge.

Schnell.

Gezielt.

Ein Tritt gegen Cabba, der ihn rückwärts taumeln ließ.

Ein Stoß gegen Kales Brust, der ihr die Luft raubte.

Ein offener Handkantenschlag gegen Cauliflas Bein –

sie ging in die Knie.

Aber die Drei standen wieder auf.

Koordiniert.

Ehrgeizig.

Und sie wollten sie wirklich zu Fall bringen.

Asera ließ den Zorn nicht frei –

aber sie hielt sich auch nicht mehr zurück.

Jeder Schlag vibrierte durch den Boden.

Jeder Treffer war eine klare Botschaft:

Sie war stark.

Und nicht unterlegen.

Ohne sich zu verwandeln,

überwältigte sie schließlich alle drei.

Cabba lag zuerst,

Kale sank auf die Knie, erschöpft.

Caulifla hielt sich keuchend die Seite –

und lachte sogar leise.

„Verdammt… du bist irre.“

Asera stand aufrecht.

Ein paar Kratzer.

Mehr nicht.

Stille.

Dann ein Räuspern.

Champa erhob sich leicht von seinem Sitz.

„Tsk.“

Er trat vor, sein Blick glitt noch einmal über die
erschöpften Drei

– und dann zu Asera.

Seine Stimme war kurz. Knapp.

„Nicht schlecht.

Mehr Kraft als Stil.

Aber… sie liefert.

Behalte sie.“

Dann wandte er sich um.

„Ich hab genug gesehen.“

Und mit einem Zucken seiner Finger

verschwand er wieder im Licht.

Vados sah Asera an.

Ein fast amüsiertes Funkeln in den Augen.

„Er sagt so etwas nicht oft.“

Asera sagte nichts.

Sie atmete tief durch.

Die anderen lagen keuchend am Boden –

aber lächelten.

Und in ihr…

war nichts explodiert.

Kein Kontrollverlust.

Nur der Beweis,

dass sie auch kämpfen konnte –

ohne zu zerstören.

__

Kapitel 44: Schatten aus einer anderen Zeit

Ein neuer Tag begann.

Die Sonne stand noch tief, als sich der Himmel erneut verzog

ein Wirbeln von Licht, ein sanftes Dröhnen durch die Luft.

Vados stand bereits bereit.

Ihr Stab erhob sich leicht,

während sechs Silhouetten auf dem Plateau materialisierten.

Asera, noch vom letzten Training erschöpft, trat näher.

An ihrer Seite: Caulifla, Kale, Cabba.

„Was jetzt?“ murmelte Caulifla halb neugierig, halb
ungeduldig.

Dann traten sie ins Licht:

Botamo – groß, rund, goldgelb, mit schläfrigem Blick und
breiter Brust.

Magetta – aus glühendem Metall, dampfend, schweigend,
massig.

Pilina und Saonel – zwei Namekianer, kampferprobt, ruhig,
fokussiert.

Hit – grau-violett, mit verschränkten Armen und einem Blick
wie aus Stein.

Und dann…

Frost.

Elegant, selbstsicher, weiß-bläuliche Haut, schmale
Pupillen.

Und ein Grinsen, das zu viel wusste.

Asera erstarrte.

Ihre Augen verengten sich.

Die Luft um sie spannte sich an.

Ein Schatten kroch in ihr hoch.

Ein Bild.

Ein Name.

Freezer.

Sie spannte bereits die Muskeln an –

aber da war Vados.

Sanft. Ruhig.

Aber deutlich.

„Asera“, sagte sie mit ruhiger Stimme,

„das ist nicht der, den du kennst.

Halte dich zurück. Jetzt ist nicht der Moment.“

Kale trat schnell näher, spürte es.

„Er sieht nur so aus“, flüsterte sie.

„Aber das ist nicht Freezer. Das ist Frost. Ein ganz
anderer.“

Frost trat einen Schritt nach vorn.

Die Haltung aufrecht, das Grinsen überlegen.

„Oh? Und das muss die Neue sein?

Ich habe gehört, sie hat ganz ordentlich Eindruck gemacht.“

Er verneigte sich leicht – mehr Spott als Respekt.

Aseras Blick zuckte.

Ein einziges Zucken.

Nicht der Körper.

Nur die Augen.

Ein Bruchteil von einem Moment –

doch Caulifla bemerkte es.

Kale auch.

Asera sagte nichts.

Aber ihre Aura spannte sich minimal an.

Nicht zum Angriff –

aber zum Schutz.

Dann stellte Vados die restlichen Kämpfer vor.

Jeder nannte kurz seinen Namen, knapp und neutral.

Hit sagte nichts – nur ein Nicken.

Frost jedoch konnte es sich nicht verkneifen:

„Ich freue mich schon auf den Tag, an dem wir gemeinsam
trainieren.

So viel Kraft… und doch so wenig Haltung.“

Das Grinsen.

Breit. Kaltschnäuzig.

Asera atmete einmal tief durch.

Ihre Stimme kam flach, kontrolliert.

„Du solltest aufpassen,

dass du nicht mit dem falschen Schatten spielst.“

Frosts Grinsen wurde dünner.

Nicht verschwunden –

aber vorsichtiger.

Vados trat dazwischen, ohne es offensichtlich zu machen.

„Wunderbar. Nun, da wir alle vollständig sind,

werden die nächsten Trainingseinheiten beginnen.“

Die Gruppe zerstreute sich langsam –

aber Blicke blieben.

Und Asera wusste:

Nicht alle Kämpfe begannen mit einem Schlag.

__

Kapitel 45: Der Blitz

Am folgenden Tag begannen sich die Kämpfer des sechsten
Universums langsam aneinander zu gewöhnen.

Es wurde trainiert, diskutiert, gegessen.

Die Atmosphäre lockerte sich – zumindest für die meisten.

