Asera in One Piece Teil 3

Szene – Zwei Jahre später

Die Sonne steigt langsam über Kokos auf,

die Luft ist mild,

Orangenblüten öffnen sich im ersten Licht.

Auf der Veranda sitzt Asera,

ein Bein angewinkelt,

den Blick auf das ruhige Meer gerichtet.

Neben ihr: eine Tasse Tee – noch unberührt.

Ein rascher Schatten huscht über das Hausdach.

Ein Seevogel.

Die Zeitung fällt fast geräuschlos auf das Holz.

Asera hebt sie auf.

Titelseite:

„DIE STROHHÜTE SIND ZURÜCK – WIEDERVEREINIGUNG AUF SABAODY“

Ein kurzer Moment des Innehaltens.

Dann ein sanftes Lächeln, kaum sichtbar.

Asera faltet die Zeitung und steht auf.

Nojiko kommt mit zerzausten Haaren aus der Tür,

noch halb verschlafen.

„Ist etwas passiert…?“

Asera dreht sich zu ihr um,

reicht ihr die Zeitung.

Nojiko liest – und dann sieht sie nur in diese ruhigen Augen.

Asera sagt leise:

„Ich breche morgen auf.“

Nojiko tritt näher, legt die Stirn sanft an Aseras Brust.

„Ich wusste, dass dieser Tag kommt…“, flüstert Nojiko, kaum hörbar.

Asera antwortet nicht sofort. Ihre Finger gleiten durch Nojikos Haar, beruhigend, vertraut.

„Ich muss sehen, was aus ihnen geworden ist. Ob sie bereit sind… für das, was noch kommt.“

Ein Windstoß weht über die Veranda, lässt die Blätter der Orangenbäume rascheln.

Nojiko sieht auf, ihre Stimme etwas fester:

„Und du? Bist du bereit?“

Ein stilles Nicken.

„Ich weiß, dass es nicht vorbei ist. Nicht für mich. Nicht für sie.

Aber ich kehre zurück.“

Nojiko lehnt sich noch einmal an sie, schließt die Augen.

„Dann warte ich. So wie du auf sie gewartet hast.“

Asera lächelt schwach, für einen Moment.

„Ich lasse dich nie zurück. Auch wenn ich fort bin.“

__

Szene – Rückkehr nach Sabaody

Die Wolken ziehen träge vorbei, als Asera das offene Meer überquert.

Kein Schiff. Keine Insel. Nur die Sonne im Rücken –

und ein Ziel vor Augen.

Sabaody Archipel.

Ihre Aura ist ruhig, fokussiert,

doch in der Ferne spürt sie bereits etwas Vertrautes.

Ein vertrauter Puls – ruhig, aber mächtig.

Rayleigh.

Mit einem sanften Stoß in der Luft verringert sie die Geschwindigkeit,

lässt sich sinken –

bis ihre Füße den Boden eines der großen Mangroven erreichen.

Menschen starren, einige schreien erschrocken,

doch Asera beachtet sie nicht.

Ihr Weg führt sie geradewegs zu einer alten Holztür mit verwittertem Schild:

Shakky’s Rip-Off Bar.

Sie tritt ein –

und drinnen ist es ruhig.

Ein paar Gäste, ein Seufzen. Rauch.

Und dann:

„Du bist spät.“

Rayleigh steht am Tresen, dreht sich nicht einmal um.

Shakky lehnt daneben, ihr Blick wie immer wach, ein feines Lächeln im Gesicht.

Asera schließt die Tür hinter sich.

„Ich habe euch vermisst.“

Rayleigh dreht sich langsam um – sein Blick wie ein offenes Buch.

Weisheit. Humor. Und ein Anflug von Stolz.

„Die Strohhüte sind nicht mehr hier“, sagt er ruhig.

Shakky ergänzt mit einem Zwinkern:

„Sind vor ein paar Tagen aufgebrochen. Richtung Fischmenscheninsel.

Du bist nur knapp zu spät – aber ich vermute, das war Absicht.“

Asera nickt kaum merklich.

„Ich wollte ihnen nicht im Weg stehen.“

Rayleigh lacht leise.

„Du warst nie ein Hindernis. Nur eine Erinnerung… daran, dass es noch andere gibt, die bereit sind,

alles zu geben.“

Shakky schiebt ein Glas Tee über den Tresen.

„Willkommen zurück, Asera.“

__

Szene – Ein Schluck und eine Richtung

Asera setzt sich an den Tresen.

Ihre Schultern sinken leicht, nach dem langen Flug.

Die Tasse Tee ist warm, würzig – mit einem Hauch von Ingwer und Zitrone.

Sie nimmt einen großen Schluck.

Rayleigh grinst und hebt sein Glas.

„Glückwunsch, Asera. Das höchste Startkopfgeld, das die Welt je gesehen hat.“

Er schüttelt leicht den Kopf.

„3,7 Milliarden… und das ganz ohne Crew oder Flagge.“

Asera stellt die Tasse ab, lässt den Blick kurz durchs Fenster schweifen.

„Ich wollte nichts von alldem. Ich wollte nur… jemanden beschützen.“

Rayleigh nickt verstehend.

„Und genau deshalb fürchtet man dich.“

Shakky lehnt sich mit verschränkten Armen gegen das Regal.

„Aber deshalb vertrauen dir auch die Richtigen.“

Asera wendet sich an Rayleigh.

„Habt ihr einen Log-Port für die Neue Welt? Ich muss zur Fischmenscheninsel. Gibt es ein Schiff, das

startklar ist?“

Rayleigh tippt sich an die Stirn, schmunzelt.

„Tatsächlich ja. Und es gehört einer Bande, die du bereits kennst.“

Er wirft einen Seitenblick auf Shakky, die leise lacht.

„Die Bonney-Piratenbande ist wieder hier. Sie suchen wohl jemanden.“

__

Szene – Abschied einer Kapitänin

Asera landet leise auf dem Deck des Bonney-Schiffes.

Die Möwen kreisen über den Masten, das Wasser um den Bug ist ruhig.

Doch es fehlt etwas – eine Präsenz, die sonst alles durchdrang.

Ein junger Pirat tritt vor, die Stirn gerunzelt, das Hemd zerknittert von einer unruhigen Nacht.

„Du bist Asera, richtig?“

Sie nickt.

Er atmet tief ein.

„Bonney… hat gestern das Schiff verlassen. Hat gesagt, die Bonney-Piraten gibt es ab sofort nicht

mehr.“

Ein kurzes Schweigen folgt.

Doch dann fragt er vorsichtig:

„Hast du noch die Vivre Card, die sie dir gegeben hat?“

Asera zieht ein kleines, weißes Stück Papier hervor – ruhig, unversehrt.

Die Crew atmet auf, fast kollektiv.

„Gut… sehr gut…“

Der junge Mann schließt die Augen.

„Solange die Karte nicht brennt oder sich auflöst, lebt sie. Und sie ist nicht in Gefahr.“

Asera blickt kurz auf die Karte in ihrer Hand, dann zurück zur Crew.

„Ich muss zur Fischmenscheninsel. Bringt ihr mich noch einmal dorthin?“

Der Pirat zögert keine Sekunde.

„Für Bonney? Und für dich? Natürlich.“

Er ruft nach unten ins Schiff.

„Anker lichten! Kurs auf die Tiefe! Die Letzte Fahrt für unsere Kapitänin!“

Die Crew formiert sich, nicht als Bande – sondern als Gefährten eines letzten Versprechens.

Und Asera steht an der Reling, mit der Karte in der Hand,
bereit für den Weg zurück ins Licht der Tiefe.

__

Szene – Rückkehr in die Tiefe

Die Sonne steht tief, als das Schiff der ehemaligen Bonney-Piraten langsam unter der Oberfläche

verschwindet.

Blasen steigen auf, das Wasser wird dunkler, kühler –

doch in Aseras Blick liegt Ruhe. Entschlossenheit.

Sie steht am Bug, die Arme verschränkt,

die Vivre Card sicher verwahrt.

Die Tiefe nimmt sie wieder auf.

Vorbei an gigantischen Felsformationen,

an leuchtenden Quallen, schimmernden Fischschwärmen –

und jenen Schatten, die selbst das Licht scheuen.

Doch keiner greift an.

Nicht einmal der Blick der Seekönige wagt es, Asera länger als einen Moment zu mustern.

