Asera in Mass Effect 2 Teil 1

Prolog: Zwischen den Sternen – Abschied in Universum 6

Der Himmel über Sadala war wolkenlos. Die Hauptstadt lag
still, als wüsste selbst der Wind, dass etwas bevorstand. In einem abgelegenen
Garten, fernab vom Trubel, standen vier Krieger.

Asera trug nicht ihre Kampfkleidung, sondern ein schlichtes
schwarzes Oberteil, die langen Haare locker über die Schultern fallend. Ihre
Augen lagen ruhig auf den dreien vor ihr – Cabba, Caulifla, Kale.

Cabba sprach zuerst, bemüht gefasst: „Du weißt, dass ich es
verstehe. Aber es fühlt sich an, als würden wir dich wieder verlieren.“

Asera trat einen Schritt näher. „Ihr verliert mich nicht.
Ich gehe, weil andere mich jetzt brauchen. Aber… ihr wart die Ersten, für die
ich geblieben bin.“

Caulifla versuchte, cool zu wirken, aber ihre Stimme
zitterte leicht: „Ich weiß, du bist da draußen wieder der Boss. Aber… ich will
verdammt nochmal nicht, dass du vergisst, wo du herkommst.“

Asera lächelte schwach. „Ich vergesse nichts. Nicht euch.
Nicht, wie wir zusammen gekämpft haben. Nicht, wer ihr geworden seid.“

Kale stand still, den Blick gesenkt. Dann sagte sie leise:
„Wirst du… ganz allein dort sein?“

„Nein“, antwortete Asera ruhig. „Vados sorgt dafür, dass ich
nicht verloren gehe. Und… ich werde jemanden treffen, den ich kenne.“

Dann ging sie vor Kale in die Hocke, hob sanft ihr Kinn an.
„Und du? Du wirst nicht wieder in dich zurückfallen. Du bist stärker als jeder
Zweifel.“

Asera richtete sich wieder auf, blickte alle drei an – und
dann tat sie etwas, was sie selten tat. Sie trat vor.

Und sie umarmte alle drei gleichzeitig.

Cabba, der stocksteif begann, erwiderte die Geste fest.
Caulifla schlang ihre Arme fest um Asera, das Kinn an ihrer Schulter. Und Kale…
schloss die Augen, ein warmes Lächeln auf den Lippen.

„Ihr seid meine Familie“, sagte Asera leise. „Nicht weil wir
gleich sind. Sondern weil ihr mir gezeigt habt, dass ich dazugehören kann.“

Caulifla presste ein „Verdammt, Asera…“ zwischen die Zähne,
Cabba räusperte sich leise, Kale sagte gar nichts mehr – sie hielt Asera nur
noch fester.

Dann – ein leiser Lichtstrahl aus dem Himmel. Vados.

Asera löste sich sanft von ihnen, trat einen Schritt zurück.
Ihre Augen glänzten.

„Ich komme zurück. Ich verspreche es.“

Und dann – verschwand sie.

Nur der Wind blieb zurück.

Und drei Krieger, die wussten: Sie hatten sie nicht
verloren. Sie hatten sie hinaus in eine andere Welt geschickt – als Schwester.
Als Beschützerin. Als Asa Rena.

__

Kapitel 1 – Wiedersehen auf Freedom’s Progress

Der Schnee fiel lautlos auf die leeren Dächer der
verlassenen Kolonie. Kein Wind, kein Licht. Nur das matte Leuchten der
Sicherheitslampen über den verschlossenen Türen – und das metallische Heulen
eines verstummenden Alarmsystems.

Commander Shepard, begleitet von Miranda Lawson und Jacob
Taylor, trat durch ein zerstörtes Tor. Ihre Waffen waren bereit. Die Umgebung:
still. Viel zu still.

„Keine Spuren eines Kampfes“, murmelte Jacob, „aber auch
keine Menschen.“

„Die Kolonisten wurden nicht getötet“, sagte Miranda kühl.
„Sie sind einfach… verschwunden.“

Shepard nickte. „Das hier war nicht wahllos.“

Dann – Bewegung. Stimmen. Drei Quarianer traten aus dem
Nebel, vorsichtig, bewaffnet, aber nicht feindlich.

„Shepard?“ Eine vertraute Stimme.

Tali.

Sie trat vor, das Visier leicht beschlagen vom kalten Nebel.

„Ich hätte nicht gedacht, dass ich dich hier sehe. Cerberus?
Echt jetzt?“

„Es ist kompliziert“, antwortete Shepard.

Tali schnaubte. „Das ist es immer.“

Die anderen beiden Quarianer waren still, angespannt. Einer
von ihnen trat zu ihr. „Wir haben Veetor lokalisiert. Er ist in der
Maschinenhalle. Aber… er hat die Sicherheitsmechs aktiviert. Sogar einen
YMIR.“

Jacob runzelte die Stirn. „Ein schwerer Kampfmech? Echt
jetzt?“

„Er ist in Panik“, erklärte Tali. „Sein Anzug hatte ein
Leck, er dachte, man will ihn holen. Jetzt verteidigt er sich.“

Shepard sah zum Nebengebäude. „Wir müssen ihn lebend da
rausholen.“

Sie setzten sich in Bewegung. Und dann,

kurz bevor sie die Maschinenhalle erreichten –

Krach.

Der YMIR-Mech trat durch eine Wand aus Plattenstahl, über
drei Meter hoch, leuchtende Zielmodule aktiv, Waffensysteme bereit.

„Deckung!“ rief Miranda. „Der ist geladen!“

Doch bevor jemand schießen konnte, trat jemand zwischen sie
und den Mech.

Eine Frau.

Schlank. Muskelkonturiert. Schwarze taktische Kampfrüstung.

Keine sichtbaren biotischen Leuchteffekte.

Aber sie bewegte sich schnell. Viel zu schnell.

Shepard trat einen Schritt vor. „…Rena?“

Tali grinste unter dem Helm. „Asa Rena. Das hab ich
vermisst.“

Jacob blinzelte. „Moment, wer—?“

Der Mech feuerte.

Ein Schuss – ein Hochleistungsimpuls – blitzte in Richtung
der Frau.

Sie wich nicht aus.

Mit einem einzigen, unsichtbar schnellen Schritt war
sie direkt am YMIR.

Und dann – ein Schlag.

Die Faust krachte in die Brustpanzerung des Mechs. Schild
entlud sich sofort.
 Die sekundäre Barriere zerfiel in violettem
Licht.
Und dann – die Panzerung. Durchschlagen.

Ein Explosionsstoß nach innen. Das Innere des YMIR-Mechs
kollabierte.

Der Mech sackte lautlos zusammen. Rauch stieg auf.

Jacob starrte. „Was… was war das?!“

Miranda trat einen Schritt zurück. „Er hatte volle Schild-
und Panzerintegrität. Das ist nicht… möglich.“

Tali schüttelte leicht den Kopf und wandte sich an Shepard.
„Erinnerst du dich noch? Der Geth-Strahl?“ – ein Schmunzeln in der Stimme. „Sie
war nicht mal verrußt.“

Shepard konnte sich ein kurzes, stummes Lächeln nicht
verkneifen. „Ja. Ich erinnere mich.“

Jacob trat langsam näher. „Wer ist sie?“

„Lieutenant Commander Asa Rena“, antwortete Shepard. „Alte
Freundin.“

Miranda sah Shepard misstrauisch an. „Davon stand nichts in
den Cerberus-Daten.“

„Dann war sie eben nicht für Cerberus gedacht“, entgegnete
Shepard trocken.

Asera wandte sich ihnen zu. Ihre Stimme ruhig. „Veetor ist
noch am Leben. Wir sollten ihn holen.“

Nach dem Kampf – Maschinenhalle

Veetor kauerte in der Ecke, panisch, die Hände über dem
Kopf, Daten auf Hologrammen flackernd. Er murmelte:

„Sie kamen aus dem Nichts… sie… sie sind nicht tot. Sie
holen Menschen… einfach weg…“

Tali kniete sich neben ihn. „Veetor. Ich bin’s. Du bist
sicher. Niemand nimmt dich mit.“

Er atmete stoßweise. „Ich hab es gesehen… die Aufzeichnung…
sie kamen aus dem Nichts…“

Shepard trat hinzu, warf einen Blick auf das Bildmaterial: Menschen,
paralysiert. Licht. Organische Insektenformen. Kollektoren.

Tali nickte. „Ich bringe ihn zurück zur Migrantenflotte.
Seine Daten bleiben bei euch – aber er gehört zu uns.“

Shepard sah zu ihr. „Danke, Tali. Ohne dich hätten wir ihn
nicht lebend gefunden.“

Tali antwortete leise: „Ohne sie… hätten wir’s nicht bis zur
Tür geschafft.“

Sie sah dabei kurz zu Asera.

Diese sagte nichts. Aber ein leichtes Nicken genügte.

Tali und ihre Begleiter stiegen mit Veetor in ihr Shuttle.
Jacob, Miranda und Shepard blieben zurück.

Miranda warf Asera einen Blick zu. „Was auch immer du bist…
Cerberus wird wissen wollen, warum wir dich nicht kennen.“

Asera sah sie ruhig an. „Vielleicht, weil ich euch nicht
gehöre.“

Dann wandte sie sich ab – und Shepard wusste: Sie war
zurück.

Aber nicht dieselbe wie damals.

Sie hatte diese Welt nie vergessen.

Cerberus-Hauptquartier – Der Unbekannte

Die Bildübertragung war perfekt. Der Raum elegant, der Blick
in das brennende Sternensystem künstlich – aber erhaben.

Der Unbekannte.TIM (The Illusive Man). Zigarette in
der Hand, kalt wie Stein.

Shepard berichtete ruhig. „Freedom’s Progress war verlassen.
Wir haben Beweise, dass die Kollektoren die Kolonisten entführt haben. Tali hat
uns Aufzeichnungen gegeben.“

TIM lehnte sich nachdenklich zurück. „Das ist mehr, als wir
vorher hatten.“

Dann wandte er sich direkt an Asera. Oder versuchte
es.

„Und Sie… Asa Rena. Ich habe keine Daten über Sie. Keine
Akten. Kein Dienstverlauf. Nicht einmal ein Geburtsdatum. Wer, in aller Welt,
sind Sie?“

Asera sah ihn nur ruhig an.

„Ich bin nicht Ihre Akte.“

Ein kurzes Zucken in TIMs Augen. „Das ist keine Antwort.“

„Nein“, sagte sie. „Aber die Einzigen, die eine verdienen,
sind auf diesem Schiff. Und die brauchen keine.“

Miranda und Jacob warfen sich vielsagende Blicke zu.

TIM zischte fast. „Ich dulde keine Variablen in meiner
Operation.“

Shepard trat einen halben Schritt vor. „Sie half mir beim
Kampf gegen Saren und Sie hat mir das Leben gerettet. Wenn Sie glauben, Sie
könnten sie aus der Gleichung streichen, dann… ist Ihre Operation längst
verloren.“

Ein langer Moment. TIM blies langsam den Rauch seiner
Zigarette aus.

„Dann hoffe ich für uns alle, dass Sie recht behalten,
Commander.“

Unerwarteter Empfang – Rückkehr zur Normandy

Ein leises Geräusch unterbrach die Verbindung – die
Projektionskammer löste sich auf.

Dann: Schritte.

Eine Tür öffnete sich.

Joker. Mit einem breiten Grinsen.

„Commander.“Er salutierte knapp.

„Zeit, nach Hause zu kommen.“

Er drehte sich zur Seite.

Hinter ihm – das Hangartor.

Und dort, in Silber, Schwarz und Blau, mit neuem Antrieb,
modernisierten Triebwerken, verstärkter Hülle:

Die Normandy SR-2.

Shepard blieb stehen. Einen Moment still.

Miranda blickte hoch. „Sie ist einsatzbereit. Cerberus hat
keine Kosten gescheut.“

Jacob grinste. „Sogar mit eigener KI – EDI. Und Joker hat
sich den Pilotensitz zurückgeholt.“

Shepard wandte sich an Joker. „Fliegt sie?“

Joker grinste. „Sie fliegt besser als alles, was du je unter
deinem Hintern hattest, Shepard.“

Asera trat neben Shepard. Ihre Augen lagen auf dem Schiff.

„Das ist nicht die alte Normandy.“

„Nein“, sagte Shepard. „Aber vielleicht ist sie genau das,
was wir brauchen.“

__ Ende Kapitel 1 – Die Rückkehr

Ein Name. Ein Feind. Ein Schiff.

Und ein Schatten, der zurückgekehrt ist – nicht als Fremde.
Sondern als Schutz.

Als Asa Rena.

__

Kapitel 2 – Ein neues Schiff, vertraute Schatten

SR-2 Normandy, Andockbucht – Cerberus Station

Die Laderampe senkte sich langsam. Shepard, Miranda, Jacob
und Asa Rena betraten die Normandy SR-2 zum ersten Mal. Neue Gänge, neue
Anzeigen – aber die Form, der Fluss, die Energie war… vertraut.

Joker stand auf der Brücke und klopfte gegen das
Geländer.

„Willkommen zu Hause“, sagte er mit seinem schiefen Grinsen.
„Nur mit ein bisschen mehr Cerberus – und etwas weniger Allianz.“

Shepard trat an ihn heran. „Wie fühlt sie sich?“

„Als würde ich auf einer Rakete reiten, die nicht
explodiert, wenn ich lache. Und mit einer KI, die mir dauernd sagen will, dass
ich zu schnell fliege.“

Aus den Lautsprechern ertönte eine ruhige, feminine Stimme.

EDI: „Das war eine vereinfachte Darstellung, Jeff.
Meine Einwürfe bezogen sich auf strukturelle Belastungswerte.“

Asera trat zur Seite der Brücke und sagte ruhig: „Und du
bist… die KI?“

EDI: „Korrekt. Ich bin die integrierte
Steuerungseinheit der Normandy SR-2. Ihre Bewegung, Körpertemperatur und
Muskelspannungsdaten werden bereits analysiert.“

Joker rollte mit den Augen. „Und da ist es wieder: der
Überwachungsmodus.“

EDI: „Sie heben sich von der physiologischen Norm
signifikant ab, Lieutenant Commander.“

Asera erwiderte trocken: „Das ist die höflichste
Umschreibung für ’nicht menschlich‘, die ich je gehört habe.“

Shepard unterbrach. „Das ist Asa Rena. Sie war schon auf der
alten Normandy. Sie bleibt.“

Joker warf Asera einen Seitenblick zu. „Dann hoffen wir mal,
dass du diesmal nicht einfach wieder verschwindest.“

Asera antwortete nur leise: „Nicht, solange ich gebraucht
werde.“

Crewdeck – Begrüßung durch Kelly Chambers

Im zentralen Aufzug begegnete ihnen Kelly Chambers,
die Schiffstherapeutin und persönliche Assistentin des Commanders.

„Commander Shepard! Willkommen zurück auf der Normandy. Ich
bin Kelly Chambers, Ihre Verbindung zum Team.“

Dann, etwas zurückhaltend, zu Asera: „Und Sie sind…?“

Asera antwortete gelassen: „Lieutenant Commander Asa Rena.
Bodenunterstützung.“

Kelly lächelte unsicher. „Ich… kann nichts über Sie im
Cerberus-System finden.“

„Dann liegt das wohl am System“, sagte Asera ruhig – aber
nicht feindlich.

Kelly ließ es so stehen. Dann wandte sie sich an Shepard.