Botamo war laut und gefräßig,

Magetta sprach kaum, war aber bei Reparaturen und Technik
ein stiller Helfer.

Pilina und Saonel waren konzentriert, aber aufgeschlossen,

besonders gegenüber Kale.

Hit blieb reserviert, doch seine kurzen, präzisen Kommentare
waren respektiert.

Und Frost…

lächelte.

Ständig.

Zu oft.

Vados beobachtete.

Sie sagte nichts – aber sie sah alles.

Vor allem die Blicke.

Immer wieder richtete Frost seine Augen auf Asera.

Nicht neugierig.

Nicht offen.

Sondern wie jemand, der ein Werkzeug suchte.

Oder einen Angriffspunkt.

Und Vados wusste:

Wenn das so weiterging,

würde Asera sich nie ganz entfalten können.

Also entschied sie.

„Der nächste Trainingskampf ist gesetzt“, erklärte sie am
Morgen.

„Asera gegen Frost.“

Kurze Stille.

Asera sagte nichts.

Aber sie trat vor.

Frost hob überrascht eine Augenbraue,

sein Grinsen blitzte gefährlich.

„Oh? Ich hätte nicht gedacht, dass ich heute schon eine
Vorstellung bekomme.“

Die Arena wurde vorbereitet.

Eine glatte, weite Fläche mit Ki-Barriere rundherum.

Asera betrat sie zuerst.

Ruhig.

Kein Laut.

Ihre Augen klar.

Die Haltung wie aus Stein gehauen.

Frost folgte.

Elegant. Spöttisch.

Kaum stand er in der Arena, wechselte er sofort in seine
Final Form –

sein Körper wurde schlanker, tödlicher.

„Keine halben Sachen“, meinte er grinsend.

„Ich möchte ja nicht, dass es langweilig wird.“

Asera antwortete nicht.

Blitze zuckten.

Super Super-Saiyajin 2

Ihre Aura flammte auf – heiß, druckvoll, kontrolliert.

Sie wollte sich abreagieren.

Nicht vernichten.

Nicht eskalieren.

Aber Frost testete Grenzen.

„Ach…“, begann er spöttisch.

„Noch so eine mit Trauma und Wut.

Ihr seid wirklich wie Unkra—“

Er beendete den Satz nicht.

Denn Asera war plötzlich da.

Ein einzelner, greller Blitz –

ein Ton wie Donner,

ein Knall, der durch das ganze Plateau rollte.

Frost flog.

Nicht einfach zurück.

Nicht einfach zu Boden.

Er wurde mit einem einzigen Schlag

aus der Arena geschleudert,

durch die Barriere,

und schlug donnernd in den Felsen am Rand des Gebirges ein.

Steine stürzten.

Staub wirbelte.

Stille.

Dann nur Vados’ Stimme.

Ruhig.

Fast… amüsiert.

„…Kampf beendet.“

Die anderen starrten.

Selbst Hit öffnete leicht die Augen.

Botamo hatte den Mund offen.

Caulifla grinste.

Asera stand noch immer in der Arena.

Ihre Faust gesenkt.

Die Aura flackerte.

Sie atmete tief durch.

Nicht, weil sie erschöpft war –

sondern weil es gutgetan hatte.

Nicht aus Hass.

Nicht aus Angst.

Nur, um klarzumachen,

dass sie keine Zielscheibe war.

__

Kapitel 46: Zwischen Stärke und Kontrolle

Staub rieselte noch von der Felswand,

in die Frost geschlagen war.

Ein Riss zog sich durch den Stein,

gezeichnet vom Aufprall eines einzigen Schlages.

Vados war bereits bei ihm.

Ihr Stab glühte sanft grün,

und in wenigen Sekunden war das Atmen leichter,

die Knochen wieder heil,

der Schmerz gedämpft.

Frost keuchte, richtete sich vorsichtig auf.

Sein Blick wanderte über den Fels hinweg zurück zur Arena,

wo Asera nun langsam das Kampffeld verließ.

„Tch…“, stieß er leise aus.

„Die ist ja fast so stark wie die zwei Blauhaarigen aus
Universum 7…“

Sein Blick verfinsterte sich,

nicht vor Zorn – sondern vor Erkenntnis.

„Und das war nicht mal ihr Ernst… war es?“

Vados antwortete nicht.

Ihr Lächeln war höflich.

Und genau darin lag die Antwort.

Asera verließ die Arena in ruhigem Schritt.

Ihre Aura war bereits erloschen,

doch in ihren Augen glomm noch das Nachbild der Wucht,

die sie entfesselt hatte.

Am Rand des Platzes warteten sie schon.

Kale trat zu ihr,

die Hände verschränkt, aber ein selten klares Lächeln auf
den Lippen.

„Du warst… stark. Aber… ruhig.

Ich hab gesehen, dass du es kontrolliert hast.

Gut gemacht.“

Asera nickte.

Kein Wort – aber die Anerkennung bedeutete ihr etwas.

Caulifla dagegen war ganz Feuer.

Sie lief ihr entgegen, die Hände über dem Kopf,

als hätte sie selbst gewonnen.

„WAS WAR DAS BITTE?!

Ein einziger Schlag?! Ich liebe es!

Du hast den einfach durch die Barriere geprügelt!

Ich mein – BUMM!

Ich hab den Berg wackeln gespürt!“

Asera hob eine Augenbraue.

Ein Hauch von Verwunderung.

Und vielleicht…

ein winziges Zucken in den Mundwinkeln.

„Es war nur Training“, murmelte sie.

„Klar. Nur Training“, wiederholte Caulifla grinsend.

„Und was machst du, wenn du ernst wirst? Planeten
zerreißen?“

Cabba kam langsam hinzu, nickte anerkennend.

„Du warst fokussiert. Kein Ausbruch. Kein Kontrollverlust.