Die Crew bleibt still,

nur das Meer spricht –

in Strömungen, Druckwellen, Erinnerungen.

Zwei Tage dauert die Fahrt erneut.

Und dann:

Licht.

Die gewaltigen Wurzeln der Sonnenbäume zeichnen goldene Schleier ins Wasser.

Korallen wachsen wie Paläste, Muscheln so groß wie Boote.

Und da – das Tor zur Fischmenscheninsel.

Die Crew lenkt das Schiff sicher zum Hafen.

Die Wachen erkennen Asera sofort – sie geben den Weg frei.

Kein Wort wird gewechselt. Kein Zögern.

Asera tritt wieder auf festen Boden.

__

Szene – Eine Rückkehr mit anderem Blick

Asera steht am Kai, das Wasser glitzert friedlich –

doch irgendetwas in der Luft hat sich verändert.

Ein kaum greifbares Flimmern,

eine Unruhe, die nicht vom Meer stammt.

Sie dreht sich zu den ehemaligen Bonney-Piraten,

die sich bereits um ihre Ausrüstung kümmern.

„Was werdet ihr jetzt tun?“, fragt sie ruhig.

Der Mann, der zuvor gesprochen hatte, schaut auf.

„Wir werden nicht bleiben. Wir bringen das Schiff in Ordnung und kehren zurück an die Oberfläche.

Vielleicht… vielleicht folgen wir ihr irgendwann. Aber vorerst…“

Er stockt.

„Sie war nicht mehr dieselbe, als sie ging.“

Asera nickt, ohne weiter nachzufragen.

Dann wendet sie sich ab, der Weg ist klar.

Zielsicher, beinahe instinktiv, steuert sie das Meerjungfrauenviertel an –

den Ort, an dem Licht in Muscheln tanzt und Stimmen wie Wasser perlen.

Doch je tiefer sie in die Straßen vordringt, desto deutlicher wird es:

Blicke, die zu schnell weggesehen werden.

Stimmen, die leiser sind als sonst.

Wachen, mehr als früher – und schwerer bewaffnet.

Der Platz vor dem Café ist leerer als beim letzten Mal.

Die Musik? Gedämpfter.

Das Lachen? Nur in halben Tönen.

Asera bleibt kurz stehen.

Ihr Blick wandert langsam über die Fassaden,

über die Glaswände, die wie stilles Wasser jede Bewegung spiegeln.

Etwas ist anders.

Nicht in den Gebäuden. Nicht im Licht.

In den Herzen derer, die hier leben.

Und während sie die Tür zum Café öffnet,

weiß sie:

Es ist nicht nur ein Besuch.

Es ist ein Rückweg –

in eine Welt, die sich gerade verändert.

__

Szene – Wiedersehen im Café

Die Muscheltür schwingt auf –

leise, kaum hörbar –

und doch verändert sich mit diesem Moment die Atmosphäre im gesamten Raum.

Sanftes Licht fällt auf Aseras Gestalt,

als sie das Café betritt.

Meerjungfrauen blicken kurz auf,

ein Raunen geht durch den Raum –

nicht aus Angst, sondern aus gespannter Erwartung.

Und dann –

„Asera!!“

Eine kleine, azurblaue Flosse schießt aus dem hinteren Bereich hervor.

Ein Mädchen, kaum zu bremsen, getragen von einer schimmernden Luftblase,

die sanft über den Boden gleitet.

Sanemi.

Sie wirft sich Asera mit ausgebreiteten Armen entgegen,

lacht hell,

ihre Augen leuchten wie vor zwei Jahren –

nur dass sie gewachsen ist.

Selbstbewusster.

Aber in diesem Moment:

ein Kind, das seine Heldin wiedergefunden hat.

Asera fängt sie mühelos auf,

drückt sie an sich,

spürt, wie der kleine Körper zittert – vor Freude.

„Ich hab dich vermisst…“

flüstert Sanemi leise.

Asera legt die Stirn sanft an ihre.

„Ich dich auch.“

Dann eine zweite Stimme –

weicher, reifer, ruhig:

„Das dachte ich mir.“

Mero tritt aus dem hinteren Bereich des Cafés,

ihre langen blauen Haare offen,

die hellblaue Flosse schimmert im Licht der bunten Quallenlampen.

Sie trägt das gleiche florale Bikinioberteil wie früher,

doch ihre Haltung ist wachsamer geworden.

Reifer.

Als ihre Blicke sich treffen,

senkt Mero leicht den Kopf –

ein Ausdruck tiefen Respekts und leiser Dankbarkeit.

„Du hast dein Wort gehalten.

Sanemi spricht noch immer jeden Tag von dir.“

Asera nickt.

„Und ich habe euch nie vergessen.“

Ein Moment des stillen Verstehens.

Dann ruft Sanemi plötzlich:

„Möchtest du meine neue Muscheltrommel hören?!“

Mero lächelt.

„Sie hat nie aufgehört zu üben, seit du weg bist.“

Asera setzt sich mit Sanemi auf dem Schoß auf eines der schwebenden Kissen.

Rundherum bewegt sich das Leben –

aber für diesen Moment zählt nur eins:

Sie ist wieder da.

Und das Meer hat sie zurückgebracht.

__

Szene – Die Wahrheit unter der Oberfläche

Asera lehnt sich leicht nach vorne,

die Ellbogen auf dem schwebenden Tisch,

die Stimme ruhig, aber bestimmt:

„Mero… willst du mir erzählen,

was hier passiert ist?“

Mero wird still.

Ein kurzer Blick zu Sanemi –

die noch immer aufgeregt plappert und mit einer Muscheltrommel in der Hand wedelt.

Sanft legt Mero eine Hand auf Sanemis Rücken.

„Sanemi, meine Liebe… kannst du kurz mit Ishley in die Küche gehen? Ich denke, sie hat die neuen

Sirupsorten da.“

„Wirklich?!“ – Sanemi ist sofort neugierig,

dreht sich um –

und Ishley schwebt bereits lächelnd heran.

Ishley, mit ihren zwei langen Zöpfen,

Sommersprossen unter den Augen,

und der auffälligen schwarz-weiß gestreiften Flosse,

wirkt wie der lebendig gewordene Gegenpol zu Meros ruhiger Art.

„Na komm, kleine Trommlerin. Du darfst mir helfen, sie zu testen.“

Sanemi kichert und folgt ihr vertrauensvoll –

die beiden verschwinden hinter dem Perlenvorhang zur Küche.

Dann wird es still.

Nur das leise Klirren von Gläsern und das Murmeln der Gäste bleibt zurück.

Mero atmet tief durch.

Setzt sich Asera gegenüber.

Ihre Augen werden härter, dunkler –

nicht aus Zorn, sondern aus Erinnerung.

„Sein Name war Hody Jones.“

Asera bleibt ruhig.

Mero fährt fort:

„Er hat die Wut vieler junger Fischmenschen genutzt. Ihre Angst. Ihren Hass.

Er sagte, dass alle Menschen Feinde sind –

dass es keinen Frieden geben kann.

Und er wollte mehr…

Er wollte den König stürzen.“

Ein kurzes Zögern. Dann:

„Und dann war da Van der Decken.

Er… war besessen.

Von Prinzessin Shirahoshi.

Er wollte sie… besitzen.

Und als sie ihn ablehnte,

drohte er, die ganze Insel zu zerstören.“

Aseras Blick verengt sich leicht.

Mero spricht leiser weiter,

die Worte wie aufgewühlt aus tiefem Wasser:

„Die beiden – Hody und Decken –

haben sich zusammengeschlossen.

Und hätten mit der Noah alles zerstört…

ein Schiff, so groß, dass es selbst den Palast in Schatten tauchte.“

„Sie wollten Shirahoshi damit töten.

Und alles, was wir sind, vernichten.“

Ein Moment Stille.

Dann sagt Mero – fast flüsternd:

„Doch einer stand auf – gegen alles.

Ein Mensch.“

„Der mit einem Strohhut.“

Aseras Augen weiten sich minimal.

„Ruffy.“

Mero nickt.

„Er hat das Schiff aufgehalten.

Er hat Hody gestoppt.

Er hat Shirahoshi das Leben gerettet.

Und… er hat allen gezeigt,

dass nicht alle Menschen Feinde sind.“

Sie schaut Asera nun fest an.

„Das war vor acht Tagen.“

Asera lehnt sich langsam zurück.