„Wenn Sie wollen, Commander, halte ich Sie über das
emotionale Wohlbefinden der Crew auf dem Laufenden. Manche reagieren sensibler
auf Druck als andere.“

„Tun Sie das“, sagte Shepard. „Aber seien Sie vorsichtig bei
der Analyse von Rena.“

Kelly nickte – fast erleichtert, dass das Thema vorerst
beendet war.

Krankenstation – Wiedersehen mit Dr. Chakwas

Die Türen zur Krankenstation der Normandy SR-2
öffneten sich leise. Shepard trat ein – dicht gefolgt von Asera.

Das sterile Licht glitt über makellose Oberflächen,
medizinische Vorräte und einen bekannten Rücken, der sich gerade über ein
Terminal beugte.

Dr. Karin Chakwas richtete sich auf. Ihre
Haltung war wie immer gerade, professionell – doch ihr Gesicht verlor für einen
Moment die gewohnte Strenge.

Chakwas:„Commander Shepard. Ich… bin so froh, Sie
lebend zu sehen.“

Shepard lächelte.„Ich hätte da jemanden, dem ich
das zu verdanken habe.“

Chakwas trat näher – dann fiel ihr Blick auf die Frau hinter
ihm.

Ein kurzer Moment. Dann weiteten sich ihre Augen – nicht aus
Schock, sondern aus Erinnerung.

Chakwas:„…Sie. Ich meine… Lieutenant Rena.“

Asera trat ruhig vor.„Doktor Chakwas. Schön, Sie
wiederzusehen.“

Chakwas musterte sie. Ihre Stimme war leiser,
fast warm:„Ich hätte mir denken können, dass Sie zurückkehren, wenn er es tut.“

Ein kurzer Moment. Kein Urteil. Keine Angst.

Chakwas:„Ich habe Sie beide vermisst. Die Normandy
war nicht dieselbe ohne… Ihre ruhige Art, Rena. Und ohne Ihren Dickkopf,
Shepard.“

Shepard (grinst):„Wir geben uns Mühe, das
Gleichgewicht wiederherzustellen.“

Technikdeck – Kennenlernen mit Donnelly & Daniels

Im Maschinenraum herrschte präzises Chaos. Zwei Stimmen
stachen heraus.

Kenneth Donnelly: „Sag ich doch! Der zweite Strahl
musste parallel zum Kühlsegment laufen – sonst wäre die Energiekompression
zusammengebrochen!“

Gabriella Daniels: „Dann frag doch mal EDI. Sie weiß
eh schon, dass du Mist gebaut hast.“

Shepard schmunzelte, als er eintrat. „Alles in Ordnung hier
unten?“

Gabby drehte sich sofort um. „Commander! Willkommen auf der
neuen Normandy.“

Kenneth grinste. „Kenneth Donnelly, Commander. Und Sie sind
die berühmte Lieutenant Commander Rena. EDI hat uns schon bescheid gesagt.“

Asera antwortete höflich: „Nicht berühmt. Nur schwer zu
übersehen.“

Daniels, mit einem Blick auf Shepard: „Ich mag sie.“

Asera sagte nichts. Aber ein kleines, kaum sichtbares Nicken
zeigte: Das beruhte auf Gegenseitigkeit.

__

Ende Kapitel 2 – Schatten in Bewegung

Die Normandy SR-2 war bereit.

Die Crew war gemischt – alt, neu, zweifelnd. Aber Asa
Rena
 war zurück. Nicht als offene Kriegerin. Sondern als Schatten, der
sich bewegte, wenn er gebraucht wurde. Niemand wusste, wer und was sie wirklich
war.

Aber auf einer Mission gegen einen Feind wie die Kollektoren
war das vielleicht genau richtig. __

Kapitel 3 – Der Söldner und der Schatten

Ort: Omega – Landung im Afterlife-Sektor

Die Normandy dockte an. Omega roch nach Metall, Öl, Schweiß
– und nach Gewalt. Der Handelsdrehpunkt im Terminus-System war kein Ort für
Moral.

Shepard, Miranda, Jacob und Asa
Rena
verließen das Shuttle. Noch bevor sie den zentralen Marktplatz
erreicht hatten, stand ein bewaffneter Mann mit Narbe, Kampfmontur und
zerfurchtem Blick im Weg.

„Shepard?“

Er trat aus dem Schatten, ein Gewehr über der Schulter.

„Zaeed Massani. Sie brauchen Kämpfer. Hab ich gehört.“

Shepard blieb stehen. „Und Sie bieten Ihre Dienste
freiwillig an?“

Zaeed grinste schief. „Solange ich bezahlt werde, bin ich
dabei.“

Er streckte die Hand aus. „Lassen Sie uns was in die Luft
jagen.“

Shepard nickte – kurz. „Willkommen an Bord.“

Dann fiel sein Blick auf Asera.

Zaeeds Augen verengten sich. „Und wer ist das? Sieht nicht
nach Cerberus aus.“

Asa Rena erwiderte ruhig: „Ich bin nicht hier, um
aufzufallen.“

Zaeed schnaubte. „Zu spät, Lady.“

Shepard ging dazwischen. „Sie ist Teil des Teams.“

Zaeed zuckte mit den Schultern. „Solange sie nicht im Weg
steht, wenn’s knallt, ist’s mir egal.“

Jacob murmelte: „Er ist… charmant.“

Miranda runzelte die Stirn. „Er ist nützlich. Nicht
charmant.“

 

Weg zur Archangel-Mission – Söldnergebiet am Rande von
Omega

Während sie sich zur Kontaktperson für den Archangel-Einsatz
vorarbeiteten, sprach Zaeed leise zu Shepard:

„Haben gehört, Archangel mischt hier alles auf. Redet man in
den Kreisen, wo noch Respekt zählt.“

Shepard: „Er ist kein Söldner. Er ist ein Idealist, der den
falschen Leuten im Weg steht.“

Zaeed: „Klingt wie einer, der einen schlechten Tag haben
wird.“

Dann, beiläufig: „Die mit den dunklen Augen – Asa oder wie
auch immer – hat die beim Landen eben diesen Batarianer mit der Schulter
berührt, der ist umgefallen. War das Absicht?“

Shepard antwortete nicht direkt. Asera? Auch nicht.

Zaeed grinste nur. „Hab’s verstanden. Bleib ich lieber auf
ihrer Seite.“

__

Ende Kapitel 3 – Vorbereitung auf Archangel

Zaeed war rekrutiert. Die Söldner planten gerade ihren
Zugriff auf Archangel – doch Shepard hatte andere Pläne. Asa Rena
stand ruhig im Hintergrund. Aber selbst Zaeed hatte erkannt: Das war keine
gewöhnliche Soldatin.

Und bald würden sie jemanden treffen, der Shepard wirklich
kannte.

__

Kapitel 4 – Der Mann auf der Brücke

Ort: Omega – Söldnerlager vor dem Angriff auf Archangel

Shepard, Zaeed, Jacob, Miranda und Asa Rena betraten das
Einsatzlager der drei Söldnerfraktionen: Blue Suns, Eclipse und
Blood Pack. Die Luft war angespannt. Jeder wusste, dass Archangel ihnen
alleine entkommen war. Und dass heute die Rache folgen sollte.

„Alles bereit?“ fragte Jaroth, Anführer des lokalen
Eclipse-Kontingents.

Shepard nickte. „Wir sind kampferprobt. Keine Anfänger.“

Der Blood Pack-Kroganer funkelte. „Dann haltet eure
Position. Wenn die Brücke fällt, drückt ihr durch.“

Niemand erkannte, dass sie nicht zum Töten des
Ziels gekommen waren – sondern, um ihn zu retten.

 

Brückenkopf – Beginn des Angriffs

Die Söldner stürmten vor. In der Ferne war Archangel
zu sehen – allein, mit einem Scharfschützengewehr, über dem einzigen Zugang
positioniert. Kugeln peitschten, Explosionen zuckten.

Dann:

„Jetzt“, flüsterte Shepard.

Sie trennten sich von den Haupttruppen, hielten sich auf der
Flanke – und schalteten die Söldner von hinten aus. Still. Präzise.

Asa Rena blieb nicht im Schatten.

Ein Blood Pack-Kroganer stürmte direkt auf sie
zu. Mit einem brutalen Aufprall –

zu spät.

Sie trat ihm seitlich gegen das Schienbein – ein sauberer
Bruch
 – und schlug ihm dann mit einem rotierenden Ellbogen gegen die
Brustplatte. Die Rüstung zersplitterte, der Kroganer fiel bewusstlos zu Boden,
ohne dass eine Kugel fiel.

Zaeed rief: „Heilige Scheiße… das war ein Kroganer!“

Miranda beobachtete sie mit schmalen Augen. „Ihre
Trefferpunkte sind… nicht normal.“

Ein Blue Suns-Schütze zielte auf Miranda – aber Asa
warf eine Panzerplatte vom Boden wie einen Diskus. Sie durchschlug den Helm des
Söldners und schleuderte ihn zehn Meter zurück.

Jacob hustete. „Okay. Ich wusste, dass sie stark ist, aber
das ist…“

„Nicht menschlich“, beendete Zaeed trocken.



Durchbruch zur Zielposition

Die Frontlinien brachen. Shepard und ihr Team erreichten die
Brücke, kämpften sich durch ein letztes Kontingent von Eclipse-Troopern – und
dann waren sie da.

Oben – hinter Deckung – lag Garrus Vakarian. Die
Rüstung beschädigt. Ein Streifschuss an der Seite. Er sah auf. Und sah sie.

„Shepard?“ Dann – ungläubig: „Rena…?“

Asa Rena trat aus dem Rauch. Ihre Bewegungen weich, ruhig.

„Wir sind gekommen, um dich rauszuholen“, sagte sie leise.

„War ja klar, dass du wieder auftauchst, wenn alles brennt“,
antwortete Garrus und zwang sich ein Grinsen.

 

Rückzug – Flucht aus der Festung

Die letzten Söldnertruppen rückten an, doch Shepard, Garrus
und der Rest arbeiteten nun als Einheit. Die Deckungen wurden systematisch
gesprengt, Maschinen deaktiviert.

Asa Rena sprang auf eine Fluchtplattform, riss
den Steuerkern mit bloßen Händen aus der Konsole, warf ihn in ein
Eclipse-Geschütz – Explosion.

Garrus keuchte. „Die war schon vorher stark… aber das hier
ist etwas anderes.“

Zaeed antwortete: „Sie hat den Mech zerquetscht wie ein
Frühstücksei.“

Miranda sagte nichts. Aber ihre Augen sagten alles.

__

Ende Kapitel 4 – Wieder vereint

Zurück auf der Normandy lag Garrus auf der Krankenstation –
versorgt von Chakwas, durchlöchert aber lebendig.

Asera stand stumm am Rand. Garrus drehte leicht den Kopf.

„Ich dachte wirklich, du wärst weg.“

Asera antwortete nur: „Ich bin nie wirklich gegangen.“

Garrus schloss kurz die Augen. „Dann bleib diesmal ein
bisschen länger.“

__ Zwischen Decks – Stimmen auf der Normandy SR-2

Kurze Zeit nach der Archangel-Mission

Ort: Crewmesse

Die Atmosphäre war entspannt – soweit man das zwischen
Einsätzen sagen konnte. Shepard hatte das Schiff verlassen, um sich einen
Moment mit Chakwas zu besprechen. In seiner Abwesenheit füllte sich der Raum
langsam – mit Nachdenklichkeit.

Jacob saß am Tisch, die Arme vor der Brust
verschränkt. Neben ihm: Miranda, mit einer Tasse in der Hand, Blick wie
immer analytisch.

Zaeed stand an der Wand, die Arme hinter dem
Kopf verschränkt. Garrus hatte sich auf einen Stuhl fallen lassen –
der Verband an seiner Seite kaum beachtet.

Kelly Chambers trat gerade herein, blieb aber
still, als sie das Thema hörte.

Jacob:„Also… ich hab schon mit Biotikern gekämpft,
hab auch ein paar genetisch aufgemotzte gesehen. Aber was sie da gemacht hat?
Das war rohe Kraft. Kein Leuchten. Kein Trick.“

Miranda (sachlich):„Sie durchschlägt
Panzerplatten mit bloßer Faust. Springt fünf Meter über eine Deckung. Und ihr
Puls bleibt dabei unter dem Normalwert. Ich habe ihre Werte überprüft – sie
passen nicht.“

Zaeed (grinst):„Verdammte Maschine, das ist sie.
Hab gesehen, wie sie ’nen Blood Pack-Kroganer wie ein Kind umgeworfen hat. Und
hat danach nicht mal schwer geatmet.“

Jacob (leise):„Das ist der Punkt. Sie macht das,
als wäre es… nichts. Kein Schweiß, keine Wut. Nur… Effizienz.“

Garrus (lehnt sich zurück, mit leiser
Stimme):„Ich kannte sie von der alten Normandy. Sie war damals schon… anders.
Aber nicht wie jetzt. Damals war da noch eine Wand zwischen ihr und uns.“

Jacob:„Und jetzt?“

Garrus (nickt langsam):„Jetzt ist sie die Wand.“

Ein Moment Stille.

Joker (aus dem Lautsprecher, neugierig):„Darf
ich was sagen, oder ist das jetzt so eine Elite-Runde?“

Kelly:„Du hast sie gesehen, Jeff. Was denkst du?“

Joker:„Ich hab gesehen, wie sie den Türmechanismus in
der Waffenkammer mit einer Hand aufgezogen hat, als er klemmte. Ohne Werkzeug.
Einfach so. Die Normandy SR1 war aus Titanlegierung. Titan.“

Zaeed (lacht):„Vielleicht sollten wir sie als
Waffe lagern.“

Miranda (knapp):„Sie ist keine Waffe. Sie ist
ein System.“

Garrus:„Oder ein Schutzschild.“

Kelly (nachdenklich):„Sie vermeidet Nähe. Sie
spricht nur, wenn nötig. Aber sie beobachtet jeden. Und wenn jemand in Gefahr
ist… ist sie die Erste, die sich bewegt.“

Jacob:„Wie ein Schatten. Oder ein Engel.“

Miranda (leise):„Ein Engel mit geballter
kinetischer Energie.“

Zaeed:„Mir soll’s recht sein. Solange sie auf unserer
Seite bleibt.“

Ein Moment Stille. Dann sagt Garrus leise:

Garrus:„Wenn sie nicht wäre… wär ich jetzt tot.“

Keiner widersprach.

__

Ende der Szene – Gedanke im Raum

Sie kannten sie nicht.

Sie wussten nicht, was sie war. Aber alle wussten: Asa
Rena war nicht wie sie.
Und obwohl sie niemandem erklärte, woher sie kam
–schien es, als wäre sie genau da, wo sie gebraucht wurde.

__

Kapitel 5 – Der Wissenschaftler und das Feuer

Ort: Omega – „Seuchenbezirk“

Die Luft war dick. Nicht von Nebel, sondern von Verfall. In
den engen Gassen der unteren Bezirke von Omega waberte die rote
Lichtverschmutzung durch brennende Fassaden – und durch die Stille: der Tod.

Ein Virus hatte sich verbreitet. Kein natürlicher. Die
Söldnergruppe Blue Suns hatte die Kranken eingeschlossen – und alle
anderen einfach sterben lassen. Doch ein Mann arbeitete gegen sie: Mordin
Solus
.

Ein Salarianer. Wissenschaftler. Ex-STG. Und für Shepard
genau der richtige Mann im Krieg gegen die Kollektoren.