Das ist… beeindruckend.“

Asera blieb kurz stehen.

Sie sah in die Ferne, dorthin, wo Frost langsam zurückkam –

langsamen Schrittes, die Haltung defensiv, aber aufrecht.

Er hatte verstanden.

Und das genügte.

__

Kapitel 47: Der Moment, der fehlt

Die Sonne stand bereits hoch,

als Hit langsam auf Vados zutrat.

Kein Wort zu viel, keine Bewegung zu schnell.

„Ich will als Nächstes“, sagte er.

Vados sah ihn ruhig an.

„Du weißt, was ich verlange. Kein Töten.“

„Natürlich“, antwortete Hit.

Kurz. Kalt. Klar.

Wenige Minuten später standen sich die beiden in der Arena
gegenüber.

Asera musterte ihn.

Die Haltung. Die Aura. Die Ruhe.

Er tat nichts.

Kein Blick, kein Knurren, keine Pose.

Einfach nur… Präsenz.

Aber irgendetwas in ihr sagte:

Diesmal brauche ich alles.

Blitze.

Druck.

Goldenes Haar.

Super-Saiyajin 2.

Die Erde zitterte leicht, als ihre Aura hochschnellte.

Ihre Muskeln spannten sich.

Ihre Augen glühten.

Hit…

bewegte sich nicht.

Vados gab das Signal.

Asera stürmte los.

Schnell.

Zielstrebig.

Die Faust voraus.

Und dann—

plötzlich.

Ein Schlag.

Unsichtbar.

Unhörbar.

Unvermeidlich.

Sie taumelte.

Die Welt schwankte.

Ihre Schulter brannte.

Sie war getroffen.

Aber sie hatte nichts gesehen.

„Was—?!“ Caulifla sprang auf.

„Was war das?!“

Cabba rief dazwischen:

„Hit springt durch die Zeit!“

Asera schnappte nach Luft.

Kein Schrei.

Nur Schock.

Sie richtete sich auf.

Versuchte, ihn zu erfassen.

Nichts.

Er stand immer noch da.

Sie umkreiste ihn.

Blitzschnelle Schritte.

Ein Ausfallschritt –

ein Tritt –

nichts traf.

Wieder:

Ein Schlag.

Diesmal in die Rippen.

Sie ging in die Knie.

Zischte.

Doch sie stand wieder auf.

Blut lief über ihre Lippe.

Sie spannte ihre ganze Aura.

Ki explodierte.

Blitze zuckten.

Dann sprang sie.

Eine Angriffskombination aus purem Instinkt.

Schnell. Hart.

Verzweifelt, aber gezielt.

Und doch –

wieder nur Leere.

Ein Faustschlag in den Rücken.

Ein Tritt in die Seite.

Ein Griff, der sie drehte und zu Boden warf.

Asera blieb liegen.

Sie keuchte.

Ihre Aura war geschwächt.

Der Blitz in ihren Augen flackerte.

Sie verstand es jetzt:

Er war nicht schneller.

Er war vorher.

Hit trat einen Schritt zurück.

Nicht überheblich.

Nicht grausam.

Nur still.

Vados hob die Hand.

„Kampf beendet.“

Asera rappelte sich auf.

Langsam.

Kein Wanken – aber ihre Atmung war schwer.

Hit stand da.

Wie immer.

Und sah sie nur an.

„Du bist stark“, sagte er.

„Aber gegen Zeit nützt Kraft nichts.“

Dann drehte er sich um und ging.

Die Zuschauer waren still.

Kein Spott. Kein Jubel.

Nur Respekt.

Asera hatte verloren.

Aber nicht gebrochen.

Und das war mehr wert

als jeder Sieg.

__

Kapitel 48: Der Grund

Die Nacht war still.

Ein sanfter Wind zog über das Plateau.

Die Trainingsarena lag verlassen, nur von Sternenlicht
beleuchtet.

Die anderen saßen weiter unten am Feuer, lachten leise, müde
vom Tag.

Asera stand abseits.

Still.

Der Blick zum Himmel gerichtet.

Dort oben tobte nichts.

Kein Blitz, kein Zorn.

Nur Weite.

Und Fragen.

Sie hörte die Schritte nicht,

aber spürte die Präsenz.

Vados trat neben sie,

ihre Hand wie immer ruhig am Stab.

„Du denkst über die Niederlage nach“, sagte sie leise.

Asera antwortete nicht sofort.

Nur ein Nicken.

„Nimm es dir nicht zu Herzen“, fuhr Vados fort.

„Hit ist kein gewöhnlicher Gegner. Seine Technik ist… schwer
zu überwinden.“

Asera sah sie kurz an.

„Ich war schnell.

Ich war stark.

Und trotzdem – nichts.

Nicht einmal ein Treffer.“

„Weil deine Art zu kämpfen nicht dafür gemacht ist“,
erwiderte Vados sanft.

„Dein Zorn, deine Direktheit – sie brechen Mauern.

Aber Hit ist keine Mauer. Er ist ein Moment.

Und Momente kann man nicht schlagen,

man muss sie spüren, bevor sie geschehen.“

Asera schwieg.

Doch in ihrem Blick glomm etwas.

Nicht Trotz.

Nicht Frustration.

Neugier.

Vados nickte leicht.

„Du willst wissen, warum du hier bist.“

Asera wandte sich ihr zu.

Erstmals ganz.

Kein Ausweichen.

„Ja.“

Vados blickte in den Himmel.

Ihre Stimme blieb ruhig –

doch in ihr lag Gewicht.

„Ein Turnier wird kommen.

Ein Kampf.

8 Universen, jedes gegen jedes andere.

Und wer verliert…

wird ausgelöscht.“

Die Worte hallten nach.

Nicht laut.

Aber wie ein tiefer Schlag in der Stille.