Die Worte sickern ein –

wie Druckwellen unter der Oberfläche.

Zwei Jahre war sie fort.

Und in ihrer Abwesenheit…

hat ein anderer das Licht getragen.

Ihr Blick wandert zur Küche.

Dann zu Mero.

Und sie sagt leise – aber mit tiefer Überzeugung:

„Dann ist es Zeit, dass ich ihn finde.“

__

Szene – Die Stimme, die zählt

Am Nebentisch war es still geworden.

Zu still.

Die Gäste dort – ein alter Aal-Mann und eine jüngere Frau mit glatter

türkisfarbener Flosse –

hatten jedes Wort mit angehaltenem Atem verfolgt.

Dann sagt die Frau, ohne aufzustehen, aber laut genug für alle:

„Eine Handvoll Menschen…“

Sie schaut zu Mero.

„Du hast es selbst erlebt.

Sie haben deine Tochter entführt.

Wie kannst du da noch vertrauen?“

Mero dreht sich langsam zu ihr um.

In ihren Augen glimmt Wut –

nicht schrill, nicht chaotisch.

Still. Und gefährlich.

Doch bevor sie auch nur ein Wort sagen kann,

öffnet sich der Vorhang zum Hinterzimmer.

Shirley.

Sie tritt mit erhobenem Kopf in den Raum.

Acht Meter Stolz und Stille.

Jede Bewegung fließt wie durch Wasser getragen.

Ihre Stimme ist klar.

Tief. Unverrückbar.

„Und Asera hier…

hat Sanemi zurückgebracht.“

Die Frau am Nebentisch verstummt.

„Sie hat sich einem Tenryubito entgegengestellt.“

„Sie hat gegen einen Admiral gekämpft.“

„Allein.“

Der Raum ist jetzt vollkommen still.

Shirleys Blick bleibt auf der Frau haften. Nicht böse. Aber eindeutig.

„Sie ist hier jederzeit willkommen.“

„Und wenn dir das nicht passt… bekommst du Hausverbot.“

Ein paar andere Gäste wenden sich langsam wieder ihrem Essen zu –

manche mit ehrfürchtigem Blick zu Asera,

manche mit einem Nicken an Shirley.

Die Frau am Nebentisch senkt den Blick,

murmelnd:

„…Verstanden.“

Shirley wendet sich ab, ganz ruhig,

und verschwindet wieder hinter dem Vorhang.

Mero atmet langsam aus.

Asera sagt kein Wort.

Aber der Blick, den sie Shirley hinterherschickt,

ist mehr als ein Dank.

Es ist Respekt.

__

Szene – Vertrauen wächst

Asera blickt zur Frau am Nebentisch –

nicht vorwurfsvoll, sondern nachdenklich.

Ihre Stimme ist ruhig, fast sanft:

„Ich kann es verstehen.“

„Wenn ich daran denke, was ich im Auktionshaus gesehen habe…“

Ein kurzer Blick ins Leere,

als würde das Bild vor ihr auftauchen.

„…Wie Kinder in Ketten liegen.

Wie Männer bieten.

Wie die Marine daneben steht und nichts tut.“

Ihre Stimme wird etwas härter.

Tiefer.

„Oder schlimmer – sie schützt noch diejenigen,

die sie verschleppen.“

Ein paar Gäste am Rand halten den Atem an.

Das Café wirkt plötzlich größer – leerer,

weil die Worte so viel Raum einnehmen.

Dann fügt Asera hinzu – leiser, aber deutlich:

„Ich bin kein Mensch.“

„Auch wenn ich so aussehe – ich bin keiner von ihnen.“

Der Aal-Mann am Nebentisch zieht die Brauen zusammen.

Die Frau, die eben noch gezweifelt hatte, wirkt verwirrt.

„Was meinst du… kein Mensch?“

Asera antwortet ruhig:

„Ich komme nicht von dieser Welt.“

„Ich gehöre zu einem Volk, das es in eurer Welt nicht gibt.“

Langsam greift sie an ihre Taille –

und löst den braunen, felligen Gürtel.

Ein kollektives Keuchen geht durch den Raum,

als sich der Gürtel bewegt –

ein muskulöser, lebendiger affenähnlicher Saiyajin-Schweif entrollt sich,

dunkelbraun, kraftvoll,

ein klares Zeichen:

Sie ist etwas anderes.

Ein Glas kippt um.

Ishley hält in der Küche den Atem an.

Mero sieht Asera an – nicht erschrocken, sondern überrascht.

Neugierig.

Asera blickt ruhig in die Runde:

„Aber ich urteile nicht nach Herkunft.“

„Denn… die Strohhüte haben euch gezeigt,

dass nicht alle Menschen gleich sind.“

„Ich habe sie selbst nie getroffen…“

Ein leises Bedauern liegt in ihrer Stimme.

„…aber ich bin mir sicher,

dass sie nichts verlangt haben. Oder?“

Die Tür zum Café öffnet sich langsam.

Ein großer Schatten fällt durch den Eingang.

Prinz Fukaboshi.

Sein Oberkörper ist in frische Verbände gewickelt,

eine Narbe zieht sich über das Schlüsselbein,

doch er tritt mit fester Stimme und ruhigem Blick vor.

„Nein.“, sagt er.

„Sie wollten keine Belohnung.“

„Ruffy hat uns beschützt, weil es richtig war –

nicht, weil er etwas davon hatte.“

Er blickt zu Asera –

und neigt leicht den Kopf.

Nicht nur aus Respekt.

Auch aus Dankbarkeit.

„Ich freue mich, dass du wieder hier bist.“

__

Szene – Kein Gürtel

Die Tür zur Küche schwingt leise auf.

Sanemi tritt hinaus –

ein kleiner, bunter Sirupfleck ziert ihre Wange.

Doch dann bleibt sie stehen.

Ihr Blick fällt auf Asera.

Mehr noch –

auf das, was sich gerade um ihre Hüfte windet.

Nicht ein Gürtel.

Nicht ein Stück Stoff.

Sondern ein lebendiger, kräftiger affenähnlicher Schweif.

Sanemis Augen werden groß.

Riesengroß.

Die Muscheltrommel kippt ihr beinahe aus der Hand.

„Das… war kein Gürtel?“, flüstert sie –

mehr zu sich selbst als zu jemand anderen.

Asera dreht den Kopf.

Sie sieht das Staunen in Sanemis Augen –

aber kein Schrecken.

Nur echtes, kindliches Erstaunen.

Sanemi tritt langsam näher.

Ihre Stimme ist leise, fast ehrfürchtig:

„Du bist wirklich… ganz anders…“

Asera geht vor ihr in die Hocke,

damit sie auf gleicher Höhe ist.

Der Saiyajin-Schweif bewegt sich langsam, ruhig –

und bleibt dann ruhig, wie ein schützender Halbkreis um sie beide.

„Ja.“, sagt Asera.

„Ich bin anders.“

Sanemi blinzelt.

Dann legt sie zögerlich eine kleine Hand auf den Saiyajin-Schweif –

spürt, dass er warm ist. Stark. Echt.

Ein Lächeln stiehlt sich auf ihr Gesicht.

„Aber du bist immer noch meine Asera, oder?“

Asera nickt.

„Immer.“

Sanemi nickt fest –

dann umarmt sie sie einfach.

So fest, wie sie kann.

Die Gäste im Café sehen still zu.

Selbst die Frau vom Nebentisch hat den Blick gesenkt.

Und irgendwo im Raum

löst sich langsam etwas –

eine Angst, ein Zweifel.

Und macht Platz

für Vertrauen.

__

Szene – Aufbruch zur Reverie

Der Abend senkt sich über die Fischmenscheninsel.

Die Sonnenwurzeln glühen mild,

und am Hafen tanzen Lichtpunkte über die Kuppel.

Asera steht ruhig am Rand des Stegs.

Ihr Blick ist auf das große Schiff gerichtet,

das vorbereitet wird –

breit gebaut, majestätisch, geschmückt mit Symbolen der königlichen Familie.

König Neptun steht in der Mitte des Trubels,

seine gewaltige Gestalt ragt über die Decksarbeiter hinaus.

Er erteilt letzte Anweisungen,

spricht mit Offizieren, prüft Details –

doch seine Augen sind freundlich, als er Asera bemerkt.

Sie geht auf ihn zu.

„Ihr wollt zur Reverie. An die Oberfläche.“

Neptun nickt.