 

Kontaktaufnahme – Klinik von Mordin Solus

Die Normandy-Crew bahnte sich ihren Weg durch ein
verriegeltes Gebäude – bewaffnete Patienten standen unter improvisierter
Quarantäne. Dann – das Herz der Klinik.

Ein nervöser Salarianer eilte von Konsole zu Konsole, der
Monolog flüssig wie Maschinengewehrfeuer:

„Plasmazufuhr inkonsistent. Dosierung kritisch. Keine Zeit
für Erklärungen. Infektion breitet sich aus. Hilfe? Gut. Waffen? Besser.“

Mordin blickte auf. Er sah Shepard. Dann Asa
Rena.

„Shepard. Menschenspectre. Cerberus? Fragwürdig. Sie?“Er sah
Asa direkt an. „Anomalie. Keine Vitalabweichung, aber Zellspannung oberhalb
menschlicher Norm. Faszinierend.“

Asera erwiderte nur: „Später.“

„Später“, bestätigte Mordin, „wenn überlebt.“

 

Der Auftrag – Der Ursprung der Seuche

Mordin erklärte rasch: Die Blue Suns hielten das Gegenmittel
zurück, nutzten den Virus als Waffe. Und er? Brauchte Zugang zu seinem alten
Labor, das sie verriegelt hatten.

Shepard nickte. „Wir holen, was sie brauchen. Dann kommen
sie mit.“

Einsatz im Seuchengebiet

Die Slums waren ein Friedhof. Verlassene Gänge. Abgeriegelte
Türme. Und überall: Blue Suns.

„Sichtkontakt“, rief Jacob – „Verstärkte Rüstung,
automatische Geschütze!“

Shepard formierte das Team: Jacob, Miranda, Asa
Rena
.

Kaum erreichten sie die erste Barrikade, trat Asa Rena vor –
bewegte sich mit absurder Präzision durch das Kreuzfeuer. Zwei
Schüsse – sie wich nicht aus, sie ging durch. Ihre Uniform wurde
gestreift – aber kein Tropfen Blut.

Sie sprang auf eine überdachte Kiste, trat mit einem Fuß den
Geschützturm zur Seite und zertrat das Sensorauge.

Ein Knall. Der Turm brach zusammen.

Jacob sah zu Miranda.„Hast du das… aufgezeichnet?“

„Ja“, sagte Miranda knapp. „Und ich kann es immer noch nicht
erklären.“



Rückeroberung des Labors

Im Inneren des Labors: noch mehr Fallen. Chemische Minen.
Heißlaufende Reaktoren.

Mordin: „Reaktor instabil. Lösung? Zugang zu Kühlkern
versperrt. Gewaltlösung? Nicht empfohlen – außer…“

Asa Rena trat wortlos vor. Ein Blick – dann ein Fauststoß
gegen die verriegelte Sicherung. Der Gang öffnete sich.

Mordin hielt inne. „Effektive Methode. Strukturell instabil,
aber funktional.“

Sie antwortete: „Deine Patienten haben keine Zeit für
Passwörter.“



Rückkehr zur Klinik

Nach dem erfolgreichen Einsatz kehrte das Team mit
Gegenmitteln und Labordaten zurück. Mordin begann sofort mit der Verteilung.
Leben wurde gerettet – innerhalb von Minuten.

Dann packte er seine Ausrüstung.

„Bin bereit. Reaper. Kollektoren. Logische Eskalation. Omega
kein Zufluchtsort mehr.“

Er wandte sich noch einmal an Asa Rena. Seine Stimme klang…
vorsichtig.

„Sie sind nicht, was Sie zu sein scheinen.“

Sie erwiderte nur: „Du auch nicht.“

Mordin lächelte leicht. „Werde analysieren. Später.“

__

Ende Kapitel 5 – Der Beginn der Analyse

Mordin Solus war Teil der Crew. Brillant. Schnell.
Direkt. Und er hatte Asa Rena bereits bemerkt.

Er war nicht der Erste. Und er würde nicht der Letzte sein.

__

Kapitel 6 – Die Diebin und die Diplomaten

 

Kasumi Goto: Tarnung zwecklos

Ort: Citadel, zwischen Handelsdistrikt und
Sicherheitssektor

Shepard und sein Team standen vor einer einsamen Konsole.
Die Anzeige flackerte, dann sprach eine weibliche Stimme:

„Commander Shepard. Schön, dass Sie gekommen sind.“

Kasumi Goto. Die berüchtigte Meisterdiebin –
offiziell nie verhaftet, nie direkt gesehen. Bis jetzt.

„Bitte sagen Sie ‚Ich stimme zu‘, damit ich den nächsten
Schritt einleiten kann“, sprach die Konsole freundlich.

Shepard seufzte. „Kasumi. Wir wissen, dass sie da sind.“

„Aber nicht, wo ich bin“, erwiderte die Stimme. „Ein
bisschen Respekt für die Kunst?“

Asa Rena trat zur Seite, drehte leicht den Kopf.
Ihre Augen schienen durch die Luft zu blicken – dann stoppte sie.

„Linker Schatten, Stützbalken. Sechs Meter über uns“, sagte
sie ruhig.

Ein elektrisches Flackern – und Kasumi
materialisierte sich sichtbar. Leicht irritiert, aber nicht feindselig.

„Okay. Das war… neu.“

Sie sprang geschmeidig herunter, landete vor der Gruppe, das
Gesicht unter der Kapuze verborgen.

„Du kannst mich sehen? Wie?“

Asera sah sie einfach nur an. „Ich sehe, was da ist.“

Kasumi musterte sie.„Nicht schlecht. Cerberus hat wirklich
tief in die Trickkiste gegriffen.“

Shepard: „Sie ist nicht von Cerberus. Wollen sie helfen,
oder weiter im Schatten spielen?“

Kasumi lächelte. „Ich habe gehört, was auf Omega passiert
ist. Und wer auf Freedom’s Progress aufgetaucht ist. Ich will wissen, wer den
Kollektoren das Lächeln verdirbt – und mit wem sie zusammenarbeiten.“

Sie sah Asera wieder an. Diesmal respektvoll.

„Okay, ‘Asa Rena’. Du bist merkwürdig… aber ich mag
merkwürdig.“



Die Rückkehr zum Rat

Ort: Citadel – Ratskammer

Die Normandy wurde offiziell empfangen. Shepard, Miranda,
Jacob und Garrus begleiteten ihn – Asa Rena hielt sich, wie üblich,
still im Hintergrund.

Der Rat erwartete sie bereits. Turianer, Asari, Salarianer –
dieselben Gesichter, dieselbe Skepsis.

Asari-Rätin: „Commander Shepard. Trotz…
außergewöhnlicher Umstände leben wir dank Ihrer Entscheidung.“

Salarianer-Ratsherr: „Und dennoch greifen Sie erneut
in Konflikte ein, die nicht zur Zuständigkeit der Allianz gehören.“

Shepard: „Die Kollektoren entführen Kolonisten. Wir
wissen jetzt, dass sie für die Reaper arbeiten.“

Turianer-Ratsherr: „Wieder mit den Reapern… Shepard.
Sie müssen verstehen, wie diese Worte klingen.“

Garrus (zischend): „Sie klingen wie
Verdrängung.“

Asari-Rätin: „Sie bleiben ein Spectre. Ihre Akte wird
reaktiviert. Ressourcen stehen Ihnen begrenzt zur Verfügung.“

Shepard: „Und sonst? Unterstützung? Militär?
Aufklärung?“

Turianer: „Wir riskieren keinen Krieg mit den
Terminus-Systemen, Commander. Nicht wegen Gerüchten und Fragmenten.“

Salarianer: „Die galaktische Stabilität ist…
sensibel.“

Shepard trat näher. „Menschen verschwinden. Sie
wissen, dass es kein Zufall ist.“

Die Asari sah ihn lange an. Dann:„Und Sie tun, was Sie tun
müssen. So wie zuvor. Ohne offiziellen Rückhalt.“

Stille.

Asa Rena bewegte sich nicht, sagte kein Wort.

Doch die Rätin blickte kurz zu ihr.

Und flüsterte fast:„Und manche Dinge… sind nicht dafür
gedacht, erkannt zu werden.“

Asera hob nur leicht das Kinn – und antwortete nicht. __

Ende Kapitel 6 – Die Karten auf dem Tisch

Kasumi war nun Teil der Crew. Der Rat hatte sich abgewandt –
aber Shepard war wieder ein Spectre.

Doch der einzige Rückhalt, den er spürte, war an Bord der
Normandy. Nicht in der Ratskammer.

__

Kapitel 7 – Der Warlord

Ort: Korlus – Verlassene Koloniewelt im Terminus-System

Die Normandy hatte das Trümmerfeld um Korlus durchquert –
ein Grab aus gefallenen Satelliten, Altmetall und abgestürzten Frachtern. Am
Boden: eine verlassene Stadt, verwildert und unter Kontrolle von Blue Suns.

Ziel: Dr. Okeer – ein berüchtigter kroganischer
Wissenschaftler, der für seine brutalen Genexperimente bekannt war. Cerberus
wollte seine Kenntnisse über genetische Anpassung – für den Aufbau
einer Widerstandskraft nutzen.

Shepard landete mit Kasumi und Asa Rena.



Anflug – Korlus, Industriesektor

Kasumi war als Erste aus dem Shuttle.

„Das hier ist kein Labor“, murmelte sie, während sie durch
den Schutt trat. „Das ist ein Schlachthaus.“

Asa Rena ging schweigend. Ihr Blick ruhte auf
den Rändern der zerstörten Anlagen.

Shepard: „Dr. Okeer soll sich im Inneren verschanzt haben.
Er benutzt die Blue Suns als Schutztruppe.“

Kasumi: „Oder als Versuchskaninchen.“



Angriff der Blue Suns – Überlaufene Gänge

Die Gruppe stieß auf Widerstand: Blue Suns in verstärkter
Rüstung, Kampfgeschütze, Minenfelder.

Ein Trupp eröffnete das Feuer – doch bevor Shepard reagieren
konnte, war Asera schon da.

Sie stürmte ohne Deckung durch das Kugelfeuer, griff einem
Söldner das Sturmgewehr, zerknickte es mit einer Hand – und
schleuderte ihn dann gegen die Wand.

Kasumi: „…Okay. Ich hab schon vieles gesehen. Aber
das war fast… brutal ordentlich.“

Ein weiterer Schütze wollte eine Granate werfen – Kasumi
erschien neben ihm, ließ ihn in eine Falle treten und zischte: „Du brauchst
bessere Schuhe.“

Boom. Explosion. Zwei Söldner erledigt.

Shepard: „Konzentriert euch. Okeer ist das Ziel. Nicht der
Bodycount.“

Kasumi (leise): „Ja, aber ihr seid trotzdem beängstigend
gut.“



Tiefer im Komplex – Okeers Arena

Endlich – eine Sicherheitstür öffnete sich. Dahinter:
sterile Halle, voll mit Pods. Dutzende Kapseln mit Kroganern –
missgebildet, instabil, viele tot.

Auf einer erhöhten Plattform: Dr. Okeer – alt,
kräftig, mit einem Blick, der zwischen Wahnsinn und Vision schwankte.

„Shepard. Die lebende Legende. Und du…“Er sah zu Asera.„Du
bist nicht… richtig.“

Asera antwortete ruhig: „Du bist kein Arzt. Du bist ein
Metzger.“

„Vielleicht. Aber ich habe etwas geschaffen. Keine brutalen
Tiere. Einen Krieger.“

Er deutete auf eine große, versiegelte Kapsel im Zentrum.
„Perfektion. Genetische Reinheit. Keine Rückstände der Genophage. Nur Stärke.“

Kasumi flüsterte: „Er hat sich seinen eigenen
Superkroganer gezüchtet.“

Okeer: „Gebt mir Zeit. Ich komme mit. Ich vollende ihn.“

Doch bevor sie reagieren konnten – Explosion. Giftgas. Jedore,
Söldnerführerin, hatte sie entdeckt.

Shepard rief: „Verteidigungsstellung!“



Kampf gegen Jedore – der letzte Wächter

Jedore erschien mit einem massiven Mech,
unterstützt von Dronen. Kasumi verschwand – ihre Tarnung aktiv. Shepard gab
Befehle.

Asa Rena blieb stehen, direkt im Zentrum des
Feuers.

Jedore lachte: „Was bist du, ein Selbstmordkommando?“

Dann: Ein einzelner Schlag von Asa gegen den
Boden – die Druckwelle war so stark, dass der Schild des Mechs bröckelte.

Kasumi tauchte auf, warf eine EMP-Mine. Der Mech
explodierte.
 Jedore ging mit einer schreienden Salve unter.

Okeer wurde dabei tödlich verwundet. Er starb,
mit einem letzten Satz:

„Er… ist… bereit…“



Entscheidung – Die Kapsel

Dr. Okeer war tot. Aber in der Kapsel: ein
einziger, perfekter Kroganer. Noch am Leben.

Shepard sah zu Asera.

„Was meinst du?“

Asera sah lange auf die Kapsel.„Er lebt. Er wurde nicht
gefragt. Aber er lebt.“

Kasumi: „Und wenn er ist wie Okeer?“

Asera: „Dann wird er es uns zeigen. Aber… er verdient die
Chance.“

Shepard nickte.

„Wir nehmen ihn mit.“ __

Ende Kapitel 7 – Im Inneren der Schöpfung

Okeer war gefallen. Aber seine Schöpfung war
gesichert – ein namenloser Kroganer in einer Kapsel. Stärker, reiner,
gefährlicher als alles, was sein Volk bisher gesehen hatte.

Und Asa Rena?

Sie hatte niemanden getötet, den sie nicht musste. Aber
selbst Kasumi, die jede Bewegung lesen konnte, murmelte am Ende:

„Ich glaub, ich will nie gegen dich kämpfen.“

Asera antwortete nur:„Das wirst du nicht müssen.“

__

Zwischen den Decks – Die Rückkehr vom Schlachtfeld

Ort: Normandy SR-2, Hangarbucht – wenige Minuten nach der
Rückkehr

Die Rampe der Normandy öffnete sich, und das Einsatzteam
kehrte zurück: Shepard, Kasumi – und Asa Rena, die allein
die riesige Kapsel des Kroganers auf der Schulter trug.

Sie sagte kein Wort.

Aber der metallische Aufschlag ihrer Stiefel auf dem
Hangarboden hallte in der ganzen Bucht.

Zaeed, gerade mit Waffenpflege beschäftigt, blickte
auf – seine Augen verengten sich.

Zaeed:„Das Ding… wiegt mehr als ein Mako-Triebwerk…“

Kelly Chambers stand nur wenige Schritte
entfernt. Ihre Augen waren weit geöffnet.„Wie… schwer… ist das?“

Kasumi, noch immer vom Einsatz gezeichnet, grinste
leicht:„Ich hab’s gemessen, bevor sie losgegangen ist. Exakt 1181 Kilo. Sie hat
es einfach… hochgehoben.“

Kenneth Donnelly, der Schiffstechniker, trat aus dem
Maschinenraum.„Bitte sag mir, dass das ein Schwerlastheber im Tarnanzug ist.“

Gabriella Daniels (neben ihm):„Nein, das ist Asa
Rena. Und anscheinend trägt sie Kroganer wie Einkaufstaschen.“

Die Kapsel senkte sich. Asera stellte sie ab –
ganz ruhig. Kein Atemzug, keine Anspannung.