Asera sah zu den anderen.

Cabba. Kale. Caulifla.

Wie sie lachten.

Frei.

Sorglos.

„Sie… wissen es?“

Vados nickte.

„Ich habe es ihnen gesagt.

Doch sie baten mich, es dir nicht sofort zu sagen.

Sie wollten, dass du freiwillig bleibst.

Nicht aus Pflicht.

Sondern weil du Teil davon sein willst.“

Asera sagte nichts.

Sie sah nur weiter zu ihnen.

Dann kam die Frage,

flach und leise:

„Und… warum ich?“

Vados antwortete ohne Zögern.

„Weil du und Hit

das stärkste sind,

was dieses Universum hat.

Und weil du das Potenzial hast,

eine Stufe zu erreichen,

die nur zwei Saiyajin vor dir erreicht haben.“

Aseras Augen weiteten sich.

„Kann ich Sie damit beschützen—“

„Ja“, sagte Vados sanft.

„Mit dem Super-Saiyajin Blue.

Eine Form,

die nicht aus Zorn geboren wird,

sondern aus Kontrolle.

Aus Klarheit.

Und innerer Kraft.“

Sie streckte die Hand aus.

Nicht befehlend.

Nicht fordernd.

Ein Angebot.

„Wenn du bereit bist…

zeige ich es dir.“

Asera blickte sie an.

Sie sagte nichts.

Aber sie trat einen Schritt näher.

Und das war Antwort genug.

__

Kapitel 49: Der Weg über die Kraft hinaus

Die Tage vergingen.

Die Sonne wurde Zeugin von wachsenden Kräften.

Cabba übte präzise Kombinationen,

Caulifla wollte jeden mitreißen,

Kale kämpfte leise, aber entschlossener als je zuvor.

Asera trainierte mit ihnen.

Mit klaren Bewegungen, unbändiger Kraft,

und wachsender Zurückhaltung.

Sie schlug nicht mehr, um zu vernichten –

sie schlug, um zu lehren.

Um zu schützen.

Doch wenn der Tag sich neigte

und die anderen erschöpft zu Wasser und Essen griffen,

blieb Asera.

Und Vados wartete bereits.

Abseits der Arena,

auf einer Plattform über dem Tal,

begann ein anderes Training.

Kein Sparring.

Kein Kampf.

Nur sie.

Vados.

Und die Frage:

Was kommt nach Zorn?

„Schließe die Augen“, sagte Vados ruhig.

„Spüre deine Energie.

Nicht die Kraft in deinen Muskeln.

Nicht die Blitze in deinem Ki.

Sondern den Kern dahinter.“

Asera saß im Schneidersitz.

Regungslos.

Doch in ihr tobte etwas.

Sie versuchte es.

Wirklich.

Sie wollte es.

Nicht für sich.

Für sie.

Für Cabba.

Für Caulifla.

Für Kale.

„Atme ein.

Führe deine Kraft nicht wie eine Waffe.

Erkenne sie.

Ordne sie.

Werde Teil von ihr.“

Asera öffnete die Augen.

Blitze.

Gold.

Super-Saiyajin Zwei.

Mehr nicht.

Die Aura zuckte.

Stieg.

Doch da war… Widerstand.

Etwas klemmte.

Etwas war im Weg.

Sie spannte sich an.

Der Boden unter ihr bebte leicht.

Doch es kam nichts.

Keine neue Welle.

Kein göttliches Blau.

Nur Stille.

Und ein langsam verlöschendes Licht.

Asera atmete schwer.

Der Blick gesenkt.

„Ich… kann es nicht“, flüsterte sie.

Vados stand vor ihr.

Ruhig.

Geduldig.

„Noch nicht“, sagte sie.

„Und das ist in Ordnung.“

Asera schloss die Augen.

Nicht aus Scham.

Sondern weil sie spürte,

dass das, was sie suchte,

nicht mit Kraft allein zu erreichen war.

Am nächsten Morgen

trainierte sie wieder mit den anderen.

Niemand fragte.

Niemand wusste,

wie viel sie schon gesucht hatte.

Und wie leer ihre Hände noch waren.

Aber sie blieb.

Sie kämpfte.

Sie hörte nicht auf.

__

Kapitel 50: Die Bestie im Inneren

Die Dämmerung legte sich wie ein Schleier über das Plateau.

Die Schatten wurden länger,

doch über Asera flackerte noch immer grelles Licht.

Super-Saiyajin 2.

Goldene Blitze tanzten um ihren Körper.

Ihr Haar loderte in hellem Licht,

ihre Aura war ein Sturm aus Wut und Willenskraft.

Vados stand etwas auf Abstand.

Beobachtend.

Wachsam.

Asera atmete schwer.

Schweiß tropfte von ihrer Stirn,

ihre Augen glühten –

aber nicht vor Triumph.

Vor Angst.

Nicht um sich.

Um sie.

Ihr Blick glitt über das Tal.

In der Ferne:

Cabba. Caulifla. Kale.

Sie standen gemeinsam am Wasser.

Lachend.

Frei.

Aber in Aseras Herz

schlich sich ein anderer Gedanke:

„Ich werde sie verlieren.“

Die Worte rissen durch ihr Inneres wie Klingen.

Nicht aus Furcht –

aus Gewissheit.

„Ich kann sie nicht beschützen…

nicht so…“

Ein tiefes Grollen stieg in ihr auf.

Ihre Aura flackerte.

Nicht durch Schwäche –

sondern weil etwas in ihr zerriss.

Dann kam der Laut.

Nicht geschrien.

Herausgebrochen.

Tief.

Roh.

Uralter Schmerz.

Asera brüllte –

und die Welt hielt den Atem an.

Die goldene Mähne zerfiel.

Strähnen begannen sich zu entfärben –

erst grau,

dann fast weiß.