„Die Welt hat sich verändert. Wir dürfen nicht länger schweigen.“

Asera sieht ihm direkt in die Augen.

„Könnt ihr mich mitnehmen? Ich muss wieder – nach oben.“

Einen Moment lang sagt Neptun nichts.

Dann legt er eine große Hand auf ihre Schulter –

sanft, aber schwer wie das Meer selbst.

„Für jemanden wie dich… ist auf unserem Schiff immer Platz.“

Ein Rufen ertönt vom Heck –

Eure Majestät, die Prinzessin ist bereit!

Asera folgt Neptuns Blick –

und da schwebt sie aus der Kabine:

Shirahoshi.

Groß. Wunderschön.

Ihre pinkfarbenen Haare leuchten selbst im dämmrigen Licht,

und ihre riesige Flosse schimmert wie ein Korallenfächer.

Doch es ist ihre Miene, die Asera innehalten lässt –

zart, etwas unsicher,

und zugleich erfüllt von Neugier.

Shirahoshi sieht Asera.

Ihre Augen weiten sich.

„Du bist… du bist es! Die von der Papa erzählt hat… die Sanemi gerettet hat!“

Asera neigt leicht den Kopf.

„Und du bist Shirahoshi. Diejenige, für die Ruffy alles riskiert hat.“

Shirahoshi lächelt zaghaft,

doch ihr Blick ist offen, klar.

„Ich bin froh, dich kennenzulernen.“

Asera nickt.

„Ich auch.“

Im Hintergrund ruft ein Offizier:

„Bereit zum Aufstieg! Die Blase für unseren Gast ist vorbereitet!“

Das königliche Schiff hebt sich langsam –

bereit, die weite Reise zur Oberfläche anzutreten.

Und mit an Bord:

Asera.

Auf dem Weg

in die Neue Welt.

__

Szene – Reise zur Oberfläche

Das Königsschiff steigt empor

Die große Luftblase um das Schiff dehnt sich sanft aus,

gleitet durch das tiefe Blau des Meeres wie ein schimmernder Kokon.

Das Licht der Sonnenwurzeln verblasst langsam,

während darüber das dunkle Wasser dichter und geheimnisvoller wird.

Im Inneren des Schiffs herrscht eine beinahe feierliche Ruhe.

Nur das sanfte Grollen der Strömung,

das gelegentliche Knarren des Holzes –

und gedämpfte Schritte über das Deck.

Asera steht an der Reling,

den Blick nach oben gerichtet,

wo in weiter Ferne die Wasseroberfläche silbrig leuchtet.

Eine sanfte Stimme durchbricht das Schweigen:

„Hast du keine Angst?“

Asera dreht sich leicht –

Shirahoshi steht ein paar Schritte hinter ihr.

Ihre gewaltige Gestalt ist elegant, fast schüchtern in ihrer Präsenz,

doch ihre Augen sind offen und aufrichtig.

Asera schüttelt langsam den Kopf.

„Ich habe Dinge gesehen, die tiefer waren als dieses Meer.“

„Und Wesen, die dunkler waren als jede Tiefe.“

Ein kurzer Blick zurück zum Wasser.

„Aber ich habe auch das Gegenteil gesehen.“

Shirahoshi kommt näher, ihre Flosse gleitet mühelos über den Boden.

„Du… hast jemanden gerettet, den du gar nicht kanntest.“

Asera sieht sie an.

„Sanemi brauchte Hilfe.“

„Und ich würde es immer wieder tun.“

Shirahoshis Augen werden weich.

Sie schaut hinaus in die Dunkelheit,

als würde sie selbst Erinnerungen nachspüren.

„Früher… hatte ich solche Angst. Vor allem. Ich habe mich versteckt.“

„Ruffy hat mir gezeigt, dass man auch Angst haben darf – und trotzdem etwas tun kann.“

Ein kurzer Moment der Stille zwischen ihnen.

Dann fragt Shirahoshi leise:

„Glaubst du… wir haben eine Chance da oben? In dieser Welt?“

Asera überlegt nur kurz.

Dann nickt sie fest.

„Solange ihr den Mut habt, ihr selbst zu bleiben – ja.“

Shirahoshi lächelt zaghaft.

„Ich bin froh, dass du mitkommst.“

Asera erwidert das Lächeln – kaum sichtbar, aber ehrlich.

Und während das Schiff sich weiter nach oben bewegt,

durch das tiefe Wasser hin zur Welt des Lichts,

stehen dort zwei,

die unterschiedlicher nicht sein könnten –

und sich doch verstehen.

__

Szene – Ankunft an der Oberfläche

Die Wasseroberfläche durchbricht mit einem glitzernden Riss –

ein stiller, doch bedeutungsvoller Übergang.

Die gewaltige Blase zerfällt sanft in der Luft,

und das königliche Schiff liegt nun auf offener See.

Der Himmel ist klar, der Wind frisch –

eine neue Welt breitet sich aus.

Am Bug steht Asera,

die Haare vom Wind bewegt,

ihr Blick ruhig und entschlossen.

Neben ihr Shirahoshi,

das letzte Mal.

Die Meerjungfrauenprinzessin schaut empor –

zum Himmel, zum Licht,

zu einer Zukunft, die sie kaum fassen kann.

„Wirst du uns verlassen?“, fragt sie leise.

Asera nickt nur.

Sie zieht aus ihrer Tasche den Log-Port,

den sie von Shakky erhalten hat.

Drei Nadeln zeigen in verschiedene Richtungen –

drei Wege in die Neue Welt.

„Ich weiß nicht, was mich erwartet“, sagt Asera.

„Aber ich werde es herausfinden.“

Shirahoshi senkt den Blick,

eine Träne schimmert in ihren Wimpern.

„Ich hoffe… du findest, was du suchst.“

Asera schwebt zu ihr hoch, legt eine Hand auf ihre Schulter.

Nicht als Abschied – sondern als Versprechen.

„Du wirst die sein, die diese Welt verändert – nicht ich.“

Ein letzter Blick.

Dann geht Asera zum Rand des Schiffs,

beugt sich leicht –

und steigt in die Lüfte.

Ein Knall,

ein Lichtschweif in der Morgensonne

und sie ist fort.

Shirahoshi sieht ihr lange nach.

Dann flüstert sie – fast unhörbar:

„Lebe wohl… Asera.“

__

Szene – Eine Begegnung über den Wolken

Asera folgt der ersten Nadel.

Der Wind streicht durch ihr Haar,

unter ihr gleitet das Meer dahin – endlos und offen.

Dann, ein Schiff.

Ein mächtiger Rumpf, mit schwarzen Segeln und einer Drachen Galionsfigur.

Die Crew an Deck schaut auf –

und beginnt zu winken,

zuerst zögerlich, dann begeistert.

Asera verlangsamt.

Schwebt herab –

und landet sanft am Rand des Hauptdecks.

Kurz darauf öffnet sich eine Tür.

Drei Gestalten treten ins Licht.

Vorneweg:

Ein Mann mit schulterlangem, schwarzen Haar,

ein schwerer Mantel auf den Schultern,

der Blick ernst –

Dragon.

Neben ihm:

Ein junger, blonder Mann mit Zylinder –

lebendig, aufmerksam. Sabo.

Und schließlich:

Eine große Gestalt mit dramatischem Make-Up und riesigem Kopf,

die Arme zur Seite gestreckt – Ivankov.

Dragon tritt vor, seine Stimme ruhig:

„Asera. Das letzte Mal haben wir uns in Loguetown gesehen.“

Asera sagt nichts –

nur ein leichtes Nicken.

Dragon beobachtet sie still.

Dann:

„Ich hätte nicht gedacht, dass du… so gefährlich bist.“

Er hält kurz inne.

„3,7 Milliarden. Und das ganz allein.“

Sabo tritt neugierig näher,

doch sagt nichts.

Dragon fährt fort:

„Ich will es offen sagen:

Die Welt gerät ins Wanken.

Und jemand wie du… könnte alles verändern.“

„Schließ dich uns an. Die Revolution braucht jemanden wie dich.“

Asera blickt ihm direkt in die Augen.

Ihre Antwort ist leise, aber unmissverständlich:

„Ich bin nicht hier, um eure Kriege zu führen.“

„Ich habe meinen eigenen Weg.“

Dragon sieht sie einen Moment lang schweigend an –

dann nickt er langsam.