Miranda, im Hintergrund, beobachtete mit
verschränkten Armen.„Und doch – keine sichtbare Verstärkung, kein Schild, keine
externe Unterstützung.“

Jacob (verharrt):„Sie hat ihn einfach getragen.“

Garrus trat aus dem Aufzug. Er blickte zur
Kapsel. Dann zu Asera. Dann… nickte er.

„Also ist das unsere neueste Verstärkung?“

Asera (ruhig):„Vielleicht.“

Kasumi, mit leichtem Schmunzeln:„Ich glaub, ich nenn
ihn erst mal ‚Handgepäck‘.“

Zaeed (trocken):„Dann lass uns hoffen, dass das
Gepäck nicht extra kostet.“

__ Ende der Szene – Das Gewicht, das niemand vergisst

Niemand wusste, wer in der Kapsel lag. Aber jeder
wusste, dass sie ihn dorthin gebracht hatte. Allein.

__

Zwischen den Schatten – Kasumi & Asera

Ort: Normandy SR-2 – Crewdeck, nahe den Quartieren,
später Abend

Es war ruhig geworden auf der Normandy. Der Hangar war leer,
die Kapsel versiegelt. Shepard hatte sich zurückgezogen, der Rest der Crew war
beschäftigt.

Nur Kasumi saß am Rand des Decks, halb in der
Wandnische verborgen, wo kaum jemand sie bemerkte – außer der einen Person,
die immer bemerkte, was da war. Asera.

Kasumi (leise, ohne aufzusehen):„Du hast
gesehen, dass ich da bin. Schon wieder.“

Asera (ruhig):„Du bist nie wirklich weg.“

Kasumi lächelte, ohne sich umzudrehen.

Stille. Dann setzte Asera sich langsam neben sie. Kein Wort,
keine Geste – nur ihre ruhige Präsenz.

Kasumi:„Was bist du eigentlich?“

Asera:„Ein Soldat. Ein Schatten. Jemand, der
versucht, nichts zu zerbrechen.“

Kasumi:„Aber du kannst Dinge zerbrechen.
Alles. Hast du gesehen, wie alle auf dich schauen? Du hast das Ding getragen,
als wär’s ein Rucksack. Und kein einziger Muskel hat gezuckt.“

Asera schwieg. Ihre Hände ruhten locker auf den
Oberschenkeln.

Kasumi:„Weißt du, ich hab mein ganzes Leben damit
verbracht, unsichtbar zu sein. Aber du… du kannst nicht übersehen
werden. Selbst wenn du schweigst.“

Ein Moment. Dann:

Asera:„Du siehst Dinge, die andere nicht sehen. Und
du redest erst, wenn du sicher bist, dass es nötig ist.“

Kasumi (überrascht):„Du verstehst mich besser,
als die meisten.“

Asera:„Weil ich gelernt habe, was es heißt, gesehen
zu werden – wenn man es nicht will.“

Kasumi sah sie jetzt direkt an. Ihre Stimme war sanft, aber
nicht naiv.

Kasumi:„Was passiert, wenn du die Kontrolle
verlierst? Wenn du nicht mehr wählen kannst, was du tust?“

Asera:„Dann hoffe ich, dass jemand wie du da ist.
Jemand, der genau hinsieht. Und nicht wegläuft.“

Lange Stille.

Dann sagte Kasumi leise:

Kasumi:„Ich hab vielen nicht vertraut. Aber dir… Dir
trau ich zu, dass du nie tötest, weil du es willst.“

Kasumi:„Aber du könntest es. Jeder hier
weiß das.“

Asera (nach kurzem Zögern):„Deshalb muss ich
jeden Tag neu entscheiden, wer ich bin.“ __

Ende der Szene – Zwei Unsichtbare

Eine Diebin. Eine Kriegerin. Beide Schatten. Und beide – auf
derselben Seite. Vielleicht war das keine Freundschaft. Noch nicht. Aber es war
Verständnis. Und das ist der Anfang von allem.

__

Kapitel 8 – Hypothese ohne Ergebnis

Ort: Normandy SR-2 – Wissenschaftslabor, später Abend

Das Labor war schwach beleuchtet. Datentafeln liefen in
Schleifen, Sonden summten. Mordin Solus stand über einem Terminal, redete mit
sich selbst:

Mordin:„Masseknoten-Analyse unbrauchbar. Zellstruktur
stabil unter Druck jenseits der bekannten Normen. Kein biotischer Restwert.
Kein technischer Impuls. Kein externes Feld. Nur… Kraft.“

Er unterbrach sich selbst, als sich die Tür öffnete.

Asa Rena betrat das Labor.

Still. Ohne Eile.

Mordin drehte sich sofort zu ihr um, Hände verschränkt.

Mordin:„Wusste, dass Sie kommen würden. Habe
gewartet. Beobachtet. Muss verstehen. Wichtige Variable.“

Asera blieb stehen – etwa drei Meter entfernt. Ihr Blick war
neutral.

Asera:„Was willst du wissen?“

Mordin (schnell):„Alles. Stärke, Struktur,
Verhalten. Kein Schild, keine Biotik, trotzdem Immunität gegen Geth-Strahl,
Sprengwirkung, kinetische Einschläge. Nicht einmal Verzögerung in Motorik.
Unmöglich – theoretisch.“

Er trat ein paar Schritte näher, sein Ton wurde schärfer –
aber nicht unhöflich.

Mordin:„Sie trugen Kapsel mit 1181 Kilogramm –
alleine. Kein Abdriftmoment. Kein Körperschaden. Kein Zittern. Und keine
sichtbare Reaktion.“

Asera (leise):„Ich bin nicht das, was du kennst.
Und du wirst mich nicht in eine Formel pressen können.“

Mordin (kurzes Zögern):„Kein Versuch, zu
vereinnahmen. Nur verstehen. Wissen gefährlich, wenn unkontrolliert. Nicht
wegen Ihnen – wegen anderen.“

Asera trat langsam näher. Nicht bedrohlich. Nur… präsent.

Asera:„Du hast die Seuche auf Omega eingedämmt. Leben
gerettet. Ohne Panik. Ohne Macht.“

Mordin:„Rational. Wissenschaftlich. Aber ja.
Verstanden. Sie auch – keine Gewalt ohne Not. Effizienz – aber nie
Grausamkeit.“

Sie sah ihn jetzt direkt an. Ihre Stimme klang nicht scharf
– nur eindeutig.

Asera:„Du willst wissen, was ich bin. Aber vielleicht
solltest du dich fragen, warum ich es nicht zeigen will.“

Mordin blinzelte. Eine ungewöhnlich lange Pause für ihn.

Mordin:„Angst vor Konsequenzen? Oder Reue?“

Asera:„Verantwortung.“

Mordin:„Erklärt Zurückhaltung. Beobachtet Sie. Nie
unkontrolliert. Immer berechnet. Selbst im Nahkampf – gezielt, nicht tödlich.
Selbst Geth zerstört, ohne sekundäre Strukturschäden.“

Ein kurzer Moment Stille.

Mordin (plötzlich ruhig):„Sie sind gefährlich.
Aber nicht, weil Sie töten könnten. Sondern weil Sie es nicht tun –
selbst wenn es einfacher wäre.“

Asera:„Dann hast du alles verstanden, was du
brauchst.“

Sie wandte sich zum Gehen.

Doch Mordin sagte noch:

Mordin:„Könnte Sie trotzdem scannen? Rein aus
akademischem Interesse? Würde nie veröffentlichen. Persönliche Neugier.“

Asera blieb kurz stehen. Dann, ohne sich
umzudrehen:

Asera:„Wenn ich es zulasse, sag ich es dir. Nicht
vorher.“

Und dann ging sie.

__

Ende der Szene – Die Konstante im System

Mordin stand allein im Labor. Noch viele Fragen. Noch keine
Probe. Aber eine Erkenntnis:

Manche Dinge muss man nicht messen, um zu wissen, wie
stark sie sind.

__

Kapitel 9 – Die Gefangene

Ort: Gefängnisstation Purgatory

Die Normandy dockte an. Die Atmosphäre war schwer. Shepard
trat aus der Luftschleuse, gefolgt von Asera, Miranda, und Mordin.
Die Schleusen öffneten sich. Kaltes Licht. Metall. Schwerbewaffnete Wachen.

Warden Kuril, ein hochgewachsener Turianer mit
selbstzufriedener Haltung, erwartete sie.

Kuril:„Commander Shepard. Willkommen. Wir führen
keine Touristen. Doch für Sie machen wir Ausnahmen – wenn das Geld stimmt.“

Shepard:„Wir sind nicht hier, um zu verhandeln. Wir
holen Jack. Jetzt.“

Kuril (ein dünnes Lächeln):„Natürlich. Kommen
Sie mit.“



Der Verrat

Kuril führte sie durch die äußeren Zellblöcke. Holografische
Anzeigen, sedierte Insassen. Doch dann – sie erreichten eine Schleuse.

Kuril (plötzlich):„Wissen Sie, Commander… Ich
denke, ich werde Jack behalten. Oder noch besser – ich verkaufe Sie.“

Die Schleuse schloss sich. Oder versuchte es.

Ein Kreischen von Metall – die Tore wurden mitten
im schließen blockiert
. Ein Arm.

Asera.

Sie hatte sich kaum bewegt. Nur ein Griff an die Stahlplatte
– und sie hielt sie offen.

Kuril:„Was in…!?“

Asera trat durch. Die Schleuse zitterte und gab nach.

Kuril rannte.

Miranda:„Plan B?“

Shepard:„Definitiv. Asera, voran.“



Die Befreiung – durch Feuer und Wände

Die Purgatory brach ins Chaos aus. Automatische
Sicherheitsmaßnahmen schlugen fehl. Türen sprangen auf. Gefangene stürmten in
alle Richtungen.

Asera ging mitten hindurch.

Wachen stürmten heran – sie blockte Schüsse, schlug dann
einen Wärter gegen eine gepanzerte Wand. Ein anderer wurde von Miranda
ausgeschaltet – ein gezielter Schuss ins Bein. Mordin aktivierte eine
Dämpfungsladung, lähmte eine Gruppe ohne tödliche Wirkung.

Ein Sprengsatz ging hoch – ein Deck kollabierte.

Durch die Trümmer stieg eine einzelne Silhouette.
Tätowiert. Entschlossen. Jack.

Sie sah die Gruppe – dann das Logo auf der Brust von
Miranda.

Jack:„Cerberus…? Ich brech aus, und dann DAS!?“

Sie baute sofort ein Biotikfeld auf. Die Energie um sie
flackerte unkontrolliert.

Miranda:„Wir sind nicht hier, um sie wieder
einzusperren. Wir brauchen Sie, gegen die Kollektoren.“

Jack:„Und warum sollte ich euch glauben?“

Asera trat langsam vor. Kein Wort. Kein Zorn.
Nur Gegenwart.

Jack sah sie. Ihre Aura. Ihre Augen. Ihre Ruhe.

Jack:„Wer bist du…?“

Asera:„Nicht dein Feind.“

Biotik zuckte um Jack – dann flackerte sie. Nicht aus
Schwäche – sondern aus Verwirrung.

Shepard trat neben Asera.

Shepard:„sie wollen raus. Wir brauchen jemanden, der
kein Problem damit hat, Türen einzutreten.“

Stille.

Jack:„Ihr seid verrückt. Ich mag das. Aber haltet mir
diesen Cerberus-Cheerleader vom Leib“

__

Ende Kapitel 9 – Explosionen & Entscheidungen

Warden Kuril überlebte nicht. Die Station
brannte.

Jack war an Bord.

Doch sie sah Asera immer wieder an. Nicht mit
Angst – sondern mit einer Mischung aus Faszination und Argwohn.

Und Asera?

Sie sagte nichts. Aber sie wusste:J ack war nicht wie die
anderen.
Und doch… vielleicht würde sie die Einzige sein, die Asera je ganz
verstehen würde.

__

Zwischendeck-Szene – „Was man nicht ausspricht“

Ort: Normandy SR-2 – Crewdeck, kurz vor Dienstende

Kelly Chambers saß an ihrem Terminal. Ihre Mimik
war kontrolliert, aber angespannt. Als Asera vorbeiging – ruhig,
wortlos, wie immer – zuckte Kelly kaum sichtbar zusammen. Nur ein kurzes, kaum
messbares Anspannen der Schultern. Kein Wort wurde gewechselt.

Doch Garrus, der im Gespräch mit einem Techniker
stand, hatte es bemerkt.



Später – Auf dem Beobachtungsdeck

Asera stand allein. Der Blick aus dem Panoramafenster.
Sterne. Tiefe. Stille.

Garrus trat aus dem Schatten, lehnte sich ans
Geländer neben ihr. Eine Weile sagte er nichts.

Dann:

Garrus:„Ich hab gesehen, wie Kelly dich ansieht.“

Asera (ohne sich zu bewegen):„Ich weiß.“

Garrus (ruhig):„Sie hat Angst vor dir. Und
ehrlich gesagt… ich kann’s ihr nicht verübeln.“

Asera drehte leicht den Kopf. Kein Zorn. Nur Ruhe.

Garrus:„Ich mein das nicht als Angriff. Nur als…
Vorschlag.“

Asera:„Ein Vorschlag?“

Garrus:„Vielleicht… solltest du mal mit ihr reden.
Ein psychologisches Screening – wie alle an Bord. Nicht für eine Diagnose. Nur
um…“

Er hielt inne, suchte das Wort.

Garrus:„…um zu zeigen, dass du dich nicht über die
anderen stellst.“

Asera sah wieder nach draußen. Lang. Dann:

Asera:„Du meinst, ich soll beweisen, dass ich menschlich bin.“

Garrus:„Nein. Ich will nur, dass die Crew sieht, dass
du sie nicht vergessen hast. Du schützt uns – klar. Aber viele hier
wissen nicht, wie sie mit dir reden sollen. Oder ob sie das überhaupt dürfen.“

Stille.

Asera:„Ich rede nur, wenn es nötig ist. Ich handle,
damit andere leben. Und doch… denken sie, ich könnte sie vernichten, wenn ich
wollte.“

Garrus:„Weil du es könntest. Das ist das Problem. Du
willst es nicht – das wissen wir. Aber sie wissen es nicht.“

Er trat einen Schritt zur Seite. Garrus:„Du bist kein
Monster. Aber du bist auch kein Mythos. Vielleicht… hilfst du ihnen am meisten,
wenn du ihnen ein bisschen von dir gibst – bevor sie sich ihr eigenes Bild
machen.“

__

Ende der Szene – Zwischen Kontrolle und Vertrauen

Asera blieb allein auf dem Beobachtungsdeck
zurück.

Nachdenklich.

Denn was Garrus gesagt hatte, war wahr:

Sie war Teil der Crew. Aber kein Teil ihrer Welt.

__

Kapitel 10 – Die Sitzung

Ort: Normandy SR-2 – Besprechungsraum bei Kelly Chambers

Kelly Chambers stand auf, als sich die Tür
öffnete. Zu ihrer Überraschung war es Asa Rena, die hereinkam.

Kelly (vorsichtig):„Lieutenant Commander. Ich
hätte nicht… erwartet, dass Sie wirklich kommen.“

Asera setzte sich ruhig. Ihre Haltung war
aufrecht. Nicht abwehrend. Nicht offen. Nur… wachsam.

Asera:„Ich habe gesehen, wie du reagierst. Und Garrus
hat recht. Ich kann nicht erwarten, dass andere mir vertrauen, wenn ich nie
zulasse, dass sie mich sehen.“

Kelly (leise):„Du hast keine Pflicht, das zu
tun.“

Asera:„Aber ich habe Verantwortung. Und die endet
nicht bei Kampfeinsätzen.“

Kurzes Schweigen.