Ihr Körper spannte sich.

Die Muskeln wuchsen.

dichter, massiver.

Geboren aus reiner, verzweifelter Kraft.

Ihre Arme –

Fell.

Hell.

Dicht.

Ein glühender Schatten von Wut.

Die Aura, die sich nun um sie sammelte,

war keine Saiyajin-Aura mehr.

Rot.

Violett.

Unkontrolliert.

Wild.

Zerrissen zwischen Schmerz und Überleben.

Im Tal verstummte das Lachen.

Hit drehte sich ruckartig um.

Seine Augen – sonst nie weit geöffnet –

rissen auf.

Ein Flackern von Panik.

Er griff bereits nach seiner Technik.

„Das… ist nicht mehr kontrollierbar“, murmelte er.

Kale stolperte einen Schritt zurück.

Caulifla erstarrte.

Cabba trat instinktiv vor sie, ohne zu wissen, wogegen.

Die Druckwelle traf sie Sekunden später.

Sie war kein Wind.

Sie war eine Macht.

Vados war bleich.

Für den Bruchteil einer Sekunde –

wirkte selbst sie

erschrocken.

Ihre Finger zuckten.

Der Stab glühte.

„Nein…“, flüsterte sie.

„Nicht so…“

Asera schrie erneut.

Der Boden unter ihr barst.

Gestein zersplitterte.

Die Atmosphäre flackerte.

Der Himmel zog sich zusammen,

als ob der Planet selbst

sie abstoßen wollte.

Sie war nicht mehr sie selbst.

Nur Wut.

Nur Kraft.

Nur Zerstörung.

Sie machte einen Schritt –

und der halbe Berghang unter ihr rutschte ab.

Dann –

ein Schlag.

Einer.

Schnell.

Gezielt.

Göttlich.

Vados stand plötzlich direkt vor ihr.

Ihre Hand schnellte hervor –

traf Asera mit voller Wucht an der Nackenbasis.

Ein gleißender Blitz –

und dann:

Stille.

Die Aura brach in sich zusammen.

Die Transformation zerfällt

Wie ein Feuer, das zu schnell gebrannt hatte.

Asera sackte in sich zusammen.

Nicht geschlagen.

Gerettet.

Vados fing sie auf.

Keuchend.

Stumm.

Sie sah hinab auf die Frau in ihren Armen.

Dann flüsterte sie –

nicht belehrend.

Nicht sanft.

Nur ernst.

„Wenn du sie beschützen willst…

lerne diese neue Kraft zu kontrollieren.“

__

Kapitel 51: Nach dem Sturm

Ein letzter Windstoß fuhr durch das Tal.

Dann kehrte Stille ein.

Eine Stille, die mehr war als Abwesenheit von Lärm.

Sie war schwer.

Geladen.

Ein Echo von etwas, das die Welt erschüttert hatte.

Dann – aus dem roten Licht der Abendsonne

tauchte Vados auf.

Sie schwebte knapp über dem Boden.

In ihren Armen:

Asera.

Nicht verwandelt.

Keine Aura.

Keine Regung.

Nur ihr ruhiger Atem verriet,

dass sie noch lebte.

Am Rand des Trainingsfeldes standen Cabba, Caulifla und Kale

erstarrt.

„Asera?!“

Caulifla machte instinktiv einen Schritt nach vorne.

„Was ist mit ihr?!“

Kale war blass geworden.

„Sie… sie lebt, oder?“

Cabba klang mehr wie ein Kind als ein Krieger.

Vados blieb ruhig.

Wie immer.

Sanft setzte sie Asera im Gras ab

und hob kurz die Hand.

Ein beruhigender, grüner Lichtschein legte sich über das
Feld.

„Sie lebt“, sagte sie leise.

„Aber ihre Kraft ist… entfesselt.

Noch ohne Richtung.“

Kale ging auf die Knie neben Asera.

Berührte vorsichtig ihren Arm.

„Das war nicht sie…,

Sie hat uns nicht gesehen. Sie war… verloren“

flüsterte sie.

Dann kamen auch die anderen.

Hit – mit zusammengezogenen Augenbrauen.

Magetta, der sich am Kopf kratzte.

Botamo, verunsichert.

Saonel und Pilina, wachsam.

Und dahinter, mit verschränkten Armen und einem
herablassenden Blick:

Frost.

„Also das war sie“, murmelte er.

„Ich hätte nicht gedacht, dass so viel rohe Gewalt

in dieser unscheinbaren Frau steckt…“

Hit warf ihm einen kalten Seitenblick zu.

„Sei still, Frost.“

Vados trat einen Schritt vor.

Die Gruppe wandte sich ihr zu.

„Was ihr gesehen habt,

war keine Transformation im üblichen Sinne.

Es war ein Ausbruch.

Ein Zeichen dessen,

was passiert, wenn Schmerz zu Macht wird –

ohne Richtung.“

Sie sah dabei niemanden an.

Doch jeder fühlte sich angesprochen.

Caulifla setzte sich nun neben Asera.

Kale nickte.

Ihre Finger zitterten leicht,

doch sie hielt Aseras Hand fest.

„Sie ist kein Monster.“

Vados sah in den Himmel.

Der Sonnenuntergang färbte die Wolken blutrot.

__

Kapitel 52: Was wünschst du dir?

Die Nacht war hereingebrochen.

Klar. Still.

Der Himmel spannte sich wie schwarzer Samt über den
Planeten.

Nur das Flackern des Lagerfeuers erhellte die Gesichter
ringsum.

Asera lag auf einer Decke.

Ruhig.

Ihr Atem war wieder gleichmäßig,

die Augen noch geschlossen.

Kale saß direkt neben ihr,

Ihre Hand umschloss Aseras –

fest, aber sanft.