Ivankov hebt die Brauen:

„Uuuuh~ was für ein Abschied~! Drama, Baby!“

Sabo lächelt nur leicht.

Asera tritt zurück, hebt sich sanft in die Luft.

Ein letzter Blick auf die drei Gestalten unter ihr.

Dann zieht sie hoch –

der Himmel öffnet sich vor ihr,

die erste Nadel zeigt weiter gen Osten.

Und sie fliegt weiter –

in die Neue Welt.

__

Szene – Die verlassene Insel

Der Wind pfeift leise über das offene Meer.

Unter Asera breitet sich ein unheilvoller Anblick aus:

Eine Insel, halb von Eis bedeckt, halb in Flammen.

Riesige Frostflächen ziehen sich über die westliche Küste,

Bäume stehen wie eingefrorene Statuen.

Im Osten schlagen Flammen aus zerfallenden Gebäuden,

Rauch steigt in zerrissenen Säulen auf.

Asera sinkt langsam herab – aber nicht zu Boden.

Sie schwebt einige Meter über der Oberfläche,

die Augen aufmerksam, die Aura ruhig, aber wachsam.

Kein Laut.

Keine Bewegung.

Kein Leben.

Nur Asche, Schnee – und Ruinen.

Sie blickt auf den Log-Port.

Eine der Nadeln beginnt sich leicht zu drehen,

zeigt bereits auf die nächste Insel.

Asera bleibt einen Moment in der Luft,

dann spricht sie leise – zu niemandem außer sich selbst:

„Was auch hier geschah… ist vorbei.“

Ein tiefer Atemzug.

Sie steigt wieder auf, das Licht ihrer Aura hebt sie empor wie eine zweite Sonne,

während unter ihr nur noch ein stummer, geteilte Ort zurückbleibt:

Verbrannt auf der einen Seite.

Erstarrt auf der anderen.

Und mittendrin: Nichts mehr.

__

Szene – Zou

Asera fliegt dem Horizont entlang, den Log-Port in der Hand, 

den Blick ruhig über das glitzernde Meer gerichtet.

Plötzlich bleibt sie stehen.

Weit unter ihr – eine Erschütterung.

Wellen weichen zurück, als sich ein gewaltiger Schatten durch das Meer schiebt.

Dann erkennt sie es:

Ein Elefant.

Ein gigantisches, uraltes Wesen, das durch den Ozean schreitet –

mit einer Insel auf dem Rücken.

Ein stummes Staunen liegt auf Aseras Gesicht.

Sie sinkt langsam herab, lässt sich vom Wind tragen,

bis ihre Füße das bewachsene Plateau der Rückeninsel berühren.

Der Boden lebt.

Bäume, Dörfer, Felsen – alles bewegt sich leicht im Rhythmus der langsamen Schritte dieses Wesens.

Kaum gelandet, wird Asera bemerkt.

Mehrere Gestalten nähern sich –

aufrecht gehende Tiere, bewaffnet mit Speeren, Schwertern, Schilden.

Katzen, Hunde, Vögel, Wölfe.

Fell, Federn, scharfe Augen – misstrauisch, aber diszipliniert.

Sie umringen sie, lassen ihr aber Raum.

Dann tritt jemand durch die Menge.

Ein Hasenmädchen mit langem, weißem Fell,

einem roten Umhang, aufrechter Haltung und wachem Blick.

Ihre Haare flattert leicht im Wind,

und ihre Stimme ist klar, aber vorsichtig:

„Ich bin Carrot. Anführerin dieser Insel. Wer bist du – und was willst du hier?“

Asera bleibt ruhig, lässt ihre Aura gedämpft,

zeigt keine Bedrohung, aber auch keine Unsicherheit.

Sie antwortet mit fester Stimme:

„Mein Name ist Asera. Ich folge nur einer Richtung –

aber ich hatte nicht erwartet, auf einen wandelnden Elefanten zu treffen.“

Carrots Augen verengen sich leicht.

Doch dann lächelt sie.

„Dann willkommen auf Zou. Und sei vorsichtig…

Zunesha spürt alles, was wir tun.“

Ein Grollen aus der Tiefe bestätigt ihre Worte.

Asera blickt kurz nach unten –

und nickt.

__

Szene – Garchu

Asera bleibt wie immer zurückhaltend.

Ihre Haltung ist aufrecht, ihre Bewegungen ruhig –

doch ihre Stimme, wenn sie spricht, ist freundlich. Offen.

Keine Prahlerei, keine Forderung.

Die Mink merken es sofort.

Ihre feinen Sinne, geschult auf Emotionen und Haltung, erkennen:

Diese Fremde ist anders.

Stark, ja – aber nicht gefährlich.

Nicht für sie.

Nach einer Weile lockert sich die Atmosphäre.

Einige der Jüngeren nähern sich neugierig.

Und bald findet sich Asera auf einer Wiese wieder,

wo sie mit einem kleinen Wolfsmädchen spielt, das ihr kaum bis zur Hüfte reicht.

Sie wirft ihr einen Ball aus geflochtenen Blättern zu –

das Mädchen fängt ihn mit flinken Pfoten, kichert, rollt sich ab und springt zurück.

Aseras Blick wird weicher.

Sie lässt sich sogar auf ein Knie nieder,

während das Wolfsmädchen um sie herumspringt.

Und dann –

ein Satz nach vorn.

Das Fellwesen springt Asera direkt an,

landet mit beiden Pfoten auf ihren Schultern,

drückt sich an ihre Wange und reibt ihre flauschigen Backen an ihre Haut.

Ein warmer, zärtlicher Kontakt.

Mit leuchtenden Augen ruft sie:

Garchu!!

Asera blinzelt.

Verwirrung. Dann ein leichtes Lächeln.

„Garchu?“

Ein älterer Mink, der danebensteht, lacht leise.

„Das ist unsere Art zu sagen, dass wir dich mögen.“

Asera legt ihre Hand sacht auf den Rücken des kleinen Mädchens,

lässt sie aber machen.

Für einen Moment ist sie still –

aber wer genau hinsieht, erkennt:

Sie genießt es.

Und sie beginnt zu verstehen:

Zuneigung kann wortlos sein. Oder eben – ein Garchu.

__

Szene – Geschichten

Der Abend senkt sich über Zou,

die Nebelschwaden kräuseln sich zwischen den Bäumen,

während das Lagerfeuer in der Mitte des Platzes leise knistert.

Asera sitzt am Rand,

der Rücken an einen großen Baum gelehnt,

die Augen halb geschlossen,

doch ihre Ohren offen.

Carrot sitzt neben ihr –

mit leuchtenden Augen und lebhaften Gesten erzählt sie:

„…und dann sind wir auf Whole Cake Island gelandet!

Da war alles aus Kuchen und Sahne – echt!

Aber Big Mom war eine wandelnde Katastrophe…“

Asera hört ruhig zu,

nickt hin und wieder.

Doch ihre Miene zeigt echtes Interesse.

„Die Strohhüte…“, fragt sie irgendwann,

„sind sie wirklich so… furchtlos?“

Carrot grinst.

„Furchtlos? Nein. Aber sie glauben aneinander.

Und wenn sie einmal etwas versprochen haben,

dann halten sie es auch.“

Ein Moment der Stille.

Dann beugt sich Carrot plötzlich vor,

schmiegt sich mit einem breiten Lächeln an Aseras Wange

und reibt ihre flauschigen Bäckchen liebevoll gegen sie.

Garchu!“, ruft sie fröhlich.

Asera blinzelt überrascht –

doch diesmal legt sie nicht nur die Hand auf Carrots Schulter.

Sie schließt auch für einen Moment die Augen

und lässt dieses weiche Gefühl ganz bewusst zu.

Ein Hauch Wärme zieht über ihr Gesicht.

„Garchu…“, wiederholt sie leise.

In ihrer Stimme liegt etwas Leichtes.

Fast verspielt.

Carrot kichert.

„Siehst du? Das kann man nicht erklären – das muss man fühlen!“

Asera nickt.

„Ich glaube… ich beginne, es zu verstehen.“

__

Szene – Abschied von Zou

Der Morgen dämmert über der riesigen Rückenlandschaft Zous.

Die Sonne färbt das Fell des Elefanten in warmes Gold,

während Nebelschwaden zwischen den Bäumen tanzen.

Inmitten des kleinen Dorfplatzes stehen die Minks versammelt.