Kelly (sanft):„Dann erzähl mir, was du willst.
Nichts wird weitergegeben. Außer an Shepard. Und nur, wenn du es erlaubst.“

Asera:„Das ist in Ordnung.“

Sie sah Kelly direkt an.

Asera:„Ich heiße nicht Asa Rena.“

Kelly hielt inne. Notierte nichts.

Asera (leise, fast ehrfürchtig):„Mein Name ist
Asera.“

Stille.

Kelly:„Ist das ein Codename? Oder… dein richtiger
Name?“

Asera:„Der einzige, den ich je bekommen habe. Von
denen, die mich verstoßen haben. Ich habe ihn behalten. Nicht aus Stolz.
Sondern weil ich überlebt habe – trotz allem.“

Kelly (sanft):„Du meinst deine Familie?“

Asera:„Nicht die, die mich geboren haben. Sie sind
tot. Ich habe sie nie geliebt. Aber… ich habe Familie.“

Kelly neigte den Kopf. Aseras Ton war ruhig, aber es lag
etwas Warmes darin. Eine Ahnung von Nähe.

Asera:„Sie leben nicht in dieser Welt. Aber sie
warten auf mich. Sie sind mein Grund, nichts aufzugeben.“

Kelly:„Und hier an Bord?“

Asera atmete tief durch. Zum ersten Mal sah sie
nicht nur ruhig aus – sondern fast verletzlich.

Asera:„Ich sehe Shepard als Verbündeten. Mehr als
das. Er sieht, was ich verberge – und urteilt nicht.“

Kelly:„Und die anderen?“

Asera:„Joker… ist ein Mensch mit Verstand, Humor und
Schmerz zugleich. Ich respektiere ihn sehr. Und Garrus… ist jemand, der
versteht, ohne dass man alles sagen muss.“

Sie schwieg.

Dann:

Asera:„Ich versuche, die anderen kennenzulernen.
Mordin ist klug – er sieht alles, aber lässt jedem den Raum, den er braucht.
Miranda ist vorsichtig, aber ehrlich. Kasumi… beobachtet mehr, als sie
zugibt.“

Kelly:„Und Jack?“

Asera:„Sie erinnert mich an mich. Nicht in dem, was
sie tut – sondern warum sie es tut.“

Kelly (nachdenklich):„Und wenn die Crew dich
eines Tages nicht mehr fürchtet? Was bleibt dann?“

Asera:„Dann bin ich nicht mehr allein.“

Ein Moment der Stille. Dann sagte Kelly, fast flüsternd:

Kelly:„Du weißt, dass ich Angst hatte. Ich konnte es
nicht verbergen. Du hast es bemerkt.“

Asera:„Ja.“

Kelly:„Und?“

Asera:„Du hast mich trotzdem gegrüßt. Das zählt mehr
als Angst.“

 

Bericht an Commander Shepard

Zugriffsberechtigung: Nur für Cmdr. Shepard

Chambers, K. – Psychologisches Protokoll Betreff:
LtCmdr. Asa Rena (real: Asera)

Beobachtung: Subjekt zeigt außergewöhnliche
emotionale Kontrolle. Keine Feindseligkeit, aber bewusstes Maß an Distanz.
Zeigt Bereitschaft zur Integration in Crewstrukturen. Betrachtet mehrere
Crewmitglieder als „Freunde“ im erweiterten Sinn, besonders Shepard, Garrus und
Joker.

Wichtigste Erkenntnis: Der Name „Asa Rena“ ist eine
Tarnidentität. Ihr wahrer Name ist Asera. Sie gibt ihn freiwillig preis
– als Vertrauenszeichen.

Schlussfolgerung: Keine akute psychologische Gefahr.
Im Gegenteil – ein hohes Maß an innerer Stabilität trotz offensichtlicher
Vergangenheit traumatischer Prägung. Ihre Gefahr liegt nicht in Impulsivität,
sondern in der Tiefe ihres Rückhalts – wer ihr wichtig ist, wird unter allen
Umständen beschützt.

Empfehlung: Unterstützen. Nicht regulieren.

__

Kapitel 11 – Der Name hinter dem Namen

Ort: Normandy SR-2 – Crewdeck, kurz nach einer
Einsatzbesprechung

Shepard hatte das Briefing beendet. Die Crew begann sich zu
zerstreuen – Garrus nahm die Waffenliste, Miranda schloss das Missionslogbuch,
Jack ging schweigend Richtung Aufzug. Mordin flüsterte bereits Berechnungen.

Asera blieb noch einen Moment stehen.

Sie hob leicht die Stimme – nicht laut, aber klar genug,
dass alle im Raum stehen blieben.

Asera:„Einen Moment.“

Blicke wandten sich ihr zu. Auch Kelly hatte den Kopf
gehoben.

Asera (ruhig, bestimmt):„Ihr kennt mich als
Lieutenant Commander Asa Rena. Das bleibt auch so – offiziell.“

Pause. Dann:

Asera:„Aber das ist nicht mein richtiger Name.“

Jack verschränkte die Arme. Garrus runzelte die Stirn.
Kasumi hob eine Braue.

Asera:„Mein Name ist Asera. Kurz. Ohne Rang. Ohne
Maske.“

Stille. Keiner bewegte sich.

Dann sprach Kasumi als Erste, leise:

Kasumi:„Klingt wie jemand, der sich nicht mehr
versteckt.“

Miranda (neutral, aber aufmerksam):„Warum sagst
du es uns?“

Asera:„Weil ich euch vertraue. Und weil es an der
Zeit ist, dass ihr wisst, wer euch den Rücken frei hält.“

Jack, halb im Gehen, stoppte – sah sie lange an.
Dann: „Kein schlechter Name. Klingt nach jemandem, der nicht blufft.“

Garrus trat näher, lächelte leicht.„Asera, huh?
Gut zu wissen. Aber du bleibst trotzdem die Einzige, die ich nicht aus Spaß
ärgern will.“

Joker (über Com aus dem Cockpit):„Hey, ich hör
das hier alles – nur fürs Protokoll: Asera hat jetzt drei Namen in meiner Akte.
Ich bleib bei ‚ The Invincible Origin.“

Mordin:„Soziale Offenlegung. Starke Geste.
Verarbeitet. Notiert. Namen sind Bedeutungsträger. Vertrauen impliziert
emotionale Offenheit.“

Kelly (leise):„Danke, Asera.“

Asera nickte nur – einmal, knapp. Dann verließ sie das Deck.

__

Epilog: Im Maschinenraum – kurze Reaktion von Kenneth
& Gabby

Kenneth Donnelly:„Also… Asera. Klingt edel. Irgendwie
passend, oder?“

Gabriella Daniels:„Klingt wie jemand, dem ich
freiwillig den Generatorraum überlasse.“

Ab jetzt wissen es alle. Sie heißt Asera. Aber in
Berichten, auf Protokollen, für TIM und den Rest der Galaxie: Sie bleibt Lieutenant
Commander Asa Rena
.

__

Kapitel 12 – Grunt

Ort: Normandy SR-2 – Wissenschaftsdeck, Sicherheitszelle
C

Die Kapsel stand nun seit Tagen unbewegt.

Mordin hatte gescannt, Miranda überprüft. Alles war bereit.

Shepard trat mit Asera, Mordin und
Miranda an das Terminal. Ein kurzer Blick, ein Nicken – dann drückte er
den Schalter.

Dampf zischte, die Versiegelung löste sich. Die
Kapsel öffnete sich.

Und aus ihr trat Grunt.

Nackt. Dampfend. Mit lodernden Augen und der geballten Wut
einer Spezies, die für Krieg geboren wurde.

Sein Blick fiel auf Asera. Er roch keinen
Angstschweiß. Kein Zögern. Nur Ruhe.

Und das war unausstehlich.

Grunt (knurrend):„Was bist du? Du stinkst nicht
nach Schwäche. Du stehst hier… ruhig… als wär ich nichts.“

Er brüllte. Ohne Vorwarnung – ein Schlag.

Direkt auf Aseras Brust gezielt, mit der Wucht,
die Mordin in seinen Scans als „nicht überlebensfähig für gewöhnliche Organik“
bezeichnet hatte.

Der Schlag traf.

Und nichts geschah.

Asera bewegte sich nicht. Kein Rückstoß. Kein Zucken.
Nur ein leichtes Senken ihres Blicks.

Asera (ruhig):„Bist du fertig?“

Grunt atmete schwer. Keuchte. Sah sie an – nicht
mehr mit Wut, sondern mit wachsender Ehrfurcht.

Grunt:„Stark. Du bist… das Stärkste hier.“

Shepard trat nun näher.„Ich bin Commander
Shepard. Und ich bin der, der dich hier rausgeholt hat.“

Grunt musterte ihn. Dann zeigte er auf Asera.„Aber sie… sie
ist stärker. Warum hörst du auf ihn?“

Asera sah Grunt direkt an.

Asera:„Weil ich gewählt habe, nicht der
Feind dieser Welt zu sein. Und weil Shepard ein Mann ist, dem ich vertraue. Er
kämpft nicht aus Wut – sondern aus Notwendigkeit.“

Grunt schwieg. Dann – ein leises Grinsen.

Grunt:„Verstanden. Wenn jemand wie du ihm folgt –
dann ist er es wert, gehört zu werden.“

Er drehte sich zu Shepard.

Grunt:„Ich will kämpfen. Ich will bluten. Ich will
beweisen, dass ich lebe. Gib mir Feinde, die es wert sind – und ich folge dir.“

Shepard nickte.„Dann willkommen an Bord.“

Grunt:„Und sie?“

Asera (sanft):„Ich werde dir keine Feinde
zeigen. Nur deine eigene Grenze.“

Grunt brummte.„Gut. Dann seh ich endlich, wo die
liegt.“

__

Ende Kapitel 12 – Instinkt und Entscheidung

Grunt war kein Tier. Keine Waffe. Keine tickende Zeitbombe.
Er war eine Frage – und suchte eine Antwort. Und in Asera hatte
er sie nicht gefunden. Denn sie war nicht zu bezwingen. Aber vielleicht…
konnte er von ihr lernen.

__

Kapitel 13 – Horizon

Ort: Terminus-System, Planet Horizon

EDI hatte die ersten Störungen im
Kommunikationsnetz gemeldet. Ein Verdacht wurde laut: Die Kollektoren
griffen aktiv Kolonien an.

Ziel: Horizon. Und Shepard wusste – wenn sie zu spät
kamen, wäre niemand mehr übrig.

Anflug



Normandy SR-2 – Orbit über Horizon

Joker:„Keine Antwort von der Kolonie. Aber es gibt
Energieimpulse – groß, hochfrequent. Sie werden gestört.“

EDI:„Planetenverteidigung deaktiviert.
Kollektorenschiff in Atmosphäre geortet – Tarnsystem aktiv.“

Shepard:„EDI, such nach einem Landeplatz. Wir gehen
runter. Jack, Grunt, Asera – ihr kommt mit.“

Asera:„Verstanden.“

Grunt:„Wird Zeit, dass mir jemand zeigt, wie diese
Käfer kämpfen.“

 

Einsatz auf Horizon

Der Shuttle landete in einer zertrümmerten Wohnzone. Häuser
waren beschädigt, die Luft war voller Asche und Nanostaub. Kollektoren –
insektenartige, kalte Monster – bewegten sich lautlos durch die Straßen. Und
mit ihnen: Seeker-Schwärme, die Kolonisten paralysierten.

Die ersten Begegnungen waren brutal – die Seeker-Drohnen
ließen sich kaum stoppen. Doch EDI fand die Verteidigungsplattform
reaktivierbar.

Shepard:„Zuerst zum Generator. Danach können wir die
Plattform reaktivieren.“



Der Kampf

Jack deckte die Flanke mit massiver Biotik, riss
Wände nieder. Grunt stürmte durch Deckungen, zertrümmerte
Husk-Überreste. Und Asera?

Sie bewegte sich wie eine Naturgewalt.

Drei Kollektoren stürzten auf sie zu. Ein Schlag – der
erste flog durch eine Wand
. Ein weiterer versuchte sie zu umklammern – sie
trat zurück, schlug zu, durchbrach Schild, Panzer, Fleisch
.

Jack:„Okay, wow. Und ich dachte, ich bin
die gefährlichste hier.“

Doch Asera spürte: Sie kamen zu spät.

Sie retteten Dutzende – aber nicht alle.

Asera kniete sich neben einen der leblosen
Körper, die starr in den Himmel blickten. Kein Schmerz. Keine Angst. Nur ein
Echo. Sie flüsterte etwas – kaum hörbar.

Grunt:„Wir gewinnen. Und trotzdem verlieren wir.“

Shepard:„Nicht heute. Noch nicht.“



Planetenverteidigung aktiviert

EDI reagierte:„Sicherungspunkt geladen. Verteidigungssystem
kalibriert.“

Das Kollektoren-Schiff näherte sich.

Turbolaser feuerten. Das Schiff wich aus, aber wurde
getroffen – mehrmals. Schließlich zog es sich zurück.



Nach dem Angriff – Ashley

Und dann – aus dem Staub trat eine Gestalt.

Rüstung der Allianz. Dunkles Haar. Entschlossener Blick.

Ashley Williams.

Shepard trat vor. Er war überrascht, aber auch… erleichtert.

Ashley:„Shepard…?“

Shepard:„Ich wusste nicht, dass sie hier sind.“

Ashley sah zu Jack, Grunt – und dann zu Asera.

Sie erkannte sie sofort.

Ashley:„Du hast mich gerettet. Schon das dritte Mal.“

Asera:„Ich habe nicht alle retten können.“

Ashley (leise):„Trotzdem vielen Dank“

Stille.

Dann wandte sich Ashley zu Shepard. Ihre Stimme wurde hart.

Ashley:„Aber mit Cerberus, Shepard? Du arbeitest mit
denen?“

Shepard:„Ich tu, was nötig ist. Niemand sonst kümmert
sich darum.“

Ashley:„Dann ist es jetzt so. Aber ich schließe mich
nicht an. Nicht mit denen.“

Ihr Blick fiel erneut auf Asera. Doch diesmal – kein
Misstrauen. Nur Respekt.

Ashley nickte. Dann drehte sie sich um – ging zurück in den
Ruinen ihrer Kolonie.

__

Ende Kapitel 13 – Die Unvollständigkeit des Sieges

Das Kollektorenschiff floh. Die Crew kehrte zurück. Grunt
hatte gekämpft. Jack war aufgeblüht. Asera hatte gehalten.

Aber als sie allein war, später – auf dem Beobachtungsdeck
–da sprach sie es aus, ganz leise:

„Ich war zu spät. Ich habe sie nicht alle retten können.“

__

Kapitel 14 – Die Entscheidung

Ort: Normandy SR-2 – Kommunikationsraum

Der Raum war dunkel. Nur das Hologramm leuchtete –
ein Mann in einem Sessel, hinter ihm flackerndes Sternenlicht: Der
Unbekannte.

Shepard stand aufrecht. Die Schultern
angespannt. Die letzten Worte von Ashley klangen noch in seinem
Kopf. Er hatte Horizon gerettet. Doch die Welt misstraute ihm – und Cerberus.