Sie war es, die flüsterte:

„Ich bleib bei ihr…“

Caulifla hockte am Feuer,

warf immer wieder Blicke zu ihr.

„Sie wird aufwachen. Bald.“

Cabba hatte inzwischen Wasser und etwas Essen
bereitgestellt.

Er war stiller als sonst.

Nachdenklich.

Dann hob sich Aseras Brust etwas höher.

Ein leises Geräusch –

kein Wort, nur ein Ton.

Ihre Augenlider zuckten.

Kale war sofort da.

„Asera?“

Ihre Stimme war kaum mehr als ein Hauch.

Die Augen öffneten sich.

Schwer.

Träge.

Langsam wandte sich Aseras Blick zur Seite.

„Du bist wach…“, murmelte Kale.

Sie hielt ihre Stimme ruhig –

aber das Zittern darin war nicht zu überhören.

Caulifla trat sofort näher.

„Du hast uns einen ganz schönen Schreck eingejagt.“

Asera hob sich leicht auf die Ellbogen,

blinzelte in die Dunkelheit.

Ihre Stimme war heiser.

„Was ist passiert…?“

Cabba antwortete:

„Deine Kraft… sie ist durchgedreht.

Vados hat dich rausgeholt.

Und uns gesagt, dass sie dir alles über das Turnier erklärt
hat.“

„Vados hat uns erzählt,

dass du jetzt vom Turnier weißt“, sagte Cabba nach einem
Moment.

Asera nickte nur.

„Alle Universen treten gegeneinander an“, murmelte sie.

„Wer verliert… wird ausgelöscht.“

Caulifla stemmte die Hände in die Hüften.

„Ich find’s geil.

Endlich Gegner, die wirklich was draufhaben!“

Asera reagierte nicht.

Ihr Blick ging an Caulifla vorbei,

in die Dunkelheit.

„Ich kämpfe nicht gerne“, sagte sie schließlich.

„Aber ich werde euch unterstützen.

Wenn es sein muss.“

„Muss es“, sagte Caulifla knapp.

Dann setzte sie sich neben sie.

„Sag mal… was würdest du dir eigentlich wünschen?

Wenn wir gewinnen.“

Asera blinzelte.

„Wünschen?“

Caulifla sah sie verblüfft an.

„Du weißt es nicht?

Der Sieger kriegt einen Wunsch. Von den Zen’ō.

Irgendeinen.

Völlig egal was.“

Asera senkte den Blick.

Die Worte hallten in ihr nach.

Ein Wunsch.

Aber da kam nichts.

Keine Idee.

Kein Bild.

Nur Leere.

„Ich wusste das nicht“, sagte sie leise.

Dann schwieg sie.

Kale, Caulifla und Cabba sahen sie an.

Doch niemand drängte.

Und in der Stille der Nacht

wusste Asera nur eines:

Sie hatte nichts, das sie sich selbst wünschen würde.

Nur etwas, das sie nicht verlieren durfte.

__

Kapitel 53: Spiegelbilder der Wut

Der Morgen war kühl,

doch die Luft über dem Plateau flimmerte bereits –

nicht von Hitze,

sondern von Energie.

Zwei Auren trafen aufeinander.

Zwei Kräfte,

roh, ungeschliffen,

wild.

Asera und Kale standen sich gegenüber.

Nur ein Ziel: Kontrolle.

Kale atmete schwer.

Ihre Haare zuckten leicht in der Luft,

der Puls der Legende unter ihrer Haut spürbar.

Ihre Augen begannen zu leuchten –

aber sie hielt sich.

Asera beobachtete sie genau.

Jede Bewegung, jede Regung.

Denn in Kale sah sie sich selbst.

Ihre Wut.

Ihre Angst.

Ihr Feuer.

Und wie sie daran zerbrechen könnten.

Jeden Tag trainierten sie.

Langsam, stur,

fast meditativ.

Vados beobachtete,

gab keine Befehle,

nur Impulse.

Ein Blick. Ein Wort. Ein Nicken.

Und jeden Abend –

wenn die Sonne unterging

und die Schatten lang wurden –

saßen sie zu viert am Feuer.

Cabba, Caulifla, Kale und Asera.

Anfangs war es still.

Asera sprach kaum.

Sie hörte zu.

Doch dann – stellte sie Fragen.

„Warum hast du Kale mitgenommen?“

fragte sie eines Abends an Caulifla gewandt.

„Weil sie Familie ist“, antwortete Caulifla sofort.

„Nicht durch Blut. Aber durch das, was zählt.“

Asera sah sie lange an.

Dann nickte sie.

Nur leicht.

„Cabba“, fragte sie später,

„warum bist du hier?“

Er zögerte.

Dann sagte er:

„Weil ich lernen will.

wie man richtig führt.“

Wieder nur ein Nicken von Asera.

Doch etwas darin war weicher geworden.

Und schließlich wandte sie sich an Kale.

„Wie hältst du das aus?

Dieses… Brodeln in dir?“

Kale sah sie lange an.

Dann, ganz leise:

„Ich hab nie gelernt, es zu stoppen.

doch Caulifla… hilft mir.“

Asera schwieg.

Und diesmal war es kein Abblocken.

Sondern Verstehen.

__

Kapitel 54: Wo man beginnt

Die Sonne versank hinter dem Horizont.

Die Schatten wurden länger,

das Licht weicher.

Der Tag war schwer gewesen.

Sie saßen wieder zusammen.

Wie jeden Abend.

Asera hatte heute kaum gesprochen.

Ihre Gedanken hingen lange zwischen den Trainingsbildern,

den Blicken, den Explosionen innerer Kraft.

Dann, ohne Vorwarnung,

hob sie den Kopf

und sah Caulifla an.

„Wie war dein Leben… davor?

Bevor das hier alles begann?“

Caulifla sah sie an.

Nicht erschrocken.