Asera, bereit zum Aufbruch,

steht ruhig vor ihnen –

die Haare im Wind, der Blick offen.

Carrot tritt zu ihr, die Ohren aufgerichtet,

ihre Stimme fröhlich wie immer:

„Wenn du meine Freunde auch treffen willst…

dann musst du nach Wano Kuni.

Dort sind sie hingereist.“

Sie deutet nach Osten,

hoch zum Himmel, wo sich Wolken wie Wege formen.

Asera nickt langsam.

„Dann werde ich dorthin gehen.“

Noch ehe sie sich abwenden kann,

kommt das kleine Wolfsmädchen von gestern angerannt –

springt Asera in die Arme

und reibt sich schnurrend mit den flauschigen Wangen an sie:

Garchu!

Asera lacht leise.

Doch sie bleibt nicht lange allein.

Einer nach dem anderen treten die Minks vor:

ein Bär, ein Fuchs, ein Otter, sogar ein alter Dachs mit gebrochenem Zahn –

sie alle drücken sich kurz an sie,

reiben die weichen Backen an ihre Wangen

und murmeln ihr ganz eigenes, leises „Garchu“.

Asera schließt für einen Moment die Augen –

sie genießt es.

Carrot sieht sie schmunzelnd an.

„Du gehörst jetzt ein bisschen zu uns, weißt du das?“

Asera blickt sie an, lächelt zaghaft –

und nickt.

„Ja… vielleicht tu ich das.“

Dann steigt sie in die Luft,

ein letzter Blick zurück,

ein sanftes Winken.

Und mit einem goldenen Schimmer am Horizont

beginnt ihre Reise nach Wano.

__

Szene – Der rote Shanks

Der Wind peitscht über das offene Meer,

Wellen glitzern im Morgenlicht.

Asera fliegt ruhig über das Wasser –

bis ihr Blick an etwas hängen bleibt.

Ein Schiff.

Massiv, wuchtig, mit schweren Segeln.

Am Mast flattert eine Totenkopfflagge –

doch mit einem Detail, das Asera nicht kennt:

Ein roter doppelter Streifen zieht sich durch eines der Augen.

Sie verlangsamt den Flug,

schwebt tiefer –

bis sie sanft auf dem Deck landet.

Sofort verstummt das Treiben an Bord.

Mehrere Männer – kräftig, kampferprobt –

blicken auf.

Einige greifen instinktiv zu den Waffen.

Andere weichen einen Schritt zurück.

Asera bleibt ruhig, die Hände offen,

keine Drohung – nur Präsenz.

„Ich wollte nur kurz fragen…

welcher Kurs führt nach Wano Kuni?“

Bevor jemand antworten kann,

verändert sich die Atmosphäre.

Ein Druck legt sich auf das Schiff –

unsichtbar, aber unübersehbar.

Wie der Hauch eines Donners.

Haki.

Asera hebt den Blick.

Sie hat es schon gespürt,

lange bevor er sichtbar war.

Und dann tritt er an Deck.

Shanks.

Rote Haare.

Ein Mantel, der im Wind flattert.

Ein Blick, der selbst das Meer innehalten lässt.

Die Crew atmet hörbar aus –

nicht vor Erleichterung, sondern aus Respekt.

Shanks bleibt stehen.

Schaut sie an. Lange. Ruhig.

Aseras Haltung ändert sich nicht.

Keine Furcht. Nur wachsam.

„Du bist weit gekommen“, sagt er schließlich.

Seine Stimme ruhig, tief –

mit etwas Neugier darin.

„Und du bist…?“ fragt Asera ebenso ruhig.

Shanks lächelt.

„Nur ein Pirat mit zu viel Geschichte.“

Dann fügt er hinzu:

„Wano liegt nordöstlich. Folge dem Sturm – aber geh nicht mitten hindurch.“

Asera nickt.

„Danke.“

Shanks schaut sie eindringlich an.

„Du hast keine Angst vor mir.“

Asera blickt ihm offen entgegen.

„Ich frage mich eher, wer du bist…

wenn dein Haki so deutlich spricht.“

Ein kurzes, amüsiertes Aufblitzen in Shanks’ Augen.

Dann hebt sie sich wieder in die Lüfte –

leicht, kontrolliert,

ein letzter Blick auf das rätselhafte Schiff mit der roten Narbe in der Flagge.

Und Asera verschwindet Richtung Wano.

__

Szene – Das Land aus Geschichten

Asera landet sanft auf festem Boden.

Der Wind trägt Kirschblütenreste über das Gelände,

und vor ihr erhebt sich ein imposanter Palast –

verziert mit gold-blauen Dächern,

eingebettet in die schroffe Landschaft von Wano.

Sie erkennt die Silhouette.

Das Bauwerk, das Carrot beschrieben hatte –

so klar, dass es sich anfühlt,

als wäre sie schon einmal hier gewesen.

Vor dem Palast versammeln sich Wachen.

Doch sie greifen nicht an.

Sie halten inne,

spüren, dass diese Frau… kein gewöhnlicher Eindringling ist.

Die Menge teilt sich.

Ein Mann tritt hervor –

groß, schlank, mit würdevoller Haltung.

Seine Haare sind lang,

glänzend wie schwarzer Stahl.

Sein Kimono trägt das Wappen der Kozuki.

Doch seine Augen –

so ruhig sie auch wirken –

verraten das Gewicht der Erinnerung.

Asera mustert ihn kurz.

Sein Gesicht ist erwachsener als in Carrots Geschichte.

Aber etwas daran… passt.

Die Art, wie er geht.

Wie er blickt.

Sie fragt – leise, direkt:

„Bist du… Momo?“

Ein kurzes Zucken in seinem Blick.

Überrascht. Nicht erschrocken.

Dann nickt der Mann langsam.

„Kozuki Momonosuke“, sagt er mit fester Stimme.

„Shogun von Wano.“

Asera lächelt kaum sichtbar.

„Carrot hat mir von dir erzählt.“

Ihre Stimme ist ruhig.

„Ich wollte wissen, ob sie übertrieben hat.“

Momonosuke lächelt nun auch –

ein wenig verlegen.

„Ich hoffe… nicht zu sehr.“

Asera sieht sich um.

„Und die Strohhüte?“

Ein Hauch von Bedauern gleitet über sein Gesicht.

„Sie sind schon weitergezogen. Doch sie hinterließen Spuren… in uns allen.“

Ein Moment Stille.

Dann öffnet sich die Tür zum Palast.

„Wenn du willst… darfst du bleiben, solange du möchtest.“

„Wano steht dir offen.“

Asera nickt dankbar.

__

Szene – Yamato

Ein Windstoß.

Ein Schatten fällt über den Eingang des Palastes,

und im nächsten Moment landet eine Gestalt mit einem kraftvollen Klong auf dem Steinboden –

Staub wirbelt auf,

ein Umhang flattert aus.

Die Wachen zucken zusammen.

Momonosuke aber bleibt ruhig.

Asera hebt den Blick.

Vor ihr steht ein hochgewachsener Krieger,

weiß-blaues Haar, Hörner auf dem Kopf,

eine Keule am Rücken,

die Haltung selbstbewusst und voller Energie.

Ein breites Grinsen zeichnet sich auf dem Gesicht ab –

verspielt, aber durchdrungen von tiefer Entschlossenheit.

„Also du bist Asera…“

Die Stimme ist kräftig, eindeutig weiblich –

doch der Ton trägt Stolz. Und ein Hauch Trotz.

„Ich bin Yamato!“ – sie klopft sich auf die Brust –

„Der Sohn von Kaido!“

Asera mustert sie ruhig.

„Du… hast also beobachtet?“

Yamato nickt begeistert.

„Ich hab alles gehört – von Carrot, von Momo, von den Strohhüten.“

Dann ein fast kindliches Funkeln in den Augen:

„Und du bist wirklich die, die ein Admiral aufgehalten hat… 

und sich allein durch die Neue Welt schlägt?“

Asera sagt nichts. Sie braucht es nicht.

Ihr Blick genügt.

Yamato kommt näher, bleibt stehen, das Grinsen wird weicher.

„Ich wollte dich sehen. Weil ich… selbst noch suche, wohin ich gehöre.“

Sie schaut kurz zu Momonosuke, dann wieder zu Asera.

„Vielleicht kannst du mir helfen, es besser zu verstehen.“

Asera hebt eine Braue.

„Was denn?“

Yamato senkt leicht den Kopf, fast feierlich.