Der Unbekannte:„Sie haben gut gearbeitet, Shepard.
Die Kolonie wurde nicht vollständig verloren. Die Kollektoren zeigen Muster.
Schwächen.“

Shepard:„Und Menschenleben sind nur Zahlen in ihrer
Rechnung?“

Der Unbekannte:„Sie sind das Fundament der Galaxie.
Und manchmal… muss man das Fundament opfern, um das Dach zu retten.“

Shepard:„Nicht auf meiner Uhr.“

Der Unbekannte:„Sie haben etwas… Ungewöhnliches an
Bord, Shepard. Asa Rena. Kein Eintrag im Allianznetz, keine genetische
Zuordnung. Kein Ursprung.“

Shepard:„Sie hat mich nie hinterfragt. Nur beschützt.
Mehr als man von Ihnen sagen kann.“

Der Unbekannte (leise):„Beobachten Sie sie
genau. Irgendwann will jede Macht wissen, wofür sie kämpft. Und wogegen.“



Gleichzeitig: Normandy – Crewdeck

Die Stimmung war gedrückt. Die Crew hatte die Bilder von
Horizon gesehen – die Seeker-Drohnen, die eingefrorenen Körper. Kelly sprach
leise mit Gabby, Kenneth hatte aufgehört, an den
Kühlventilen zu basteln. Jacob stand mit verschränkten Armen,
stumm. Mordin sah nicht einmal auf seinen Monitor. Miranda saß
– zum ersten Mal – einfach nur da.

Und Asera stand in der Mitte.

Kasumi:„Die Leute glauben, Cerberus will die Galaxie
übernehmen. Und wir… sind jetzt Teil davon.“

Kenneth:„Vielleicht tun wir das Richtige. Aber keiner
wird’s uns danken.“

Jacob:„Und die Allianz? Hält uns für Verräter.“

Asera sagte nichts. Sie ging zu einem leeren
Tisch. Legte die Hände auf die Metallplatte. Schließ die Augen.

Dann:

Asera:„Ich habe viele Kämpfe gekämpft. Ich habe gegen
Götter gekämpft, Planeten überlebt. Aber… ich war damals nie Teil einer
Crew.“

Garrus trat an ihre Seite. Leise, wie nur er es
konnte.

Garrus:„Warum kämpfst du wirklich, Asera?“

Asera:„Für diese Welt.“

Ein Moment Stille.

Dann fügte sie hinzu – fast ein Flüstern:

„Für euch.“

Miranda sah auf. Überraschung in ihrem Blick –
nicht wegen der Worte, sondern wegen der Aufrichtigkeit.

Kelly:„Ich… danke dir.“

Mordin:„Versteh es nun besser. Nicht geboren aus
dieser Welt – aber Entscheidung zur Zugehörigkeit. Wichtiger als Herkunft.“

Gabby:„Du bist eine von uns.“

Asera:„Ich bin hier. Und ich bleibe, solange ihr mich
braucht.“

__

Epilog: Shepard kehrt zurück

Shepard trat aus dem Kom-Raum. Der Unbekannte war fort –
aber seine Worte hallten nach. Er hörte Stimmen vom Crewdeck.

Asera stand dort, von der Crew umgeben. Nicht
als Legende. Nicht als Waffe. Sondern als Teil von ihnen.

Shepard lächelte leicht – ein Hauch Genugtuung.

Denn er wusste: Die wahre Entscheidung war bereits gefallen.

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Kapitel 15 – Keine Maske, kein Schild

Ort: Normandy SR-2 – Unteres Maschinenlevel, Jacks
Bereich

Die Türen zischten. Der Korridor war leer. Geräusche hallten
dumpf von den Rohren und Maschinenwänden wider.

Asera trat leise ein. Jack saß auf einer
umgestürzten Kiste, Ellbogen auf den Knien, Blick auf den Boden gerichtet.

Jack (ohne aufzusehen):„Wenn du gekommen bist,
um zu reden – gute Idee. Ich wollte gerade was kaputt machen.“

Asera (ruhig):„Dann fang nicht mit mir an. Ich
geh nicht so leicht kaputt.“

Jack schnaubte.„Das weiß ich.“

Sie sah auf. Ihre Augen waren hell – aber nicht aggressiv.
Nur… müde.

Jack:„Ich hab gesehen, was du auf Horizon getan hast.
Diese Dinger… du hast sie auseinander genommen wie Papierpuppen.“

Asera:„Und trotzdem habe ich nicht alle retten
können.“

Jack musterte sie. Lange.

Jack:„Weißt du, was mir an dir auffällt? Du tust, als
wärst du aus Stein. Aber du fühlst alles. Ich sehe das.“

Asera setzte sich auf den Rand eines Rohres.
Keine Drohung. Keine Verteidigung.

Asera:„Ich war nicht immer so. Aber als du
aufgewachsen bist, haben sie dich eingesperrt. Mich haben sie… vergessen.“

Jack:„Also warst du allein.“

Asera:„Nein. Ich war etwas Schlimmeres: Nutzlos.“

Ein Moment Schweigen.

Jack:„Weißt du, was die mir beigebracht haben? Dass
du nur dann was wert bist, wenn du jemandem gehörst.“

Asera:„Und ich habe gelernt, dass du nur dann
überlebst, wenn du niemandem gehörst.“

Jack lachte trocken.„Tolle Welt, was?“

Asera:„Ich habe Familie. Nicht hier. Und doch…“

Sie sah Jack an.

Asera:„Manchmal denke ich, ich verstehe dich besser
als mich selbst.“

Jack stand langsam auf. Ging ein paar Schritte, dann drehte
sie sich um.

Jack:„Du bist kein Mensch, oder? Ich meine, richtig…
irgendwas in dir ist anders.“

Asera:„Ich bin Asera. Der Rest ist egal.“

Jack (leise):„Du bist echt. Das ist selten.“

Asera (ebenfalls leise):„Du auch.“

Ein Moment zwischen zwei zerstörten Leben – die sich nicht
reparieren lassen, aber vielleicht nebeneinander funktionieren.

Jack:„Sag mir Bescheid, wenn du das nächste Mal was
töten willst.“

Asera:„Sag du mir Bescheid, wenn du reden willst.
Auch wenn du’s hasst.“

Jack nickte. Nicht als Geste der Zustimmung – sondern der
Anerkennung.

Jack:„Wir sind beide verdammt. Aber wenigstens sind
wir nicht mehr allein.“

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Kapitel 16 – Haestrom

Ort: Planetenoberfläche von Haestrom

Die Normandy hatte Talis Notruf abgefangen. Ein kleines
quarianisches Forschungsteam, gestrandet auf Haestrom – einem
Planeten, dessen Sonne instabil war. Sonnenlicht hier tötete. Innerhalb
von Sekunden.



Landezone – Kurz nach dem Absetzen

Mordin überprüfte sofort seine
Ausrüstung.„Strahlungswerte übersteigen bekannte Grenzwerte. Ultraviolette
Spitzenbelastung. Organisches Gewebe: irreversible Zersetzung binnen Sekunden.“

Shepard:„Schatten aufsuchen. Immer.“

Asera trat bereits aus der Deckung – Richtung
nächsten Zugangspunkt. Sie aktivierte ihren Schild – und ging direkt ins
Licht
.

Mordin (panisch):„Unmöglich! Organisches Subjekt
verliert Schild bei 98 % Lichtlast – in unter zwei Sekunden…“

BZZZK – der Schild barst.*Aseras Körper war
nun ungeschützt.

Doch sie stand. Unverletzt. Ruß am Handschuh. Mehr
nicht.

Shepard (leise):„Sie hält das aus…“

Mordin (fassungslos):„Unvereinbar mit
genetischer Physik. Hautstrukturen – intakt. Keine Zellzerstörung. Keine…
Erklärung.“

Asera (ruhig):„Wir haben keine Zeit für
Theorien.“

Sie winkte – und bewegte sich weiter durch das tödliche
Licht, als wäre es Schatten.



Mittlerer Gebäudekomplex – Kontakt mit Kal’Reegar

Der Quarianer Kal’Reegar lehnte an einer Wand,
eine Wunde am Oberschenkel, zwischen ihm und dem Treffpunkt: ein Geth-Koloss,
vollständig aktiv.

Er funkte Shepard an:„Freut mich, Commander. Ich habe
gesehen, was eure… Soldatin… da draußen gemacht hat. Ohne Schild. Ohne
Schutzanzug.“

Kurze Stille.

Kal’Reegar:„Bei den Ahnen… ist sie überhaupt echt?“

Shepard:„Reine Definition, Lieutenant. Sie steht für
uns.“

Kal’Reegar:„Dann haltet sie bereit. Das Ding dort
vorne repariert sich schneller als wir es beschädigen können.“

Kampf mit dem Geth-Koloss

Der Koloss war ein Biest: Drei Schichten modulare Rüstung,
Selbstreparatur, stationäre Waffen.

Gruppe in Deckung. Granaten, Biotik,
Mordin mit Brandmunition – alles wirkte nur kurz.

Dann trat Asera hervor. Zwei Schritte. Kein
Schild. Kein Glanz. Nur Entschlossenheit.

Der Geth-Koloss fokussierte – laserzielgestützt. Zwei
schwere Schüsse – Asera wich aus. Kein Energiefeld. Nur Bewegung.

Dann: Ein Sprung.

Wie ein Sturm.

Ein Faustschlag in den zentralen Verarbeitungskern. Die
Panzerung platzte. Die Maschine zitterte.

Zweiter Schlag – mitten durch das Reaktorgehäuse. Explosion.
Licht. Rauch.

Der Geth-Koloss sackte in sich zusammen – endgültig.

Kal’Reegar (über Funk):„Keelah, vergiss
Feuerkraft“



Treffen mit Tali

Der Korridor war beschädigt, aber stabil. Staub schwebte in
der Luft. Vor der geöffneten Tür leuchtete das Quarianer-Emblem – und ein
einzelner Notrufsender blinkte rot.

Shepard trat ein. Grunt sicherte den
Rückraum. Mordin blieb in der Mitte.

Dann, durch das matte Licht, bewegte sich eine schlanke
Gestalt
 auf sie zu. Quarianischer Schutzanzug, violetter Visor. Die
Stimme durch den Filter klar, aber vertraut:

Tali’Zorah:„Shepard.“

Sie blieb stehen. Keine Waffe. Keine Zweifel. Nur ein
Lächeln – sichtbar im Tonfall, nicht im Gesicht.

Tali:„Ich hatte gehofft… und jetzt bist du wirklich
hier.“

Shepard (ehrlich):„Wir haben dich gesucht. Ich
wollte dich zurückholen. Wir brauchen dich.“

Tali trat einen Schritt näher, nickte. Dann
wandte sie sich zur Seite.

Ihr Blick blieb an der zweiten Gestalt hängen. Ruhig.
Aufrecht. Asera.

Asera sagte nichts. Sie ging nur langsam auf
Tali zu – und blieb dann stehen.

Ein langer Moment zwischen ihnen. Keine Worte.

Dann: Tali legte ihre Stirn an Aseras Schulter. Ganz
leicht.

Tali (leise):„Ich bin froh, dass du wieder da
bist. Wir haben dich gebraucht.“

Asera antwortete leise:„Ich bin hier. Für euch.“

Mordin flüsterte im Hintergrund:„Emotionale
Verknüpfung. Kein strategischer Zweck. Reine Zugehörigkeit.“

Shepard nickte nur.

Tali:„Es sind noch Daten in meinem Terminal. Ich
konnte sie nicht vollständig sichern – aber sie enthalten Positionsdaten.
Bewegungsmuster der Geth. Vielleicht sogar etwas über das, was sie hierher
geführt hat.“

Shepard:„Dann sichern wir sie und verschwinden. Der
Planet ist kein Ort für Gespräche.“

Tali (schmunzelnd):„Und ich dachte, du bist der,
der mit Explosionen flirtet.“

Grunt:„Ich mag sie.“



Kurze Szene später – bei der Extraktion

EDI:„Shuttle im Anflug. Evakuierungsroute gesichert.“

Tali:„Meine Crew bleibt. Ich werde mit euch kommen.
Wenn ihr mich lasst.“

Shepard:„Du gehörst auf die Normandy. Du warst nie
weg.“

Tali sah noch einmal zu Asera. Und
flüsterte:

„Es ist gut, dass du wieder da bist. Du bist nicht nur eine
Legende. Du bist unsere.“

Zum Abschied sah Asera in die Sonne. Unverblendet. Unbewegt.
Kein Blinzeln, kein Zucken. Ihre Augen – klar, ruhig, furchtlos.

Tali, schon im Shuttle, drehte sich entsetzt weg.„Sie… sieht
direkt hinein? Ohne Filter?“

Mordin war näher. Beobachtete. Augen blinzelnd
zusammengekniffen, ein Scan-Gerät in der Hand, dann wieder sinkend. Er sprach,
mehr zu sich selbst – und doch laut genug, dass die anderen es hörten.

Mordin:„Direkte Beobachtung instabiler Sternsphäre…
ohne Augenschutz. Irrsinnig. Selbst Proteaner hatten Filter, Verstärkungen,
Abschirmung.“(Pause. Schräger Blick zu ihr.)„Und doch keine
Netzhautschädigung. Keine thermische Reaktion. Keine zelluläre Panik. Nur…
Ruhe.“

__

Ende Szene – Rückkehr zur Normandy

Tali kehrt zurück. Nicht als Soldatin. Nicht als
Technikerin. Sondern als Teil einer Familie, die sich langsam wieder
zusammenfügt – unter der Sonne eines zerfallenden Systems.

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Kapitel 17 – Nähe im Maschinenrauschen

Ort: Normandy SR-2 – Maschinenraum, Talis neues Quartier

Der leise Klang des Antriebs summte in den Wänden – ein
Herzschlag aus Metall. Die Normandy lebte. Und Tali’Zorah vas Neema war
zurück an Bord.

Ihr Quartier lag direkt im Maschinenraum – wie immer. Sie
hatte nie darum gebeten. Es war ihr Platz. Wo alles summte. Wo sie sich
zugehörig fühlte.

Ein Werkzeugkoffer stand offen. Ein kleines Kissen lehnte
bereits in der Ecke. Ein Foto. Ein leiser Hauch von Heimat.

Dann klopfte es. Jemand trat ein.

Asera.

Sie blieb einen Moment in der Tür. Tali sah auf – und
nickte, ohne aufzustehen.

Tali:„Du weißt, dass du keinen Klopfcode brauchst.
Nicht bei mir.“

Asera (leise):„Ich wollte nicht stören.“

Tali:„Du störst nicht.“

Ein kurzer Moment der Stille. Kein Druck.

Dann setzte sich Asera langsam auf den Boden – Rücken an
eine Konsole gelehnt.

Tali werkelte weiter. Langsam. Fast meditativ.
Dann, ohne aufzusehen:

Tali:„Du weißt, dass ich mich freue, wieder hier zu
sein…“

Asera:„Ja.“

Tali:„Aber das ist es nicht nur.“

Sie legte das Werkzeug ab. Sah nun direkt zu ihr.

Tali:„Ich bin… mehr als froh, wieder in Shepards Nähe
zu sein.“

Asera sagte nichts. Aber sie hörte.

Tali (leise):„Als er gestorben ist… war es, als
hätte jemand die Schwerkraft abgestellt. Ich habe weitergemacht.
Migrantenflotte, Missionen, Technik. Aber nichts… nichts davon fühlte sich noch
richtig an.“

Sie lehnte sich leicht zurück, die Hände auf den
Oberschenkeln.