Nicht ausweichend.

Aber ernst.

Einmal blinzelte sie,

dann zuckte sie mit den Schultern.

„Ich bin auf der Straße aufgewachsen.

Ohne Eltern. Ohne… irgendwen.“

Asera sagte nichts.

Caulifla fuhr fort.

„Ich hab schnell gelernt, dass man allein nicht überlebt.

Also hab ich andere gefunden.

Oder die, die keiner wollte, haben sich mir angeschlossen.

Irgendwann… hatte ich eine Gang.

Wir haben uns durchgeschlagen.“

Sie sah kurz ins Feuer.

Ein Schatten zog über ihr Gesicht.

„Es war nicht schön.

Aber es war echt.“

Dann – ein Lächeln, kurz, schief.

„Und dann kam Kale.“

Kale hob den Blick, überrascht.

„Ich war… nichts“, flüsterte sie.

„Blödsinn“, knurrte Caulifla.

„Du warst still. Und schwach.

Aber nicht nichts.

Ich hab dich gesehen.

Und dann wusste ich:

Du gehörst zu mir.“

Kale senkte den Blick –

aber nicht aus Scham.

Sondern weil es ihr zu viel war.

Caulifla nickte.

„Seitdem… war sie meine Familie.

Einfach so.

Ich hab nie ’ne Mutter gehabt.

Nie ’nen Vater.

Aber Kale war meine Kleine.

Und das reicht.“

Asera sah sie an.

Lange.

Ihre Miene blieb hart –

aber in den Augen

regte sich etwas.

„Du hast sie beschützt“, sagte sie leise.

Caulifla zuckte wieder mit den Schultern.

„Ja.

Und irgendwann hat sie mich beschützt.“

Cabba sah zwischen den beiden Frauen hin und
her.

Dann sagte er nur:

„Das erklärt einiges.“

Asera blickte wieder ins Feuer.

Still.

__

Kapitel 55: Herkunft

Das Feuer war fast heruntergebrannt.

Die Glut leuchtete schwach,

ein sanftes Pulsieren in der Dunkelheit.

Die Worte von Caulifla hallten noch nach.

Über Herkunft. Über Bindung.

Über das, was bleibt, wenn man alles andere verloren hat.

Asera sah zu Cabba.

Er hatte die ganze Zeit geschwiegen,

wie so oft.

Aber sie spürte, dass da noch etwas war.

„Und du?“

Ihre Stimme war ruhig.

Aber direkt.

„Woher kommst du?“

Cabba richtete sich leicht auf.

Zögernd.

Nicht aus Angst –

sondern aus Respekt.

„Ich bin in einem Waisenhaus aufgewachsen“, begann er.

„Sadala – Hauptstadtbereich.

Niemand wusste, wer meine Eltern waren.

Und irgendwann hat auch niemand mehr gefragt.“

Asera sagte nichts.

Er sprach weiter.

„Ich war klein. Schmächtig. Nicht auffällig.

Aber manchmal… wenn ich wütend wurde…

da ist etwas passiert.“

Er sah ins Feuer.

„Ich hab Dinge zerstört.

Türen, Wände….

Nicht mit Absicht.

Es war einfach da.“

Ein kurzes Schweigen.

„Die Armee von Sadala wurde auf mich aufmerksam.

Sie haben Tests gemacht.

Mich gefördert.

Ausgebildet.“

Ein kurzes Lächeln –

nicht stolz,

aber ehrlich.

„Ich hab mich angestrengt.

Ich wollte dazugehören.

Nützlich sein.

Und irgendwann…

kam Champa.“

Asera sah ihn an.

„Er hat dich ausgesucht?“

Cabba nickte.

„Nicht wegen meiner Herkunft.

Sondern wegen dem, was ich aus ihr gemacht habe.“

Wieder wurde es still.

Caulifla stieß ihn leicht mit dem Ellbogen an.

„Das war das Längste, was du je erzählt hast.“

Cabba schnaubte.

„Ich rede eben, wenn’s was zu sagen gibt.“

Asera blickte in die Runde.

Drei Leben.

Drei Wege.

Und alle hatten etwas gefunden,

was sie selbst nie hatte.

Etwas, das sie jetzt nicht mehr verlieren wollte.

__

Kapitel 56: Nähe

Die Nacht war milder als sonst.

Ein leichter Wind zog über das Plateau

und ließ das Feuer flackern,

an dem die vier saßen.

Asera hatte kein Bedürfnis zu reden.

Aber sie hatte auch keines, wegzugehen.

Caulifla sprach gerade über ein altes Versteck
ihrer Gang,

Cabba versuchte mit logischen Fragen, den Unsinn
ihrer Geschichte zu entwirren.

Und Kale?

Sie hörte zu.

Still.

Wie Asera.

Doch irgendwann wurde ihr Blick schwer.

Die Lider fielen langsam zu.

Ohne es zu merken, lehnte sie sich an Aseras Schulter.

Asera blieb stumm.

Aber ihr Blick wanderte zu Kale.

Wie sie da saß.

Wie sie schlief.

So ruhig.

So friedlich.

Etwas in ihr regte sich.

Etwas, das sie nicht benennen konnte.

Sie hob die Hand.

Nur ein kleines Stück.

Dann ließ sie sie wieder sinken.

Sie konnte sie nicht in den Arm nehmen.

Aber sie spürte – sie wollte es.

Am nächsten Tag war das Training anders.

Fokussierter.

Tiefer.

Kraft und Geist in Einklang zu bringen –

das war das Ziel.

Vados ließ sie nicht kämpfen.

Nur verstehen.

Aber am dritten Morgen stand sie vor Asera

und sagte ruhig:

„Es ist Zeit.“

Asera schloss die Augen.

Tief einatmend.

Die Luft vibrierte.