„Was es bedeutet, frei zu sein.“

Momonosuke lächelt still.

__

Szene – Tee unter Kirschblüten

Im inneren Garten des Palastes weht ein milder Wind.

Kirschblüten tanzen durch die Luft,

fallen langsam auf die steinernen Wege zwischen den Gebäuden.

Ein runder Holztisch steht unter einem Pavillon.

Dampf steigt aus Porzellanschalen auf,

die Teekanne ist kunstvoll verziert –

ein Symbol des Friedens nach langer Schlacht.

Asera sitzt ruhig, aufrecht,

die Hände auf den Oberschenkeln,

der Blick wachsam, aber nicht feindlich.

Gegenüber von ihr: Momonosuke.

Ein junger Mann im Körper eines Erwachsenen,

doch in seinen Augen blitzt immer noch der Junge,

der einst auf Zou geweint hatte.

Er schenkt den Tee ein – vorsichtig, beinahe ehrfürchtig.

„Du bist sehr stark“, beginnt Momo.

„Und du hast Yamato beeindruckt. Das passiert… nicht oft.“

Asera nimmt die Tasse.

„Ich danke dir für die Einladung.“

Ein kurzer Moment des Schweigens.

Dann fragt Momo direkt:

„Wer bist du? Und woher kommst du?“

Asera überlegt.

Ein paar Herzschläge lang sagt sie nichts.

Dann, ruhig:

„Mein Name ist Asera. Ich bin… nicht von hier.“

Sie legt die Tasse ab.

„Ich wurde geschickt. In diese Welt. Aber ich weiß noch nicht, warum.“

Ein kurzer Blick zum Himmel.

Dann sieht sie Momo wieder direkt an.

„Ich weiß nur, dass ich nicht gehen kann, bis es erfüllt ist.“

In diesem Moment treten weitere Gestalten in den Garten.

Kin’emon, Kawamatsu, Denjiro

sie nicken Asera respektvoll zu.

Und zwischen ihnen –

zwei vertraute Gesichter aus Carrots Erzählung:

Nekomamushi und Inuarashi.

Der ein breit gebauter Katzen-Mink, mit donnerndem Lachen.

Der andere ein würdevoller Hunde-Mink, mit ruhiger Stimme.

Asera erhebt sich kurz und verneigt sich leicht.

„Ihr seid die Wächter von Zou. Freunde der Strohhüte.“

Die beiden halten kurz inne.

„Haben wir uns schon mal getroffen?“, fragt Inuarashi.

Asera schüttelt den Kopf.

„Nein. Aber Carrot hat von euch gesprochen.“

Nekomamushi kratzt sich am Kinn.

„Carrot, huh? Die Kleine hat uns vermisst, was?“

Asera setzt sich wieder, dann fragt sie:

„Wisst ihr, wo die Strohhüte sind? Ich würde sie gerne treffen.“

Momo überlegt.

„Sie sind vor nicht allzu langer Zeit von Wano aufgebrochen. Richtung… Elban, glauben wir. Oder

irgendwo dorthin.“

Asera blickt in ihre Teetasse, dann in die Gesichter um sie herum.

„Vielleicht liegt dort meine Antwort.“

Die Samurai sagen nichts.

Aber sie spüren es auch:

Diese Frau war nicht zufällig hier.

Und sie ist gekommen, um etwas zu vollenden,

das noch nicht begonnen hat.

__

Szene – Jahre im Sprung

Die Kirschblüten treiben noch immer durch die Luft,

doch das Gespräch hat sich verdichtet.

Asera sitzt nun wieder etwas aufrechter,

die Arme locker auf dem Tisch,

der Blick fest auf Momonosuke gerichtet.

„Du wirkst… jünger, als dein Körper es zeigt“, sagt sie ruhig.

„Und… etwas seltsames liegt in deiner Aura.“

Momonosuke atmet kurz durch.

Sein Blick senkt sich.

„Das liegt daran… dass ich nicht so alt bin, wie ich aussehe.“

Asera schweigt – sie drängt nicht.

Nur ein leichtes Nicken, dass er fortfahren soll.

Momo spricht leise, aber klar:

„Ich wurde im Jahr 1497 geboren. Als ich acht Jahre alt war…

wurde meine Familie von unserem Feind überfallen.“

Seine Stimme zittert kaum merklich.

„In jener Nacht… hat meine Mutter mich weggeschickt.

Zwanzig Jahre in die Zukunft.“

Ein flüchtiger Blick zu den Kirschblüten,

als würde er in ihnen das alte Wano erkennen.

„Ich kam in einer Welt an, die nicht mehr meine war.

Meine Heimat… zerstört und unterjocht.

Viele meiner Freunde… gealtert.

Meine Mutter… im Feuer umgekommen. Noch in derselben Nacht.“

Asera runzelt leicht die Stirn.

Ihre Stimme ist leise, aber eindringlich:

„Und dein Körper? Wie kam es zu diesem Wandel?“

Momo nickt langsam.

„Während der Schlacht gegen Kaido…

gab es einen Moment, in dem ich es wusste.

Ich musste die Verantwortung tragen.

Doch als Kind konnte ich es nicht.“

Er ballt eine Faust.

„Da hat jemand mit einer Teufelskraft…

meinen Körper altern lassen.

Nicht meine Seele, nicht mein Geist – nur das Fleisch.“

Asera schweigt kurz.

Dann sagt sie:

„Du hast deine Kindheit verloren. Aber deine Würde behalten.“

Ein stiller Moment breitet sich aus.

__

Szene – Herausforderung bei Nacht

Der Mond steht hell über Wano,

die Dächer glänzen silbern im stillen Wind.

Asera steht noch immer unter dem Pavillon,

als Schritte sich nähern –

fest, zielgerichtet.

Yamato tritt aus dem Schatten.

Die Haare wie eine weiße Mähne im Mondlicht,

der Blick klar und voller Neugier.

„Asera…“

Sie dreht sich leicht zu ihm um.

Yamato bleibt stehen – keine Aggression,

nur ein aufrichtiges Funkeln in den Augen.

„Ich habe dich beobachtet. Deine Haltung. Deine Aura. Deine Kraft.“

Ein kurzes Zögern, dann:

„Lass uns kämpfen. Ich will wissen, wie weit ich gekommen bin.“

Asera sieht ihn ruhig an.

„Du kämpfst nicht, um zu gewinnen.“

Yamato lächelt.

„Ich kämpfe, um zu wachsen.“

Ein Moment Stille.

Dann nickt Asera.

„Morgen. Früh. Aber nicht hier.“

__

Szene – Der Erlass des Shogun

Am nächsten Morgen.

Frühe Sonne über den Bergen von Wano.

Momonosuke steht am steinernen Tor vor dem Palast,

neben ihm Kin’emon und einige Wachen.

Asera und Yamato stehen vor ihm,

bereit, jedoch entspannt.

Momo sieht sie beide an.

„Solange ihr weit genug von der Stadt entfernt seid…

will ich euch nicht aufhalten.“

Ein kurzes Nicken.

„Aber… bitte. Zerstört keine Berge.“

Asera hebt eine Augenbraue.

„Ich gebe mein Bestes.“

Yamato grinst breit.

„Ich verspreche nichts!“

Sie machen sich auf den Weg –

durch das stille Land von Wano,

wo alte Geister in den Bäumen wohnen

und die Erde das Echo vergangener Kriege kennt.

Ein Ort wartet bereits –

fern genug vom Palast,

fern genug von allen Sorgen.

Doch nahe genug,

um zwei Herzen mit Kraft sprechen zu lassen.

__

Szene – Duell der Geister

Ein abgelegener Berghang im fernen Norden von Wano.

Die Erde fest, der Wind ruhig.

Kirschblüten tanzen in der Luft,

als sich zwei Gestalten gegenüberstehen.

Asera steht ruhig,

die Arme locker,

die Haltung gerade.

Yamato streicht sich die langen Haare zurück,

legt die Hand auf sein Kanabo.

Ein leiser Knirschen, als er es vom Rücken zieht.

„Ich werde dich nicht unterschätzen.“

Asera antwortet nicht.

Doch als Yamato auf sie zurennt,

spürt er sofort – sie weicht nicht zurück.

Klang aus Eisen.

Yamatos Kanabo kracht mit voller Wucht auf Asera hinab –

doch sie hebt nur den Arm.