Tali:„Und jetzt ist er da. Und du auch. Als hätte
jemand die Welt wieder richtig zusammengesetzt.“

Asera (sanft):„Und du hast keine Angst?“

Tali (zögernd):„Doch. Immer. Aber ich weiß, dass
ich nicht allein bin.“

Sie sah Asera lange an.

Tali:„Du bist jemand, der nie gefragt hat, was andere
denken. Aber ich will, dass du weißt… ich bin froh, dass du wieder
da bist. Weil du uns schützt. Aber auch, weil du verstehst, was es heißt,
jemanden zu…“

Sie hielt inne. Worte verloren sich manchmal.

Asera (leise):„…zu brauchen.“

Tali nickte.

Tali (flüsternd):„Ja.“

Dann sagte niemand mehr etwas. Der Maschinenraum summte. Und
in diesem Klang – war kein Krieg. Kein Plan. Nur das Gefühl, dass man an der
richtigen Stelle war.

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Zwischenszene – Mehr als Schaltkreise

Ort: Normandy SR-2 – Technikdeck, nahe der Sensorstation

Shepard stand an einer Konsole, las EDI-Daten zu
Kollektoren-Bewegungen. Tali trat dazu – mit einem Datenpad, aber
auch… mit einem klaren Plan.

Tali (leicht):„Hey Shepard… ich dachte, ich
bring dir die aktualisierten Sensorwerte… und vielleicht… eine kleine Theorie
über Geth-Signatur-Muster.“

Shepard (ohne aufzusehen, freundlich):„Nur
Sensorwerte, hm? Keine Bomben oder Shuttle-Triebwerksprobleme?“

Tali (gespielt empört):„Ich bin beleidigt. Nur
ein einziges Mal ist ein Shuttletriebwerk explodiert, und das war völlig
übertrieben dokumentiert!“

Shepard grinste. Tali trat näher,
leicht verlegen – aber deutlich mutiger als früher.

Tali:„Außerdem dachte ich… vielleicht könnten wir
später – du weißt schon – zusammen durch die Steuerungssysteme gehen. Oder
durch die Schiffspläne. Rein technisch natürlich.“

Ein kurzes Schweigen.

Tali (schnell):„Also… außer, du bist
beschäftigt. Oder uninteressiert. Oder uninteressiert an Technik. Oder
uninteressiert an… Dingen.“

Shepard (schmunzelt):„Ich interessiere mich sehr
für… Dinge.“

Ein zweideutiger Ton.

Tali errötete sichtbar – soweit man es bei einem
Quarianer sehen konnte. Ihre Stimme wurde schneller.

Tali:„Gut! Dann, äh, vielleicht morgen. Oder… du
weißt schon. Ich geh jetzt wieder an den Energieverteiler. Der ist… sehr
leise.“

Sie drehte sich um – und wäre fast gegen eine Konsole
gelaufen.



Beobachterin aus dem Schatten

Ein paar Meter entfernt, fast unsichtbar in der Dunkelheit
neben der Wand, stand Asera.

Sie hatte das Ganze beobachtet – nicht lauschend, nicht
spöttisch. Nur… ruhig.

Als Tali hastig verschwand, warf Shepard einen
Blick zur Seite – und sah sie.

Asera sah ihn an.

Ein sehr kurzer Moment.

Ein hochgezogener Brauenbogen. Kein Lächeln, keine Worte.
Aber die Art von Blick, die sagte: Ich hab’s gesehen.

Shepard seufzte leise.

Shepard:„Sie… hat sich nicht verändert.“

Asera:„Doch. Aber das macht sie liebenswert.“

Dann ging sie weiter – und ließ ihn mit dem Gedanken zurück,
dass sogar die stärkste Kriegerin an Bord genau weiß, wann man nichts sagen
muss.

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Kapitel 18 – Der Weg nach Illium

Ort: Illium – Raumhafen von Nos Astra

Die Normandy hatte gerade im oberen Hafenbereich von Nos
Astra angedockt. Lichtfluten der Gleitverkehrsspur, flirrende Neonlichter – ein
Ort, der Geschäft mit Gefahr vermischte. EDI vermeldete:„Liara T’Soni befindet
sich offiziell im Handelssektor. Unoffiziell: private Datenbeschaffungs- und
Informationsverwaltung. Sie erwartet euch.“

Ankunft – Straßen von Nos Astra

Shepard, Asera und Tali traten aus der Sicherheitsschleuse.
Die Hitze der Stadt war trocken, die Luft schwer von Gesprächen, Datenströmen
und Geschäftsabschlüssen.

Tali:„Ich vergesse immer wieder, wie sehr Asari ihre
Wirtschaft mit ihrer Kultur verbinden. Alles ist Verhandlung.“

Shepard:„Und hinter jeder Verhandlung – jemand, der
zu viel weiß.“

Asera blieb still. Sie spürte etwas. Nicht Gefahr – eher wie
ein dünnes Seil aus Erinnerung, das sie durch die Menge führte.



Das Büro von Liara T’Soni

Sie betraten ein schattiges Büro, edel eingerichtet, aber
schlicht. Datenpads, Hologramme, gesicherte Terminals. Dann drehte sich jemand
langsam vom Fenster zur Tür.

Liara T’Soni.

Kein Blick auf ein Terminal. Kein Sicherheitsprotokoll. Nur
Augenkontakt.

Liara (leise, warm):„Shepard…“

Dann – Liara wandte sich Asera zu.

Ein Moment Stille.

Liara:„Du bist wirklich zurück.“

Asera (leise):„Ja. Ich bin… da.“

Liara trat näher. Kein Zögern. Keine Barriere. Sie umarmte
Asera. Kurz, aber fest.

Liara:„Ich wusste, dass du nicht für immer weg sein
kannst. Nicht, solange die Welt dich noch braucht.“

Asera:„Ich bin nicht gekommen, um gebraucht zu
werden. Ich bin gekommen, weil ihr… es wert seid.“

Tali (leise lächelnd):„Na toll. Jetzt fühl ich mich
emotional.“

 

Geschäftliches und mehr

Liara bat sie herein.

Liara:„Ich habe Informationen über die Kollektoren.
Aber es ist kompliziert. Ich arbeite gegen den Shadow Broker.“

Shepard:„Du? Allein?“

Liara (knapp):„Nicht ganz. Ich habe Verbündete.
Fragwürdige, vielleicht. Aber sie bringen Ergebnisse.“

Sie sah zu Asera.

Liara:„Ich weiß, dass du kämpfen kannst. Aber kannst
du… warten? Geduldig sein? Ich brauche beides.“

Asera:„Geduld habe ich gelernt. Im schlimmsten aller
Käfige.“

Liara nickte. Sie glaubte ihr – ohne Beweise. So wie früher.

Als sie wieder gingen, begleitete Liara sie bis zur Tür.

Liara (zu Asera):„Wenn du bleibst – nur für einen
Moment – ich hätte gern etwas von dir gesehen. Nicht deine Kraft. Nicht deine
Kontrolle. Nur dich.“

Asera (leise):„Vielleicht… später.“

Liara:„Ich warte.“

 

Später – Bar Eternity

Die Crew trat ein. Miranda, Kasumi, Jack, Garrus,
Shepard, Jacob, Kelly, Tali, Asera
 – verstreut an Tischen. Die Bar war
gedämpft beleuchtet, Musik vibrierte durch das Glas. Stimmen, Getränke, Rauch.

Asera stand allein an der Theke. Die Barkeeperin – eine
kräftige Asari mit markanten Gesichtszügen und rauer Stimme – schenkte ein.

Aethyta. Zynisch. Direkt. Alt.

Asera nahm das Glas, sagte nichts. Doch sie spürte es. Nicht
die Worte. Nicht das Auftreten.

Die Energie.

Warm. Tief. Nicht wie bei einer Soldatin. Nicht wie bei
einer Händlerin.

Asera (leise, fast flüsternd):„Deine Präsenz… ist
wie ihre.“

Aethyta hielt inne.

Nur für den Bruchteil einer Sekunde.

Dann trank sie einen Schluck direkt aus der Flasche.

Aethyta:„Viele Leute sagen mir, ich hätte was…
Besonderes. Meistens meinen sie meinen Humor.“

Asera:„Das meine ich nicht.“

Stille. Aethyta lehnte sich leicht vor.

Aethyta (leise, mit rauer Stimme):„Du bist nicht von
hier. Nicht nur wegen deiner Kraft. Sondern, weil du fühlst. Und weil du
sie erkennst, wenn sie vor dir steht.“

Asera sagte nichts. Ihre Augen sagten genug.

Aethyta (zischend, fast ironisch):„Dann behalten
wir’s für uns, hm? Manche Dinge… sind besser in der Tiefe aufgehoben.“

Ein Moment der Stille. Keine Offenbarung. Kein Name.

Aber eine Wahrheit – unausgesprochen.

Asera hob das Glas. Aethyta tat es ihr gleich.

Kein Toast. Nur ein stilles Einverständnis.

__

Ende der Szene

Als Asera zurück zum Tisch ging, sah niemand etwas an ihr.
Doch tief in ihr war etwas klar geworden:

Manche Bande existieren, auch wenn sie nie ausgesprochen
werden. Und manchmal erkennt man in anderen… den Teil einer Familie, den sie
selbst nicht aussprechen würden.

__

Kapitel 19 – Die Justikarin

Ort: Ilum – Nos Astra, Polizeistation

Detective Anaya war nicht begeistert.

Sie ging schnellen Schrittes durch den Raum, während
Shepard, Asera, Garrus und Kasumi ihr folgten. Die Leiche eines Volus war
bereits abtransportiert worden – aber der Geruch von Blut lag noch immer in der
Luft.

Anaya:„Ein Volus, tot in einem Speditionsdock. Keine
Zeugen, kein Motiv. Nur eine verdammte Blutspur und…“

Sie hielt inne.

Anaya:„Und dann ist da noch SIE.“

Sie deutete durch eine Sichtscheibe.

Hinter dem Glas saß eine hohe, aufrecht sitzende Asari,
regungslos, in dunkler Rüstung mit fließenden Linien. Ihre Augen geschlossen,
ihr Gesicht ruhig.

Samara.

Anaya (leise):„Eine Justikarin. Ist hierhergekommen
und hat sofort nach einer Ardat-Yakshi gesucht. Kein Hallo, keine Fragen – nur
dieser Blick… und dann hat sie geschworen, dass sie jemanden zur Strecke
bringen wird.“

Shepard:„Und warum ist sie jetzt hier drin?“

Anaya:„Weil ich verdammt noch mal verhindern will,
dass sie irgendwen tötet, bevor wir überhaupt wissen, was los ist. Aber…“

Sie trat näher ans Glas.

Anaya (gesenkt):„Sie lässt sich nur aufhalten, weil
sie will. Der Kodex gestattet Kooperation nur, wenn sie nicht von ihrer Pflicht
abgehalten wird. Und wir beide wissen, wie lange das gutgeht.“

Kasumi:„Also ein Countdown.“

Garrus:„Und wir sollen den Fall klären, bevor sie
sich befreit.“

Anaya:„Genau. Findet den Mörder. Oder… seht zu, wie
jemand stirbt, der vielleicht gar nichts getan hat.“

 

Ermittlungen – Frachthafen, Nos Astra

Shepard, Asera und Kasumi durchkämmten die Umgebung.

Ein Zeuge sah eine dunkle Asari mit ungewöhnlichem
Verhalten. Ein Arbeiter erwähnte einen Streit zwischen dem Volus und einem
Frachtdienst. Ein Servicelog-Archiv zeigte keine fremden Einträge, aber ein
unbefugter Zugriff auf die Datenbank.

Die Puzzlestücke setzten sich langsam zusammen.

Die vermeintliche Ardat-Yakshi, der Samara folgte, war nicht
am Mord des Volus beteiligt. Die Wahrheit war banaler – ein Speditionsbetrug,
bei dem der Volus zu viel wusste.

Der Täter war ein menschlicher Subunternehmer, der
versuchte, Schmuggelware mit diplomatischer Fracht zu tarnen – und den Volus
beseitigte, als der die Codes hinterfragte.

 

Rückkehr zu Anaya – Polizeistation

Anaya empfing sie mit verschränkten Armen.

Anaya:„Also?“

Shepard:„Kein Ardat-Yakshi. Nur ein übermotivierter
Schmuggler mit nervösen Fingern.“

Anaya:„Verdammt. Das bedeutet, ich hab hier eine
Justikarin sitzen, deren Ziel noch irgendwo da draußen ist.“

Shepard:„Nicht mehr lange.“

Anaya atmete tief durch.

Samara trat hinaus, ruhig, ohne ein Wort. Ihre Augen
öffneten sich – und sie sah Shepard direkt an.

Samara:„Ihr Geist ist diszipliniert. Ihre Absicht
klar. Ich werde mich Ihnen anschließen – solange Sie das Ziel verfolgen, das
auch mein Pfad ist.“

Shepard:„Solange sie mit uns arbeiten – nicht über
uns hinweg.“

Samara (nickt):„Ehrenhaft. Das reicht.“

Asera beobachtete Samara schweigend. Sie verstand nicht, was
eine Justikarin war – aber sie erkannte die absolute Ruhe in der Haltung. Nicht
Arroganz. Keine Wut. Nur Zweck.

 

Rückweg zur Normandy

Auf dem Weg durch die kalten Gassen von Ilum lief Samara
neben Asera. Beide sprachen nicht.

Bis Samara leise sagte:

Samara:„Deine Energie… ist wie ein stilles Feuer.
Du hast gelernt, sie zu halten.“

Asera (knapp):„Ich musste. Oder ich hätte zerstört,
was ich schützen wollte.“

Samara nickte – als wäre das alles, was sie wissen musste.

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Ende Kapitel 19 – Das Urteil

Samara war nun an Bord. Nicht als Verbündete im klassischen
Sinne – sondern als Pfad auf zwei Beinen.

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Kapitel 20 – Der Attentäter

Ort: Illium – Dantius Tower, oberes Geschäftsviertel

Die Luft in den Dantius-Türmen war dünn und heiß – das
Ergebnis von halbfertigen Klimasystemen, stillgelegten Lüftungsschächten und
einer brennenden Sonne über Nos Astra.

Shepard, Asera, Kasumi und Garrus bewegten sich
zwischen Baugerüsten, zerbrochenem Glas und dem Geruch von Ozon und Blut.

Söldner hatten das Gebäude bereits gesichert – nicht für
Schutz, sondern zur Abwehr aller Zeugen.

 

Vorstoß in den Tower

Im Inneren war es dunkel. Schüsse fielen bereits, als sie
sich näherten Kasumi bewegte sich über Wandpaneele, während Asera
schweigend eine gepanzerte Tür aushob, als wäre sie leichtes Blech.

Garrus:„Söldner gut ausgerüstet. Kein typischer
Schutz. Die erwarten jemanden.“

Shepard:„Oder fürchten jemanden.“



Innerer Sektor – Leise Schatten

Die letzte Etage war ein Spiel aus Glas, Metall und
flackernden Hologrammen. Durch die Scheiben konnte man die Skyline von Illium
sehen – flimmernd, unwirklich.

Dann – Stille.

Ein einzelner, kaum hörbarer, dumpfer Aufprall in der
Zwischendecke.

Nassana Dantius, ehemalige Diplomatin, aufgestiegene
Wirtschaftskönigin – stand an einem Schreibtisch. Ihre Stimme scharf, herrisch:

Nassana über Funk:„Ich sagte, ihr sollt ihn FASSEN!
Ich zahle nicht dafür, dass ihr mir nur meldet, was IHR nicht könnt!“

Dann – ein leises Zischen. Eine Plattenverriegelung löste
sich.