Die Erinnerung an die letzte Verwandlung –

sie war noch frisch.

Super-Saiyajin zwei.

Die goldene Aura tobte,

die Muskeln spannten sich.

Und dann kam es wieder – dieses Grollen.

Diese Hitze.

Diese Kraft.

Sie brüllte –

und die neue Form brach hervor.

Helles Haar.

fast Weißlich.

Die Arme mit Fell bedeckt.

Die Aura rot und gewaltig.

Ein Riss in der Welt.

Ein Zorn, den sie nicht halten konnte.

Doch dann – 

eine Bewegung.

Kale trat in das Flimmern der Aura.

Langsam.

Keine Worte.

Nur ein Blick.

Asera zitterte.

Die Augen wild.

Aber sie sah sie.

Kale.

Und mit einem Mal –

veränderte sich alles.

Die Aura flackerte.

Verlor ihre Schärfe.

Der Druck ließ nach.

Asera fiel nicht zurück.

Aber sie atmete durch.

Sie war da.

Noch nicht sicher.

Aber näher

Vados nickte.

Ein erster Schritt.

Und diesmal war sie nicht allein.

__

Kapitel 57: Was Nähe bedeutet

Das Feuer war wieder entzündet,

die Sterne funkelten über dem stillen Plateau.

Die Nacht trug Wärme in sich –

aber nicht von der Luft.

Sondern von den vier,

die sich jeden Abend ein Stück näher kamen.

Asera saß mit verschränkten Armen,

leicht nach vorn gelehnt.

Noch immer war der letzte Funke ihrer Aura

wie ein Echo um sie spürbar.

Caulifla grinste breit.

„Also das vorhin… das war krass.

Noch heftiger als beim letzten Mal.

Du bist wie so ’ne wandelnde Naturgewalt.“

Cabba lachte leise,

aber es war ein nervöses Lachen.

„Ich… bleib da lieber auf Abstand.

Die Aura, die du ausstrahlst…

war mir immer ein bisschen unheimlich.

Nicht falsch verstehen,“

fügte er schnell hinzu.

„Ich hab keine Angst vor dir, Asera.

Aber… Respekt. So richtig.“

Caulifla warf ihm einen schiefen Blick zu.

„Pff. Ich find’s geil.

Wenn ich so ’ne Aura hätte, würd ich sie jeden Tag anlassen.

Wie ein Statement: Legt euch lieber nicht mit mir an!“

Kale schwieg.

Dann, ganz ruhig:

„Ich liebe diese Aura.“

Alle sahen sie an.

Sie zögerte nicht.

„Wenn Asera sie einsetzt…

fühl ich mich sicher.

Als ob nichts durchkommt.

Als ob nichts uns trennen kann.“

Und ohne weiter zu sprechen,

lehnte sie sich an Asera.

Ganz bewusst.

Nicht aus Müdigkeit.

Nicht aus Zufall.

Aseras Blick wanderte zu ihr.

Zu der Bewegung.

Zu der Nähe.

Sie spürte es.

Wie Kale sich anlehnte.

Wie sie das tat,

ohne Angst.

Aseras Arm hob sich –

einen Moment lang –

aber senkte sich wieder.

Warum… kann ich es nicht?

fragte sie sich.

Es war keine Ablehnung.

Kein Zögern aus Misstrauen.

Aber etwas in ihr…

blockierte.

Und trotzdem:

Asera war nicht allein.

Auch wenn sie es noch nicht ganz fühlen konnte.

__

Kapitel 58: Der letzte Abend

Der Tag war warm gewesen,

doch jetzt lag Stille über dem Plateau.

Keine Kämpfe mehr.

Kein Training.

Nur noch der Wind,

der durch das hohe Gras strich

wie ein letztes Versprechen.

Am Rand des Feldes

stand Asera.

Ihr Blick ging hinaus –

über die Weite,

über die Landschaft,

die für kurze Zeit

ihr Zuhause geworden war.

Hinter ihr:

Kale, Cabba, Caulifla.

Sie hatten trainiert bis zum Schluss.

Nicht nur Körper,

sondern auch Geist.

Und sie hatten Fortschritte gemacht.

Asera konnte ihre Wutform nun kontrollieren.

Nicht perfekt –

aber bewusst.

Sie konnte sie rufen,

formen,

und wieder zurücknehmen.

Und auch Kale hatte gelernt,

ihren inneren Sturm nicht mehr fürchten zu müssen.

Manchmal gelang ihr die Verwandlung

ohne zu verlieren,

was sie war.

Doch heute sprach niemand vom Morgen.

Nicht direkt.

Sie saßen wieder beisammen,

wie jede Nacht.

Aber die Luft war anders.

Gedämpfter.

Ernsthafter.

Caulifla kickte einen Kieselstein ins Feuer.

„Also… das war’s dann wohl.“

Sie sah zu den anderen.

„Morgen ist es so weit.“

Cabba nickte.

„Wir sind bereit.

Mehr können wir nicht tun.“

Kale war still.

Aber ihre Hand lag auf Aseras.

Asera sah in die Glut.

Ihre Stimme war ruhig,

aber fest.

„Ich werde kämpfen.

Nicht weil ich will.

Sondern weil ich muss.“

Caulifla grinste schief.

„Hättest du früher sagen sollen.

Dann hätte ich weniger oft gegen dich verloren.“

Dann stand Vados am Rand des Lichtscheins.

„Es ist Zeit, sich auszuruhen.

Morgen brechen wir auf.“

Asera nickte nur.

Doch ihre Augen blieben noch einen Moment auf dem Feuer.

Sie wusste:

Dies war vielleicht der letzte Abend in Frieden.

Und auch wenn sie die Zukunft nicht kannte –

sie wusste,

dass sie beschützen würde.

Und diesmal…

nicht nur mit Kraft.

Sondern mit allem, was sie war.