Mit einem metallischen Knall hält sie den Schlag auf.

Der Boden zittert.

Stein splittert.

Yamato springt zurück – überrascht.

„Dein Körper…“

Asera bewegt sich kaum.

„Trainiert aber nicht unbesiegbar.“

Ein zweiter Angriff.

Yamato greift frontal an – schneller, stärker.

Er setzt Fußtritte, Hiebe, Schwünge.

Asera blockt. Weicht aus.

Einmal kontert sie mit der flachen Hand –

und Yamato fliegt rückwärts gegen einen Baum.

Stille.

Ein Atemzug. Dann:

„Du bist wirklich stark…“

Yamatos Stimme klingt nicht enttäuscht –

sondern begeistert.

Er richtet sich auf.

Sein Blick lodert.

„Dann… zeig ich dir, was ich wirklich bin!“

Flammen steigen an seinem Körper auf.

Ein blaues, eisiges Leuchten breitet sich aus –

und mit einem Knall

verwandelt sich Yamato in die legendäre Okuchi no Makami-Form.

Sein Körper wird größer,

weißes Fell wächst aus den Armen,

der Kanabo glüht mit Haki.

Seine Stimme klingt nun tiefer, klarer, fast wie ein Ruf durch Schneesturm.

„Ich bin der Wächter von Wano – und Sohn von Kaido!“

Asera bleibt ruhig.

Doch ihr Blick verändert sich.

Sie sieht das Fell.

Den aufrechten Stand.

Die langen Ohren.

Die Augen, die zwischen Kraft und Sanftmut schwanken.

Ein Hauch von Zou.

Ein Moment,

in dem sie Carrot, Wanda,

und das kleine Wolfsmädchen vor sich sieht.

„Du erinnerst mich an sie“, sagt sie leise.

Yamato hört sie kaum.

Er stürzt sich wieder vor –

Kanabo voraus, Wind und Eis hinter sich herziehend.

Asera fängt den Angriff mit beiden Händen auf.

Ein Lichtblitz.

Ein Knall.

Beide stehen sich wieder gegenüber.

Keiner verletzt.

__

Szene – Flausch und Verwirrung

Yamato stürzt sich erneut in die Schlacht,

sein Kanabo zieht einen gleißenden Halbkreis durch die Luft.

Asera wartet – doch diesmal weicht sie nicht nur aus.

Stattdessen tritt sie einen Schritt näher.

Der Schlag zischt an ihr vorbei,

und im gleichen Moment berührt sie mit der flachen Hand Yamatos Arm.

Stille.

Ihre Finger verharren.

Ein Hauch.

Dann blinzelt Asera.

„…So flauschig.“

Sie neigt den Kopf leicht.

Ihr ernster Blick wird weicher.

Und plötzlich – ohne zu zögern –

geht sie näher,

stellt sich leicht auf die Zehenspitzen…

und reibt ihre Wange an seiner.

„Garchu.“

Der Wind hält den Atem an.

Yamato erstarrt.

Ein massiver, flauschiger Wolfsgott –

gezeichnet von Kampfgeist und uralter Kraft –

mitten im Schlag innegehalten

von einer Geste,

die auf Zou ein Zeichen tiefster Freundschaft ist.

Yamatos Ohren zucken.

Sein Blick taumelt.

„W…Was war das gerade?“

Asera tritt wieder zurück,

lächelt, ehrlich, ein wenig verlegen.

„Ich habe das auf Zou gelernt. Es… fühlte sich richtig an.“

Yamato öffnet den Mund, schließt ihn wieder.

Er kennt die Minks.

Er weiß, was Garchu bedeutet.

Aber damit hatte er nicht gerechnet.

Nicht in einem Kampf.

Nicht von jemandem wie ihr.

Er senkt das Kanabo.

Seine Schultern entspannen sich.

Ein kaum hörbares Räuspern.

Und der Kampf ist vorbei –

nicht durch Kraft,

sondern durch Flausch.

__

Szene – Der eigene Weg

Der Wind zieht sanft über die abgelegene Lichtung,

wo nur noch vereinzelte Blätter von den letzten Bewegungen der beiden zeugen.

Yamato steht Asera gegenüber –

zurück in Menschengestalt, der Kanabo ruht auf seiner Schulter.

Er atmet tief durch,

dann tritt er einen Schritt näher.

„Asera…“

Sein Blick ist ernst, offen.

„Darf ich dich begleiten? Ich weiß nicht, was dich erwartet… aber ich will es sehen. Ich will helfen.“

Ein Moment vergeht.

Dann schüttelt Asera langsam den Kopf.

Nicht kühl – aber ruhig, klar.

„Yamato… du bist stark. Und du hast ein gutes Herz.“

Sie tritt an ihn heran, legt eine Hand an seine Schulter.

„Aber wenn du jetzt mit mir gehst…

dann findest du deinen eigenen Weg nie.“

Yamato wirkt überrascht –

nicht verletzt,

aber… getroffen.

Asera lächelt leicht.

„Ich weiß nicht, warum ich in diese Welt geschickt wurde.

Aber ich weiß: Du bist hier geboren.

Dein Platz… ist noch nicht entschieden.“

Yamato sieht sie lange an.

Dann senkt er leicht den Kopf.

„Also… muss ich erst verstehen, wer ich selbst bin.“

Asera nickt.

„Und wenn du das tust – dann sehen wir uns vielleicht wieder. Irgendwo da draußen.“

Der Wind hebt sich.

Asera wendet sich ab.

Bereit für ihren nächsten Schritt.

Und Yamato bleibt zurück – mit einem neuen Ziel in seinem Herzen.

__

Szene – Abschied von Wano

Die Sonne beginnt zu sinken über den Hügeln von Wano,

als Asera zurück zur Stadt geht.

Ihre Schritte sind ruhig, doch hinter ihr hallen die letzten Worte nach.

Am Rand des Palasthofes wartet Momonosuke –

umringt von Inuarashi, Nekomamushi und den anderen.

Asera verneigt sich leicht.

„Danke für eure Gastfreundschaft.“

Momo, würdevoll, aber mit dem Gesicht eines Jungen, erwidert ernst:

„Ich hoffe, dass unsere Wege sich wieder kreuzen – Asera.“

Ein letzter Blick in die Runde, dann dreht sie sich zum Gehen.

Doch plötzlich – ein Schatten.

Ein silberner Wirbel, ein Aufleuchten.

Yamato hat sich erneut verwandelt –

die majestätische, wolfsähnliche Gestalt des Okuchi no Makami.

Mit flauschigem Fell, hellen Augen und kräftigen Läufen

steht er direkt vor ihr.

Ohne ein Wort zu sagen,

tritt er näher –

und reibt seine Wange ganz sanft an Aseras Gesicht.

„Garchu.“

Asera blinzelt – überrascht, aber nicht ablehnend.

Im Gegenteil:

Ein leiser Laut entweicht ihr ungewollt.

„…mh.“

Sie senkt leicht die Lider.

Yamato zieht sich mit einem Lächeln zurück.

„So wirst du mich nicht vergessen.“

Asera sieht ihn an –

und nickt.

Dann steigt sie empor –

hoch über das Land Wano,

in eine Richtung, die noch niemand kennt.

__

Szene – Das Gefühl von einst

Der Himmel über Wano ist nun von Gold durchzogen,

die Silhouette von Asera verblasst am Horizont,

ein leuchtender Punkt, der bald nur noch Erinnerung ist.

Kin’emon tritt neben Momonosuke,

der noch immer in die Ferne blickt.

Der Samurai verschränkt die Arme,

sein Ton nachdenklich – fast ehrfürchtig:

„Wisst Ihr, mein Herr…

die Leute reden manchmal…

von ungewöhnlichen Dingen bei den alten Ruinen.

Dort, wo einst unsere Gräber standen.“

Momo sieht ihn aus dem Augenwinkel an.

Kin’emon fährt fort:

„Manche behaupten,

vor Jahren eine muskulöse Frau gesehen zu haben.

Schwarzhaarig. Groß.

Eine Fremde, die dort stand,

als würde sie jemanden betrauern.“

Momo senkt leicht den Kopf.

Seine Stimme ist leise:

„Mir kam es nicht so vor,

als wäre sie schon mal hier gewesen.“

Ein langer Moment Stille.

Dann antwortet Kin’emon

mit einem leichten Nicken:

„Ihr habt sicher recht, junger Herr.“