Ein Schatten fiel durch die Decke – lautlos, präzise.

In einem Atemzug stand er hinter ihr. Thane Krios.

Der Moment

Sie drehte sich noch – sah ihn. Ihre Augen weiteten sich,
nur eine Silbe:

„Nein—“

Doch der Schuss kam bereits. Keine Eile. Keine Wut. Ein
einziger gezielter Treffer – präzise unterhalb der Brust, wo Herz und Kontrolle
endeten.

Nassana taumelte zurück, fiel gegen den Rand des
Tisches. Doch bevor sie zu Boden glitt, fing Thane sie auf –
behutsam. Er senkte sie langsam auf den Schreibtisch. Sein Blick war ruhig.
Kein Zorn. Kein Triumph. Nur… ein Gebet.

Seine Finger lagen auf ihrer Stirn. Seine Stimme – ein
Flüstern:

Kalahira, Führe diesen…

Stille.

Ein Licht flackerte. Ein Windhauch trug den Rauch davon.

 

Begegnung

Shepard und das Team traten langsam ein. Keine Waffen mehr
erhoben.

Thane stand auf. Seine Augen – smaragdgrün, still.

Shepard:„Sie sind Thane Krios.“

Thane nickte.

Thane:„Sie war Ziel. Nicht mehr. Aber niemand stirbt
ohne Zeugen der Gnade.“

Asera musterte ihn, ohne Urteil. Nur eine Frage in der
Stimme:

Asera:„Und was bist du?“

Thane:„Ein Werkzeug. Das betet, um nicht zu
verrosten.“

Kasumi (flüsternd):„Du bist… nicht, was ich erwartet
habe.“

Thane:„Dann habt ihr nicht gut genug hingesehen.“

Entscheidung

Shepard:„Ich brauche jemanden wie dich. Nicht als
Killer. Sondern als jemanden, der das Richtige tun kann – auch, wenn es falsch
aussieht.“

Thane sah ihn ruhig an.

Thane:„Dann folge ich dir. Solange dein Pfad keine
Lüge ist.“

Er trat neben sie. Keine Fragen. Nur Schritte.

Nassana Dantius lag regungslos auf dem
Schreibtisch – umgeben von Glas, Schatten und Geschichte.

__

Ende Kapitel 20 – Gnade mit scharfer Kante

Der Attentäter war kein Monster. Und kein Held. Nur jemand,
der entschlossen war –…und in jedem Tod noch Raum für ein Gebet ließ.

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Kapitel 21 – Eternity

Ort: Ilum – Bar „Eternity“, 2. Stock

Zeit: Kurz bevor die Normandy Ilum verlässt

 

[Innen – „Eternity“, oberes Stockwerk, Nacht]

Der Schnee fällt lautlos hinter den Fensterscheiben.
Gedämpftes Licht liegt auf den dunklen Metallflächen. In der Ecke, leicht
abseits, sitzt Asera. Die Jacke offen, ihre Silhouette ruhig wie ein Berg. Vor
ihr ein fast unberührtes Glas.

Liara tritt ein – vorsichtig, aber zielgerichtet. Sie hat
das Terminal aus der Hand gelegt. Jetzt geht es nicht um Informationen. Nur um
ein Gefühl.

Liara (leise): „Danke, dass du gekommen bist.“

Asera: „Du wolltest mich sehen.“

Liara setzt sich. Lässt einen Moment vergehen. Dann sieht
sie Asera direkt an.

Liara: „Du wirst bald gehen.“

Asera: „Shepard hat Samara und Thane. Die
Mission geht weiter.“

Liara: „Und du?“

Asera: (blickt hinaus) „Ich folge, solange ich
gebraucht werde.“

Stille.

Liara: „Ich denke oft an damals. Die Normandy,
Feros, Virmire… Ich dachte, vielleicht… zwischen uns…“

(Sie bricht ab.)

Asera sieht sie an. Lange. Ihr Blick ist weder hart noch
weich. Nur klar.

Asera: „Du bist mir wichtig, Liara. Ehrlich.
Aber nicht so, wie du hoffst.“

Liara senkt den Kopf. Dann lächelt sie traurig – aber sie
bleibt.

Liara: „Das dachte ich mir. Aber ich musste es
hören.“

Asera: (leise) „Du verdienst jemanden, der mit
dir bleibt. Nicht jemand, der zwischen Welten verschwindet.“

Liara: (flüsternd) „Ich wollte nicht, dass du
bleibst. Nur, dass ich nicht… egal bin.“

Asera beugt sich etwas vor. Ihre Stimme ist still, fast
tonlos – aber voller Bedeutung.

Asera: „Du bist nie egal.“

Sie steht auf. Liara bleibt sitzen, ihre Hände ruhen ruhig
im Schoß. Sie sagt nichts mehr.

 

[Unten – Theke der Eternity-Bar]

Aethyta wischt langsam ein Glas aus. Ihre Haltung: gewohnt
lässig, doch die Augen beobachten.

Asera tritt an die Bar.

Aethyta: „Du hast sie abgewiesen.“

Asera: (sachlich) „Ich hab ihr nichts
versprochen.“

Aethyta: (nickt) „Trotzdem… sie wird’s fühlen.“

Asera: (blickt auf die Treppe) „Ich weiß.
Deshalb…“

(Sie hält inne. Dann spricht sie langsam.)

Asera: „Wenn sie weitergeht – und sie wird es –
wird sie stark. Zu stark. Und zu allein. Pass auf sie auf. Wenn sie fällt…
nicht, weil niemand sie aufhielt.“

Aethyta stellt das Glas ab.

Aethyta: (langsam) „Du weißt
wirklich, wer ich bin.“

Asera: (nickt) „Mutterinstinkt
stirbt nicht mit der Spezies.“

Aethyta: (leise) „Du bist nicht wie die anderen.
Kein Wunder, dass sie dich wollte.“

Asera: (fast ein Flüstern) „Aber nicht braucht.“

(Kurze Stille.)

Aethyta: „Ich pass auf sie auf.“

Asera nickt, dann geht sie. Keine Dramatik. Nur Schritte,
die weiterführen.

 

[Oben – Liara sitzt noch da]

Sie sieht hinaus auf den Schnee. Kein Ausdruck in ihrem
Gesicht – nur dieses leise, gespannte Atmen.

Dann sieht sie nach unten. Sie spürt es – Asera ist
gegangen.

Aber unter ihr…

…bewegt sich Aethyta aus dem Schatten.

Und für den Moment ist Liara nicht allein.



Kapitel 22 – In den Schlund

Ort: Orbit über Omega – Kollektorenbarke

Die Normandy schwebte im Verborgenen, die Tarnsysteme
aktiviert. Vor ihr – ein riesiger Schatten. Keine Station. Kein Schiff im
klassischen Sinn. Ein schwebender Felsbrocken, durchzogen von Technik,
schwarzem Metall und pulsierender Energie.

Miranda starrte auf die Sensoren.

Miranda:„Das ist keine Raumstation. Das ist… eine
mobile Plattform. Vielleicht sogar organisch.“

EDI (über Com):„Keine bekannten
Antriebssignaturen. Das Objekt scheint sich mit Hilfe von Massenfeldverzerrung
zu bewegen.“

Shepard:„Was immer es ist – sie haben ganze Kolonien
damit verschleppt. Zeit, Antworten zu bekommen.“

Abstieg – Shuttleanflug

Shepard, Jack, Miranda und Asera traten
in das Shuttle. Asera stand ruhig im hinteren Teil, das Licht
spielte über ihr Gesicht.

Jack:„Wenn uns da drinnen irgendwas anspringt, reiß
ich’s in Stücke.“

Miranda:„Versuch’s diesmal bitte mit etwas mehr
Koordination. Wir sind ein Team, kein Abrisskommando.“

Jack:„Und du bist nicht mein Kommandant, Eisgesicht.“

Miranda (knapp):„Dann benimm dich nicht wie ein
zorniger Teenager mit Sprengstoff in der Tasche.“

Ein Flackern. Asera trat zwischen sie – nicht
aggressiv, nicht laut. Nur präsent.

Asera:„Nicht hier. Nicht jetzt. Unsere Feinde sind
nicht im Shuttle.“

Stille.

Shepard nickte ihr dankbar zu. Jack schnaubte,
wandte den Blick ab. Miranda sagte nichts mehr.



Innen – Die Barke der Kollektoren

Das Innere war kalt. Lebendig. Wände aus Metall und Gewebe,
pulsierend wie Adern. Lichtquellen: schwaches Orange, kaum sichtbar.

Shepard:„Kein Leben auf dem Scanner. Aber das hier…
lebt.“

Sie drangen tiefer vor. Ein Raum – dutzende verkohlte,
aufgebrochene Kapseln
. Leere. Verschleppte Kolonisten.

Jack:„Die haben sie ausgesaugt…“Ihre Stimme zitterte.
Asera berührte eine Wand. Fühlte die Vibrationen. Ihr Blick wurde
schmal.

Asera:„Sie kommen.“

 

Der Hinterhalt

Plötzlich – ein Signal. Der Boden vibrierte.

Kollektoren. Sie stürmten aus Wandnischen, Gleiter,
Infanterie – kontrolliert, synchron.

Shepard:„Deckung!“

Jack entfesselte eine Biotikwelle. Miranda koordinierte
Flankenschutz. Asera stürzte sich mit bloßen Händen auf einen der
Gleiter – ein einzelner Schlag, das Chitin platzte auf, der Pilot
explodierte in schwarzem Rauch.

Jack:„Zählst du mit, Shepard?!“

Shepard (in Bewegung):„Nur die, die stehen
bleiben!“

Miranda warf eine Singularity gegen einen
Kontrollraum. Ein getarnter Assassine – fast bei ihnen. Asera bemerkte
ihn zuerst, trat vor und durchbrach den Boden unter ihm mit einem
Fußtritt.

 

Kontrollzentrum

Sie erreichten eine Steuerstation. Ein Hologramm aktivierte
sich – ein Kollektor, seine Stimme durch Filter verzerrt:

„Der Commander… ist irrelevant. Das Ernte wird
fortgesetzt.“

Jack:„Ich zeig dir gleich, wie irrelevant wir sind!“

Miranda:„Jack, warte –“

Jack:„Vergiss es!“

Bevor sie zündete, legte Asera ihr ruhig die
Hand auf den Arm.

Asera:„Nicht aus Wut. Nicht gegen Maschinen, die
nicht verstehen, was Wut ist.“

Jack schwieg – aber ließ ab. Shepard trat nach
vorn und beendete das Gespräch mit einem Schuss.



Evakuierung

EDI meldete plötzliche Energiefluktuationen –
die Plattform wurde instabil. Die Normandy raste heran.

Joker (Com):„Nicht euer Ernst – ihr habt den
ganzen verdammten Brocken ausgelöst?!“

Shepard:„Bring uns raus. Jetzt.“

Das Team sprang aufs Shuttle, gerade als das Gitter
unter ihnen einstürzte. Explosionen folgten – aber sie entkamen.

 

Rückkehr zur Normandy – Besprechungsraum

Shepard blickte auf das gesicherte Datenpaket
der Kollektoren. Jack und Miranda standen auf
gegenüberliegenden Seiten. Asera trat nach vorne, ruhig.

Asera:„Wir haben sie nicht alle gerettet. Aber wir
haben sie gesehen.“

Shepard (leise):„Das ist der Anfang.“

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Ende Kapitel 22 – Rückgrat aus Dunkelheit

Die Barke war zerstört. Aber was sie enthielt, war mehr als
nur Leere. Es war ein Blick auf den Feind. Und ein Versprechen, dass sie nicht
weglaufen würden.

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Kapitel 23 – Die verlorene Tochter

Ort: Illium – Außenbezirke von Nos Astra

Die Normandy hatte nicht angelegt. Der Treffpunkt war
diskret – ein privater Landeplatz, versteckt hinter mehreren
Transportringen.

Miranda, in dunkler Einsatzkleidung, stand aufrecht.
Ihre Haltung war ruhig, doch Asera spürte es – unter der Oberfläche brodelte
etwas. Nicht Zorn. Kein Groll. Nur Vergangenheit.

Asera trat neben sie.Miranda sah sie
kurz an, dann nickte sie.

Miranda:„Danke, dass du mitkommst. Ich brauche
heute… klare Reaktionen.“

Asera:„Vergangenheit will oft laut werden. Aber du
bestimmst, wie laut.“

Ein stilles Nicken.



Konfrontation

Shepard, Miranda und Asera bewegten
sich zügig durch das Industriegebiet. Ein Konvoi sollte Mirandas Schwester
Oriana
 heimlich transportieren. Doch etwas war schiefgelaufen.

Söldner – Blue Suns – hatten sich eingeklinkt.
Feuergefechte brachen aus. Asera bewegte sich durch sie hindurch – ihre Schläge
zielten auf Deckungen, nicht auf Körper.

Shepard:„Schnell – bevor sie sie verlegen!“



Niket

Sie trafen ihn auf einer Plattform – Niket, Mirandas
einziger Vertrauter aus der Vergangenheit. Er hatte geholfen, Oriana vor dem
Vater zu verbergen
.

Doch jetzt zögerte er.

Miranda:„Du hast sie verraten.“

Niket:„Ich dachte, du würdest sie holen, Miranda.
Nicht sie benutzen. Ich dachte, ich rette sie – vor dir.“

Er hob langsam die Hände. Keine Waffe. Ein weiterer Söldner
trat hervor – Ziel auf Niket.

Asera war schneller. Sie stellte sich vor Niket,
hob eine Metallplatte mit einer Bewegung aus dem Boden und blockierte den
Schuss
. Der Einschlag war dumpf, der Schild vibrierte – aber sie bewegte
sich nicht.

Asera:„Er redet. Danach entscheidet sie.“

Stille.

Miranda trat näher. Ihre Stimme war ruhig – aber
schwer.

Miranda:„Ich hätte sie nie benutzt. Ich habe sie
beschützt. Mehr als jeder andere.“

Sie sah Niket an. Dann Shepard. Dann Asera.

Miranda:„Geh. Ich brauche kein Blut, um zu beweisen,
dass ich recht habe.“

Niket nickte – langsam, schuldbewusst. Er verschwand
zwischen den Containern.



Sie ist Familie

Oriana war bereits in Sicherheit. Ein Schutzhaus am Rand des
Sektors. Miranda trat allein hinein. Asera und Shepard warteten
im Schatten.

Ein Mädchen – jung, klug, wachsam – kam in die
Empfangshalle. Miranda sprach mit ihr.

Die Szene war leise. Kein Drama. Nur ein Austausch. Worte.
Wahrheit. Und am Ende: ein Blick, den Oriana nicht verstand – aber spürte.

Miranda trat zurück nach draußen. Ihre Schultern
waren etwas tiefer.

Miranda:„Sie weiß nicht, was ich bin. Nur, dass ich
ihr ähnlicher bin.“

Shepard:„Und das reicht?“

Miranda:„Für sie. Für jetzt.“

Asera sagte nichts. Aber ihr Blick sagte: Du
hast gewählt. Und nicht verloren.

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Ende Kapitel 23 – Schatten, nicht Erbe

Manche Kämpfe erfordern keine Waffen. Nur Mut, den alten
Spiegel zu zerschlagen –und trotzdem hineinzusehen.

Miranda Lawson hatte nicht ihre Vergangenheit
besiegt. Aber sie hatte ihr die Stirn geboten.